Ausgabe 
13.6.1886 Erstes Blatt
 
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Verladestellen einzurichten, 2) die Möglichkeit der Verladung auch von anderen Gütern auf dem Seikcngcleise der Briquettesabrik bei Trais-Horloff in Erwägung zu ziehen; 3) bei den nächsten Fahrplänen darauf Rücksicht zu nehmen, daß die Uebergangszeil von den Endstationen Gießen und Gelnhausen auf die wohl am meisten erwünschte» Züge nach und von Frankfurt auf 1012 Minuten erweitert werde, 4) bessere An­schlüsse der Post an die Oberhessische Bahn zu vermitteln und 5) auf eine raschere Beförderung der Güter Bedacht zu nehmen. Der sehr umfangreiche Bericht, der u. A. eine Anlage mittheilt, worin sich die Direction der Oberhessischen Bahnen entschieden gegen Errichtung einer Verladestelle zu Büches ausspricht, die mindestens so lange verschoben werden mußte, bis durch die im Laufe des Jahres vorzunehmcndcn Vorarbeiten festgestellt ist, ob die Rebenbahn Büches-Düdelsheim-Lindheim zur Ausführung em­pfohlen werden kann schließt mit folgenden Anträgen des Ausschusses: Pos. 1 des Antrages Ellenberger und Gen. abzulehnen; Pos. 3 und 5 für erledigt zu erklären; zu Pos. 4 die Negierung zu ersuchen, den vorgebrachten Wünschen möglichst Rechnung tragen zu wollen; und zu Pos. 2 die Regierung zu ersuchen, Verhandlungen mit der Verwaltung der Briquettefabrik bei Trais-Horloff wegen Ermöglichung der Verladung auch von anderen Gütern auf dem Seitengeleise der Fabrik einlreten zu lassen und die Normen der Benutzung fraglichen Geleises bekannt zu machen.

München, 11. Juni. DieAllg. Ztg." theilr heute folgende offenbar vom Ministerium herrührende Darstellung der Vorgänge, die sich i» Hohenfchwangau ab- fpiclten, verbürgt mit: Gestern Nachmittag war von hier im Auftrage des Prinzen Luitpold eine Delegation nach Hohenschwangau zu dem Zwecke abgegangen, die für des Königs Pflege erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Prinz Luitpold hatte außer­dem die Delegation beauftragt, dem König ein Handschreiben zu überreichen. Die Delegation bestand aus dem Staatsminister des kgl. Hauses und des Aeußern, Frhrn. von Crailsheim, den zu Kuratoren der kgl. Eivilliste bestellten Reichsräthen Grafen v. Holstein und v. Törring-Jettenbach, Obermedicinalrath Prof. Dr. v. Gndden u. 2L Am Bestimmungsorte angelangt, haben sich nun in Folge des Umstandes, daß die im heute erschienenenGesetz- und Verordnungsblatt" veröffentlichte Proklamation des Prinzen Luitpold gegengezeichnet von den kgl. Staatsministern - in Hohenschwangau und bezw. Füssen bei Ankunft der Delegation und bei Beginn ihrer Thätigkeit noch nicht bekannt sein konnte, sowie angeblich andererseits in Folge eines von dem König ertheilten Befehles, einer wirksamen Erledigung der Aufgaben der Delegation Schwierig­keiten entgegengestellt, und es sind diese Schwierigkeiten anscheinend auch nach dem im Laufe des heutigen Tages erfolgten Bekanntwerden der Proklamation nicht völlig be­hoben worden. Heute Abend 10 Uhr 15 Minuten sind die Mitglieder der Delegation wieder hier eingetroffen. 2Bie: die Dinge sich weiter entwickeln werden, entzieht sich vorläufig jeder Berechnung. Die endgültige Entscheidung hängt selbstverständlich von den Beschlüssen des demnächst zusammentretenden Landtags ab. Hinsichtlich der for­mellen Behandlung der Vorlagen, welche demselben zugehen werden, verlautet, daß in der Vorberathung die fämmtlichen Vorlagen ohne Debatte einer besonderen Kommission überwiesen werden und bezüglich eines Theiles der Vorlagen, wenn nicht aller, geheime Kommifsions- und Plenarberathung beschlossen werden wird. Es wird bei aller Be­schleunigung der Session eine achttägige Dauer derselben angenommen. Nachträg­lich theilen wir noch mit, daß die beiden Regierungsräthe Dr. von Müller und Koppel- stetter sich heule als Ministerialkommissäre nach Füssen begeben haben."

München, 11. Juni, 5 Uhr Abends. Nachträglich werden noch folgende ver­bürgte Details bekannt: Die Deputation bestehend aus den Herren v. Crailsheim, Graf von Holnstein, Törring, Oberst Washington, Dr. Gudden und Ministerialassessor Rumpler ist nicht nur verhastet, sondern gefesselt gewesen. Die Herren tragen noch die Merkmale.Sperrt sie ein bei Wasser und Brod, bis sie verrecken," hat der Be­fehl des Königs gelautet. Nachdem sie befreit worden sind, sind sie geflohen aus dem alten Schloß und unmittelbar nach München abgereist. Die Kommandanten von Schwaben und Neuburg hatten Befehl ihre Truppen bereit zu halten. Gegen Graf Dürckheim wurde für den Fall weiteren Widerstandes Haftbefehl erlassen. Der Be­zirksamtmann in Füßen ist entlassen. Auch Herzog Ludwig, der offen Partei für den König genommen, hat sich die Ungunst allerhöchster Kreise zugezogen. Vor dem Palais des Prinzen Luitpold sind 2 Gendarmen stationirt, und zu dem allen wird wiederholt versichert, daß aus Hohenschwangau berichtet worden, es sei gelungen, den König auf j die schonendste Weise in ärztliche Behandlung zu nehmen. 4

München, 11. Juni. Die mehrerwähnte Deputation hatte einen doppelten : Auftrag: Dem König die Nachricht von der Regentschaft zu überbringen und die erforderlichen Schritte für die Kuratel zu treffen. Die Deputation langte -Abends 3/»H Uhr in Hohenschwangau an- Das Hohenschwangau gegenüber auf dem steilen Tegelfelsen gelegene Schloß Neuschwanstein, eine der bekannten Schöpfungen des Königs, war auf's Prächtigste erleuchtet und strahlte das Schloß ist elektrisch beleuchtet, 75 Bunsen'sche Elemente liefern das Licht weit hinaus in die Nacht in feenhafter Pracht. Die Deputation unterließ für den Abend weitere Schritte. Als sie andern Tags den Bezirksamtmann von Füssen von ihrer Mission benachrichtigte, weigerte sich der Beamte, anderen Befehlen als denen des Königs zu gehorchen. Der Zutritt zum Könige, der von der Deputation und ihrem Zweck benachrichtigt war, wurde verweigert, sogar der Flügeladjutant des Königs, Graf Dürkheim, wollte die Autorität der Kommission nicht anerkennen. Nach Kempten gelangte, mit der Unter­schriftLudwig", ans Jägerbataillon der Befehl zur Unterstützung. Das Schloß wurde vollständig befestigt. Eine Zeit lang soll die ganze Kommission verhaftet gewesen sein- Auf hierher gelangte Nachricht wurde der Gensdarmerieoberst, Ritter von Hellingrath, mit 5 Gensdarmen nach Hohenschwangau beordert- Derselbe langte Abends gegen 7 Uhr dort an und seiner Unterstützung, wie dem Bekanntwerden der Proklamation scheint es zu verdanken zu sein, daß der Erregung, die sich auch der Bevölkerung mit; getheilt hatte, und dem Widerstand des Bezirksamtmanns ein Ende gemacht und die Kommission in Freiheit gesetzt wurde. Die Kommission war Abends 10 Uhr 15 Min- zurück- Auf dem Bahnhofe wurde sie von Minister Lutz, der in großer Aufregung ihrer gewartet, empfangen Offenbar hat man, trotz der Ueberzcugung von des Königs Zustande, nicht mit der nöihigen Vorsicht alle Eventualitäten voraus berechnet. Ueber diesen Zustand sagt heute dieAllg. Ztg.", daß die gesammelten Belege leider jeden Zweifel an der Hochgradigkeit der geistigen Umnachtung ausschlicßen- Die augenblick­liche Lage ist folgende: Der König ist in Neuschwanstein, das nur durch 2 Brücken mit der Außenwelt verbunden ist, eernirt. Wie ernst die Lage ist, beweist, daß heute der Oberregierungsrath v. Müller und Koppelstetter als Ministerialkommissäre sich nach Füssen begeben haben. Im Ministerium will man trotzdem nichts wissen, behauptet aber, der König würde auf's Schonendste ärztlich behandelt. Die Aufregung in officiellen Kreisen ist groß. (Fr. Ztg.)

Telegraphische Depeschen.

WoM's telegr. Sorrefpondem - Burra«.

Berlin, 11. Juni. Der Magistrat beschloß heute, den Anträgen des provi sorischen Comitä's für die deutt'ch-nationale Ausstellung im Jahre 1888 entsprechend, bei der Stadtoerordneten-Versammlung zu beantragen, den Treptower Park als Aus­stellungsplatz zu genehmigen, sowie aus städtischen Mitteln zwei Millionen als fonds perdu zur Beihilfe zu gewähren, vorausgesetzt, daß das Reich die bereits beim Reichs­kanzler beantragten 3 Millionen beiträgt.

Berlin, 11. Juni. Das Herrenhaus genehmigte in seiner heutigen Sitzung den Nachlrags-Etat unverändert, nachdem der Cultusminister v. Goßler die Angriffe auf die Maßregeln der Unterrichtsverwaltung energisch zurückgewiesen und erklärt batte, der Nachtrags - Etat bezwecke lediglich die Stärkung des politisch und social werthvollen deutschen Elements und keineswegs einen tödtlichen Streich gegen das Polenlhum. Die Maßregeln gegen die akademischen polnischen Vereine seien nach langen Erwägungen aus dem Gefühl der Verantwortlichkeit beschlossen.

Die Vorlagen, betreffend die Beseitigung der schwebenden Schuld von 30 Mill., wird genehmigt, ebenso die Vorlage, betreffend den Verkehr auf Kunststraßen, mit Be­schränkung der Vorlage auf die Provinz Posen.

Nächste Sitzung nicht vor Ende des Monats.

Potsdam, 11. Juni. Se. Maj. der Kaiser traf mittelst Extrazuges Vormittags hier ein und begab sich zur Besichtigung des Regiments der Gardes du Corps und der Gardehusaren nach dem Bornstädter Felde. Der Besichtigung wohnten außerdem bei: Se. K. u. K. Hoheit der Kronprinz, Ihre K. u. K. Hoheit die Frau Kronprinzessin, Ihre K. Hoheit die Großherzogin von Baden, Ihre K. Hoheit die Prinzessin Wilhelm mit ihren Söhnen, die Erbprinzessin von Meiningen und die Prinzessinnen Victoria,

Sophie und Margarethe. Von dem Bornstädter Felde begab sich Se. Majestät nach Babelsberg.

München, 11. Juni. Das Hostheater ist gestern geschlossen gewesen, die Cen- tenarfeier ist auf unbestimmte Zeit verschoben.

Das Centralcomitä für die Ludwigs-Centennarfeier beschloß heute die Ver­schiebung der Feier auf unbestimmte Zeit.

Bremen, 11. Juni. Ein Stück Hasenmauer von 60 Meter Länge ist mit zwei eisernen Dampfkähnen am hiesigen Sicherheitshafen in's Wasser gestürzt.

London, 11. Juni. Unterhaus. Gladstone erklärte, falls das Wahlergebniß zeige, daß das Land die irische Politik der Regierung mißbillige oder darüber der ge­ringste Zweifel zulässig sei, müsse das Parlament sofort zusammentreten. Hicks-Beach erklärte sich hiervon befriedigt.

Rom, 11. Juni. Cholera - Bericht. Vom 10. bis 11. Juni, Mittags, kamen in Venedig 11 Erkrankungen und 10 Todesfälle vor, in Bari 3 Erkrankungen.

Rom, 11. Juni. Zwischen Naro und Campobello, Provinz Girgenti, ist eine Schweselmine eingestürzt. Achtzig Arbeiter wurden verschüttet. Bisher wurden vier­zehn herausgezogen, einer tobt. In der Schwefelgrube ist ein Brand mit starker Rauch­entwickelung ausgebrochen, der die Rettungsarbeiten erschwert.

Belfast, 11. Juni. Die Ruhestörungen dauerten den ganzen Abend fort unb- namentlich in der Nähe der Polizei-Kaserne fanden größere Zusammenrottungen statt. Es wurde Militär requirirt, welches mit dem Bayonnet die Straße säuberte.

Brüssel, 11. Juni. DasJournyl de Bruxelles" wendet sich gegen die 'Er­zählungen verschiedener Zeitungen über die von der Negierung getroffenen militärischem Maßnahmen, um etwaigen Vorkommnissen anläßlich der Manifestationen vom 13. Juni zu begegnen, und bemerkt, alle Wohlgesinnten könnten ruhig den Ereignissen entgegen­sehen und volles Vertrauen zu der festen Haltung der Regierung haben.

Chicago, 11. Juni. Der Proeeß gegen die Anarchisten, durch welche die letzten Unruhen veranlaßt wurden, ist auf den 21. d. M. festgesetzt.

Lokale-.

Gießen, 12. Juni. sStadtverordnetensitzung yom 10. Juni, Nachmittags 4 Uhr.) Anwesend Herr Bürgermeister Bramm und Herr Beigeordneter Kellern von Seiten der Stadtverordneten die Herren Baist, Georgi, Grüneberg, Dr. Gutfleisch, Haustein, Hoch, Hornberger, Kauf, Lüdeking, Ad. Noll, Aug. Noll, Petri, Scheel, Schopbach, Simon, Vogt und Wortmann.

Die Angelegenheit des Bahnüberganges bei her katholischen Kirche, über welche in der heutigen Sitzung ein definitiver Beschluß gefaßt werden sollte, hat inzwischen eine andere Wendung bekommen, da ein Project von Seiten der Bahn vorliegt, welches, das Nangiren von fragt Uebergangsstellen gänzlich fernhält; verwirklicht sich dasselbe, so wäre dies, allerdings die gründlichste und einfachste Beseitigung des ganzen Miß­standes; es wird daher beschlossen, die weiteren Ergebnisse der hierauf zielenden Ver­handlungen abzuwarten.

Die Wahl der Mitglieder zur Einschätzungs-Commission für die Weinsteuer wirb durch Wiederwahl der seitherigen Mitglieder und zwar der Herren Aug. Mayer, W. Mosler, Ludwig Bramm, O. Schmidt und Karl Schwan und der Ersatz­mitglieder, der Herren A. Zinßer, L. Textor und Emil Fischbach, vollzogen.

Die für das Rechnungsjahr 1885/86 erfolgten verschiedenen Handabgaben aus- den Stadtwaldungen werden gutgeheißen.

Der Neubau der Kliniken. , Das Ergebuiß der Verhandlungen behufs Erwerbung? des Grundeigenthums mit den in Frage kommenden Grundbesitzern wird bekannt gegeben; es wird beschlossen, denselben 60 Pfg. pr. Qm. anzubieten event. das Expro-' priatiousverfahren einzuleiten.

Die Abhaltung des Jugeudfestes wird beschlossen und die nöthigcn Mittel dazu verwilligt.

In dem mit dein akademischen Hospitale abzuschließenden Vertrage behufs Ueber- tragung der Armenpraxis werden die von Großh. Ministerium beanstandeten Para- graphen geprüft und die Aenderung zu 8 1 angenommen, derjenige zu 8 2 pos. e da­gegen abgelehnt, nachdem ein Antrag des Herrn Dr. Gutfleifch, den ganzen Vertrag. dahin abzuändern, daß nur wirklich geleistete Verpflegung und Behandlung zu einem normirten Einheitssatz anstatt der festgestellten Pauschalsumme von 10,000 JL vergütet werde, die Majorität nicht erhielt.

Die vergrößerte Zahl der Schülerinnen der 3 oberen Classen in der höheren Mädchenschule, welche den Turnunterricht gemeinsam genossen, hat nunmehr die Theilung derselben nöthig gemacht; es wird die daher entstehende Mehrausgabe von 120 JL bewilligt. Zwei durch Schuloerwalter versehene Lehrerstellen müssen definitiv besetzt werden und sollen die betr. Stellen alsbald ausgeschrieben werden.

Tas Gesuch des Herrn Th. Lommel, Kreuzplatz, um Verlegung eines Einfall- schachtes und das Gesuch und Anerbieten desselben Herrn nebst den Herren Metten­heimer & Schultheis, F. Rüger, P. Prell und Bieler um Erhöhung des Trottoirs vor ihren Häusern, sowie der Vorschlag zum Ausbau der Schillerstraße,. werden unter den üblichen Bedingungen genehmigt, dagegen das Gesuch um Ausbau der Steinstraße, sowie das Baugesuch des Herrn Louis Hellmold in der Damm-, straße abgelehnt.

Das Gesuch des Herrn Bäckers Jac. Horn, Kreuzplatz 11, um Bauerlaubniß wird unter den von ihm zugesagten Bedingungen genehmigt. Dem Gesuche des Herrn Ph. Wagner, Neustadt 4, um Erlaubniß zur Ueberbauung des Stadtbaches, kann vor Legung der Steinsohle nicht entsprochen werden.

Bezüglich einer gelegentlich des Baugesuches des Herrn Chr. Arnold, Eich­gärten, durch Großh. Polizeiamt angeregten Principienfrage wurde beschlossen, dieselbe nicht ein für allemal, sondern Fälle der vorliegenden Art von Fall zu Fall zu entscheiden.

Ein Gesuch des Herrn Carl Kempfs um Erbauung einer Scheuer wird ge­nehmigt; dcsgl. das Gesuch des Herrn Louis Petri III. um Erlaubniß zur Wasser­abführung in einen städtischen Canal.

Die Reinigung eines Canals auf dem Brande wird nach längerer Debatte, da der betreffende Theil des Platzes der allgemeine» Benutzung entzogen ist, abgelehnt.

Die Vermiethung der Keller unter der neuen Stadtmädchenschule betreffend, liegt ein Angebot der Firma Gebr- Mayer (Inh. Herr Aug. Mayer) vor, welches berücksichtigt werden soll; über ein Angebot des Herrn A. Katz kann erst beschlossen werden, wenn derselbe angiebt, für welche Art Maaren er dieselben als Lagerraum benutzen will-

Die Ergebnisse des Wiesenganges werden der Versammlung mitaetheilt-

Die Gesuche des Fabrikanten Herrn H. Em melius um Erlaubniß zur Kanalisirung eines Grabens, des Herrn Dr. F. Ploch um Herstellung des Fluth- grabens in seinem Garten und des Herrn Christoph Weiß um käufliche Hebers lassung städtischen Geländes werden zwecks oorerftiger Augenscheinseinnahme -urückgeftellt.

Die Kostenvoranschläge für die Schlachthausanlage, Maurerarbeit ca- 40300 «X, Steinhauerarbeit ca. 10 375, eiserne Säulen und Träger ca. 4799 Jt, sowie die Anbringung einer Uhr werden genehmigt und sollen auf dem Submissionswege ver­geben werden-

Die nachträglichen Gebote für die drei Bauplätze an der Grünbergerstraße, zu­sammen 8200 v*L, werden als zu niedrig nicht acceptirt und bei dem Dafür finden Preise von 12 ('00 JL. festgehalten.

Schluß der öffentlichen Sitzung 3/<6 Uhr.

Gießen, 12. Juni. Am 3. v. M. fand im Cafr Schwinn dahier die dies­jährige Generalversammlung des hiesigen Thierschutzvereins statt. Der Vorsitzende,. Herr Oberamtsrichter Langsdorf verlas einen Rechenschaftsbericht über die Thätig­keit des Vereins im verflossenen Vereinsjahr, dem wir Einiges entnehmen:

Der Verein war in gewohnter Weise für den Thierschutz thätig. 52,50 Mark rourbenj'ür Nistkästen ausgegeben. Im Winter wurden an verschiedenen Stellen der Stadt Fütterungsplätzc für die Vögel hergerichtet. 1000 Exemplare Thierschutzkalender wurden unter die Mitglieder und die Schuljugend vertheilt. 11 Dienstboten erhielten für gute Behandlung des Viehes, 5 Gendarmen und 5 Schutzmänner für ihren Dienst­eifer im Anzeigen von Thierquälerci Geldprämien. Die Mitgliederzahl war 636, die Geldeinnahme betrug 978 Mark.

Die von dem Rechner, Herrn Fabrikant F. Koch, vorgclegte Rechnung war von 2 Mitgliedern des Ausschusses geprüft und für richtig befunden worden. Nach 8 4 der Statuten hatten diesmal aus dem Ausschuß auszuscheioen die Herren F. W. v. Gehren und Rcallehrer Mitzenius, sowie die beiden durch das Loos bestimmten Herren Ober­amtsrichter Langsdorf und Direktor Vigelius. Bei der Neuwahl von 4 Aus-