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Beilage;» Nr. 85 desEichener Anzeiger".

BermifchteS.

Darmstadt, 6. April. Der seit ca. Jahresfrist hier wohnhafte verheirathete Former Wagner aus Bergebersbach, welcher sich feit gestern aus seiner Wohnung ent- fernt hatte, ließ sich heute früh in der Nähe der Windmühle von dem Arbeiterzug überfahren und wurde hierbei alsbald getödtet. Motiv unbekannt.

Nordhausen, 5. April. Hier ist die Trichinosis ausgebrochen; cs sollen einige vierzig Personen (Arbeiter) erkrankt liegen. Der Fleischerladen von Louis Gans ist heute geschlossen worden.

Breslau, 5. April. Etwa 300 Arbeiter der Scharnke'schen Eigarrenfabrik in Striegau striken.

Frankfurt a. M., 5. April. Der Ausschuß desVerbandes mittelrheinischer Bildungsvereine" beschloß in seiner gestrigen Sitzung, die Jahresversammlung Ende Mai abzuhalten. _ Es ist dafür Darmstadt in Aussicht genommen, da in dieser Ver- sainmlung Gegenstände zur Verhandlung kommen, welche allgemeines Interesse haben, u. a. die Lebensversicherung aller Mitglieder des Verbandes, so wird es nicht unan­gemessen sein, die Wirksamkeit des Verbandes in Erinnerung zu bringen. Der mittelrheinische Verband ist der jüngste der 9 Verbände der großen Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung, welche sich über das ganze Reich erstreckt. Die Gründung zahlreicher Bildungsvereine, Fortbildungsschulen, Lesegesellschaften, gemeinnütziger und wohlthätiger Anstalten ist die Folge ihrer segensreichen Wirksamkeit gewesen. Dies auf unsere Gegend auszudehnen und die einzelnen Vereine unter sich zur Veranstaltung von Vorträgen, Errichtung von Volksbibliotheken, Anschaffung von Lehr-und Vortrags­mitteln zu veranlassen, ist Zweck des mittelrheinischcn Verbandes. Derselbe zählt ca. 2000 Mitglieder in 26 Vereinen und verdient die Unterstützung aller für das Wohl der unteren Klassen sich Jnteressirettden; der Beitrag ist sehr gering, sodaß Jedermann «n den meistens sehr anziehenden Verhandlungen seiner Jahresversammlungen und Vereine selbst theilnehmcn kann.

~ Von Wiesbaden schreibt man uns: Die Aussichten für den vom 14. bis 17. April in Wiesbaden tagenden V. Eongreß für innere Medicin sind ganz besonders brillante. Außer den drei schon länger vorbereiteten Verhandlungsgeaenständen, für welche Autoritäten ersten Ranges die Referate übernommen haben uns welche höchst interessante und besonders für die Praxis wichtige sind (Diabetes mellitus: Stokois, Hoffmann; operative Behandlung der Pleuraexsudate: Fräntzel, Weber; Behandlung der Syphilis: Kaposi, Neißer) wurden bis jetzt noch 22 Originalvorttäge angemeldet, welche alle Gebiete der inneren Medicin umfassen: bei denselben ist besonders die zahl­reiche Betheiligung österreichischer Aerzte heroorzuheben. Die angemeldeten Vorträge sind: Thomas (Freiburg): Ueber Körperwägungen. Rieß (Berlin): Aus dem Gebiete der Antipyrese. Brieger (Berlin): Ueber Ptomcü'ne. Ziegler (Tübingen): lieber die Vererbung erworbener pathologischer Eigenschaften. Fick (Würzburg): Ueber die Blut- drucks-Schwcuckungen im Herzventrikel bei Morphiumnarkose. Ruinpf (Bonn): lieber syphilitische Erkrankungen des Gefäßsystems. Eurschmann (Hamburg): Bemerkungen über das Verhalten des Centralnervensystems bei acuten Jnfectisnskrankheiten. Knoll cPrag): Ueber Athmungsinneroation. Stein (Frankfurt a. M.): lieber die physikalische Jiib physiologische Einwirkung der allgemeinen Elektrisation (Galvanisation, Faradisation, Franklinisation) auf den menschlichen Körper. Unna (Hamburg): Therapie der Lepra. Pfeiffer, Emil (Wiesbaden): Zur Aetiologie und Therapie der harnsauren Steine, v. Basch (Wien, Marienbad): Zur Lehre von der Venenstauung. Heubuer (Leipzig): Ueber Scharlachdiphtherie und deren Behandlung. Franz (Liebenstein): Die Oertel- Kur ist das beste Heilmittel der Chlorose. Stintzing (München): Zur Elektrodiagnostik. Friedländer (Leipzig): Ueber den typischen Verlauf des acuten Gelenkrheumatismus. Rehn, Heinr. (Frankfurt a. M.): lieber einfache chronische Hydrocephalie im ersten Kindesalter. Kahler (Prag): U^b.er .experimentelle Erzeugung von dauernder Polyurie.

Wmternitz (Wien): lieber eine bisher wenig beachtete Wirkung der hydriatischen Anti­pyrese. Schuhmacher (Aachen): lieber lokalisirte Hydrargyrose und ihre laryngoskopische Diagnostik. Litten (Berlin): lieber Pyopncuinothorax und das Vorkommen von Cercomonaden im lebenden Lungengewebe. Finkler (Bonn): Behandlung des Diabetes durch Massage. Dieses überaus interessante und reichhaltige Programnr wird wohl eine große Betheiligung voraussetzen lassen. Das herrliche Wetter, welches wir soeben haben und welches Wiesbaden in seinem ganzen Glanze und seiner ganzen Schönheit erscheinen läßt, wird wohl noch ein weiterer Anziehungsvunkt für Viele sein.

Danzig, 4. April, lieber die Wassersnoth im Weichselgebiet berichtet die Danziaer Zeitung": Oberhalb der Plehnendorfer Schleuse war der die Niederung schützende Weichseldamm gestern Morgen an zwei hart nebeneinander liegenden Stellen durchbrochen. Den ganzen Tag über war Militär unter Anleitung der Pioniertruppe auf's Anstrengendste beschäftigt, die Durchbruchstellen durch Sandsäcke und Weidenbündel zu verstopfen, eine Arbeit, die Anfangs dadurch etwas erleichtert wurde, daß sich hart vor diesen Oeffnungen mächtige Eisblöcke aufthürmten, welche den Andrang des Wassers und Treibeises zum Theil verringerten. Für die Mitte des Nachmittags mar neuer­dings Hochwasser angekündigt, doch schienen die gehegten Befürchtungen ungerecht­fertigt, beim bis 5 Uhr Abends konnten die Arbeiten des Militärs mit Erfolg fort­gesetzt werden, sodaß einer weiteren Ueberschwemmung der Niederung vorgebeugt zu sein schien. Doch plötzlich begann um 6 Uhr die Weichsel derart zu steigen, daß in der Zeit von 10 Minuten die bereits aufgeführten Schutzbauten nicht nur überfluthet, sondern schon weggerissen zu werden begannen. Durch die Zerstörung der Plehnen- dorfer Schleuse dürfte die Weichselschifffahrt auf Monate hinaus gestört bleiben, da vor der Wiederherstellung der Schleuse Oderkähne und Dampfer dieselbe kaum passiren können. Die Eisstopfung, welche vor der Schleuse beginnt und bis Siegeskranz in der Tobten Weichsel festliegt, ist dadurch entstanden, daß das nach Durchbrechung der Schleuse in die Weichsel einströmende Eis das in derselben lagernde Holz losriß und vor sich hertrieb, bis endlich das massenhafte Holz, lauter lange Balken, sich bei Sieges­kranz quer über die Weichsel so festgesetzt hatte, daß cs dem nackdringenden Eis wider­stand und den Eisgang in der Weichsel aufhielt. Rach den vielen Holztheilen, Ställen, Möbelstücken und anderen Gegenständen, welche mit dem Eise herunter kamen und in die See trieben, zu schließen, kann der angerichtete Schaden kein geringer sein. Reben der Wassersnoth entstand in derselben Nacht auch noch Feuersnoth, da in Bohnsack zwei und in Reufähr drei Gehöfte niederbrannten. Von den letzteren bemerkte man von Plehnendorf aus am Morgen nur rauchende Trümmer und die stehen gebliebenen Schornsteine.

Handel mrb WeEetzr.

sNeuere postalische Bestimmungen.] Die Gewichtsgrenze eines Postpackets, d. h. einer den besonderen Vorschriften des Weltpostvereins entsprechenden Packet- sendung bis zum Gewicht von 3 oder 5 Kg. wird im Verkehr mit den dänischen Antillen, Aegypten (über Triest), Montenegro, Niederland und Norwegen auf 5 Kg. erweitert, unter Beibehaltung der bisherigen Taxe. Werthangabe ist gestattet bei Post- packeten nach Belgien, Dänemark, Aegypten, Italien, Luxemburg, Montenegro, Nieder- land, Norwegen, Schweden und der Schweiz; Nachnahmen sind zuläfsig bis 400 JL auf Postpackete nach Belgien, Dänemark, Aegypten, Helgoland, Italien, Luxemburg, Niederland, Norwegen, Schweden und der Schweiz. Zu den Begleitadresfen für Packete jeder Art nach dem Auslände, einschließlich Oesterreich - Ungarns, ist ein auf blauem Cartonpapier neu hergestelltes Formular zu verwenden; Packetadressen der bis­herigen Art (auf gelbem Papier) dürfen nur noch zu Packeten nach Orten innerhalb Deutschlands benutzt werden.

Allgemeiner Anzeiger-

Holzversteigerung.

Dienstag den 13. d. M werben in hiesigem Gemeindewald ver­steigert :

8 Eichen-Stämme mit 0,62 Fm.,

23 Nadel- 5,12

44 Derbstangen,

15 Eichen-

30 Rm. Eichen-Knüppel, 1300 Erchen-Wellen,

104 Rm. Nadel-Scheitholz,

315 Knüppel (darunter

112 Rmtr. von 3 Mtr. Länge),

116 Stöcke,

4200 Nadel-Wellen.

Die Zusammenkunft ist Vormittags 10 Uhr bei der alten Sandkaute.

Großen-Linden, am 6. April 1886. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden.

Leun. 2662

KeikgeLotenes.

Mein wohlassortirtes

Cigarrenlager

bringe ich in empfehlende Erinnerung.

JRud&lf hobelt

405 Neuen Bäue.

Darmstädter

Bftrdenmrkt-I'ogse Ziehung: 17. April 1886. Gewinne r.W.v.24000 Mk. Loose ä 2 versendet die General-Agentur 1739

L. F. Ohnacker, Darmstadt

l und alle Looseoerkäufer.

, O--G i

Holzwroteigermig

in der Freiherrlichen Dbersörsterei Nsdensu.

Es werden versteigert:

1. Donnerstag den IS. April l. I. aus den Districten Häringsteich, Steinberg, Kirchgeheeg und Kahleberg:

Scheiter rm

Knüppel rm

Reiser rm

Stöcke rm

Buche

22

12

972

8

Birke

6

Eiche

76

Nadelholz

76

90

16

118

Aspe

4

118

2. Freitag den 18. April l. I. aus den Districten Stein­berg und Rinnwege:

Scheiter

rm Knüppel rm

Reiser rm

Stöcke rm

Buche

224 22

746

31

Birke

2 2

Eiche

4

146

Nadelholz

18 15

24

37

Aspe rc.

2 2

148

Die Zusammenkunft findet jedesmal Vorm. 9 Uhr,

ersten Tag im Distr. Steinberg, Abth. 13 a, aus der Chaussee von Odenhaufen nach Rüddingshausen, am zweiten TagIm alten Brunnen" statt.

Bemerkt wird, daß das Reisholz aus den Districten Häringsteich, 1 (Köpfchen) und Rinnwege, Abth. 13, bei der Versteigerung nicht vorgezeigt wird, vielmehr ersteres Donnerstag, letzteres Freitag im Distr. Steinberg zum Ausgebot kommt. Steigliebhaber wollen sich wegen vorheriger Einsichtnahme dieses Reisholzes an den Freiherr!. Forstwart Rabenau in' Londorf wenden.

Papiermühle, am 4. April 1886.

Freiherrliche Obersörsterei Rabenau.

Ebel. 2596

Wir empfehlen unser großes Lager in Buckskins und Paletotsstossen zu billigst gestellten Preisen. 2408

tiebr» Scheel"

2571] Frühe Rosenkartoffeln und | 2433 Eine Kaute Mist sofort abzu- Schneeflocken, per Gentner X 3 bei geben bei

H. Einheuser, a. d. Actienbrauerei. | M. Rosenthal, Liebigstraße 13.

Mühleverkauf.

Die s. g. Dickelsmühle, 15 Minuten von Grünberg, mit Scheuer, Stallung, Hofraum, 4463 lHMtr. dreischüriger Wiesen, 5625 lH Mtr. zweischüriger Wiesen, 5021 llMr. Acker und Grabland, 2994 lllMtr. Teich, s. g. Forellenteich, mit Forellen besetzt, und 4963 HjMtr. Wald, ist unter günftigex Bedingungen zu verkaufen.

Gelände, Teich und Wald liegen um die Mühle.

Das Anwesen eignet sich durch seine Lage, Wasser rc. auch zur Anlage einer Bierbrauerei, Fabrik und künst­lichen Fischzucht.

Näheres zu erfragen bei Vorschuß- Vereins-Cassier Schäfer zu Grün- berg.

Grünberg, den 26. März 1886.

Uorschuß-Perein zu Crünberg

(K. 6 ) 2169

__Voit Schäfer. Von-Eiff. ___

6cfd)drtslj.niü,

Ecke an 2 der belebtesten Straßen, zu verkaufen.

Frc. Anfragen unter R. 50 an die Exped. d. Bl. erbeten.2593

Fr. Bechts

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Fröhrsstn-KartoMn. g verkauft Junker, Asterweg.^