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6 Stück derselben nicht ohne Mühe eingefangen und in meine Botanisirtronnnel ein­gesperrt. Allein die wackeren freiheitsliebenden Thiere haben sich durch Die Trommel durchgefressen, so daß dieselbe jetzt aussieht wie ein Sieb." Wer bet dem Lesen dieser Zeilen sich noch keine Vorstellung von den kostbaren Erzeugnissen derSaurengurken- zeit" machen kann, der wird es gewiß nie lernen.

- sHerrn Grevy's Reise-Ersparnisse) DieGazette de France" stellt anläß­lich der jüngsten Reise des Präsidenten der französischen Republik folgende Verrechnung auf:Unter der noch nicht sicheren Voraussetzung, daß Herr Greoy leinen Eisenbahn­platz hat bezahlen müssen, beläuft sich die Ausgabe nnOA _

von Paris nach Dijon auf 38,80 Francs,

Dijon Dole 5,80

Dole nach Mont - sous - Vaudrey 2,70

47,30 Francs, Rückreise 47,30

Summa 94,60 Francs.

Herr Greoy bezieht aber jährlich aus Staatsmitteln 300,000 Fr. Reise - Ent­schädigung. Er reist aber niemals. Es bleibt ihm also an Ersparnissen pro Jahr aus diesen Einkünften 299,905 Francs 40 Centimes. Multiplicirt man diese Summe mit der Anzahl derNegierungsjahre" des Herrn Präsidenten, so kommt man auf das hübsche Sümmchen von 5,389,297 Francs 20 Centimes."

sHumor in den Bädern.j Der reiche Commercienrath S. und sein Schwiegersohn, der Kavallerie-Lieutenant v. X., weilen in Norderney. Kürzlich über­raschte der alte Herr den Officier, wie dieser in tiefes Nachdenken versunken am Strande steht.Nun, lieber Sohn," redet er ihn an,worüber philosophiren Sie?" Ich dachte soeben darüber nach." antwortete Herr o. L. träumerisch,welche Aehnlichkeit der Mensch mit dem Meere hat!"Sacre bleu!4 rief der Com­mercienrath lachend,worin gleichen Sie denn beispielsweise der Nordsee?"Das kann ich Ihnen sagen," erwiderte melancholisch der Kavallerie - Lieutenant,Bei uns zweien ist augenblicklich Ebbe!" Die Baronin Z. pflegt alle Jahre in Gesellschaft ihres Gemahls vier Wochen in Scheveningen zuzubringen, wohin sie aus Bequemlichkeitsrücksichtcn, um nicht an der Wirthschaftstafel speisen zu müssen, jedes­mal die Köchin mitzunehmcn beliebt. Auch in diesem Sommer hat sie sich dort mit einer Karolinc häuslich niedergelassen, während den Herrn Baron diesmal die Ge­schäfte an die Heimath fesseln. Acht Tage nach ihrer Änkunft in Scheveningen wird die Baronin von einer Bekannten gefragt:Weßhalb speisen Sie eigentlich in diesem Jahre table d'hote? Ist denn das hübsche junge Ding in Ihrem Logement nicht Ihre Köchin?"Nein," entgegnete die Baronin Z. mit einem feinen Lächeln,das ist mein Stubenmädchen. Da nämlich mein Mann zu Hause ebenfalls einen Dienstboten braucht, so hab' ich ihm die Köchin, eine alte und erfahrene Person, zurückgelassen und dafür die Jüngere und Hübschere mitgenommen. Ich will lieber schlecht essen als schlecht -- schlafen!"

Das Unverfrorenste, was an Heirathsgesuchen bisher geleistet wurde, dürfte wohl das nachstehende Inserat imBerliner Tageblatt" sein:Einem unbemittelten alten Herrn, Junggesellen oder kinderlosen Wittwer, lutherischer Confession, jeder Nation, werden 2000 Reichsmark von einer Dame geboten, welche die Grille hat, Frau" heißen zu wollen, ohne Rechte zu beanspruchen, noch Pflichten zu übernehmen. Heirath unter folgenden, contractlich sicher zu stellenden Bedingungen: Beiderseits keine Rechte, keine Pflichten, keine Gütergemeinschaft, Zusammenleben, nicht einmal in derselben Stadt, keine Versorgungsübernahme, kein Erbschaftsrecht Trauungskosten rc. zahlt die Dame. Bevorzugt Herr von hohem Alter und derjenige, welcher von Adel respective den Titelvon" nachweislich zu tragen berechtigt ist. Offerten rc." Ist das nicht geradezu eine Beschimvfung des Instituts der Ehe. Uebrigens ist ein solcher Vertrag, wie er hier angeboten wird, der Verzicht auf alle Rechte und Pflichten für die vertragschließenden Theile keineswegs rechtsverbindlich. Der Fall legt endlich die Frage nahe, ob derartige Ankündigungen von der Oeffentlichkeit nicht ganz auszu- schlieszen seien. In einem solchen Ausschluß dürfte schwerlich eine unberechtigte Be­schränkung der Preßfreiheit zu erblicken sein.

sGegen die Tournüre.) DieNordh. Ztg." schreibt: Die jetzige Zeit vor der Ernte ist in unserer Gegend die Zeil der Schützenfeste in Stadt und Land. Stach Scheiben, Flattern, ein- und zweiköpfigen Adlern und Hirschbildern wird geschossen. Neu und originell dürfte das Ziel sein, nach dem gestern die Schützen unseres Nachbar- dorfes Rottleberode schossen: nach der Tournüre einer mit Fächer und Klemmer be­waffneten Modedame, welche auf einer Holzscheibe abconterfeit war. Auf die mächtige Tournüre war die Scheibe gemalt. Das Bild trug die Umschrift:Die häßliche Diode bringt heut zu Tode der Schützenbund Rottleberode!"

Ein Bär ist los!" mit diesem Schreckensruf wurde das Schützenfest zu Lichtenfels plötzlich gestört. Mitten in das Publikum hinein trabte in der That ein zottiger Petz, der seinem Führer bei einer Vorführung durchgebrannt war. Alles stob auseinander, der Bär aber ging schnurstracks auf eine Bratwurstbude los, deren Würste ihm außerordentlich einladend erschienen; sie müssen ihm aber doch wohl zu heiß gewesen sein, denn mit unwilligem Brummen wandte er sich einem da bei­liegenden Laib Brod zu, der, ehe man sich's versah, hinter seinen Kauwerkzeugen verschwunden war. Inzwischen tarn der Führer herbei, der den braunen Gesellen wieder dingfest machte.

Drei Lehren des Küssens theilt Th. Nöthig in einer liebenswürdigen Plauderei desHumoristischen Deutschland" mit. Der zweifellos sehr erfahrene Autor schreibt: Unsere schönen Leserinnen werden großmüthig verzeihen, wenn wir aus der Schule schwatzen und dem sogenannten starken, aber hierin sehr schwachen und unbeholfenen Mäunergeschlechte drei kurze Kußlehren mittheilen, die uns einst in rosenduftigen Juni­tagen von süßen, küßlichen Lippen zugeflüstert wurden. Sie heißen: Erstens:Drücke die Lippen nicht zu stark und nicht zu schwach auf!" Am Drucke des Kusses, so be­richtet ein Weltumsegler, erkennt man in Amerika auf das Bestimmteste die Gefühle der küssenden Dame. Liebt die Miß einen Mann, so küßt sie ihn mit niedergeschlagenen Augen, aber so innig und feurig, daß er meint, vom Blitz getroffen zu fein. Ist ihr der Verehrer angenehm, so küßt sie mit einigem Sträuben, aber sanft und warm; ist ihr der Betreffende jedoch gleichgiltig, so küßte sie kaum fühlbar und haucht ihn so kühl an, daß sich derselbe frostig die Nase reiben muß. Zweitens:Spitze die Lippen und schmatze nicht!" Ein Ton im Kuß ist ein Kuß gegen den Ton. Der Kuß soll schweigend sein und doch sprechen. Er darf nicht trocken sein, aber noch weniger naß. Er kann lange weilen, darf aber nie langweilen. Drittens:Sei mit ganzer Seele beim Kuß!" das heißt, rede nicht nach den Küssen. Das stumme Schweigen drückt den hohen Werth, den man auf den Genuß legt, am beredtesten aus.Genießt der Jüng­ling ein Vergnügen So sei er dankbar und verschwiegen!" Schaue dem geliebten Gegenstand lieber noch ein Weilchen in die verführerischen, unbeschreiblich schönen Augen, oder ist es finster, so drücke innig das weiche, mollig warme Hündchen. Fragt man uns noch, wann die rechte Stunde zum Küsten ist, so bedauern wir aufrichtig, darüber keine erschöpfende Antwort erteilen zu können. Solche Augenblicke zeigt keine Glocke an und weist kein Zeiger. Dem Aermsten, der diesen richtigen Zeitpunkt nicht selbst beurteilen kann, ist nicht zu helfen und zu rathen. Ein herzliches Lachen nur tönt an mein Ohr und eine liebe, mitleidsvolle Stimme singt:

Dann ist zum Küssen die rechte Zeit, Wenn das Herz Dich treibt und Sehnsucht glüht Auf dem lieblich schwellenden Munde.

Drum liebe und küsse mit frohem Gemüth, So lange das Leben noch goldig Dir blüht, Es enteilet die flüchtige Stunde!

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