Ausgabe 
14.10.1886 Erstes Blatt
 
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so zahlreich stattgefunhen, daß der durch den Abgang der Abiturienten und son­stiger AuStretenden veranlaßte Ausfall nicht nur wieder gedeckt ist, sondern die Gesammtzahl der Schüler am Beginn des Wintersemesters diejenige zu Ende des Sommersemesters noch um etwa 30 überschreitet. In die unterste Klaffe der dreijährigen Vorschule wurden 25 Jungen ausgenommen.

Hesterreich.

Wien, 12. October. DasFremdenblatt" sagt bei einer Besprechung der bulgarischen Wahlen: Ungeachtet mehrerer Zwischenfälle könne die Regent­schaft das Verdienst beanspruchen, die Ordnung beffer erhalten zu haben, als es die Verhältniffe annehmen ließen; die Regentschaft habe bewiesen, daß sie die Autorität und die Machtmittel besitze, um die Ruhe zu erhalten, was nicht zum geringen Thell dem von ihr acceptirten Programm der nationalen Unabhängig­keit zuzuschreiben sei. Au» dem Wahlkampse siegreich hervorgehend, mit neuer Autorität umgeben und im Besitze de» Vertrauens der Mehrheit des Landes, werde ihre Ausgabe sein, die Schärfe, welche ihre Beziehungen zu Rußland an­genommen hätten, thunlichst zu mildern. Sie könne jetzt den eigentlichen Inhalt ihrer Politik zur vollen Deutlichkeit bringen. Diese laffe die volle Wahrung aller Vertragsrechte Bulgarien» und die Pflege Der Freundschaft mit allen Mächten veretnbarlich erscheinen.

Pari-, 12. Octbr. Grövy wird Nacht» in Paris zurückerwartet. Im Ministerrathe theilte Freycinet au« Madagaskar eingetroffene Nachrichten mit, wonach die Lage daselbst sich weiter gebeffert hat. Der Mtntsterrath beschloß, Louise Michel, welche mehrere Monate eine Gesängnißstrase verbüßte, zu begnadigen.

Bulgarien.

Sofia, 10. October. Heute Morgen rückten aus den umliegenden Dörfern über hundert Bauern, geschlossen marschirend, von montenegrinischen, macedonischen und andern Wühlern begleitet, in die Stadt ein und begaben sich sogleich zum russischen Consulat, wo sie Hochrufe auf den Kaiser von Rußland ausbrachten. Nachdem die Leute einige Zeit mit den Kawassen verhandelt hatten, erschien Dtefliuboro auf dem Balkon und hielt eine Ansprache, in der er sagte, der Kaiser von Rußland wolle stets das Wohl Bulgariens, weshalb er die Wahlen mißbillige; diese Wahlen würden null und nichtig sein. Die Rede wurde wiederholt durch Hochrufe auf den Kaiser von Rußland unterbrochen. Hierauf begaben sich die Bauern nach dem Wahllokal, dessen Eintritt sie zu stürmen suchten, um die Urnen zu zertrümmern und das Wahlgeschäft unmöglich zu machen. Ein heftiger Hagel von großen Steinen, welche die Bauern unter ihren Schafpelzen verborgen mitgebracht hatten, eröffnete, eine Schlägerei. Die Mehrzahl der Bauern, deren Rotte inzwischen noch angewachsen war, drang in das Lokal ein. In diesem Augenblicke erfolgte aus dem Innern des Wahllokals heraus ein rasch ausgeführter Gegenangriff. Die Bauern wurden mit unglaublicher Geschwindigkeit hinausgeworfen; hinter ihnen her eilten die Verfolger mit Stöcken. Die Bauern machten in ihren weißen Schafpelzen den Eindruck einer fliehenden Hammelheerde. Alles das dauerte kaum drei Minuten. Etwa sechs Bauern hatten leichte Verwundungen am Kopf und blutende Nasen davongetragen. Sofort erscholl bei ihnen das Losungswort: Zum russischen Consulate! Die Bauern, die jetzt 150 bis 200 Mann stark waren, wurden in den Hof des Eonsulats ein­gelassen, wo sie in Gruppen vertheilt wurden. Oberst Sacharow hielt an sie eine Anrede, in deren Verlauf wiederholt Hochrufe auf den Kaiser von Rußland laut wurden. Die Verwundeten wurden an den offenen Fenstern des Eonsulats in augen­fälliger Weise verbunden; dann wurden die Gefäße, in denen man ihnen das Blut abgewaschen hatte, ebenso augenfällig in den Hof durch die Gruppen getragen. Die Bauern bemächtigten sich eines im Hofe liegenden Holzhaufens, aus dem sie mächtige Knüppel zurechthackten; die Diener des Eonsulats trugen ihnen zur Erleichterung dieser Arbeit Sägen herbei. Nekliudow fuhr gegen halb 2 Uhr zum französischen Consul Flesch, wahrscheinlich von dort auch zu den anderen Eonsuln. Es scheint, daß Nek­liudow die Bauern möglichst lange im Eonsulate halten wollte, um den Glauben her­vorzurufen, daß, falls sie das Consulat verlassen hätten, für ihre Sicherheit zu fürchten gewesen wäre; wenigstens wurde unter die Bauern Schnaps und Brot vertheilt. Die Stadt ist vollkommen ruhig; die Nachrichten aus der Provinz melden bis zum jetzigen Augenblick einen ruhigen Fortgang des Wahlgeschäfts. Um 3 Uhr fingen zwischen den Bauern, die im Hofe des russischen Eonsulats wie wilde Thiere im Käfig eingeschlossen waren, und der Volksmenge, die das Consulat umringte, Neckereien an. Einige Jungen warfen Kieselsteine in den Hof des Eonsulats, worauf die Bauern mit einem regel­rechten Bombardement, bei dem Pflastersteine und mächtige Knüppel als Wurfgeschosse dienten, antworteten und die Fenster eines Eonsulats zertrümmerten, welches dem russischen Eonsulate gegenüber liegt. Die Polizei trieb hierauf die Menge vom Bürger­steig zurück, worauf völlige Beruhigung eintrat. Bald nahm der Auftritt sogar ein sehr lustiges Aussehen an und die Menge fing an, sich mit Witzen zu vergnügen. Dieser harmlose Ausgang der russischen Herausforderung schien jedoch nicht den Bei­fall der Leiter dieser nichtsnutzigen Aufhetzerei zu finden; denn die Bauern im Hofe begannen von Neuem, die im russischen Consulat zurückgehaltenen Knüppel auf die Menge zu schleudern. Darauf warfen einige Jungen mit Kieselsteinen in den Hof, worauf sofort die Kawassen aus Revolvern Feuer gaben. Die meisten Schüsse gingen gegen das dem russischen Consulat gleichfalls gegenüberliegende deutsche Consulat, vor dessen Thüre gerade das gesammte Personal der deutschen Agentur mit vielen anderen Deutschen stand. Auch das englische Consulat bekam Kugeln ab; die meisten aber gingen gegen das deutsche Consulat, und es ist geradezu einem Wunder zuzuschreiben, daß von der Gruppe vor dem deutschen Consulat Niemand gelobtet ober verwunbet worben ist. Das ganze Consulatsgebäube trägt Kugelspuren unb bie von ber Wanb abgeprallten Kugeln konnten auf bem Bürgersteig aufgesammelt werben. Der Gene- ralconsul v. Thielmann war währenb bes Vorganges zur Stelle. Die Entrüstung über bas Vorgehen ber Russen ist ganz allgemein, bei ben Bulgaren wie bei den Aus- länbern. Die nichtswürbigen Herausforberungen gegen bie armen Bulgaren hatten schon bie größte Empörung erregt. Das heutige Auftreten ber Russen, bie sich jetzt derart als bie Herren in Bulgarien fühlen unb geberben, baß sie selbst bie fremben Eonsulate beschießen, übersteigt boch alles, was bisher vorgekommen ist. Unmittelbar nachbem bie Schüsse gefallen, rückte Hauptmann Pelkow mit einem Bataillon bes Alexanber-Regiments unb Cavallerie vor bas Consulat unb säuberte alle Nebenstraßen. Nekliubow, ber sich bisher in einer unerhört heraussorbernben Haltung gefallen hatte, verlor nach ber Beschießung bes beutschen Consulats gänzlich ben Muth unb orbnete an, baß alle Bauern sofort bas Consulat verlassen sollten. Vor bem Consulat würben sie von militärischem Geleit in Empfang genommen, ba, wenn man sie frei hätte ab- ziehen lassen, bie Volksmenge sich auf sie gestürzt haben würbe. Zwischen zwei Reihen Solbaten würben bie Bauern unter lautem Jubel ber Bevölkerung nach einer außer­halb ber Stabt gelegenen Kaserne geführt, von wo sie allmählich in Freiheit gesetzt werben sollen. Die Bauern, 160 Mann, sagen aus, baß sie von ihrem Ortsrichter, ohne zu wissen, um was es sich hanble, nach bem Consulat geführt worben seien. Der Ortsrichter habe gesagt, daß jeber, ber nicht hingehe, brci Rubel zahlen müsse. Nachdem diefe von Nekliudow angeworbenen Leute aus der Stadt entfernt sind, herrscht hier schönste Ruhe wie an einem gewöhnlichen Sonntage unb bie Bevölkerung lust­wandelt vergnügt im Stadtgarteir. Da in der Provinz alles ruhig abgelaufen iu sein scheint, gewinnt es ben Anschein, baß bie Russen, welche alle Hoffnung auf b n Gewaltstreich in Sofia gesetzt hatten, auf Ruhestörungen in anberen Orten verzichten. lKoln. Ztg.)

Zklrzra-Wche DepMe«.

ÄolK'S teieet» TossesyoaLL«» - Grrtttvu.

Berlin, 12. October. Dem auch als Goetheschriftsteller bekannten oortragenben Nath des Hanbelsministeriums, v. Loeper, würbe bei seinem Uebertritt in den Ruhe-

stanb ber Eharacter als Wirklicher Geheime Rath mit bem Präbikate Excellenz verliehen. , , , , ,

Aachen, 12. October. Die Setzer ber sarnrntlichen größeren Druckereren haben heute bie Arbeit niebergelegt, weil bie Principale bie Annahme bes Leipziger Tarifs verweigern. , , _

Wien, 12. October. DieW. Z." publicirt ein Hanbschreiben bes Kaisers an bie Minister Graf Kalnoky, Graf Taaffe unb Tisza, betr. bie Einberufung ber Dele­gationen nach Pesth für den 4. f. 3)1.

Wien, 12. October. Cholerabulletin. Es erkrankten, resp. starben in Triest 12/4, Pesth 34/6 Personen.

Wien, 12. October. DerPolit. Corresp." zufolge ist General v. Kaulbars gestern Abend in Varna ctngetroffen unb von einer Deputation Zankowisten empfangen worben. Vor bem russischen Consulate war eine Volksmenge versammelt, welche bei ber Ankunft Kaulbars' rief:Es lebe bas unabhängige Bulgarien, es lebe ber Helb von Slionitza l" Eine Deputation ber Bevölkerung unterbreitete bem General bie Wünsche bes Volkes, worauf letzterer bie bulgarische Regierung einer scharfen Kritik unterzog. Die Deputation erwiberte, bie Regierung verfahre gesetzlich unb genieße das Vertrauen bes Volkes. Kaulbars zog sich barauf zurück.

London, 12. October. DemReater'schen Bureau" wirb aus Halifax vom 12. b. M. gemelbet: Die amerikanische FischerbarkeMarion Grimmes" würbe von bem kanabischen KreuzerTerror" beschlagnahmt , weil sie in ben Hafen Shelburne eingelaufen sei, ohne ben Zollbehörden ihre Ankunft angezeigt zu haben. Der Kapitän würbe zur Zahlung von 400 Doll, verurtheilt. In Folge ber wiberspänstigen Haltung bes amerikanischen Capitäns, welcher barauf bestaub, bie amerikanische Flagge über ber englischen zu hissen, begab sich ber Capitän besTerror" an Bord derMarion" und befahl, die amerikanische Fahne zu entfernen unb ließ im Schiffe eine bewaffnete Wache zurück. Der amerikanische Generalconsul telegraphirte über biese Vorgänge bem Staatssecretär Bayarb.

Venedig, 12. October. Gegenwärtig werben für die von hier ausgehenden Schiffe von ben Behörben roieber reine Patente ausgefertigt.

Bukarest, 12. October. Der Corresponbent ber BukaresterJnbepenbance Roumaine" und ber LonbonerCentral News", welcher Kaulbars in Bulgarien folgte, würbe in Schumla, als er sich anschickte, nach Bukarest zurückzukehren, ver­haftet unb von ben bulgarischen Behörben über Varna nach Konstantinopel btrigirt.

Belgrad, 12. October. In ben heutigen Nachwahlen siegten überall bie Re- gierungscandidaten mit größter Majorität.

Petersburg, 12. October. DasJournal be St. Petersburg" schreibt: Telegramme aus Sofia rechtfertigten nur allzu gut bie Annahme, welche bie russische Regierung bewogen hat, bie Vertagung ber Wahlen anzuempfehlen, um ben Leiben- schaften Zeit zur Beruhigung zu lassen, noch ehe eine Entscheibung ber wichtigen Fragen, wobei bas Geschick Bulgariens auf bem Spiele stehe, getroffen worben. Bebauernswerthe ©eenen ber Gewaltthätigkeit kamen bereits am ersten Wahltage vor. Es erscheine noch schwierig, nach ben bis jetzt eingegangenen Depeschen die genaue Wahrheit zu ermitteln; beßhalb werde man umsomehr die Erklärung ber russischen Negierung begreifen, baß sie roeber bie unter solchen Verhältnissen gewählte Versamm­lung anerkennen, noch beren Beschlüsse sanctioniren könne.

Lokales.

K. Gießen, 13. October. ^Sterblichkeit in Gießens In ber Woche vom 3. bis 9. October b. I. starben 7 Personen unb zwar nur Erwachsene. Zwei betreiben erlagen ber Lungenschwinbsucht, ein anberer verunglückte in einer hiesigen Brauerei durch Sturz mit dem Fahrstuhl. Von den Uebrigen starb je eine Person an Bauchfell­entzündung, Darmentzündung, Gehirnschlag und Krebs.

Vermischtes.

Wieseck, 12. October. Am letzten Sonntag' hat dahier die feierliche Ein­weihung unseres neuen Schulhauses stattgefunden.

Nachdem der stattliche Festzug von der Kirche durch die freundlich geschmückte Hauptstraße beim neuen Schulhaus angelangt war, folgten unter passenden Gesangs- Dorträgen der Vereine und der Schuljugend bie trefflichen Weihereben bes Herrn Kreisschulinspectors, bes Herrn Pfarrers unb eines Lehrers. Daran reihte sich bie Uebergabe ber Schlüssel vorn bauleitenben Kreisingenieur an ben Bürgermeister unb nachbem bieter bas Gebäube mit einer kräftigen Ansprache übernommen unb eröffnet, eine allgemeine Besichtigung ber Schule burch Jung unb Alt.

Ist schon ber äußere Einbruck bes einfach aber kräftig gestalteten Baues (in Backsteinrohbau mit Sungfteinen) ein wohlthuenber, so überraschten nun, mehr auch im Innern bie vier weiten (je bis zu 100 Kinber sassenben) Schulsäle unb das geräumige Treppenhaus durch die solide unb gefällige Art ihrer Ausstattung unb bie Anwenbung aller Verbesserungen auf bem Gebiet der Schulbänke (Eisenconstruction mit beweglichen Sitzen), ber Schultafeln, ber Heizung unb ber Ventilation; glücklich unb lobenswerth ist eine Gemeinbe, welche auch bem körperlichen Wohl ihrer Schul- jugenb eine so oerftänbige Fürsorge zuwenbet.

An bie Besichtigung des Neubaues mit seinem weiten Spielplatz schloß sich bei Carl Dorfeld eine Bewirthung ber Kleinen mit Weck, Wurst unb Bier und ein gemeinsames Mahl ber Gemeinbe-, Schul- unb Kirchenvertretung mit bem Großh. Kreisschulinspector, ben Bauleitern unb ben Lehrern. Auch habet fehlte es nicht an paffenben Reben auf unseren Großherzog, ben steten Förberer bes Schulwesens, auf bie Schul- und Baubehörde unb auf bie Gemeinbe unb ihre Vertretung.

Wir erwähnen bavon noch bie von ben Anwesenben mit besonberer Befriebigung vernommene, aber auch für weitere Kreise interessante Mittheilung bes Kreisingenieurs, wonach bas bereits abgerechnete Hauptgebäube runb 25 000 ^L, bas Ganze mit Mobiliar, 3tebengebäube, Einfriebigung unb Hofanlage nur 34 729 JL. gekostet hat, somit wesentlich weniger noch als veranschlagt gewesen. S.

Wieseck, 13. October. Die biesjährige Gemeinberathswahl ist bis auf eine am Montag ftattgefunbene stürmische Versammlung, wobei es zu heftigen Auseinanber- setzungen kam, ziemlich ruhig verlaufen. Von ben sechs aufgestellten Canbidaten erhielten: Joh. Lotz II. 205, Heinrich Erb VI. 205, Pb. Hilbebranbt 204, Johannes Schmitt I. 98, Ph. Reuter 97 unb Johannes Reuter VII. 97 Stimmen.

Wesel, 7. October. DerKöln. Volksztg." wirb geschrieben: Beim Kreis- physikus, Herrn Dr. Tacke Hierselbst, erschien gestern Nachmittag ein Elternpaar aus Isselburg, um sein 13 Monate altes, körperlich außergewöhnlich stark entwickeltes Kinb untersuchen zu lassen. Dasselbe wiegt 50 Pfund, hat 32 Zentimeter Brustweite unb ist 99 Zentimeter groß. Nach bem Urtheile mehrerer Aerzte ist der Riesenknabe voll­kommen gesund.

[Zin interessantes Paar.^ Ans Vöcklabruck wird geschrieben:Gott Amor hatte wieder einmal einen neckischen Einfall, zwei Herzen zu verbinden, deren Lebenswege weit auseinander gingen. Theresia Baronesse Vogelsang, 28 Jahre alt, bie Tochter eines hohen Officiers, eine Dame, welche bie feinste Erziehung genossen, beglückte mit ihrer Hanb den 51jährigen Maurer Alois Resch, nach Attnang zuständig, der keineswegs ein Adonis genannt zu werden verdient. Die Hochzeit hat am 5. d. M., um 9 Uhr früh, in der Kirche zu Schöndorf stattgefunden. Die Braut trägt jetzt die landesübliche Bauerntracht, welche bem Fräulein gar nicht übel steht. Ihren Bräu­tigam lernte bie Baronin bei einer Festlichkeit in Puchheim kennen. In einem von ber Frau Baronin angekauften Bauernhause zu Schonborf werben bie Neuvermählten ihr Heim aufschlagen."

Dortmunb, 11. October. Der Director des hiesigen Gymnasiums, Herr Prof. Dr. Weibncr, früher in Darmstabt, hat bem ihm unterstellten Lehrerkollegium erklärt, er finde es unanständig, wenn Jemand auf offener Straße rauche, weßhalb er auch wünsche, die Lehrer mochten das Rauchen auf offener Straße einstellen. Da der Wunsch des Directors den Lehrern Befehl zu sein pflegt, so haben sämmtliche Lehrer des Gymnasiums das Rauchen auf öffentlicher Straße eingestellt, während ihre Zollegen vom Realgymnasium seelenvergnügt weiterqualmen. (Franks. Ztg.)

Elberfeld, 9. October. Eine strenge Strafe wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz erhielt in der heutigen Strafkammersitzung der zu Lennep wohnende Handelsmann und Wirth Karl Jütte. Derselbe hatte wiederholt Schellfische, welche verdorben waren, unter Verschweigung dieses Umstandes verkauft. Er pflegte die Fische, wenn sie in den Zustand der Fäulniß übergingen, in einem Kübel auf dem Hofe mit