Dienstag den 13. Juli
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Keutschland.
Darmstadt, 10. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen heute den Geheimerath Professor Dr- Wosserschleben von Gießen, den Professor m der technischen Hochschule Staedel, den MuseumS'Jnspector Pros. Dr. Adamy, den Stabs« und Bataillons - Arzt Dr. Dassow vom 3. Großh. Jnfanterie- Regiment (Leib-Regiment) Nr. 117, den Notar Billhart von Oppenheim; zum Worttag den Staatsminrster Finger, den Ministerial'Präsidenten Weber, den Gehekmerath Dr. Becker, den Hofjägermeister v. Werner.
Darmstadt, 10. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Mergnädigst geruht: .
Am 30. Juni den deligirten Kreisarzt Dr. Karl Köhler zu Laubach zum Kreisarzt des Kreisgesundheitsamts Gießen,
am 7. Juli den ordentlichen Professor Dr. Kattenbusch zum Rector der Landes-Universität für die Zeit vom 1. October 1886 bis dahin 1887 zu ernennen.
Während der Beurlaubung des Unterzeichneten wird derselbe, mit Bewilligung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, Abtheilung für Steuer- Mfen, durch den Großherzoglichen Hauptzollamts-Rendanten Herrn Roßmann vertreten sein.
Gießen, den 12. Juli 1886. Großherzogliches Steuer-Commissariat Gießen.
,_____________________________ Süffert. _____________________
Arankreich.
Paris, 10. Juli. In der „Armde de Chälons*, aus welchem Werke „Av-nir Militaire" mit großer Hochachtung vor dem ungenannten Versaffer etliche Stellen anzieht, wird die „Verantwortung für Sedan" untersucht und M großen Theil Mac Mahon zur Last gelegt, der zwar ein „brillanter" Oisicier und Corpsführer, aber kein Armeeführer sei. In dieser wissenschaftlich- niilitärischen Beleuchtung erscheint die spätere Erhebung des, um mit Briere de l'Jsle zu reden, durch eine „intelligente Kugel" rechtzeitig Verwundeten zum Präsidenten der Republik als eine ganz wunderliche Thatsache, welche der Folge- rchtigkeit und dem Gerechtigkeitssinne der Franzosen gerade keine Ehre macht. Trotzdem nämlich Mac Mahon und B^zaine, was der vorerwähnte Verfasser mtürlich nicht auszusprechen wagt, beide gleich schuldig oder vielmehr gleich unfähige Armeeführer waren und beide nur die eine und gleiche Schuld trifft, die Lösung einer Aufgabe übernommen zu haben, der sie nicht gewachsen waren< — so wird doch der eine mit der höchsten Ehrenstelle der Republik belohnt, der andere von ihrem Bannstrahl getroffen, schimpflich erniedrigt und zum Verräther gotempelt. Doch hören wir den Verfasser. Er führt aus, daß der General Pllc l'.o zwar den Operationsplan entworfen, der die französische Armee in's Perderben geführt habe, aber daß letzteres doch nur durch die Art, wie er aus-
Betresfend: Das Ober-Erfatz-Geschäft pro 1886. Gießen, am 10. Juli 1886.
Der Civil-Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission Gießen an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
N^it nächster Post werden Ihnen die Ausmusterungs- und Ersatz-Reserve-Scheine II behufs Zustellung an die betreffenden Militärpflichtigen zuqehen.
Lie wollen von den Letzteren dagegen die Loosungs-Scheine erheben und solche k. H. hierher einsenden.
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Kolonial-
geführt worden ist, möglich geworden fei. „Ohne Zweifel hat General v. Wimpffm den Untergang der Armee besiegelt, indem er diejenige Bewegung vei hinderte, welche vielleicht allein noch die Capitulation hätte verhindern können, aber der Marschall ist es gewesen, der sich, trotz der Warnungen der Schlacht von Beaumont, von der drohenden Gefahr keine Rechenschaft gab und dadurch, daß er sich einen Tag in Sedan aufhielt, das Heer in eine Stellung brachte, der es, nicht mehr zu entschlüpfen vermochte, es fei denn in völliger Auflösung' Wenngleich man also dem Minister und dem General v. Wimpffen ihren vollen Antheil. an der Schuld läßt, muß man im Großen und Ganzen doch sagen, daß der Marschall Mac Mahon der Haupturheber der Niederlage von Sedan ist. Er hat einen Austrag übernommen, den er hätte zurückweisen müssen. Er hat bei der Führung feiner Truppen die Befolgung derjenigen Grundsätze verabsäumt, welche nicht nur der gesunde Menschenverstand, sondern auch die militärischen Bestimmungen vorschreiben; er hat den Abgrund, in den seine Armee zu stürzen im Begriff war, nicht gesehen, obgleich er bereits sichtbar war." Dieser letztere Fehler wird als der größte von allen gekennzeichnet. Dann fährt der Verfasser fort: „Es ist in der That dieser Aufenthalt der französischen Armee um Sedan mährend des 31, und während der folgenden Nacht, welcher die unmittelbare Ursache der Katastrophe ist, und zwar eine um so bedeutungsvollere Ursache, als nach der Schlacht von Beaumont noch nicht Alles verloren war. Hätte man sich, wie wir des Weitern ausgeführt, sofort zum Rückzüge auf Mözieres entschlossen, so war man fast sicher, den Preußen zu entschlüpfen. Hätte man sich am 31. darauf beschränkt, auch nur den Thalweg von Falizette zu besetzen, so hatte man zwar weniger Vorsprung, aber man hatte wenigstens noch das Mittel, die Preußen ihren gewagten Vormarsch auf Donchery theuer bezahlen zu lassen. Ja, hätte man nur den Ausgang des genannten Thalweges überwacht, hätte man vielleicht doch die Deutschen aufhalten und die Kampfbedingungen zu unserm Vortheil verändern können. Es begreift sich nur durch eine unerklärliche Sorglosigkeit, daß man alle diese verhältnißmäßigen Vortheile sich entgehen ließ und daß die französische Armee gezwungen wurde, die Schlacht unter den denkbar ungünstigsten Bedingungen anzunehmen...." Es ist allerdings nicht zu leugnen, daß bei diesen Wenn und Aber der Optimismus eine große Rolle spielt. (Köln. Ztg.)
— An Stelle Noailles' ist Graf Montebello, bisher in Brüssel, zum Botschafter in Konstantinopel ernannt.
— Der Verwaltungsrath der Panama-Gesellschaft genehmigte einstimmig das Circular des Herrn v. Leffeps, worin er die demnächstige Emission von 600 Mill. Frcs. neuer Obligationen anzeigt an Stelle des Entwurfs betreffs Emission einer Prämien-Anleihe, worauf Herr v. Leffeps wegen der langsamen Arbeiten der Kammer verzichtet.
England.
London, 10. Juli. Die „Times" bespricht nochmals die Batumfrage und meint, obwohl die Frage nicht wichtig genug sei, um einen ernsten Streit zu veranlassen, müsse doch von der Thatsache Kenntniß genommen werden, daß Rußland eine directe Herausforderung an England gerichtet habe, welches seine Politik demgemäß gestalten müsse. Durch den Widerruf des Art. 59 des Berliner Vertrags werde die von England auf dem Berliner Eongresse eingegangene Verpflichtung, den Status quo in Betreff der Dardanellen zu respectiren, zum tobten Buchstaben, und wie Rußland, erlange auch England die Freiheit des Handels wieder.
Spanien.
Madrid, 10. Juli. Die Kammer genehmigte mit 203 gegen 2 Stimmen die Civilliste und verwarf den Antrag Romero auf Erhöhung der Eivilliste der Regentin, welchen Antrag die Regentin schon vorher zurückgewiesen hatte.
Rumänien.
Bukarest, 10. Juli. Die Meldung des Pesther „Nemzet", wonach in Bukarest anwesende höhere russische Officiere eine russisch-rumänische Convention zur Sicherung des Durchmarsches russischer Truppen durch Rumänien für den Fall einer Besetzung Bulgariens durch Rußland abschließen sollen, wird als voll- ständig erfunden bezeichnet.
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Weßener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Berlin, 10. Juli. Nachdem im Bundesrathe die Bildung einer kaiser- li^n Kanal'Commission zur Ausführung der Arbeiten für den Nordostsee.Kanal gebilligt worden ist, werden diese Arbeiten alsbald ihren Anfang nehmen; die Bereisung der ganzen Strecke theils zu Wasser, th-ils zu Lande ist bereits unternommen worden uud das Ergebniß der anzustellenden Erhebungen wird dazu führen, weitere Anordnungen über die Arbeiten zu treffen. In der Zuschrift an den Bundesrath bezüglich der kaiserlichen Kanal-Commission ist schon betont worden, vaß Preußen bautechnische Kräfte für die Ausführung der Arbeiten hergeben würde, auch die erwähnte Bereisung der Kanalstrecke ist durch Beamte des preußischen Ministeriums für die öffentlichen Arbeiten erfolgt, die mehrfach verbreitete Angabe, wonach in der Errichtung der kaiserlichen Kanal- Commission eine Uebergehung des preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten siegen sollte, erscheint daher als durchaus hinfällig.
Stettin, 10. Juli. Im Beisein der Staatsminister v. Puttkamer und Bötticher, Mischer, württembergischer, badischer, hessischer und hanseatischer Würdenträger, mehrerer Admiralitätsräthe, des chinesischen Gesandten, des Consuls H. H. Meier vom Norddeutschen Lloyd, der Spitzen der Provinzial-, Militär- und städtischen Behörden sowie zahlreicher Zuschauer fand Mittags 12 Uhr der Stapellauf des ersten großen Subventionsdampfers statt. Der Taufacl wurde von der Frau Gräfin Behr-Regendank Ivoilzogen. Der Dampfer erhielt den Namen „Preußen".
Dresden, 10. Juli. Der gestern Nachmittag von Wien nach Dresden ab- igMNgene Courierzug ist heute früh um 2 Uhr bei Pirna nuf durch heftige Regengüsse herabgespülte Erdmassen gefahren und theilweise entgleist. Drei Wagen sind den Damm hinuntergestürzt. Niemand ist verletzt. Der Güterverkehr ist stark gestört. Vorläufig werden die Züge über die andere Linie geleitet. Die Passagiere müssen !umsteigen.
v , Hirschberg, 10. Juli. Aus Warmbrunn und Kunersdorf werden neue Ueber- , jreier W Ickwemmungen durch den Zacken gemeldet. Auch die hiesige Sandvorstadt ist über; . .nie ruW schwemmt, der Bober gleichfalls steigend.
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