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Beilage zu Nr. 203 desGießener Anzeiger".

Vermischte».

* Der Deutsche Verein für öffentliche Gesundheitspflege, der seine beiden letzten Jahresversammlungen im Westen Deutschlands abgehalten hat, wird dieses Jahr im Osten tagen und, zwar in Breslau, in den Tagen des 12. bis 16. September, unmittelbar vor der am 18. September beginnenden Naturforscher­versammlung in Berlin.

Das diesjährige Programm ist soeben ausgegeben worden und geht daraus hervor, daß der zur Verhandlung kommende Stoff ein ebenso interessanter wie mannig­facher sein wird. Die Reihe der Gegenstände eröffnet ein Referat des an der Spitze der bayrischen Nahrungsmittelchemiker stehenden Herrn Professor Albert Hilger in Erlangen, über dieUntersuchungsanstalten für Nahrungs- und Genußmittel", sowie Gebrauchsgegenstände, deren Organisation und Wirkungskreis. Hieran schließt sich als zweites Berathungsthema, das für die Hygiene so überaus wichtige Eapitel:Volks­und Schulbäder" und wird den ersten Theil dieser Frage der durch seine Bestrebungen auf diesem Gebiete berühmte Dermatologe Herr Dr. Oscar Lassar in Berlin be­handeln, dessen unermüdlichem Eifer bereits die Errichtung einer Anzahl Volksbäder in Berlin zu verdanken ist, während der zweite Theil der FrageSchulbäder" von dem Gründer dieser neuen, so überaus segensreichen Einrichtung, Herrn Oberbürger­meister Merkel in Göttingen, erörtert werden wird.

Den zweiten Tag wird wohl ausschließlich die für alle städtischen Verwaltungen so überaus wichtige Frage derVerwendung der städtischen Abwässer" ausfüllen. Da die Gegensätze hier noch weit auseinander gehen und die Verfechter der verschiedenen Reinigungsmethoden von Abwässern ihr Erscheinen zugesagt haben, darf man sich wohl auf eine sehr lebhafte, eingehende und hoffentlich erfolgreiche Discussion gefaßt machen, die eingeleitet wird durch die Vorträge der beiden Referenten, des Herrn Stadtbaurath Kaumann in Breslau, der über Rieselanlagen und des Herrn Professor Arnold in Braunschweig, der vorzugsweise über andere Retnigungsmelhoden der städtischen Ab­wässer sprechen wird. An diese Verhandlungen wird sich am Nachmittag eine Be­sichtigung der Breslauer Rieselfelder anschließen.

Das Thema des dritten Tages ist ein gerade in jetziger Zeit ebenfalls sehr wichtiges, über moderneDesinfectionstechnik und öffentliche Desinfectionsanstalten", eingeleitet durch Referate der Herren Professor Dr. Franz Hofmann in Leipzig und Bezirksphysikus Dr. Jacobi in Breslau, denen sich eine Besichtigung der neuen Des­infectionsanstalten in Breslau anschließen wird. Die bedeutenden Aenderungen in den Anschauungen über die Wirkung der Desinfectionsmittel, wie sie in neuester Zeit zur Geltung gekommen sind, und die stets dringlicher werdenden Anforderungen an die Gemeinden, zur Herstellung öffentlicher Desinfectionsanstalten, lassen dieses Thema besonders zeitgemäß erscheinen.

Den vierten Tag wird die Mitglieder ein Ausflug vereinigen in die Vorberge des Riesengebirges nach dem Bad Salzbrunn und dem reizend gelegenen Schloß Fürstenstein.

Mainz, 28. August. sBranntweinverkauf betreffend.^ Das Großherzogliche Kreisamt hat die Polizeiorgane beauftragt, alle Vierteljahre eine Revision derjenigen Schankstellen vorzunehmen, in welchen Branntwein zum unmittelbaren Genuß ver- fchänkt wird. DieseBranntweinverkäufer im Kleinen" dürfen in ihren Geschäfts­räumen keine Vorrichtungen angebracht haben, auf welchen das Publikum bei dem Consum von Spirituosen sich niedersetzen kann. Diese Bestimmungen wurden seither dadurch übertreten, daß die Inhaber von Schankstellen gefüllte Säcke, Körbe oder auch Stühle und Bänke in ihren Geschäftsräumen aufstellten, wodurch dem Branntwein consumirenden Publikum Gelegenheit gegeben war, lange in solchen Branntwein­verkaufsstellen zu verweilen. Um nun diese den gesetzlichen Bestimmungen zuwider- laufenden Anordnungen zu beseitigen, hat das Kreisaml die Polizeiorgane beauftragt, in regelmäßigen Zwischenräumen eine Revision sämmtlicher Schankstellen vorzunehmen und ist es den Branntweinverkäufern bei Verlust der Concession verboten, den Consumenten Gelegenheit zu gebrn, sich in den Verkaufsstellen niederlassen zu können. Diese Bestimmungen sind auch für sämmtliche Landgemeinden des Kreises maßgebend.

sVacante Stellen für Militäranwärter im Bezirke des 11. Armee-Eorps.) Altena (Westfalen), Magistrat, Polizeidiener und Polizeigefängnißaufseher, auf Lebens­zeit, 900 JL. Gehalt und freie Wohnung. Eisenach, Postamt, Postschaffner, auf

wöchentliche Kündigung, 800 JL Gehalt und 144 JL Wohnungsgeldzuschuß. Elt­ville (Rhein), Amtsgericht, zwei Lohnschreiber, auf Kündigung, 58 für die Seite. Erbenheim, Postagentur, Landbriesträger, zunächst aus vierwöchentliche Kündigung, 540 vH. Gehalt und 60 Wohnungsgeldzuschuß. Frankfurt (Main), Postamt I, Postschaffner, zunächst auf vierwöchentliche Kündigung, 800 JL. Gehalt und 240 JL Wohnungsgeldzuschuß. Hersfeld, Postamt, Landbriefträger, auf Kündigung, 480 Jt Gehalt und 108 JL Wohnungsgeldzuschuß. Homburg v. d. H., Amtsgericht, Canzleigehilfe, auf Kündigung, Vergütung von 58 $ für jede Seite des gelieferten Schreibwerks. Niederrad, Postamt, Landbriefträger, zunächst auf vierwöchentliche .Kündigung, 650 JL Gehalt und 60 JL Wohnungsgeldzuschuß. Rödelheim, Bürger­meisteramt, Vvllziehungsbeamter, auf dreimonatliche Kündigung, 300 JL.

Das Dorkommen von Diehseuchen im Großherzogthum Hessen

während des Monats Juli 1886.

Rotzkrankheit. In Osthofen, im Kreise Worms, steht ein Pferd als der Seuche verdächtig unter Stalltperre und 4 Pferde desselben Besitzers, sowie 6 Pferde und ein Esel eines weiteren Besitzers wegen Verdachts der Ansteckung unter polizei­licher Beobachtung.

In Wolf, im Kreise Büdingen, steht ein Pferd als der Ansteckung verdächtig unter polizeilicher Beobachtung.

In Eppertshausen, im Kreise Dieburg, steht ein Pferd als der Seuche ver­dächtig unter Stallsperre. Als der Ansteckung verdächtig sind unter polizeiliche Be­obachtung gestellt je ein Pferd in Groß-Umstadt und Lengfeld, im Kreise Dieburg, in Offenbach, sowie in Ober-Ramstadl, im Kreise Darmstadt. Alle diese waren mit dem in Eppertshausen stehenden, der Seuche verdächtigen Pferde in Berührung.

In Gießen wurden die über ein der Seuche und 3 der Ansteckung verdächtige Pferde verhängten Maßnahmen wieder aufgehoben, weil sich die verdächtigen Er­scheinungen bei jenem verloren hatten. In einem anderen Gehöfte in Gießen wurden am 12. Juli 3 der Seuche verdächtige Pferde entdeckt, von welchen eines am 21. Juli getödtet, aber nicht mit der Seuche behaftet befunden wurde. Die zwei weiteren der Seuche verdächtigen Pferde stehen noch unter Stallsperre und drei der Ansteckung ver­dächtige unter polizeilicher Beobachtung.

In Vilbel, im Kreise Friedberg, stehen 3 der Ansteckung verdächtige Pferde unter polizeilicher Beobachtung.

Milzbrand wurde festgestellt im Kreise Friedberg in Wohnbach am 4. und in Bad Nauheim am 5., in Alsfeld am 23. Juli bei je einem krepirten Rinde und in Berstadt im Kreise Büdingen am 31. Juli bei einem krepirten Pferde.

Lungenseuche. In Burkhards, tin Kreise Schotten, wurden die Maßnahmen wegen Verdachts der Lungenseuche wieder aufgehoben, weil sich innerhalb 6 Monaien nach dem vorgekommenen Verdachtsfalle keine weiteren der Seuche verdächtigen Er­scheinungen in dem betreffenden Viehstande mehr gezeigt hatten.

In Rendel, im Kreise Friedberg, wurde am 15 Juli in einem Bestände von 7 Stück Rindvieh die Lungenseuche durch die Obductiou festgestellt. Am 24. Juli geschah dies auch in dem mit 2 Kühen bestellten Nachbargehöfte. Von diesen 9 Stück wurden 3 in Rendel getödtet und 6 zum Schlachten ausgeführt. Am 28. Juli wurde in drei weiteren Gehöften in Rendel die Seuche festgestellr, indem aus jedem derselben ein verdächtiges Thier getödtet und mit der Seuche behaftet befunden wurde.

Der Bläschenausschlag unter dem Rindvieh in Maulbach und Billerts­hausen , im Kreise Alsfeld, sowie in Geiß - Nidda, im Kreise Büdingen, ist erloschen.

Die Seuche besteht noch fort in Reiskirchen und Staufenberg, im Kreise Gießen.

Festgestellt wurde die Seuche in Ober-Schmitten, im Kreise Schotten, am 13., in Klein-Karben und Rendel, im Kreise Friedberg, am 16., und- in Heuchelheim, im Kreise Büdingen, am 20. Juli.

Die Räude gilt noch als vorhanden unter den Schafen in Kirtorf, im Kreise Alsfeld, in Leidhecken, Echzell und Bingenheim, im Kreise Büdingen, in Trais - Horloff und Langd, im Kreise Gießen, und in Ilbeshausen, im Kreise Lauterbach.

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In einem Briefe, d. d. Ems den 5. Juli 1883, äußert sich Se. Excellenz der General-Stabs-Arzt der Armee, Prof. Dr. von Lauer, Leibarzt Seiner Majestät des Kaisers, über den Gertrudis-Brunnen wie folgt:

Es ist dasselbe ein leicht verdauliches erfrischendes Getränk von vorzüglichem Wohlgeschmäcke, welches ich für meine Person in dieser letzteren Beziehung wegen des geringeren Vorgeschmackes des Kochsalzes dem Selters-Wasser vorziehen würde.

Rücksichtlich der Wirkung auf die Schleimhäute dürste dasselbe anderen ähnlichen Wässern gleichstehen.

Bei reichlicherem und fortgesetzten Genüsse möchte wohl auch der Lithion-Gehalt in der diesem Stoffe eigenthümlichen Richtung sich geltend machen können.

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