-war, bis ich den erwähnten Aufsatz zu Gesicht bekam, den ich hier in Uebersetzung folgen lasse: „Der Coca-Strauch ist in Süd-Amerika zu Hause, seine Blätter werden getrocknet und möglichst rasch zu Extract oder Alkaloid verarbeitet. Der Coquero — so nennt man in Süd-Amerika die Liebhaber der Coca — gebraucht sie als anregendes Mittel für Körper und Geist. In Peru ist das Kauen der Cocablätter ebenso allgemein und so lange im Gebrauch als das Sici-Kauen auf Java. Seit einigen Jahren wird aber die Coca in ganz Süd-Amerika als Heil- und Genußmittel betrachtet, welches dem dort in schrecklichem Maße zunehmenden Genuß von Alkohol und Morphium entgegenzuwirken vermag. Es herrscht daselbst eine wahre Coca-Manie, Sodawasser mit einem Abguß von Coca vermischt, Coca-Wein, Coca-Liqueur und ein Gemisch von Coca, Chocolade, Kaffee, was Cocabola genannt und in allen Kaffeehäusern feilgeboten wird. Daß Coca in der Heilkunde vielfältig als betäubenbes Mittel zur Anwendung kommt, ist allgemein bekannt. Nach Angabe einiger Schriftsteller hat Dr. Haskarl bereits 1853/54 die Coca auf Java eingeführt, den Anbau derselben jedoch aufgeben müssen, weil die Regierung nachtheilige Folgen für die Inländer und auch wohl für den Opiumhandel fürchtete. Neuerdings sind im botanischen Garten zu Buitenzorg auf Java Versuche damit gemacht worden, sowie auch Privatleute in den Preangern- Regentschaften (Java) die Zucht der Coca versucht haben. Diese Pflanze wächst in den feuchteren Gegenden Süd-Amerikas bis zu etwa 6000 Fuß Höhe über der Meeresfläche. Man sät sie im December oder Januar auf bedeckte Beete und versetzt die Pflanzen ein Jahr später auf Bergabhänge. Mit IV2 Jahren erlangt die Coca eine Höhe von P/2—2 Meter und liefert die ersten brauchbaren Blätter. Der Strauch wird etwa 40 Jahre alt und erneuert mehrere Male im Jahre seine Blätter. Ein Haupterforderniß ist, daß die Blätter schleunigst in der Sonne getrocknet werden, um sie sogleich zu versenden. Um die Verminderung ihres Gehaltes durch das Versenden zu verhindern, haben zwei Deutsche in Lima Fabriken angelegt. Wollte oder könnte man in den Hauptstädten auf Java diesem Beispiele folgen, so müßten — in Betracht, daß eine Einrichtung zur Verarbeitung der Blätter zu Extract oder Alkaloid sehr theuer ist und einen tüchtigen technischen Chemiker zur Leitung derselben verlangt — diese getrockneten Blätter auf Eisenbahnen nacb den Häfen und mit Schnellbooten nach Europa versandt werden. Der Anbau der Coca scheint nickt theuer zu sein; sie bringt ein rascheres und anhaltenderes Erträgniß als der Kaffeestrauch und vergütet schon als zweijährige Pflanze die Zinsen des Anlagecapitals; verlassene oder eingegangene Kaffee- oder China-Pflanzungen könnten besonders gut dazu verwandt werden. Jedenfalls ist es der Mühe werth, näher zu untersuchen, was dazu nöthig ist."
— [lieber Holzconservirung.^ Eine volkswirthschaftliche Frage von großer Wichtigkeit, deren Lösung allgemeines Interesse bietet, ist die Dauerhastmachung des bearbeiteten Holzes.
Es kann der aufmerksamsten Beobachtung nicht entgehen, wie viele Holzbauten und Holzgegenstände aller Art ohne genügenden Schutz der Witterung und dem Verderben, dem Schwamm und der Fäulniß preisgegeben werden, deren Haltbarkeit auf einfache Weise mit unbedeutenden Kosten wesentlich erhöht werden könnte.
Die bisher zum Zweck der Conservirung des Holzes meist üblichen Oelfarben- und Theeranstriche wirken keineswegs in der erwarteten Weise, denn sie decken zwar die Oberfläche, halten dadurch Lust und Näße ab, hindern aber in gleichem Maße durch Verstopfung der Poren die Verdunstung und führen somit Ersticken des Holzes herbei, so daß bei[garnicht gestrichenen Hölzern oft eine längere Dauerhaftigkeit bemerkt
werden konnte. Bei der Holzconservirung gilt es tben, nicht nur Luft und Wasser abzuhalten, sondern auch Mittel zur Unschädlichmachung der inneren stickstoffhaltigen Körper zur Verwendung zu bringen.
Bei Großbetrieben, z. B. für Eisenbahnschwellen und Telegraphenstangen, wird eine rationelle Dauerhastmachung meist in den Jmprägniranstalten erreicht, allein diese Art der Behandlung ist ausschließlich für transportfähige Hölzer und somit nur in beschränktem Maße möglich.
Es wird daher für unseren Leserkreis von Interesse sein, ein Jmprägniröl kennen ru lernen, welches, antiseptisch, d. h. fäulnißwidrig wirkend, auf einfachste Weise mit dem Pinsel aufgetragen und daher überall verwendet werden kann, welches nicht nur auf dem Holze haftet, sondern auch in dasselbe eindringt, einen geschmackvollen Farbton verleiht und gleichzeitig infolge seiner Billigkeit eine allgemeine Anwendung ermöglicht.
Diese Eigenschaften erfüllt das Carbolineum Avenarius, ein Jmprägnir- und Anstrichsöl, welches vor 11 Jahren erfunden wurde, sich aber erst während einer genügenden Zeit praktisch bewähren mußte. Dasselbe hat sich infolge seiner unbestreitbaren Vortheile in Bezug auf Conservirung aller damit behandelten Holzarten und seines billigen Preises im In- und Ausland rasch beliebt gemacht.
Das Carbolineum Avenarius ist dünnflüssig und daher sehr ausgiebig, es läßt sich leicht verarbeiten, dringt in das Holz ein, macht dasselbe härter und schützt es gegen die Einflüsse der Witterung. Weichere Holzarten werden entschieden widerstandsfähiger. Giftstoffe enthält es in keiner Weise, auch ist es nicht seuergefährlich, kann also, wo besonderes Eindringen in das Holz nöthig erscheint, erwärmt aufgetragen werden, was besonders bei grünem Holz oder im Winter anzurathen ist. Kleinere Stücke imprägnirt man durch Eintauchen. Carbolinirtes Holz bekommt ein hübsches nußbraunes Aussehen, das die Masern durchscheinen läßt.
Gegenüber dickflüssigem Theer, den es infolge seiner größeren Ausgiebigkeit an Billigkeit und Wirkung übertrifft, verdient Carbolineum Avenarius stets den Vorzug gegenüber Oelfarbanstrichen in allen denjenigen Fällen, wo nicht auf Erzielung eines bestimmten Farbtons, sondern auf billigen, holzconservirenden Anstrich Werth gelegt wird.
Der Preis ist derart, daß im Vergleich zu genügend deckenden Oelfarbanstrichen ein Anstrich mit diesem Holzconservirungsöl etwa nur den sechsten Theil kostet. Carbolineum Avenarius ist daher von unbestreitbarem Werth für Bauzwecke: zu unteren Balkenlagen, für Stallgebülke, Giebel, Veranden, Holzschuppen, Umzäunungen^ Thore, Läden rc.; für Eisenbahnbau und Bergbau: zum Anstrich aller Hölzer, welche über und unter der Erde zur Anwendung kommen; für die Großindustrie: neben obigen Verwendungsarten besonders in Fällen, wo Holzwerk der Einwirkung schädlicher Dünste der Feuchtigkeit rc. ausgesetzt ist; für landwirthschaftliches'Inventar, als: Ackergeräthe, Wagen und Karren, Pfosten, Pfähle, Wasserfässer u. s. w.
— [Aus dem Examen.! Professor: „Welche Pflanze enthält die meisten Eiweiß-Substanzen?" — Student: „Spinat und Spiegelei!"
Schiff-Nachrichten.
Bremen, 4. August. [Per transatlantischen Telegraph.^ Der Postdampfer Amerika, Capt. G. Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Juli von Bremen abgegangen war, ist heute wohlbehalten in Baltimore an- gekommen.
Ich beabsichtige mein Besitzthum, die
Heuchelheimer Mühle
bekannter, idyllisch gelegener Platz bei Gießen, mit frequenter Wirthschaft, von ca. 10 Morgen eigenem Gelände bester Qualität direct umgeben, Garten, Wiesen und Obstanlagen,
am 12. August,
Vormittags 10 Uhr, freiwillig, am Platze selbst, einer öffentlichen Versteigerung auszusetzen. Die Mühle, bestehend aus 4 Gängen, mit französischen Mühlsteinen, Walzenstuhl 2C., alles nach neuester, bester Construction eingerichtet, mit schönen Lagerräumen für 4000 bis 5000 Sack, ist in bestem Betriebe, sowie überhaupt das ganze Anwesen in musterhaftem Zustande und kann täglich eingesehen werden. Wasserkraft gut.
Das Ganze eignet sich auch zur Anlage einer größeren Brauerei oder Fabrik.
Falls das erforderliche Gebot nicht erreicht werden sollte, bin ich Willens Mühle und Wirthschaft, beide allein, auf längere Zeit zu verpachten.
Zu weiterer Auskunft bin ich stets gerne bereit. 5197
Frau Carl Walkman» II., Heuchelheimer Mühle bei Gießen. FrücMversleigeruyg.
Nächsten Dienstag den 10. August d. I., von Vormittags 9 Uhr an, sollen in der Gemarkung Londorf, aus der Oeconomie des verstorbenen Herrn Freiherrn Carl von Nordeck zurRabenau nachstehend verzeichnete Fruchtgattungen auf dem Halm, in Abheilungen, öffentlich meistbietend versteigert werden:
ca. 5 Morgen Weizen,
„ 6 „ Hafer,
„ 1 „ Gerste.
Die Zusammenkunft ist auf dem f. g. Marktplatz.
Londorf, am 3. August 1886.
Der Rechner.
5604 Schmidt.
Allgemeiner Anzeiger.
Schweizer Stickereien.
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Von einem Hause in St. Gallen wurde mir der Verkauf in ächten Schweizer Stickereien übertragen unv empfehle ich solche in größter Auswahl äußerst billig.
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