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Festplatz. Auf der Hinfahrt und Rückfahrt wurde der Kaiser von einer sehr zahlreichen Volksmenge enthusiastischst begrüßt.

Berlin, 10. Juni. Vergangene Nacht wurde das in der Möckernstraße wohn­hafte Schifflieg'sche Ehepaar von deren Hausknecht, Namens Keller, ermordet. Der Mörder ist geflüchtet.

Berlin, 10. Juni. Das Herrenhaus nahm in der heutigen Sitzung den Gesetz­entwurf betreffend die Gewährung eines Präcipualbeitrags von 50 Millionen zu den Herstellungskosten des Nordostseecanals an. Es folgt die Berathung der preußischen Eanalbauvorlage. Wendt beantragt, den zur Deckung der Grunderwerbskosten ge­forderten Betrag von 71 Millionen um 6,280,000 «X zu erhöhen. Kleist-Retzow beantragt die Verwerfung des Dortmund-Ems-Canals und die Bewilligung von 12,600,000 für den Oder-Spree-Canal. Der Referent der Commission beantragt die unveränderte Annahme der Vorlage nach den Beschlüssen der Abgeordneten, ebenso Graf Lippe, welcher bittet, alle Anträge abzulehnen, welche nur das Zustandekommen einer wohlthätigen, nothwendigen Vorlage gefährdeten.

Herrenhaus. Fortsetzung. Minister Maybach betont die Wichtigkeit und Nothmendigkeit der Vorlage, von der eine Benachtheiligung der Staaisbahnen nicht zu befürchten sei; die Regierung ließe sich nur von wirthschastlichem Interesse leiten, könne deshalb auch nicht in eine Trennung der beiden Projecte der Vorlage willigen, durch welche allein die Parität der wirthschaftlichen Interessen von Ost und West gewahrt werden. Die Regierung werde sich nicht abhallen lassen, eine Verbesserung des Wasser­weges der Oder herbeizuführen, deshalb will sie jetzt den Spree-Oder-Canal und wird nicht zögern, mit der Regulirung der Oberoder vorzugehen und später weitere Fluß- läufe zu reguliren. Die Annahme der Vorlage empfehle sich in jeder Hinsicht. Wenn der Finanzminister selbst der Vorlage zustimmte, so könne das Haus wohl über mehr­fache Bedenken beruhigt sein. Die Creditlage Preußens sei über Erwarten gut, also sei auch in dieser Hinsicht nichts zu fürchten. Es handle sich um ein großes inter­nationales Werk, zu dessen Erfüllung beigetragen zu haben das Haus niemals werde zu bereuen brauchen. Das Herrenhaus genehmigie mit 57 gegen 45 Stimmen den Dortmund-Ems-Canal, genehmigte ferner mit großer Majorität den Spree-Oder-Canal. Der Rest der Vorlage wird nach unerheblicher Debatte in der Fassung des Abgeord­netenhauses genehmigt.

Morgen Nachtragsetat und schwebende Schuld.

München, 10. Juni. Das Manifest, das die Uebernahme der Regenschaft durch den Prinzen Luitpold kundgibt, ist bereits im Druck und dürfte heute noch in irgend einer Form veröffentlicht werden.

München, 10. Juni. Oberstallmeister Graf Hollnstein und Reichsrath Graf Toerring werden als Curatoren der Civilliste sich mit der Ordnung der Verpflichtungen der Cabinetskasse beschäftigen.

München, 10. Juni. DieNeuesten Nachrichten" bringen ein Telegramm aus Neutte (Tyrol), wonach der König, welcher gegenwärtig im neuen Schlosse zu Hohen­schwangau restdirt und von der Ankunft der an ihn entsandten Deputation und der Aerzte Kenntniß halte, den Oberststallmeister Grafen Holnstein sofort beim Eintritt in's Schloß gefangen nehmen ließ und die Bewachung des Schlosses durch Gensdarmen anordnete. Man erwartete stündlich Ordres, durch welche die Freilassung des Grafen Holnstein und die Uebergabe des Schlosses an die Staatscommission bewirkt werde.

Catania, 10. Juni. Der Aetna ist vollständig ruhig, die Einwohner kehren nach Nicotosi zurück.

Rom, 10. Juni. Der Papst hielt bereits das angekündigte Consistorium. Cholera - Bericht. Es erkrankten, resp. starben in Venedig 19/4, darunter drei früher Erkrankte.

Bukarest, 10. Juni. Gestern wüthete im ganzen Lande ein sehr heftiger Sturm, der jedoch nach heute eingegangenen Berichten der Präfekten nur an der unteren Donau größeren Schaden äugend)!et hat. Die Ernte ist nicht gefährdet.

München, 11. Juni. (Privatdepesche). DieAllgem. Zeitung", sowie das Fremdenblatl" melden: Eine an den König entsandte Staatsdelegation sollte dem­selben ein Handschreiben des Prinzen Luitpold überreichen, was jedoch unmöglich wurde, da der König Niemand in das Schloß ließ, sowie den Grafen Holnstein gefangen setzte. Gestern Mittag ging ein Gendarmerie-Stabsofficier mit einem Piquet nach Hohenschwangau, um die Haftentlassung Holnsteins zu bewirken sowie die Ordnung unter der Gebirgsbevölkerung aufrecht zu erhalten. Der König ist derzeit in Hohen­schwangau isolirr. Die Abends zurückkehrende Staatsdelegation wurde vom Minister Lutz erwartet.

Vermischte H.

Kaichen, 10. Juni. Zwischen hier und Ilbenstadt wurde gestern der Kräuter­sammler Geiß aus Groß-Karben vom Blitze erschlagen tobt aufgefunden.

Darmstadt, 5. Juni. Die Großh. Bürgermeisterei oet offen tlicM ein vom Großh. Ministerium des Innern und ver Justiz genehmigtes Ortsbaustatut für die Haupt- und Residenzstadt Darmstadt mit dem Anfügen, daß dasselbe sofort in Kraft trete. Nach demselben ist zur Benutzung als Bauplatz eine Fläche nickt mehr geeignet, wenn sie weniger als 60 Quadratmeter enthält oder wenn auf ihr kein Gebäude von 5 Meter Front und 9 Meter Tiefe mit zweiseitiger Beleuchtung errichtet werden kann. In den Hauptstraßerr der Stadt (Rheinstraße, Neckarstraße, Wilhelminenstraße, Bahn- Hofstraße, Hügelstraße, Sandstraße, Promenadestraße, Frankfurter Straße, Heidelberger Straße), sowie am Hoftheater-, Parade-, Markt-, Mathilden-, Marien-, Wilhelms- und Ludwigsplatz dürfen fortab Gebäude unter drei Stockwerken über Sockel nicht errichtet werden. Gebäude, welche in weniger als drei Stockwerken zwischen Sockel und Dachgesims mindestens zehn Meter Höhe haben, sind den dreistöckigen gleich zu achten und zulässig. Die Minimalmaße für Stockwerke, in welchen Menschen wohnen oder arbeiten, sind im Lichten nicht unter 2,40 für Keller-, Dach- und Zwischengeschosse und 2,60 Meter für Hauptstockwerke zu nehmen (§ 40). Für den Anstrich dürfen Farben nicht verwendet werden, welche blenden oder der Gesundheit schädlich, oder welche mißständig für die Straße sind. Weiße Farbe darf, Fensterrahmen aus­genommen, mcht verwendet werden (§ 54). Das Statut umfaßt 54 Paragraphen und lehnt sich an die allgemeine Bauordnung vom 30. April 1881 und die 39 der Verordnung über Ausführung derselben vom 1. Februar 1882 an.

Offenbach, 8. Juni. sEpidemische Krankheiten.) Scharlach, Diphtheritis und Bräune treten gegenwärtig hier in solchem Umfange und mit solcher Heftigkeit auf, daß die Bürgermeisterei sich zum Erlaß besonderer Vorschriften, betr. Anmeldung der Krankheitsfälle, Absonderung der Erkrankten rc., genöihigt gesehen hat.

Der Zustand des Königs von Bayern wird durck) folgende Münchener Eorrespondenz derVoss. Ztg." näher beleuchtet:Man hat einen Zettel des Königs an den Minister Frciherrn o. Feilitzsch in Händen, worin letzterer aufgesordert wird, sofort 20 Millionen Mark zu beschaffen, aberohne die gewöhnlichen Ausflüchte"- sollte er (Feilitzsch) es für nöthig halten, andere Minister zu wählen, so solle er es ganz unbeschränkt thun. Weiter: Dem König begegnet ein Gensdarm, der ihm gefällt, so daß er ihn auf's Schloß lädt. Der Gensdarm fragt pflichtgemäß bei seinem Vor­gesetzten an, der ihm räth, der Weisung zu folgen. Der König empfängt den Gensdann, zieht ihn zur königlichen Tafel und beschenkt ihn am Schlüsse mit einem Harmonium im Werthe von 1500 Mark. Ein anderes Mal feiert der Cheveauxleger, ein gemeiner Soldat, der jetzt Generalvollmacht vom Sinnige hat, seinen Geburtstag. Der König legt ihm zu Ehren die Uniform seines Chevauxlcger-Regiments an. Auch der Cbeveaux- leger wird zur königlichen Tafel gezogen. Während des Essens hält der König eine längere, die Verdienste des Geburtstagskindes feiernde Rede und überreicht demselben ein Bouquet. Ein junger Bezirksamtsassessor erhält eine Vorladung vom Könige. Er wird von dem damals Generalvollmacht besitzenden Friseur des Königs empfangen und nicht etwa auf seine Bereitwilligkeit, in das Königl. Cabinetssecretariat einzutreten, geprüft, Herrn o. Schneider war auf einem Zettel mitgetheilt worden, daßer die Königliche Gnade nicht mehr habe", weil die Verhandlungen in der Kammer gescheitert waren, sondern es wird ihm einfach der Auftrag gegeben, ein neues Ministerium ZU bilden. Es blieb ihm natürlid) nichts Anderes übrig, als sich kopfschüttelnd zu empfehlen. . . . Alles dies ist amtlick) festgestellt. Nun, noch ein Vorfall aus etwas weiter zurückliegender Vergangenheit. Der König hatte eine jener nächtlichen, die Schauspieler äußerst anstrengenden Separat-Vorstellungen im Theater zu München gesehen, als er durch den bedienenden Chevauxleger die sofortige Wiederholung derselben

Vorstellung befahl. Ein Hofschauspieler, welcher jetzt aus dem Verbände des Theaters scheidet, glaubte sich dazu nickt im Stande und ließ in den rcspectvollsten Aeußerungen um Entschuldigung bitten. Nock) einmal versuchte es der König, aber der Schauspieler gab nicht nach. Der König gerieth darob so in Zorn, daß der diese Kunde über­bringende Chevauxleger sichtbare Spuren der Züchtigung mit einem Wassergefäße davontrug. Wie es heißt, hat der König sich auch an den Grafen von Paris um Hufe aus seinen finanziellen Nöthen gewendet und dieser Letztere sich zu Gelddar­leihungen bereit erklärt, aber Bedingungen gestellt, die auf politischem Gebiete liegen uud deren Erfüllung sich schwerlich hätten durchsetzen lassen. Die Antwort des Grafen von Paris soll übrigens nicht in die Hände des Königs gelangt sein, da sie nicht an diesen dtrcct gesandt wurde."

Natzeburg, 2. Juni. (Das Ratzeburger Gymnasium beim Reichskanzler.) Eme grsße Ehre und Freude wurde heute den Lehrern und Schülern des Gymnasiums Zu Ratzeburg zu ^.heil. Genannte Anstalt machte nämlich einen Ausflug nach dem (Lachsenwalde und erfuhr schon von vornherein dadurch einen Beweis ganz außer- ordentlicher Freundlichkeit, daß der Herr Oberförster Lange von Friedrichsruh ihr einen vorfieleoen als Führer mitgab, welcher ihr die schönsten Punkte im Walde und Parke des pursten Reichskanzlers zeigte. Die Stimmung der Schüler war schon den ganzen Vormittag eine sehr erwartungsvolle.Sollte es nicht vielleicht der Zufall fügen, daß wir ihm, jenem größten deutschen Manne, dem eisernen Kanzler, aus seinen Spazier­gangen begegnetenU so fragte man sick) mit dem heißen Wunsche, daß dieserZufall" eintreffen möchte. Aber die Wanderung durch den fdjönen Wald war beendet und der Reichskanzler war der erwartungsvollen Jugend nicht begegnet. So kehrte man denn 'M Landhause von Friedrichsruh ein und reftaurirte sich. Inzwischen hatte aber wohl der Kanzler erfahren, daß das Ratzeburger Gymnasium dort anwesend war und hatte stch wohl auchgedacht, wie die jugendlichen Herzen sich danach sehnten, den Einiger Deutschlands kennen zu lernen; so gab er denn den Beweis, daß er, wie eifern und groß, in nicht geringerem Maße auch liebenswürdig ist dadurch, daß er plötzlich im Landhaus" erschieß mitten unter Lehrern und Schülern. Zunächst ließ sich der Fürst durch den Director der Anstalt, Herrn Dr. Steinmetz, das Lehrer-Collegium vorstellen und unterhielt sich in der freundlichsten Weife mit einem der Herren (Gymnasiallehrer Hecnr. Wiegand), dessen Name ihn an den Ordinarius erinnerte, den er einst als .tertianer gehabt und der seinem Namen alsstreitbarer" Herr alle Ehre gemacht habe. Hierauf ließ der Reichskanzler sich die einzelnen Klassen der Anstalt vorführen und richtete in der leutseligsten Weise einige Worte an dieselben. Besonders drückte er die Händchen derKleinsten" der Anstalt, die ihm mit ihren hellen Kinderaugen ent- gcgcnlachten. Aber auch für dieGroßen", besonders die demnächstigen Abiturienten, hatte er freundliche und ernste Worte. Ein geradezu erhebender Moment war es, als er, der gewaltige Kanzler, mit von Rührung und Wärme durchdrungener Stimme der ^ugend zurief:Gott gebe, daß Sie Ihrem jetzigen Kaiser und allen folgenden einmal mit ebensolcher Freudigkeit dienen, wie ich meinem Herrn. Stimmen Sie ein mit mir m den Ruf: Seine Majestät, unser Kaiser, lebe hoch!" Wie die von Herzen kommenden Worte in hundert Herzen freudigen Wiederhall gesunden, davon zeugte das donnernde Hoch, welches hierauf erfolgte. Wiewohl sich der Fürst jede Ovation für seine Perton verbeten hatte, so ergriff doch der Director der Anstalt noch das Wort, um alle An- weienden aufzufordern, auf des Deutschen ReichesGrund-, Eck- und Edelstein" ein Hock) auszubringen, in das alle Anwesenden voll Begeisterung einstimmten. Daraus wandte sich der Fürst nochmals an die erwachsene Jugend mit den Worten:Reichs­kanzler kann ja nicht Jeder werden, aber sollten Sie einmal Reichstagsabgeordnete werden, so machen Sie Ihrem Kanzler das Leben nicht zu schwer, denn fritiftren ist immer leichter als regieren." Nachdem er dann noch einige freundliche Wünsche bei anders zu den Abiturienten gesprochen, entfernte sick) der hohe Herr wieder, begleitet opn den Segenswünschen aller Anwesenden. Um den Tag dauernd als einen Ehrentag für das Ratzeburger Gymnasium festzuhalten, beschlossen die Schüler, gemeinsam e.ne Fahne für die Anstalt zu stiften, welche neben den Worten:Friedrichsruh, den 2. Bmn 1886" auch noch den Wahlspruch enthalten soll:Es lebe der Kaiser und sein großer Kanzler!"

. m fSommer-Uniform für Briefträger.) Wie Berliner Blätter berichten, plant wer General - Postmeister die Einführung einer Sommer-Uniform für die Briefträger. Jin die Stelle des Dienstrockes aus Tuch soll während der Sommermonate ein solcher von Drillich-Leinwand treten.

Berlin, 5. Juni. Ein in unserer Fleisckschau wohl noch nickt dagewesener Fall ereignete sich am, Mittwoch Nachmittag und Donnerstag früh. In der zweiten Abtheilung des städtischen Fleischschauamtes auf dem Central-Viehhof kam zur am gegebenen Zeit das Fleisch von 20 Schweinen, welche eine hiesige, besonders die Wurstfabritatron betreibende Schlächterfirma geschlachtet hatte, zur mikroskopischen Untersuchung, und dabei wurden 14 Schweine trichinös befunden, einige waren um gemein stark trichinenhaltig. Die Würmer zeigten sick) nicht nur in allen Theilen des Fleisches, sondern auck) in so bedeutender Anzahl, daß man in Fleisckproben von Haserkorngroße, welche gequetscht Präparate von etwa 1 Qcm. Fläche darstellen, 40 und mehr j&tud zu zählen vermochte; wenige Fleischproben dagegen waren schwach trichinös, so daß man z. B. in 24 Präparaten nur eine Trichine fand. Alle Trichinen aber, und dies fallt hauptsächlich in's Gewicht, waren verkapselt, d. h. im entwickelungs- sahigen Ziistande. Damit einem einzigen Bissen trichinenhaltigen Fleisches oder daraus bereiteter Schlackwurst u. s. w. Hunderte von Trichinen in Magen und Darm gelangen lebe entwickelungsfähige Muttertrichine hier binnen kurzer Zeit an tausend b rur Welt bringt, so liegt nahe, welches Unheil in dem Falle, daß die

mikroskopische Flelschschau nicht eingeführt wäre, hätte entfielen können. Die Schweine waren alle von demselben Commissionär gekauft und stammten ivabrscheinlich sämmtlich aus em und demselben Stalle. Selbstverständlich trifft weder Schlächter noch Com- mifstonar ober Händler irgend eine Schuld.

Minden, 2. Juni. Am gestrigen Tage fand hierselbst auf der Militär- Lchwimmanstalt m der Weser die nochmalige Prüfung der vorjährigen Freifchwimmer statt. Ein Füsilier des RegimentsPrinz Friedrich der Niederlande" sprang in's Wassei, ersd)ien jedoch erst nad) längerer Zeit, mit der Strömung kämpfend, wieder yF O?brstad)e. Sofort sprang der Gefreite du jour nad), doch vermochte dieser nicht den Füsilier zu retten. Auch der Unterofficier du jour sprang nun hinein, aber auch ihm gelang es nicht, die miteinander mn's Leben Ringenden zu bergen, vielmehr mune auch er in die Tiefe hinuntergezogen. In diesem Augenblicke höchster Gefahr ciid)ienen, öoUfommen complctt bekleidet, zwei Officiere des Regiments: die Scconde- Lieutenants v. Sckickfns und v. Arnim am Ufer. Sofort waren die beiden Officiere im Wafscr und trotz der hindernden Uniform, des Degens u. f. w. gelang es ihnen nad) gewaltiger Anstrengung, die drei in ernstester Gefahr schwebenden Soldaten zu gerufen u^ne Hal hier in allen Kreisen die höd)ste Anerkennung hervor-

2lus dem Bericht, den der Magistrat zu Crossen über die Sturm- an die Regierung erstattet hat, ist ersichtlich, daß der von Privatpersonen erlittene Cdiaben sich auf über 600,000 «M. beläuft. Der Schaden, der an den in dem Eigenthum der Stadtgemeinde stehenden Gebäuden und Anlagen entstanden ist' wird annähernd auf 200,000 veranschlagt.

Aus Baltimore. Georg Brodel, der Sohn einer im Jahre 1861 nach Ameilka au^gemanderten Franifurter Familie, fand in Baltimore auf eine schreckliche Weise few.en -lob. In jener Stadt veranstaltete ein Circus, welcher ein großes Per­sonal besitzt unv gebändigte Löwen, zahme Elephanten und andere Wunder der Thier- welt dem Publikum vorsührt, einen Cyclus von Vorstellimgen. Einer der schönsten Löwen wurde nun eines Lages krank und bald hatte man als die Ursache seines l-e- oailerticken Zustandes eme durch ein Zahngeschwür entstandene schmerzhafte Geschwulst rin Rachen erkannt, ivelche die Entfernung des kranken Zahnes nothwendig zu machen lehren. Georg Brodel, seines Zeichens Zahnarzt, setzte sich mit einem Tbierarzle in Jerbinbung, um die schwierige Operation auszuführen. Der Löwe wurde stark ge- feifelt und rhin der Zachen durck) eine Vorrichtung offen gehalten. Nachdem man noch muffige oid)yl)eiböorlel)runßen getroffen, begab sich Brodel in den Käfig, um dem *- 4J)tere den Bahn auszuzieben. In dem Augenblicke aber, als der Zahn wich, gelang cs dem geängstigten, vor Schmerz wüthend gewordenen Thiere, sich feiner Fesseln zum Xbeile zu entledigen. Nock) ehe man es sich versah, hatte die Bestie den jungen Mann er «* r-0ÖCcn geschlagen. Ter Thierbändiger, welcher mit einem Revolver be­

waffnet, bereit stand, feuerte sofort einen Schuß gegen den Löwen ab, verletzte ihn l^doch nur unbedeutend. Hierdurch noch mehr gereizt, biß der Löwe dem Unglücklichen