'Bai»en und ihr Gefolge, sowie viele hohe Würdenträger den frischen Trunk wohl munden und gelangten hier in wenig Stunden gegen 6000 Liter wm Ausschank. Noch großartigere Dimensionen nahm der Consum in der Festhalle und im weißen Bock an, -wo das Bterleben an die Glanzzeiten des Münchener Hofbräus erinnerte. Räume, Stiege, Hof und Straße vor der Quelle des edlen Nasses waren von früh bis spät so dicht beseht, daß auf letzterer während der Festzeit der Wagen verkehr stark beeinträchtigt und zeitweise ganz gehemmt wurde. Hier waren Graf Wilhelm Bismarck und viele Parlamentarier des Deutschen Reichstages tägliche Gäste und beziffert sich der Consum hier während der Festtage lediglich des Pschorrbräus auf das stattliche Quantum von 18 000 Liter. Von maßgebender Stelle wurde Herrn Schaafs das beste Lob zu Theil nnd auch die Bierbrauerei zum Pschorr hat einen neuen, großartigen Erfolg für ihr längst bekanntes vorzügliches Gebräu zu verzeichnen.
— [Um den Tabak.) Die englische Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft ift bezüglich der Frage des Tabaks in zwei Lager getheilt und es wurde beschlossen, die Entscheidung dem berühmten Naturforscher Professor Huxle-y zu übertragen. Derselbe hielt dann auch vor einer zahlreichen Zuhörerschaft einen Vortrag, welchem er seine persönlichen Erfahrungen zu Grunde legte. „Vierzig Jahre meines Lebens", so sagte er ungefähr, „ist der Tabak für mich ein furchtbares Gift gewesen. (Beifall von Seiten der Tabakfeinde.) In meiner Jugend, als ich Medicin studirte, versuchte ick das Rauchen. Vergebliche Mühe; bei jedem neuen Versuche zog ich den kürzeren und der Feind streckte mich zu Boden. (Neuer Beifall der Tabakfeinde.) Ich wurde Marine-Arzt und versuchte wiederum zu rauchen; abermals ohne Erfolg. Ich faßte daher einen tödtlichen Haß gegen den Tabak, und ich glaube, keine Maßregel gegen den Tabak oder die Raucher wäre mir damals zu streng gewesen. (Lebhafter Beifall der Tabakfeinde.) Vor mehreren Jahren machte ich mit ein paar Freunden eine Reise durch die Bretagne. Eines Tages, während es in Strömen regnete, befanden wir uns in einem elenden Dorfwirthshause, mit der Aussicht, längere Zeit daselbst zubringen zu müssen, da der Regen nickt aufhören wollte. Meine Freunde steckten sich ihre Cigarren an und schienen dabei trotz aller trüben Aussichten von ihrer Lage so befriedigt, daß ich mir sagte: Meiner Treu, ich will es auch machen wie sie! (Murren der Tabakfeinde.) Ich nahm eine Cigarre (Bewegung in verschiedenem Sinne) . . . . ich stecke sie an (die ganze Zuhörerschaft hängt an den Lippen des Redners) und ich fand den Genuß köstlich. (Mißbilligende Ausrufe der Tabakfeinde und Beifall der Tabakfrcunde.) Von diesem Tage an war ich zum Tabak bekehrt und ich erkläre, daß meines Erachtens das Rauchen, wenn es mäßig geschieht, eine comfortable und selbst löbliche Gewohnheit ist, deren Wirkungen ausgezeichnet sind. (Allgemeine Verwirrung der Tabakfeinde und Lachen der Tabakfreunde.) Eine Pfeife Tabak ist nicht -schädlicher, als eine Tasse Thee; man kann sich vergiften, wenn man unmäßig Thee trinkt und man kann sich umbringen, wenn man zu viel Beefsteaks ißt. So kann man sich auch krank machen, wenn man unmäßig raucht. Der Tabak aber mäßig genossen, übt eine beruhigende Wirkung aus, die ich in den meisten Fällen als eine wohlthuende betrachte. Auch ist es nicht zweifelhaft, daß der Tabak die Sitten mildere." (Triumpf der Raucher; vollständige Zerknirschung ihrer Gegner.)
— [Die Postkinder.) Die deutsche Reichspost zählt zur Zeit ein Personal von rund 82 000 Bediensteten. Hiervon sind 30 000 Beamte und 52 000 Unterbeamte. -Von 30 000 Beamten sind 18 700 verheirathet und haben 41200 Kinder, also im Durchschnitt mehr als 2 Kinder für jede Familie. 11 300 Postbeamte sind noch un- .werheirathet. Es sind das fast nur jüngere Beamte, die ebenfalls sich demnächst Lebensgefährtinnen nehmen werden. Die Untcrbeamten der Post haben durchschnittlich mehr Kinder als die Beamten: während auf 30 000 Beamte 41200 Kinder kommen, beträgt die Zahl der Kinder der 52 000 Unterbeamten 123 800. Im Ganzen giebt es also im Reickspostgebiete 165 000 Postkinder. Man sieht, die Postfamilie ist eine große und sie wächst noch mit jedem Jahre.
Schiffsnachrichteu.
Bremen 1 Septbr. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Marn, Capt. R. Sander, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 18. August von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten in Baltimore angekommen.
Temperatur in Gieße«.
August 1886.
Niederste + 2,9 0R.
Mittlere 4- 13,92 „
Mittel früherer Jahre 4- 13,77 „
Höchste . 4- 23,9 „
Niederschlag an 12 Tagen .... 1,51 Par. Zoll.
„ im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen 2,32 „ „
Kirchliche Anzeigen der Stadt Metze«. Evangelische Gemeinde.
Samstag den 4. September.
Nachmittags 2 Uhr: Beichte, Pfarrer Dingeldey.
11. Sonntag nach Trinitatis, 5. September.
Vormittags 9Vz Uhr: Pfarrer Schlosser. Feier des heiligen Abendmahls.
. t , Nachmittags 3 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Die Kinderkirche fällt aus.
Montag den 6. September, Vormittags 9 Uhr, Eröffnungsgottesdienfd zur Dekanatssynode, Pfarrer Heintze aus Kirchberg.
Sonntag den 12. September, findet im Vormittagsgottesdienst die kirch- kiche Ferer des Geburtstags Sr. Königlichen Hoheit des Groß- herzogs statt.
Die am Sedantage im Festgottesdienste erhobene Kollette für die Kaiser-Wil- Helm-Stistung ertrug lu 85
Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 5. bis 11. September besorgt Pfarrer Schlosser.
Katholische Gemeinde.
12. Sonntag nach Pfingsten.
Von 6 Uhr an Beichte.
Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion.
, VzlO Uhr: Hochamt und Predigt.
w 2 Uhr: Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 6« Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 725 Uhr.
Temperatur der Lahn.
Am ö. September, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 18°, Luft 24® R. im Schatten«
L. Cbr. Rübfamen.
Möbel-Versteigerung
Montag den 6. September,
Nachmittags 2V2 Uhr.
Wegzugshalber werden in der Wohnung des Herrn Ang. Obermann, Frankfurter Straße 76, vis- a-vis dem Chausseehaus, nachverzeichnete Gegenstände versteigert: 1 schönes Waschschränkchen mit Mar- morplatte, 2thür. Kleiderschrank, kleiner Küchenschrank mit Glasaufsatz, großer Spiegel, 1 Regulator, 8 BillardqueueS mit Ständer, Bettstellen, 1 Sopha u. s. ro. Sämmt- liches gut erhalten. 6254
Hoffmann,
Ortsgerichtsmann.
Auskunft ertheilt Herr LouiS Rothenberger, Neeuenweg 22.
Montag den 6. September,
Nachmittags 2 Uhr, Fortsetzung der Versteigerung deS Nachlaßes deS F. La w- puS im Hause des Herrn Georg Lampus, Seltersweg 73.
Möbel und sonstiger Hausrath. 6256
Montag den 6. 6. Mts. sollen durch den Unterzcichncten öffentlich versteigert werden:
a. Morgens 10 Uhr, auf meinem Bureau, Bahnhofstraße 5:
1 goldene Cylinder-Uhr (Herren-llhr), d. Nachmittags 2 Uhr in der Flett'schen Hofraithe dahier:
1 Cassa, 1 gr. Waarenschrank, 3 Secretäre, 1 Garnitur Polstermöbel, 1 Pianino, einige Sopha's, Spieael-, Kleider- u. Küchenschränke u. andere Möbel, ferner 1 Wagen, 1 Hundewägelchen 1 Parthie Gartenmöbel, diverse Stücke Tuche und Buckskins. Versteigerung unter »• findet bestimmt, die unter b. voraussichtlich theilweise bestimmt statt.
Gießen, am 3. September 1886.
Engel,
6255 Gerichtsvollzieher.
Allgemeiner Anzeiger. Darmstädter Werde- u. Fichten-Markt am 27., 28. und 29. September 1886
Preisvertheüung am 27. September, Nachmittags 3 Uhr
Verloofrnig am 29. September, Nachmittags 4 Uhr, von schönen Reit- und Wagenpferden, Fohlen, einem eleganten Zweispänner mit zwei Pferden und completem Geschirr, einem Stuhlwagen mit Pferd und Geschirr, vielen Reit- und Fahrgegenständen rc. rc.
Der Vertrieb der Loose ä 2 Mark per Stück ist dem Herrn L. F. Ohnacker in Darmstadt und Frankfurt a. M. im einzigen General-Debit übertragen. 6257 Der Darmstädter Pferdemarkt-Berein.
Einem geehrten Publikum von Hungen und Umgegend zur gefälligen Nachricht, daß ich mich hier als praktischer Arzt niedergelassen habe und vom 5. September an in meiner Wohnung, bei Kaufmann S. Wolf, zu sprechen bin.
Hungen, den 31. August 1886.
6144
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