1886
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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Viertes Blatt Sonntag d.A 12. December
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Das Großherzogliche Krcisamt Gießen
an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Sie haben binnen 8 Tagen }u berichten, wie viele Scheine Sie im Jahr 1887 für zum Bedecken zu bringenden Stuten bedürfen werden. 7 Dr. Boekmann. ____________
__ Einen interessanten Heimatlosen beherbergt gegenwärtig die Stadt Genf. Ein Freiherr von Los, welcher in den 50ee Jahren sein Vaterland Preußen verlassen und sich seither in Oesterreich und in der Schweiz aufgehalten hatte, vermachte vor etwa 3 Jahren sein Vermögen von etwas über 400,000 Franken dem Grau- bünben unter der Bedingung, daß der Kanton aus dem Gelde ein Armenspital errichten und dem Testator eine Lebensrente von 21,000 Franken auszahlen solle. Die Regierung v7nRbäien ^ahm das Geld in Empfang und baute ein Spital. Hintendrein erinnerte"man sich, daß nach Bündener Gesetz Jemand, der nod)
nur über ein Fünftel seines Vermögens verfügen kann, und Freiherr hat zwar keine eigene Familie, wohl aber noch einen Bruder und eme Schwester welche das Testament nalb seinem Tode angreifen dürften. Um dem vorzubeugen, siedestßoe trnfe seines hoben Alters nach Genf über, wo er allerdings über fern ganzes Vermögen verfügen und a?,o feine Schenkung betätigen kann , ollnn er nmß vorher Genfer Bürger werden und hierzu ist ein Aufenthalt von rw-t J°hrm erforderlich^ Nun Hot der Greis seine Heimatbsrechte in Deutschland verwirkt, tft «at lid) ein ^unoener seine alten Heimathsrechte wteder geltend zu machen. So hangt der §au gegenwa^g
---------- Gießen, am 11. December 1886.
: Die Landgestüts-Anstalt, insbesondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbeschcller für 1887.
Schwindel würde man sagen
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irr&Äo”Ä,SÄ?ssXÄ?s?-
Es wird hierdurch zur öffentlichen K-nntniß gebracht, daß Grobherzogliches Minffteriurn des Innernl und dert Justiz g »StgäSSTSEäÄ wenben G^oßh. Ministerium den Betrieb der Looie im Großherzogthum gestattet.
Gießen, am 9. December 1886. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
p ' Dr. Boekmann.
Sterblichkeit im Großherzogthum Hessen.
Darmstadt, 8. December.
Monat September I. I. ereigneten sich imGroßherzogthum 1911^Sterbe- sLlle ausschließlich der todtgeborenen; gegenüber dem vorausgegangenen Monate Mit 1647 Sterbefällen hatten sich letztere um 264 und damit sehr beträchtlich erhöht; es waren von 10 000 Einwohnern nunmehr 20,0 gegen 17,2 verstorben. Don den Pro- ointen batte Starkenburg im Berichtsmonate 853 (im August 666) Sterbefalle zu ver- «icknen Oberheffen dereii 452 (409) und Rheinhessen 606 (572); bk Sterbeziffer betrug in den Provinzen nach ihrer Rangfolge 21,2 ^gen 16,5 — 17,2‘ 9n q aeaen 19 7 Von den 1911 im September im Großherzogthum im Ganzen Ver- storbenen waren unter 15 Jahr alte 1057 (im. August 808) und von diesen im ersten wphpn?tnfir? 822 (611) und im Alter vom zweiten bis fünfzehnten Jahre 235 (197), »rSiene waren nerftorben 854 (839). Abweichend von der Regel waren in den Sr-iSf unb Zuft l. I. die Kinder im SauglingSalter wen ger gefährdet 5me!en dagegen erreichten die Sterbefülle bei dieser Alterskategorie UN September einen erstaunlich hohen Betrag und zwar nicht infolge besonderer Verbreitung der S “ misten Alter gefährlichen Jnsectionskrankheiten, unter welchen vorzugsweise E^n^nud Keuckb^ien in Betrocht zu kommen hätten, sondern infolge der für diesen
38?30) an Keuchhusten 22 (*18), an Abdominaltyphus 10 (5), an Rose 7(l),an ass äsvs” »“sä » 192^(211) akute entzündliche Erkrankungen der Athmungsorgane 93 (94), sy» s •"* M ää äks durch Selbstmord 28 (16) und durch Verbrechen anderer 2 (2).
Der Monat September l. I. zeichnete sich aus durch eine ungewöhnlich hohe
nur estte Durchschnittsmortalität; dagegen hatte Lungenschwindsucht eme h h
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waren Todesfälle durch Verungluckung und Selbstmord haustg.
Monat October l. I. verstorben imGrotzherzogthum r.b-rh°upt 1S59 Personen, gegenüber dM f^rmona^mst^l911^eln fMmu^von f
Oberhessen ^427 ^(452) und ^beinhessen^5^32^(KO6)^oUnd^e^betrugen^die^SbterbezrsteroU> B°sen185^im Octob°e^im Großhenostbum'im Ganzen Verstorbenen waren 7o8 (1057) Von 16o9 im Oc c «. qqq tz^ses Alters weniger als tm September, davon
Kmder unter 15 „irht Dnnenbct 534 (822) und standen im Alter fenseits
hatten das erste Lebensiahr nicht '»ollendet 564 st) ^brstorben 901 (854). Die im
des ersten Lebensjahres 224 (2N, C M w ausschließlich bei den Kindern October günstigeren^Sterbeverhgltmfse^machten °na« a w Rückgang
des Säuglingsalters und, wie wei r Sr0ane bemerkbare bei den
d-r Mortalität durch akute Ertt°nkung d Erwachsenen hatte die Sterblichkeit sich 7wosMeSt'erbeM-durch epidemische Krankheiten erfahren tm October
eine mäßige Zunahme, insbesondere waren Rachen- und Halsbraune, Typhus und Wockenbettfieber häufiger als im Vormonat Todesursache; auch wurden nunmehr weitere Erkrankungen und Todesfälle an Cholera in Gonfenheim uno Finthen con- statirt. An epidemischen Krankheiten erlagen im Ganzen 132 Personen und zwar an Masern 1(0) an Scharlach 12 (10), an Rachen- und Halsbraune 56 (38), an Keuchhusten 20 (22), an Rose 6 (7), an Abdominaltyphus 16 (10), an Nuhr 1 (0), an Cholera 11 (3) und an Wochenbettfieber 9 (5). Andere ÄrarfWten
betts waren in 5 (5) Fällen Todesursache, an Lungenschwindsucht starben 176 (192), an akuten entzündlichen Krankheiten der Athmungsorgane, welche wie gewöhnlich um diese Jahreszeit häufiger aufzutreten pflegen, 130 (93), an Gehirnschlagfluß 55 (43), an akutem Gelenkrheumatismus 3 (0); an_®amfatanl) unb
nunmehr nur 143 Personen gegen 348 im September. Alle puderen Krankheiten zusammen hatten 712 (782) Todesfälle veranlaßt, nicht ermittelt wurde die als Todesursache wirkende Krankheit bei 268 (286) Verstorbenen. Gewal samenTodes starben nur 32 Personen gegen 67 im September und zwar durch Verungluckung 24 (37), durch Selbstmord 7 (28) und durch Mord und tödtliche Körperverletzung 1 (2).
Monat October l. I. war die Mortalität un Großherzogthum eine mittlere und nur die Sterbefälle im Säuglingsalter weisen einen vechastmßmaßrg hohen BetraA auf. Epidemische Krankheiten hatten, bei fast völligem Fehlen der Masern und seUen.n
genannten Krankheiten sich in den Betrogen von 57 (1881) bis 99 (1879) bewegt, erreichte dieselbe im laufenden Jahre den Betrag von 143.
^Da^GrößhcWgliche Steucr-Commissariat Gießen
an die Großherzoglichen Ortsgerichtsvorsteher des Bezirks.
Die cvhnm dieser Tage zugehenden Bau- und Cultur. Beränderungs - Berzeichniffe wollen Sie 4 Wochen lang offenlegen und sodann, soweit noch erforderlich,^iw^Jnnern unterschrieben, sowie am Ende der 4. Seite bescheinigt, alsbald wieder hterherseuden.
Gießen, 11. December 1886.


