Ausgabe 
5.8.1886 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Velegungs-

wird belegt

Ort

fähigkeitnachder betreffenden

am 1. September

Nachweisung

Truppentheil

Stärke

Truppentheil

Stärke

Truppentheil

Stärke

Osfiz.^Mann^Pfkrd.

Offiz.

Mann

Pferd.

Offiz

Mann! Pferd.

Cifi.L

Mann! Pferd.

Mendorf a. Lahn.....

60

140

>/3 Cp. 11/97.

1

39

( Stab Negts. 97.

4

47

8

Großen-Linden......

360

230

\ Stab 3. Cp. 1/97.

13

359

6

I

[Stab 1. Cp. F 97.

7

127

4

Langgöns ........

350

320

Stab Negt. 81.

1/81.

4

20

52

474

8

7

am 24. September

Geilshausen.......

3/< 3. Esk. Drg.-R. 5.

4

85

93

Lumda.........

1/4 3. Esk. Drg.-R. 5.

1

30

32

Odenhausen.......

4. Esk. Drg.-R. 5.

5

115

125

Londorf........

3/4 5. Esk. Drg.-R. 5.

4

85

93

Kesselbach........

1/4 5. Esk. Drg.-R. 5.

1

30

32

9

rotl

»quarti

ere.

am 10. September

am 12. September

am 13 September

Langgöns........

350

320

1/81.

20

474

7

Grohen-Linden......

360

230

Stab u. 1 Cp. F/97.

7

127

4

2. Cp 11/81.

8

220

2

am 16. September

am 17 September

GroßenLinden......

360

230

Stab u. 3. Cp. 1/81.

16

344

6

Leihgestern.......

220

350

1. Cp. 1/81.

4

110

1

Holzheim........

300

270

11/81.

20

474

7

Eberstadt . . . .<!...

200

120

Stab u. 2. Cp. F/81.

12

234

5

Muschenheim-Arnsburg . . .

150

60

2. Cp. F/81.

8

220

2

2. Esk. Hus.Regt. 13.

5

117

130

Ober-Hörgern......

80

90

V2 2. Esk. Drg.-Negt. 5.

3

58

63

1/2 5. Esk. Hus.-Reg. 13.

3

59

65

Watzenborn.......

300

330

1 I. u. II./88.

| 1. Esk. Hus.Regm. 13.

40

5

890

117

14

130

Dorf-Gull........

160

105

F/88.

20

445

7

Garbenteich.......

150

160

©tab u. 2. Cp. 1/97.

10

243

5

Hausen.........

140

48

2. Cp. 1/97.

6

232

2

Lich . ........

1000

230

11/97.

16

475

7

Steinbach........

325

211

\ F/97.

\ 4. Esk. Drg.-Negt. 5.

16

5

475

115

125

Annerod . ........

117

194

3. Esk. Drg.-Negt. 5.

5

115

125

Oppenrod........

150

100

5. Esk. Drg.-Negt. 5.

5

115

125

B0MEHanBas*»mia3MottiMgaMB rcscaoreffigaaaotBg

WsVMLschteS.

D armstadt, 2. August. [Postpersonalnachrichten.) 1. Angestellt sind die Post- vraktikanten Berger und Reimann in Mainz, Gombsen in Darmstadt als Post- secretaire, der Postanwärter Schulius in Mainz als Postassistent.

2. Versetzt sind die Postsecretaire Bohne von Mainz nach Leipzig, Schlegel von Darmstadt nach Düsseldorf.

3. In den Ruhestand treten der Ober-Postsecretair L anglotz in Mainz, der Postsecretair Hahn daselbst und der Postverwalter Schlößmann in Reinheim.

4. Uebertragen ist dem Postsecretair Sausen in Mainz eineOber-Postsecretair- stelle daselbst.

Der große Gneist - Commers und die Heidelberger Jubiläumstage müssen in Berlin wohl eine besondere Commers-Stimmung hervorgerufen haben. Als die Wache am Donnerstag über die Linden zog, spielte die Regimcntsmusik mit mächtigem Paukenschlag und Trompetenklang das StudentenliedO, alte Burschenherrlichkeit" als Marsch. Die Leute stutzten zuerst, verstanden aber die Huldigung, welche der Wissen­schaft von dem Kriegsgott dargebracht wurde, und schmunzelten, sichtlich erfreut über diese Bundesgenossenschaft von Schwert und Feder. Es marschirte sich übrigens vor­trefflich nach dem Tacte der behaglich ausgreifenden Melodie und das dreimalige Jerum", das die Trompeten verkündeten, stand in reizendem Gegensatz zu den wie aus Erz gegossenen Gestalten unserer wackeren Krieger.

[®uf der Hochzeitsreise.) Vor einigen Tagen erhielt die Quästur in Neapel von den Behörden in Venedig ein Telegramm mit der Aufforderung, auf die ans Venedig zu Schiffe kommenden Passagiere ein wachsames Auge zu haben, und zwei davon, deren genaue Personenbeschreibung beilag, dingfest zu machen. Dieselben wurden als ein russisches Liebespärchen bezeichnet, das den Eltern unter Mitnahme von 40,000 Rubeln durchgegangen war. Das Schiff aus Venedig langte an, mit ihm auch das Liebespärchen; die angegebenen Erkennungszeichen paßten zwar nicht ganz, allein er" behandelte eine vielversprechende Reisetasche mit nicht zu verkennender Zärtlichkeit. Kein Zweifel, dies mußte das flüchtige Paar sein und trotz heftigen Protestes wanderten beide in's Gefängniß. Der glückliche Fang wird schleunigst nach Venedig berichtet; allein wie erstaunten die eifrigen Beamten, als folgendes Antwortstelegramm eintraf: Setzet das Paar sogleich in Freiheit, gebt das Geld zurück und bittet unterthänigst um Verzeihung für den Jrrthum, denn die Gefangenen sind hochgestellte Persönlich­keiten." Und in der That, die verhaftete Dame war eine Nichte des Groß­fürsten Wladimir, des Bruders des Kaisers von Rußland, der Herr ihr Gatte, ein russischer Fürst. Beide waren eben erst vermählt und brachten die Flitterwochen in Italien zu.

In Berlin sind gegenwärtig die daselbst eingetroffenen Schwarzen aus Kamerun der Gegenstand des allgemeinen Interesses. Darunter befindet sich auch ein Prinz, Samson Dido von Didotown mit Namen, der besonderes Aufsehen erregt und am vorigen Sonntag vom deutschen Kronprinzen empfangen wurde. Durch ein Schreiben des dienstthuenden Flügel-Adjutanten, Grafen Schliessen, war die schwarze Hoheit um 11 Uhr nach dem Neuen Palais befohlen. In Begleitung des Afrika­reisenden Angerer, der die Kameruner nach Berlin gebracht, und des Hagenbeck'schen Vertreters, Freiherrn v. Schirp, fuhr der Prinz um 10 Uhr nach StationWildpark", wo eine Hofequipage zur Disposition stand. In wenigen Minuten brachte dieselbe Len exotischen Gast nach dem Neuen Palais und wurde hier zunächst im Muschelsaal Dont Grafen Schlieffen empfangen und dann in den Audienzsaal geführt, in welchem gleich darauf, der Kronprinz erschien und sich nach erfolgter Vorstellung mit dem schwarzen Prinzen unterhielt. Die Unterhaltung wurde in englischer Sprache geführt, obgleich Prinz Dido auch etwas Deutsch versteht. Besonders amüsirt schien der Kron­prinz darüber, daß man in Kamerun bereits mit Cylinder und Gehrock vertraut sei; in eingehendster Weise erkundigte sich derselbe über Sitten und Gebräuche der neuen farbigen Unterthanen, und wurden alle Fragen in klarster Weise durch den exotischen Prinzen beantwortet. Nach etwa halbstündiger Unterhaltung, an welcher sich auch die Frau Kronprinzessin betheiligte, wurden die Gäste huldvollst entlassen, nachdem noch seitens des Kronprinzen Befehl gegeben worden, dem Prinzen Dido die gejammten Räume des Neuen Palais zu zeigen. Von höchstem Interesse für das Publikum und namentlich für die Damenwelt Berlins ist, wie schon bemerkt, die stattliche Erscheinung des Prinzen Dido. Wenn auch sein Anzug keineswegs den Anforderungen der europäischen Mode genügte, so schreitet die exotische Hoheit doch mit unendlicher Grandezza durch di§ Straßen, und wenn ein holdes Mädchenangesicht gar freundlich sie anlächelt, vergißt der Prinz auf einen Augenblick sein Nil admirari, das er sonst zur Schau trägt und ein freundliches Lächeln, bei ganz Bevorzugten sogar ein Hände­druck, zeigt an, daß er wohl diese Huldigungen zu würdigen verstehe. Seine Begleiter erfreuen sich weniger der Gunst unserer Damen; wenigstens versicherten v'ele: in die verliebe ich mich nicht. Die beiden schwarzen Damen, hauptsächlich die Jüngere, bilden auch einen Gegenstand des allgemeinsten Interesses. Jedoch gelang es auch ihnen nicht, sich vollständig auf der Höhe zu behaupten, zu welcher sie die Phantasie

der Berlinerinnen erhoben hatte. Bei einer Schustersgattin machte die immer mehr sich verringernde Verehrung einer vollständigen Verachtung Platz:Das sollen Prinzessinnen sein und haben noch nicht einmal Schuhe an!"

In letzter in Magdeburg abgehaltener Sitzung der Reichs-Oberfechtschule wurde u. A., derMagdeb. Ztg." zufolge, mitgetheilt, daß für die Waisenhäuser der Deutschen Reichsfechtschule bis jetzt 313,190 A verausgabt worden sind; davon ent­fallen auf das Haus in Lahr 200,000 A, auf das Magdeburger Haus 69,875 A und auf dasjenige in Schwabach 43,325 A. Außerdem ist ein Baarbestand von 329,619 A vorhanden. Die Gesammtersparniß beträgt demnach gegenwärtig 642,819 A. Außer den seit Bestehen des Vereins verausgabten Jahresmitgliedskarten zu 30 sind seit längerer Zeit Mitgliedskarten auf Lebenszeit gegen einmalige Zahlung von 6 A ein- geführt worden; hierzu ist in diesem Jahre eine neue Art von lebenslänglichen Mitgliedskarten getreten, die zu einer alljährlichen Zahlung von wenigstens 2 A verpflichten.

[Monsieur, Madame und Böbs.) Das Pariser Tribunal hatte die Scheidungs­klage des Privatiers Duchamel gegen seine Gattin Celeste zu verhandeln. Trotz des himmlischen Namens hat die gute Frau die sehr irdische Gewohnheit, zu schnupfen, was ihrer: Gatten, ein poetisches Gemüth, von ihrer Seite treibt. Klagend sagt Mr. Duchamel:Wenn ich sie am Morgen, mit der Dose in der Hand, an meiner Seite schlummern sah, da befolgte meine Zärtlichkeit ihr Beispiel, und ich schlief gleichfalls ein; wenn ich ihr am Abend aber den Gutenachtkuß bot, mußte ich bis Mitternacht niesen. Ich bin bereit, ihr eine anständige Rente auszusetzen und bitte mir nur mein Kind, meinen Knaben zuzusprechen." Nun meldet sich schluchzend Madame Duchamel und ruft:Das Kind gehört der Mutter, es bedarf meiner Pflege, ich kann es nicht fortlassen." Jrn Gerichtssaale entbrennt nun ein heißer Kampf um B6b6. Da sagt der Richter:Wenn es über vierzehn Jahre ist, soll es selbst entscheiden, zu wem es will, ob zum Vater oder zur Mutter." Das Ehepaar stürzt zur Thür; Madame ruft:Das Kind ist draußen, holen wir es herein!" Die Pforten öffnen sich und unter der Thür erscheint ein 6 Fuß 2 Zoll hoher Dragonerlieutenant, der erst Mama und Papa umarmt und auf die Frage des Richters, bei wem er bleiben wolle, den Schnurbart drehend, unter schallendem Gelächter des Auditoriums erwidert:Weder bei Papa noch bei Mama, sondern bei meiner geliebten Mimi." Der Richter findet daran nichts auszusetzen und versucht es, die zürnenden Gatten untereinander zu ver­söhnen. Endlich kommt ein Ausgleich zu Stande; Madame Duchamel verpflichtet sich, das Schnupfen aufzugeben, ihr Gatte schließt sie in die Arme und B6bs stürzt aber unter dem Rufe:Mimi wartet auf mich!" zur Thüre hinaus.

Eine Fächersprache gibt es seit Langem, auch eine Briefmarkensprache ist liebenden Paaren nicht unbekannt nun ist aber auch, man höre und staune, eine Schirmsprache erfunden worden. Dieselbe ist ziemlich verständlich und die Ameri­kaner dürfen sich rühmen, dieselbe erfunden zu haben; ihre einfachen Grundzüge lauten folgendermaßen: Wenn ein Mann einen Regenschirm derart über eine Frau hält, daß sie geschützt ist, er aber das abträufelnde Wasser erhält, so heißt das:Ich Hebe sie, aber sie gehört mir nicht", ober wenigstensnoch nicht". Wenn der Mann geschützt ist und die Frau betröpfelt wird, so heißt das:Das ist nur meine Frau." Einen Wollschirm an die Stelle eines seidenen stellen, heißt:Vertauschen ist nicht Stehlen." Einen Regenschirm wagerecht unter dem Arme tragen, zeigt an, daß die hinter gehende Person ein Auge verlieren wird. Jemandem einen Para- pluie leihen, ist gerade so gut, als ob man ausrufen werde:Ich bin toll!" Einen Regenschirm so tragen, daß man den Begegnenden die Augen aussticht ober bie Hüte vom Kopfe stößt, heißt: sich als Frau legitimiren. Seinen Regenschirm neben anbern in einem Vorzimmer stehen lassen, will so viel sagen, baß dieses selbst Staatsmännern wie Louis Philipp und Thiers so theuere unb unentbehrliche Möbel, in ber kürzesten Zeit seinen Besitzer wechseln wirb.

[Versteigerte Jungfrauen.) In ber Chronik von Goar finben wir angegeben, daß btc Stabt in ber Zeit vom 15.18. Jahrhunbert alljährlich eine Einnahme von 20 bis 50 Thalern aus berVersteigerung der Jungfrauen" erzielte. Am Oster­montage pflegten sich nämlich die Jungfrauen Goars vor dem Rathhause zusammen- zufinden und wurden hier durch einen städtischen Auktionator an die jungen Burschen für den Jahrestanz" versteigert, b. h. die für bas Höchstgebot gewonnenen Jungfrauen bürsten bas Jahr hindurch nur mit ihrem Erwerber tanzen. Der Ertrag dieser selt­samen Auction, die übrigens noch heutzutage am Niederrhein und im Eifelgebiet hier und da Sitte ist, floß in die Gemeindckasse.

nunmehr 18 Jahre so beliebte, trotz aller Nachahmungen «nüber- troffene Haarwasser von Retter, München (staatlich geprüft unb begutachtet), welch, statt Oel ob. Pomade tägl. gebraucht bestens zu empfehlen ist, verkauft zu 40 u. A 1,10 I. H. Suhr, Sonnenstraße 25, Gießen. 775

Dr. Gensch,"

prftkt u. Bped«Jarzt für Haut-, Frauen - u. Ge- Mohleehtiikrankhelten (Syphilhf)eto. Frankfurt a. M. Stiftetr. 22, fr. Ai»L Prof. Blcor#e, Auew. briefl.