Hinter sich. In der Stadt New-Jork handelte es sich um die Bürgermeister- ! wähl, bei welcher schließlich der Demokrat Hewitt gegenüber seinen Mitbe- i werbern, dem Republikaner Rooßewaldt und dem Socialisten George, als j Sieger hervorging. Außerdem fanden in sümmtlichen Staaten die Wahlen zur Staatslegislatur statt, bei denen die Republikaner, wie gewöhnlich, in den nördlicheren, die Demokraten dagegen in den südlicheren Staaten siegten. In den Städten Milwaukee und Chicago setzten die Arbeiter ihre Candidaten durch. Im Allgemeinen scheinen die Republikaner im Vortheile geblieben zu sein und wird sich also die gegenwärtige demokratische Mehrheit im (Songreffe voraussichtlich bedeutend verringern. \
Vermischte-.
— [Die Christen-Verfolgungen in Ugandas Der Missionar Mackay berichtet aus Bugunda, 28. Juni: Ich muß Ihnen einige Zeilen senden, um Ihnen von den entsetzlichen Christen-Verfolgungen, die hier stattfinden, Mittheilung zu machen. Dieselben begannen vor etwa einem Monat und es ist herzbrechend, sich die Anzahl der Gemordeten zu vergegenwärtigen. Am ersten Tage wurde etwa ein Dutzend auf einmal in Stücke gehauen, dies waren hervorragende Christen, die bei Hofe angestellt waren; zugleich wurden zahlreiche Verhaftungen vorgenommen und viele Christen wurden im ganzen Lande getödtet. Einmal wurden 32 unserer besten Leute zusammen auf einen Haufen gebracht und langsam verbrannt. Andere wurden verstümmelt, wieder andere mit Keulen erschlagen oder ein Glied nach dem anderen wurde abgehackt und sie dann langsam verbrannt. Unsere Einsprache war vergeblich, der König Muanga verspottet unsere Bitte und wir selbst sind nur durch die besondere, unendliche Gnade Gotles dem Geschick entgangen, das jene Märtyrer getroffen hat. Natürlich sind große Schaaren unserer Gläubigen geflohen und halten sich verborgen, sonst wäre das Massaere noch viel, viel größer gewesen. Wir wissen von sechzig Bekennern, die so umgekommen sind, deren Standhaftigkeit unter den Qualen höchst bemerkenswerth war. Gewiß werden auch in Deutschland unsere Mitchristen ergriffen und bewegt werden durch den Bericht dieser entsetzlichen Grausamkeiten, und vielleicht werden sich Hände ausstrecken, um sich dieser Unterdrückten und Verfolgten anzunehmen. Mir däucht, es ist nicht genug, zu seufzen oder auch Geld für die Mission zu spenden, wir müssen auch bestrebt sein, diese Bekenner aus den Händen ihrer grausamen Tyrannen zu
befreien. Deutschland hat nun seinen Fuß in Ostafrika niedergelassen und von ihm erwarten nun die Christen Hilfe und Nettung, ebenso wie von England, und wir hoffen auch von Deutschland, daß es der Grausamkeit dcs blutdürstigen Despoten ein Ziel setzen und für Gewissensfreiheit auch in diesem Theile der Erde eintreten wird. Wir danken Deutschland die Reformation, aber das „Vaterland" ist nun größer geworden und hat auch größere Aufgaben erhalten. Christen müssen sich untereinander helfen und eben deshalb hat Gott mächtige christliche Staaten in Europa und Amerika entstehen lassen, damit dieselben an ihrem Theil großes Unrecht verhindern und Freiheit und Frieden den unterdrückten Völkern bringen. Die Herzen des christlichen Europas müssen erweckt werden, um der Sache des Glaubens und der Glaubensfreiheit in Afrika zu gedenken.
— [Eine Episode aus dem Leben des verstorbenen Generals v. Wichmann im Feldzuge von 1866.] General v. Wichmann wurde 1866 als Commandeur des 2. schlesischen Dragoner-Regiments in der berühmten Attake bei Nachod verwundet. Dem Muth und der Entschlossenheit zweier seiner Dragoner hatte es Wichmann damals zu danken, daß er aus den feindlichen Schaaren wieder herausgehauen wurde, lieber diese denkwürdige Episode wird der „Nat.-Ztg." geschrieben: Wichmann hatte sein Pferd verloren, war verwundet und wurde von einem Trupp feindlicher Reiter eingeschlossen und als Gefangener fortgeführt. Als dies der Gefreite August Hippe und noch ein Dragoner sahen, sprengten dieselben zur Befreiung ihres Commandeurs kühn in den Haufen hinein, machten mehrere Oesterreicher kampfunfähig und schafften dem Verwundeten Luft. Hippe drängte sein Pferd bis dicht an ihn heran und brachte ihn unter beständiger Vertheidigung gegen die nachdrängenden Reiter ein Stück aus dem Gefecht, worauf er ihm sein eigenes Pferd überließ. August Hippe ist längere Jahre in Schweidnitz Polizeisergeant gewesen und lebt als Fuhrwerksbesitzer noch dort. Er hat viele auszeichnende und anerkennende Schriftstücke des Verstorbenen aufzuweisen, und so oft derselbe in den letzten Jahren nach Schweidnitz zur Jnspicirung der dortigen Garnison kam,, ließ er es sich nie nehmen, jedesmal Herrn Hippe, seinen Retter aus dringender Gefahr, persönlich in seiner Behausung aufzusuchen und ihn und seine Familie in angemessener Weise auszuzeichnen.
— Die Knickerei, die sich darin kundgibt, bei Bezahlung von Rechnungen durch Postanweisung 20 H Porto abzuziehen, ist einem Geschäftsmanne in Bautzen theuer gekommen. Er hatte auch 20 $ Porto abgezogen, der Empfänger forderte aber den ihm zukommenden Betrag von 330 A voll, es kam zur Klage und nun hat der Verklagte 19,60 A Kosten zu zahlen, und die Blamage hat er noch obendrein.
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