aggressiven und den friedlichen Mächten sei jedenfalls cm originellsten. Welche Macht habe denn seil mehr als Jahresfrist die Revolution und den Krieg auf der Balkan- Halbinsel hervorgerufen? Welchen Mächten sei es endlich gelungen, die Anfänge eines allgemeinen Brandes zu ersticken? Wenn England denn entschlossen sei, das allgemeine Einvernehmen aufrecht zu erhalten und friedlich die internationalen Schwierigkeiten zu lösen, so dürfe man hoffen, daß es die Bemühungen der russischen Regierung in Bulgarien unterstützen werde, welche dasselbe Ziel verfolgen. In diesem kritischen Augenblicke. wo in dem unglücklichen Lande, das unter der Herrschaft von Staatsstreichen, und revolutionären Abenteurern, die seit mehreren Jahren eine demoralisirende Wirkung geübt, alles umgestürzt sei — könne man da einer Bande von Agitatoren, welche die Gewalt in den Händen habe und sie mißbrauchen, carte blanche lassen, könne man ihnen gestatten, gewaltthätige Acte unter dem Scheine eines gesetzlichen Urtheils gegen Personen zu begehen, die einer anderen Partei angehören, könne man ihnen die Zusammenberufung der Wähler unter der Herrschaft des Kriegszustandes und des Schreckens überlassen, um eine Versammlung zu wählen, welche ihre Misse- thaten sanctioniren solle? Alles dies sind gewiß nicht Mittel, um die von dem englischen Cabinete geträumten versöhnlichen und friedlichen Ziele zu erreichen? Da Rußland keinen anderen Zweck habe, als Bulgarien vor solchen beklagenswerthen Eventualitäten zu bewahren, die Leidenschaften mit der Zeit zur Beruhigung zu bringen, den Wählern die Möglichkeit zu gewähren, nach reiflicher freier Ueberlegung die Abgeordneten zu wählen, welche die wirklichen Wünsche des Landes zur Kenntniß bringen sollen und da das Werk der Beruhigung den Interessen Aller entspreche — ausgenommen vielleicht Denen der Dictatorcn, welche sich der Gewalt bemächtigt haben und dieselbe behaupten wollen — so sei anzunehmen, daß solchem Werke die Unterstützung Churchill's gesichert sei.
Sofia, 5. October. Die Wahlen zur Sobranje finden festgesetztermaßen am Sonntag statt. General Kaulbars begibt sich heute in das Innere des Landes; er wird vorher der Regierung mittheilen, daß Rußland die Wahlen zur Sobranje als nichtig und die Beschlüsse der Sobranje als ungeschehen betrachten werde. Kaulbars begibt sich im Auftrage seiner Regierung in das Innere des Landes, um die Stimmung und die Zustände durch eigene Anschauung kennen zu lernen.
Konstantinopel, 5. October. Der Eommandant des französischen Levantegeschwaders, Marquesfac, ist zur Begrüßung des Sultans gestern hier eingetroffen und sofort in Privataudienz empfangen worden. Er wurde zum Diner geladen. Der Com- mandant verbleibt drei Tage hier.
New'Nork, 5. October. Aus Mexiko wird gemeldet, daß ein unweit Chiwalapa gelegener Berg durch unterirdische Gewalten in zwei vollständig getrennte Theile gespalten ist.
Lokales.
Gießen, 5. October. Die Strafkammer hiesigen Landgerichts beschäftigte sich in ihrer heutigen Sitzung mit mehreren Wilderern aus Weilershain, von welchen Heinrich Müller VI. und Heinrich Theiß der gewerbsmäßigen Wilderei, Heinrich Erb IV. der Anstiftung und gewerbsmäßigen Hehlerei und Peter Lynker der gewerbsmäßigen Hehlerei angeklagt sind. Ter Angeklagte Müller ist, wie bekannt, in diesem Sommer aus dem hiesigen Gefängniß entwichen und bis jetzt noch nicht ergriffen worden; wegen der übrigen Angeklagten fand heute Hauptverhandlung statt. Die Angeklagten trieben schon längere Zeit in den um Weitershain gelegenen Wäldern die Wilderei, ohne daß es gelungen wäre, dieselben strafrechtlich zu verfolgen, bis endlich der Mitangeklagte Erb den Müller und Lynker, mit welchen er sich verfeindet, als Wilderer denuncirte. Die eingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß Müller und Theiß die Wilderei schon Jahre lang betrieben und Erb und Lynker den Verkauf des gefrevelten Wildes besorgt haben. Theiß wurde in eine Gesängnißstrase von 5 Monaten, der schon oft bestrafte Erb in eine solche von 9 Monaten verurtheilt, Lynker wurde wegen mangelnder Beweise sreigesprochen.
Gießen, 6. October. Die Commission, welche mit der Abschätzung der durch die letzten Truppenübungen verursachten Flurschäden im Kreise Gießen beauftragt war, hat gestern nach achttägiger Thätigkeit ihre Arbeiten beendigt. Es waren aus 13 Gemeinden des Kreises Schäden angemeldet. Der Gesammtschadensbetrag beläuft sich auf 1067 JL, welcher als sehr gering bezeichnet werden muß. Daß so wenig Schaden entstanden ist, wurde durch die große Trockenheit der Felder veranlaßt.
Nach zuverlässiger Mittheilung sind im Kreise Friedberg mehr Beschädigungen vorgckommen. Aus einer einzigen Gemeinde liegen dort über 400 Schadensvosten vor. Die dortige Abschätzungscommission wird daher noch mehrere Wochen zu thun haben.
Gießen, 6. October. Vorgestern Abend kanr einem betrunkenen und schlafenden Gaste in einer hiesigen Wirthschaft die Taschenuhr abhanden. Der Dieb ist gestern durch die Schutzmannschaft in der Person eines Weißbindergesellen aus Beilstein ermittelt und zur Hast gebracht worden. Derselbe hat die Uhr schon bei einem hiesigen Uhrmacher repariren lassen.
— Ein kleiner Zimmerbrand, entstanden durch die Explosion einer Spirituslampe, wurde heute Morgen in einem Hause in der Marktstraße rasch gedämpft.
Universität- - Chronik.
— In der Nacht zum 29. September verschied nach kurzem Krankenlager Dr. theol. phil. jub. H. G. Hölemann, Professor der Theologie an der Universität Leipzig. Der Verewigte war 1809 geboren und las über Psalmen, das Hohelied Salomonis u. s. w.
— Der Geheime Medicinalrath Professor Dr. Waldeyer, Director der Anatomie und Leiter des anatomischen Unterrichts an der Berliner Universität, begeht am 6. October seinen 50. Geburtstag, während er zugleich in diesem Jahre sein 25jähriges Doctorjubiläum feiert. Waldeyer war früher an der Straßburger Kaiser- Wilhelms-Universität und gehört seit 1. October 1883 Berlin an; die Verdienste, die er sich hier in dieser kurzen Zeit um die Verbesserung des anatomischen Unterrichts erworben, sind kaum hach genug anzuschlagen.
— Die zu außerordentlichen Professoren nn der Universität Berlin ernannten Privatdocenten Dr. Siegmund Gabriel und Dr. Rudolf Biedermann gehören der philosophischen Fakultät an und sind beide Chemiker. Professor Gabriel, Assistent am ersten chemischen Laboratorium des Geheimraths A. W. Hofmann, hat namentlich auf bem Gebiete der Volumetrie, der Analyse und Synthese sich hervorgethan, während Professor Biedermann die technische Chemie zu seinem Specialfache erwählt hat. Nunmehr gibt es an der Berliner Universität einen ordentlichen, zehn außerordentliche Professoren und sechs Privatdocenten der Chemie.
— Der Professor der Tharandter Forstakademie, Geheimer Hofrath Preßler, ist vor einigen Tagen im Alter von 72 Jahren gestorben.
n— Der erst unlängst zum Amtsrichter ernannte Privatdocent der juristischen Fakultät in Bern, Dr. Sachße (ein Sohn des vormaligen Oberpostdirectors) hat einen Ruf als ordentlicher Professor der Rechtswissenschaft an die Universität Rostock erhalten und angenommen. Sachße ist, nebenbei bemerkt, Licentiat der Theologie, Doctor der Philosophie und beider Rechte Die Prüfung als Doctor beider Rechte hat er in Berlin „mit dem höchsten Lobe" bestanden. Vor ihm war das an der Berliner Universität nur einmal vorgekommen und zwar wurde dieses Urtheil dem jetzigen Bonner Professor, Geheimer Rath Schulte, zu Theil.
Mainz, 3. October. Auf ein Heirathsgesuch, das ein sehr reicher und angesehener Herr von auswärts durch ein hiesiges Jnseratenbureau in einigen gelesenen Blättern hatte einrücken lassen, und zwar mit dem seltenen ausdrücklichen Bemerken, daß er bei seiner Zukünftigen nur Liebenswürdigkeit und gediegenen Charakter, aber kein Geld suche, sind, den „Mainzer Anz." zufolge, in wenigen Tagen aus allen Richtungen der Windhose gegen zweitausend Offerten eingelauscn. Auch ein Zeichen der Zeit.
Aus Kur Hessen, 3. October. Eine fürchterliche That ist in dem Dorfe Bermbach in der Herrschaft Schmalkalden vorgestern verübt morden. Der Schlosser Kehr, ein ebenso jähzorniger als brutaler Mensch, erstach nach einem vorausgegangenen heftigen Wortwechsel seinen leiblichen Bruder, indem er ein auf dem
Tische liegendes Schlachtmesser ergriff und seinem Bruder einen solch wuchtigen Stich in die Brust versetzte, daß die Lunge durchbohrt wurde und der Tod alsbald eintrat. Der Brudermörder kam, wie so häufig, auch an jenem Abend angetrunken nach Hause, der Getödtete machte ihm dieserhalb Vorwürfe, worauf der wülhende Unmensch das Messer ergriff und seinen Bruder erstach. Derselbe hinterläßt Frau und 6 unerzogene Kinder. Der Thätcr wurde verhaftet.
— Auf die Auffindung der vor ca. 3 Wochen von dem Kurorte Plattig bei Baden-Baden verschwundenen Gräfin Hermine v. Arnim wurden 10,000 JL Belohnung ausgesetzt.
Berlin, 1. October. Marie Schneider, die zwölfjährige Raubmörderin.^ Vor dem Schwurgericht wurde heute unter großem Andrang der Zuhörer der psychologisch merkwürdige Fall der zwölfjährigen Marie Schneider verhandelt, welche die kleine Margarethe Dietrich ihrer Ohrringe beraubt und dann zum Fenster hinausgestürzt hatte. Die Angeklagte ist für ihr Alter ziemlich groß und entwickelt, hat ein gewöhnliches und sehr blasses Gesicht. Aus den verschiedenen Vernehmungen ergibt sich, daß Marie Schneider im Jahre 1878 ihren Vater verloren und bei der Mutter eine sittlich mangelhafte Erziehung gehabt hat. Häufig traten bei dem Mädchen Zeichen der Grausamkeit und Gefühllosigkeit hervor. In der Schule, wo sie vier Jahre in einer Classe blieb, saß sie nach Aussage des Lehrers Lehmann manchmal Stunden lang mit offenem Munde da und wußte auf die an sie gerichteten Fragen nicht zu antworten. Dennoch gab die Angeklagte vor und nach der Gerichtsverhandlung, namentlich aber in dieser selbst, die klarsten Antworten. Ohne ein Zeichen der Reue und der Bewegung erzählte sie auf die Frage des Schmurgerichtspräsidenten, wie sie dem kleinen Kinde die Ohrringe geraubt und es alsdann aus dem Fenster geworfen habe, um für den Erlös des Raubes Kuchen zu kaufen. Folgenden Theil des Verhörs glauben wir im Wortlaute mittheilen zu sollen:
Vors.: Folgte Dir denn das Kind ruhig? Marie: Es weinte. Vors.: Rief es denn nicht? Marie: Nein, es konnte noch nicht ordentlich sprechen. Vors.: Was thatest Du denn weiter? Marie: Ich machte das Fenster auf dem Treppenflur auf und setzte das Kind auf das Fensterbrett. Vors.: Nahmst Du ihm dann die Ohrringe ab? Marie: Nein, noch nicht. Ich wollte eben die Ohrringe aus den Ohren nehmen, da kam aber Jemand die Treppe herunter. Vors.: Was machtest Du da? Marie: Ich machte das Fenster wieder zu. Vors.: Der Herr, der die Treppe herunterkam, war Herr Kynast, nicht wahr? Marie: Ja! Wie er fort mar, machte ich das Fenster wieder auf. Vors.: Du setztest das Kind wieder an das Fenster, in welcher Stellung? Marie: Ich setzte es von der Seite. Vors.: Warum gerade so? Marie: Weil ich so die Ohrringe am leichtesten abhenkeln konnte. Vors.: War dies der einzige Grund? Marie: Nein, auch weil ich das Kind so leichter herunterwerfen konnte. Vors.: War denn dies Dein fester Beschluß? Marie: Jawohl! Vors.: Warum denn? Marie: Damit sie mich nicht verrathen könne. Vors.: Du sagtest ja aber, das Kind könne nicht reden. Marie: Es hätte mich doch durch Zeichen verrathen können. Vors.: Also Du nahmst dem Kind die Ohrringe. Was weiter? Marie: Dann warf ich das Kind zum Fenster hinaus. Vors.: Wie machtest Du das? Marie: Ich hob das eine Bein in die Höhe. Vors.: Sähest Du denn, als das Kind herunterfiel? Marie: Nein, aber ich hörte, daß es erst auf die Laterne und dann auf das Hofpslaster auffiel. Dorf.: Nachdem Du das also gethan, was machtest Du bann? Marie: Ich steckte die Ohrringe in die Tasche und lief die Treppe hinab. Vors.: Was hattest Du vor? Marie: Ich wollte nun noch einen Auftrag ausführen, den mir meine Mutter gegeben. Vors.: Was wolltest Du denn mit den Ohrringen? Marie: Ich wollte sie verkaufen. Vors.: Einem Mädchen, wie Du bist, kaust doch Niemand etwas ab. Marie: Ich wollte zu einem Trödler gehen. Vors.: Was dachtest Du denn, was Du für die Ohrringe bekommen würdest? Marie: Fünfzig Pfennige! Vors.: Was wolltest Du denn mit dem Gelde machen? Allarie: Ich wollte mir etwas Königskuchen zu naschen kaufen. Vors.: Du naschst wohl gern? Marie: Ja. Vors.: Hast Du Dir nicht schon früher Geld zum Naschen auf andere Weise verschafft? Marie: Jawohl, ich habe mir von mehreren bekannten Frauen einmal eine Mark und zweimal fünfzig Pfennige geborgt. Vors.: Gaben Dir denn die Frauen so ohne weiteres das Geld? Marie: Ich sagte, meine Mutter hätte mich geschickt. Vors.: Marie, wie nennt man denn ein solches Verfahren? Marie: Betrug. Vors.: Weißt Du denn auch, wie man es nennt, wenn Jemand einen Menschen tobtet? Marie: Jawohl, das ist Mord. Vors.: Du hast doch nun die kleine Dietrich getödtet, was bist Du also? Marie: Eine Mörderin. Vors.: Weißt Du beim, was mit einem Mörber geschieht? Marie: Ja, er wirb bestraft? Vors.: Weißt Du, wie? Marie: Ja, er wird hingerichtet! Vors.: Wie wirb das gemacht? Marie: Das weiß ich nicht. Vors.: Hast Du nie davon gehört? Marie: Ja, es wird der Kopf abgeschlagen. Vors.: Das weißt Du also. Weißt Du denn nun aber auch, daß Du nun auch bestraft wirst? Marie: Ja, das weiß ich. Vors.: Wenn nun aber Jemand einem Andern gewaltsam etwas abnimmt, wie nennt man das? Marie: Raub ober Diebstahl. Vors.: Wie wird beim ein Räuber ober Dieb bestraft? Marie: Mit Gefängniß ober Zuchthaus, je nachbem er viel ober wenig genommen. Vors.: Nun sage einmal, Marie, es ist Dir bewußt, baß Du ein fürchterliches Verbrechen begangen haft; fühlst Tu benn jetzt Reue barüber ? Marie: Nein! Vors.: Hast Du keine Spur von Mitleib, wenn Du an bas unglückliche, getödtete Kind denkst, und welche Schmerzen Du ihm bereitet hast! Marie: Nein! Auf Antrag des Staatsanwalts, Assessor Werner, werden an die Angeklagte noch mehrere Fragen über ihr Vorleben gerichtet, aus denen hervorgeht, daß sie Iheilnahmlos den Tod einer Schwester ertragen und überhaupt Freude und Gefallen daran gehabt, anderen Geschöpfen Schmerz zu bereiten. Bereits im vierten Jahre hat Marie Schneider Kaninchen, die in ihrer Familie gehalten wurden, mit einer Gabel die Augen ausgestochen und ihnen dann später den Leib aufgeschnitten. Kürzere Zeit vor der hier in Rede stehenden That fpielte sie mit anderen Kindern auf der Straße, lief dabei auf ein neunjähriges Mädchen zu und verdeckte ihm mit ihrer Hand von hinten die Augen, damit jene rathen solle, wer sie halte. Dabei fing aber das kleinere Mädchen an, fürchterlich au schreien. Die Schneider ließ los, nun aber zeigte es sich, daß sie dem anderen Kinde nicht nur mit den Fingern die Augen zugehalten hatte, sondern in diese ihre Fingernägel hineingepreßt hatte, so daß die Augen noch Tage lang danach gc- röthet waren.
Die ärztlichen Sachverständigen Dr. Berg und Geh. Rath Lewin gaben ihr Gutachten dahin ab, daß der Angeklagten Verstandeskräfte nicht abzufprechen seien, daß sie aber ethisch und moralisch auf der tiefsten Stufe stehe. Der Staatsanwalt wies darauf hin, daß die Angeklagte durch die klaren Antworten ihre Zurechnungsfähigkeit bewiesen habe; er beantragte eine Gesammtstrafe von 8 Jahren 6 Monaten Gefängniß und obwohl der Vertheidiger Dr. Friedmann für die Annahme mangelnden Jntellects plaidirte, wurde Marie Schneider zu acht Jahren Gefängniß wegen Raubmords verurtheilt.
Während der Verhandlungen hatte die Angeklagte theilnahmlos dagesessen und eine Semmel verzehrt, wie das Essen überhaupt ihre Liebhaberei zu sein scheint. Hat sie doch aus dem Gefängniß unter Beistand einer Mitgefangenen einen Brief an ihre Mutter geschrieben, welcher mit den Worten beginnt: „Mit Freuden ergreife ich die Feder, um Dir, liebe Mutter, zu schreiben, u. s. w " Der Zweck dieses Briefes war: von der Mutter 2 Mark zu erhalten, um sich — Schmalz kaufen zu können, weil ihr das trockene Brod nicht mundete. Auf die sittlichen Zustände Berlins wirft diese Gerichtsverhandlung ein recht düsteres Licht.
— Beim Empfang des deutschen Kaisers zu Brumath im Elsaß wurde Seiner Majestät eine alte Frau von 102 Jahren vorgestellt. Der Kaiser unterhielt sich mit ihr aufs Herablassendste und sagte unter Anderem: „Ich bin auch alt." Hierauf die Frau: „Wie alt bist Du denn?" Der Kaiser: „Ich bin neunzig Jahre alt." Die Frau: „Was, Du bist nünzig Johr alt und noch Soldat!" Allgemeine Heiterkeit. Der naiven Alten ließ der Kaiser das ansehnliche Geschenk von 400 Mark überreichen.
Schiffs - Bewegung
der Post-Dampfschiffe der Hamburg-Amerikanischen Packetsahrt-Actien-Gesellschaft.
Hamburg, 5. October. Das Hamburg-New-Aorker Postdampfschiff „Lessing", Capitän Barends, ist am 4. October, 4 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in New-Bork angekommen.
Dr. Gensch,"
prall, a. Spetialarzt für Bant-, Frauen- n. Ge- schlechte krankhelt*n(Syp hilf») eto. Frankfurt a. M. Stifutr. 22) fr. liiiit, Prof. Bioort'e, M»w. brieft,


