genösse Speckbachers und Haspingers. Beim zweiten österreichischen Bundesschießen in Innsbruck sah man den alten, wetterfesten Tiroler, der noch meisterhaft den Stutzen zu handhaben verstand, im Zuge der „Tirolis" zum letzten Male in der -Oeffentlichkeit. Nach dem Bundesschießen kehrte Holzknecht nach St. Leonhardt zurück und starb hier im hohen Alter von 88 Jahren.
— ^Fröhliche Weihnachten.) Die Wiener Presse erzählt folgenden drolligen Vorfall: Der Schuhmacher Anton Jacques soll gelegentlich einer Volkssänger-Ssiröe in einem Gasthause in der Leopoldstadt plötzlich so laut aufgeschrien haben, „daß alle Fenster zitterten". Der Excedent wurde von dem Bezirksgericht Leopoldstadt zu einer Arreststrafe von 48 Stunden verurtheill. — Auf die Frage des Richters, ob er die Strafe an den beiden Weihnachtsfeiertagen absitzen wolle, damit er keine Arbeit verliere, antwortete der Angeklagte: „Herr Richter, das ist eine wundervolle Idee! Das ist das nützlichste Weihnachts-Geschenk, das mir hält' spendirt werden können. Ich dank' schöit für die fünf Gulden, Herr Richter!" Richter: „Ich habe Ihnen doch keine fünf Gulden geschenkt/" Angeklagter: „Fünf Gulden hält' ich im Gasthause ausgegeben, wenn ich die Feiertage nicht eing'sperrt mär. Die fünf Gulden hab' ich jetzt erspart. "Dank schön, Herr Richter!" — Er murmelte noch einigemale selbstzufrieden: „'s beste Weihnachts-Geschenk!" und trat vergnügt seinen Weihnachts- Arrest an.
Mailand, 3. Januar. In den letzten Tagen hatten wir hier eine Kälte bis zu 5 Grad. In der Arena bildete sich eine hübsche Eisbahn mit) die Bevölkerung konnte sich dem seltenen Vergnügen des Eissports hingeben. Gestern ist nun wieder milderes Wetter eingetreten. — Zwischen Massa-Carrara und Bologna-Porretta ist so viel Schnee gefallen, daß dadurch die telegraphischen Verbindungen unterbrochen worden sind. — In Genua Hal sich eine neue Trambahn-Gesellschaft gebildet. Zuerst soll der Plan, Genua mit Nervi durch eine Dampfstraßenbahn zu verbinden, zur Ausführung kommen.
Literarisches.
— Wieder hat „Was Ihr wollt!* einen Band vollendet, der eine Reichhaltigkeit des Inhalts aufweist, wie sie in Zeitschriften ähnlichen und stärkeren Umfanges wohl schwerlich gefunden werden dürfte. Wenn unsere Leser jetzt vor denr Jahreswechsel sich die Frage vorlegen: „Was wollen wir lesen?" so möchten mir ihnen dringend rathen, einmal auf „Was Ihr wollt!" zu abonniren. Das kostet das ganze Vierteljahr nur eine Reichsmark, die am Ende Jeder spenden kann. Wir sind überzeugt, daß, wer einmal unserem Rathe gefolgt, uns dafür dankbar und eilt treuer Leser des Blattes fein wird, das, wie kein zweites, so echt und recht „für's deutsche Haus" bestimmt ist.
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Für die Hinterbliebenen des verunglückten Conrad Keßler sind bei uns eingegangen: Alfred, Leo u. Rosa W. 50 I. R. 1 X, K. K. 2 X, H. K. 2 X, Benner 50 H, Prof. Dr. Pasch 3 x, Frau Reichenbach 2 x, Nürnberger Loos 1 X, C. Schulze I. 1 X, G. Wortmann 3 X, Prof. Dr. Hoffmann 4 X, N. N. 2 X, zusammen 22 X
Den edlen Gebern bestens dankend sind wir zur Empfangnahme weiterer Gabelt gerne bereit. Die Expedition des „Gießener Anzeiger".
Oeffentliche Aufteilung.
Der Wirth und Spezereihändler Georg Darum zu Beuern klagt gegen den Schmied Philipp Otto IV. von da, jetzt unbekannt wo abwesend, aus Darlehn und Waarenlieferung mit dem Anträge auf Verurtheilung des Beklagten zur Zahlung von 177 «X. 47 nebst 5% Zinsen vom Tage der Klagzustellung an und vorläufige Vollstreckbarkeitserklärung, und ltzdet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Großh. Amtsgericht zu Gießen auf Donnerstag d. 11. Februar 1886, Vormittags 9 Uhr.
Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht-
Gießen, den 21. December 1885.
Neidhart, Gerichtsschreiber des Großherzoglichen Amtsgerichts. 210
Holzverfteigerung
im Gießener Stadtwald.
Montag den 11. Januar 1886, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald in dem District Hochwarle nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
A. Brennholz.
Scheith. Prügelh. Stockh Rei sh
Rmtr. Rmtr. Rmtr. Wellen
Buchen 6565/ig 1384/io 210 6800
Eichen U7/io 3 4 70
B. Bau-, Werk- und Nutzholz. 10 Buchenstämme mit 13,41 Festm-, bis zu 53 Ctm. Durchm.
1 Elsbeerstamm mit 0,20 Festm.
17 Eichenstämme mit 8,34 Festm-, bis zu 40 Ctm. Durchm.
Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße an den Altentischwiesen.
Gießen, am 5. Januar 1886.
Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.
A. Bramm. 169
Mobiliar-Versteigerung.
Freitag den 8. Januar l. I.,
Nachmittags 2 Uhr, werben in dem Bram m'scheu Saale — Neustadt — verschiedene Mobiliargegenstände, als:
Waschtische, Nachttische, Kleiderschränke, Küchenschränke, Tische, Kommode, Uhren, 2 Sopha, Spiegel, Stühle, 2 vollständige Betten, Bettwerk, Herrenkleider, Weißzeug, Bilder, 1 Ofen, 2 runde Wirthstische, 1 Eis- schrank, 1 Regulator, 1 Nähmaschine und sonstige Gegenstände
zwangsweise an den Meistbietende)! versteigert. — Die Sachen find gut erhalten und findet die Versteigerung bestimmt statt. 95
Gießen, den 2. Januar 1886.
Bühner, 95 Gerichtsvollzieher.
Allgemeiner Anzeiger.
Holzversteigerungen in Gräflicher Oberförsterei Kailbach. Versteigert werden:
I* Montag den 18 Januar d. I. in dem V2 Stunde von Bahnstation Mücke entfernten Jlsdorfer Walde,
1) in Laubberg 2 H: 110 Eichenstämme von 25—52 cm Durchmesser — 120,48 cbm,
2) in Laubberg G: 133 desgleichen von 16—38 cm Durchmesser — 53,28 cbm,
3) in verschiedenen Abteilungen Brennholz: 23 rm Eichen-Scheicholz, 8 rm Buchen-Prügel, 49 rm Eichen-Prügel, 64 rm Eichen-Stöcke, 190 im Eichen-Astreiser, 138 rm Eichen-Slammreiser in Schichten;
Ile Mittwoch den 20. Januar d. I. bei Villingen in den Districten 1) Hubberg und Hirschrotb:
137 Fichtenstämme von 16—28 cm Dchm. — 69,77 cbm,
331 Fichtenstangen von 8—14 cm Dchm. — 37,17 cbm,
2) Leuzesberg: 54 rm Buchen-Scheitholz, 300 rm -Stammprügel, 100 rm -Zopfreiser, 200 rm -Stammreiser in Schichten.
An beiden Tagen wird zuerst das Bau- und Werkholz ausgeboten werden.
Zusammenkunft jedesmal um 9^2 Uhr Vormittags, am ersten Tage im Jlsdorfer Walde auf dem f. g. Klein-Eichener Vicinalwege; am zweiten beim Kanäle am Eingänge in den Wendergrund von Villingen her.
Laubach, am 2. Januar 1886.
204 Gräfliche Forstverwaltung.
— Hirchenplata W. —
I Inventur - Ausverkauf.
Nach Beendigung meiner Jahresinventur habe ich einen Posten
<: Herren-, Hamen- n. Kinderstiefel
*** eigenen Fabrikats
g § sowie ein Sortiment tteiaemuster zum Ausverkauf zurückgesetzt 2 s und erlasse solche mit 25% unter Selbstkostenpreis, um damit zu räumen, -e 2 Sämmtliche Artikel sind solid und dauerhaft gearbeitet u. befinden sich darunter hochfeine, sowie alle Sorten courante Stiefel und Schuhe.
Gleichzeitig bringe mein Maassgeschäft in rr empf. Erinnerung, da ich durch Anschaffung der neuesten Maschinen in den Stand gesetzt bin, jede Art Fußbekleidung nach Maaß zu billigen 8' Preisen sowohl in Maschinen- wie Handarbeit hochelegant und ♦ Ä dauerhaft anzufertigen. 214
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Ederstrasae S — Wallthorstrasse 21 empfiehlt sein reichhaltige- Lager von Kasten-Möbeln und Polsterwaaren aller Art. sowie Gardinen, Teppiche, Drelle, Plüsche und Fantafiestoffe, Bettfedern und Daunen.
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Eigene Tischler-Werkstätte. Eigene Tapezier-Werkstiitte.
MEBAILLE 13 < ' 1879 JS
ö
Vergebung von Strastenbau-Arbeilen. Die Ausführung der nachstehenden, zum Ausbau einer Kreisstrafle von Göbelnrod nach Grünberg erforderlichen Arbeiten und Lte- ferungen soll
Montag den 11. d. Mts., Mittags 1% Uhr, in dem Schulhause zu Göbelnrod in mündlichem Abstrich vergeben werden : veranschl. zu
1. Plsmirarbeilen 333,60 X.
2. Maurerarbeiten 75,69 „ 3. Brechen von Grundbau
steinen * 315,— „
4. Anfahren von Grund
bausteinen 378,— „
5. Liefern zugerichteter
Waudsteine 166,80 „
6. Liefern zerkleinerter
Decksteine 625,— „
7. Chaussirarbeiten 417,— „
8. Liefern und Einbringen von Uebergründungs- material 83,40 „
Kostenvoranschlag und Bedingungen find auf Großherzoglicher Bürgermeisterei Göbelnrod, sowie nebst Plänen und Erdberechnung bei dem Bezirksbauaufseher Ma ring er in Grünberg einzusehen.
Gießen, am 5. Januar 1886.
Der Kreisingenieur: 191 Gnauth.
Lieferung von Chauffeesteinen.
Die Lieferung der pro 1886/87 zur Unterhaltung der Staatsstraßen im Baubezirk Gießen «forderlichen Steine, sowohl im zerschlagenen als unzerschlagenen Zustande, soll im Submissionswege vergeben werden. Die Bedingungen sind auf unserem Bureau vorher einzusehen, woselbst auch die Angebote, verschlossen und mit b^üg- licher Aufschrift versehen, bis
SamStag den 16. d. M.,
Vormittags 10 Uhr, portofrei einzureichen sind.
Gießen, den 6. Januar 1886.
Großh. Kreisbauamt Gießen. 211 Walter.
Neue Apfelspslten. türkische Zwetschen, feinste Gemüsnudet und Mgccaroni empfiehlt 209
__________C. Hoth.
Mr Arbeiter.
Farbige Hemden in la. Qualität- - Louis Rothenberger, 17 Neuenweg 22.


