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Bure«« : Schulstraß» 7.
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Operationen der französischen Truppen in Tongking stellte. Ferry erklärte jedoch, datz in Tongtmg kein militärischer M'tzersolg zu verzeichnen sei und ersuchte die Kammer, die Verhandlung über die genannte Interpellation auf einen Monat zu verschieben. welchem Antrag die Kammer auch zustimmte. Hoffentlich wirb Herr Ferry zu diesem Zeitpunkt mit der Nachricht von größeren Erfolgen der jranzösischen Massen aus Formosa und in Tongkinq vor da» Parlament treten können, da der offfciöse „TemvS" schreibt, daß General Briäre de l'Jsle und Admiral Courbet nach Eintreffen der letzten Verstärkungen über zusammen 40,000 Mann, incl. der annamitischen TirailleutS, verfügen würden. — Ein Telegramm aus Hongkong meldet, daß dem franzöujchen Pan- zerschiffe „Triomphante", welches in Hongkong eingelausen war, um jede Verletzung der Neutralität zu verbindern, die Erlaubniß hierzu aus Befehl der eng- scheu Negierung von den Behörden verweigert worden sei. Es stellt biet mindestens einen scharfen Depeschenwechsel -wischen Paris und London in Aussicht. ,f ,
Die italienische Regierung hat nch endlich über ihre Colonml- pplitik in eingehendster Weise vernehmen laffen. Es geschah büß in der DienstagS-Sitzung der italienischen Deputirtenkammer, in welcher zunächit der Minister des Auswärtigen, Mancini, darauf hinwies, daß angenchts der modernen Entwickelung und colonialen AuSdehmmg aller Mächte die früheren gegen die Colonialpolitik gerichteten Theorien hinfällig geworden leien und daß Italien in dem Kampfe der Civilisation gegen die Barbarei nicht unthatig bleiben könne. Die Regierung wolle eine coloniale Politik in bescheidenen Grenzen unter Respectirung der liechte anderer Rationen treiben und würden die zu machenden Versuche durchaus im Verhältnis zu den Kräften Italiens stehen Nachdem der Minister dargelegt, wie schon seit langer Zeit der ^deg nach dem Rothen Meere als wichtig für das Gedeihen Italiens anerkannt worden wäre, wandte er sich zu dem Verhältnisse Italiens zu England und führte aus, wie das gegenwärtige italienische Cabinet eine sich aus gemein- same Jntereffen beider Staaten stützende Freundschaft Italiens zu England herzustellen gewußt habe, ohne doch der Allianz mit den Centralmächten zu entsagen. Italien werde am Klothen Meere den Schlüssel zuni wirksamen '-Schutz des Gleichgewichts am Mittelmeere finden; sollte irgend eineMacht dieses Gleichgewicht zu stören suchen, so würde sich Italien entichieoen dagegen zur Wehre setzen. Schließlich appellirte der Minister an die Kammer behufs warmer Unterstützung der colonialen Politik der Negierung, erklärte aber gleichzeitig, daß sich dieselbe auch einem entgegenstehenden Kammervotum zu tonen wissen werde. Der Kriegsminister Mcotti führte aus, daß unter Um- ständen noch ein Bataillon nach Assab geschickt werden würde und wies au, den in der Armee wie im ganzen Lande herrschenden Enthusiasmus tun, welcher beweise, daß in der italienischen Ration die Begeisterung für große Unternehmungen noch nicht erloschen sei. Im weiteren Verlaufe der Sitzung genehmigte die Kamuier die Eisenbahnconventionen bis Art. 41.
Jenseits des Canals steht man noch vollständig unter den: Eindrücke der jüngsten Attentate der Dynamik-Verschwörer in London. Die Entrüstung über diese erneuten Frevelthaten der Dynamitarden ist in ganz England ungeheuer und wird möglicher Weise die englische Regierung veranlassen, höchst ernste und außerordentliche Schritte gegen das verbrecherische Treiben der Fenier zu thun. Jedenfalls könnte sie hierbei aus die entschiedene Unterstützung der Unionsregierung rechnen, da dieselbe ja zur Zeit nut Gesetzen gegen ben fe» brauch von Sprengstoffen vorgeht und daß außerdem der amerikannche ^enot seine Entrüstung über die Londoner Attentate ausgelvrocken bat.______________.
Politische Ueberficht.
Gießen, 30. Januar.
5?er für den 3». Januar angesetzt gewesene Subscriptions-Ball am tüiieilidjrn Hose ist aus den 3. Februar verschoben worden, da der Kaiser an demselben iheilzunchmen wünscht und ist hieraus der er,ieuliche cdM w stehen, t«B bet hohe Herr bi« zu dem genannten Zeitpunkte wieder vollständig berge- sE ^"parlamentarische Bedrängniß, welche sich aus dem Zu« sauimenlagen des Reichstages mit dem preußischen Abgeordnetenhause ergiedt, wild bett wie hier gleich lebhaft empfunden und beide Parlamente aroesten eiiriast um wenigstens mit den Etatsberathungcn in möglichst kurzer Zeit zu Ende zu kommen. Jedenfalls wird indessen da« Abgeordnetenhaus m-.t der Tascussion über den Etat noch eine geraume Weile zubringen und was den Reichstag anbelangt, so ist nickt mehr baran zu benken, daß derselbe, wie urspiünglich in Aussicht genommen war, sich etwa gegen den 1U Februar vertagen könnte. Er ist gerade im Reichstage eine Menge nicht zur Sache gehöriger astvrochen es sind zu viele Doclorfragen ausgeworfen, zu viele akad. Erörterungen «epstoge» woid.n, wodurch sich die Erledigung der driiffMdstm Arbeiten, wie zumal der Etatsbcrathung, in bohcm Grob» verzogerthat, Slnen verhaltmß. mäßig glatten Verlaus hat die Specialberathung des Etats der Zolle und Ser« brauch«steuern genommen, wenigstens sprang hierbei die DrScmfion nicht am west abgelegene Gebiete über, wenngleich sich an einzelne Positionen, rote bie Tabak- steuer Rübenzuckersteuer und Branntweinsteuer, eingehende Debatten knüpften. Bei letztgenannter Position, welcher die Sitzung vom Dienstag zum größten Tbeile gewidmet war, lagen zwei Anträge vor, von denen der ^ne, von nalto- nalläberaler Seite ausgehende und vom Abg. Buhl vertretene, stch aus Erhöhung der Branntweinsteuer bezog, während der andere, welcher von den Fre>conser- vativrn emgebracht und vom Abg. Uhden vertreten, war, vorschlug, die Frist für dir Entrichtung der Branntweinsteuer von sechs auf neun Monate zu verlängern. Bei den Bei Handlungen über die genannten Anträge kamen naturgemäß eine' Reihe specieller, bie SpintuS-Jndustrie betreffende, Fragen zur Erörterung, ür welche in weiteren Kreisen schwerlich ein tieferes Jntcreffe vorhanden sein durste. Eine Frage von allgemeinerem Interesse war die, ob durch eine Erhöhung der Branntweinsteuer dem sich leider immer mehrenden Branntwein-Consum in Deutschland wirksam entgegengetreten würde, in welchem Smne sich die Adgg. Bnbl (nat.-lib.l, Fürst Hatzfeldt (sreicons.s und v. Schalscha (Centr.) äußerten, währeuo bie Abgg. Heine (foc.-bent.) und Dirichlet (sreis.) der Meinung waren, daß nur durch die Beschaffung billigeren Bieres der Branntwein-Consum all- niäliq bekämpft werden könne. Schließlich wurde der Antrag Uhden m die Commission verwiesen, während über bett Antrag Buhl erst in dritter Lesung Beschluß gefaßt werden soll. Der Titel „Branntweinsteuer" wurde unverändert genehmigt und der Rest des Etats der Zölle und Verbrauchssteuern debattelos edebigt. ,.
Prinz Wilhelm von Preußen vollendete am Dienstag sein 20. Lebensjam, aus welchem Anlaß im lrouprinzlichen Palais zu Berlin am Rachmittag des genannten Tages Familieistasel stattsand.
In Berlin ist am Dienstag der sehr zahlreich besuchte 13. deutsche üandelstaq vom Seh. Commerzienralh Delbrück eröffnet worben. Aus den Be- ratbunaen fei hervorgehoden, daß bie vom stänbigen Ausschüße des Handelstages voraeschlagene Resolution, welche den von der Reichsregierung gemachten An- sang einer praktischen Colonialpolitik im Interesse der deutschen Industrie und bes deutschen Handels sreubig begrüß!, einstimmig und unter lebha tem Beifall der Versammlung angenommen wurde. Der Vorsitzende wies auf die große Bedeutung dieses Beschluffes bin, welcher beweise, daß sich die Versammlung bei dieser Frage von allen oie Einzelnen trennenden Differenzen freigemacht habe und daß auch Diejenigen, welche mit den wirthfchastlichen Maßnahmen des Reichskanzlers nicht einverstanden feien, mitgestimml und so ihren -ank sur diese große Tha! de» Reichskanzlers ausgedrückt hätten,
Die Berliner Congo-Conferrnz hat in den letzten Wochen nur durstige Lebenszeichen von sich gegeben und so läßt sich auch über den Schluß der Conscrenz zur Zeit nichts Näheres angcben. Mittlerweile hat aber die praktische Lösung Der Cougo Frage außerhalb des Rahmens der Berliner Con- serenz entschieden Fortschritte gemacht, indem in den Verhandlungen Frankreichs mit der afrikanischen Gesellschaft wegen Abgrenzung der beiderseitigen Gebiete am Congo ein tast vollständiges Einvernehmen aus den bekannten Grundlagen erzielt worden ist. Dagegen wird von Paris aus die von der „Times" gebrachte Nachricht, daß auch zwischen Frankreich und Portugal ein lieberein« famuien bezüglich des Congo getroffen worden sei, als unbegründet bezeichnet.
In Frankreich hat das parlamentarische Leben nach zweiwöchentlicher llnterbrechung am Dienstag seine Fortsetzung gefunden, und zwar zunächst mit der Wiedereröffnung der Deputirtenkammer. Dieselbe ist unter dem Eindrücke des glänzenden Erfolges. den die Ersatzwahlen zum Senate der Regierung und der ministeriellen Partei gebracht haben, vor sich gegangen und Präsident Briffon versäumte denn auch nicht, bie Kammer — natürlich nur bie republikanische Majorität - zu diesem Resultate zu beglückwünschen. Dte Schlappe, welche Admiral Courbet jüngst auf Formosa erlitten, scheint die regte- rungrfreundliche Stimmung nicht verändert zu haben; zwar versuchte von bona, vartistlscher Seite der Deputirte Bauvry dÄffon, diese Affaire gegen das Eabinet Ferri, aurzubeuten, indem er eine Interpellation hierüber und über die
Darmstadt, 29. Januar. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben
Am ^24^ Jmiuar die Großh. Oderlandes-Gerichtsräthe Otto $ift o r und Wilhelm Pfannmuller zu Mitgliedern bes Verwaltungs-Gerichtshose» zu " ^Darmstadt, 29. Januar. Dem Hosdall, welcher gestern Abend int Großh. Palais stattsand, wohnten bei: Se. Königl. Hoheit ^r Grobherzog, Ihre Königl. Hoheit bie Prinzessin Karl, Ihre Großh. H°he>t d'e Prinzeffin Irene Ihre Großh. Hoheiten die Prmzen Heinrich und Wilhelm, ee Großh Hoheit der Prinz Alexander nebst Durchlauchtiger Gemahlin, der Prinzessin von Battenberg, Se. Erlaucht der Graf und Ihre Durchlaucht^ Gräfin zu Erbach-Schönberg, Se. Durchlaucht^er Fürst zu ^^m« -ich, - - Durchlaucht der ftürft zu Pfenburq-Büvmgen, Se. Erlaucht der G-as^m
Herren der Hofgesellschaft. Im Ganzen waren etwa 390 Einladung« Karten gälte in den Affemblöe-Zimmern versammelt hatten, betraten i SeJMmgL
gelegenen ^ervirt . . sLeibgarde-) Regiment Nr. 115 hatte die
Musik-^elle gestellt, Hosgartner. Di^mnn dü Ausschmückung der Ball-Loeali. täten und des Treppenhauses aus« Geschmackvollste geleitet.
2« Samstag den 31. Zannar l®85
Wehener Anzeiger
Amts- und Anzeisitblatt für dm Kreis Gießen.


