Ausgabe 
22.3.1885 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

LASS

Sonntag den 22. März

GrfteS Blatt

Nr. 69

Wchmer Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

II ............. . ~ t . _ _ . _ Mrets vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlsh«.

. äca.iffirnh 7 Erscheint lAgtich mit Ausnahme »es MoMSOS. die Volt beroaen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf.

>tt.

Erscheint ILglich mit Ausnahme deS Montag-.

VNr-ONr Schulftraße 7.

Von kommender Woche an wird sich das Steuer-Commiffariatt-Barea« im Hause des Herrn Rechtsanwalts Muhl, Alicestraße 23

Süffert, Steuerrath.

ussel

4 21-

besucht S

[ne. aute Schenkamvit.

e m der Erped. d. Bl. |

1 silb. Löffelchen.

Gießen, den 21. März 1885.

Gesunde»: 1 Paar Handschuhe, 1 Uhrschlüssel, 2 Portemonnaies, 1 Geldbeutel, 1 seid. Halstuch, 1 roches Halstuch, 1 Handschuh, 1 Brille,

Mrets vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlvh^ Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar? 50 Pf.

de, v' in Vs ereigns riales

16

16 ti

Stocf, befinden.

Wegen des Umzugs fällt der Amtstag am nächste« Dienstag aus.

Gießen, den 21. März 1885.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. V.Kraemer.

eW

inenstricW Pieisdi II .L§M

,is Abends 10 Mi I

eiM Strector.

Hm'ttsgS L Mr 8

2033 I ___________- | MstmädcheNM« I affucht Sonnenstraß; I

I

4-5 Zimmern mit N I LSK

in kurzer Frist zu bereuen haben wird. Die Landescomites von Württemberg, Baden und Dessen werden in Bekämpfung des bedauerlichen Planes einig gehen. Oberbürgermeister Ohly von hier, als Vorsitzender des Hessischen Landescomites, reist morgen zu der am 23. ds. Mts. stattfindenden Sitzung des Central-Comitos nach Berlin. (D. T. A.)

St. Johann, 20. März. Unter großer Theilnahme sand heute in Dudrveiler die Beerdigung von 29 der verunglückten Bergleute und in Heeresohr von 50 derselben statt. Die Spitzen der Bergbehörde, die Geistlichkeit beider Confesfionen, der Kriegerverein, die Feuerwehr und eine bergmännische DeMa- tion aus der Psalz wohnten derselben bei. Aller Kreise bemächtigte sich tiefe Trauer. Für die Hinterbliebenen werden Sammlungen veranstaltet. Was dis Knapvschaftskasse. die stark engagirt wird, zahlt, reicht bei Weitem nicht aus, man wird die Hülfe des Staates und die Privatwohlthätigkeit in Anspruch nehmen müssen. -l8r- Ztg.)

Es sind noch 15 Leichen im Grubenschacht; ihre Förderung wird wegen entgegenstehender Hindernisse vorläufig unmöglich sein. Zm Zechenhaus liegen noch 7 Leichen, schrecklich verbrannt, 3 davon sind bisher nicht recognotz- cirt. Der Berghauptmann aus Bonn ist hier gewesen. (Fr. Ztg.)

Berlin, 2.0 Mar. ^Reichstag.) Der Reichstag setzte in der heutigen Sitzung die Berathung der Holzzölle mit dem Bretterzoll fort, der in der Vorlage auf 2 tu den^missi-onsL-'schlägen auf 1 50 H festgesetzt war. Seitens deS natl. Bbg-

Spahn war ein Satz von l^L beantragt worden, wozu heute noch ein Ermäßigungs- Antrag bis auf 0,70 JL von den Abgeordneten Kröber, Rickert und Stiller eingebracht wurde. , , , ,

In der Diskussion wurde hervorgehoben, daß einzelne Provinzen sehr arm au Holz seien, dagegen der Verbrauch namenUich in der Landwtrtbschaft ein sehr großer ist, auch der sehr erhebliche Bedarf der Ktstenfabrikatton wurde geltend gemacht. Der Ver­treter der Reichdregterung führte ans, daß der Bretterzoll hauptsächlich zum Schutze der inländischen Sägemühlen-Industrie eingesührt werden solle. Die Arbeitslöhne, welche jetzt <m Auslande verdient würden, könnten dann auch dem Jnlande zu Gute kommen. Die Befürchtung, daß dadurch die Bretter vertheuert werden, werde sich nicht verwirklichen, ebenso wie eingetroffen sei, daß der Zoll von 1879 die gehobelten Bretter vertheuerte.

Der Zollsatz von 1 per 100 Kilogramm oder 6 per Festmeter wurde mit 148 «egen 135 Stimmen angenommen. c

Für Böttcherwaaren und hölzerne Möbelwaaren rc. war in der Regierungs­vorlage ein höherer Zoll nicht beantragt worden, mdesstn hatte die Commission eine Er­höhung der betreffenden Zollsätze von 3 JL, 6 und 10 auf 4 resp. 9 Jt, refp. 14 JL vorgeschlagen, doch wurden diese erhöhten Zollsätze mit 141 gegen 140 Stimmen abgelehnt. Der Eindruck, den dieses in einer hochwichtigen Angelegenheit so kleinliche und zufällige Resultat auf das Haus machte, äußerte sich in schallender Heiterkeit. ,,r ,

Der bisherige Zollsatz für imitirtes Fischbein, sog. Hornfischbein, erfuhr auf Antrag deS Abg. v. S chalcha eine Erhöhung wiederum durch eine ZufallSmajorttat von 30 JL. auf 60 u

Für Abfälle, welche bet der Bearbeitung von Bau- und Nutzhölzern in den Transitlägern entstehen, tritt, wenn die Hölzer in daS Ausland ausgeführt werden, ein Nachlaß ein, der für Säge- und Schnittwaaren 33V3 pCt. und 20 pCt. je nach der Beschaffenheit; ferner sür ungesäumte Bretter 20 pCt.. für gesägte Fourntere 50 pCt.. für Hobelarbeit 15 pCt., in allen übrigen Fällen 7Vz pCt.

Die von conseroatioer Seite beantragte sofortige Inkraftsetzung des Termins (Abg. v. Schlteckmann) fand nicht die Zustimmung des Hauses, es verbleibt daher bei der Bestimmung, daß die Zollsätze sür Faßdauben, Naben, Speichen und in der Richtung der Längsachse beschlagenes Bau- und Nutzholz am 1. Juli d. I. in Kraft treten, alle andern Sorten, roh oder in der Querrtchtung mit Axt und Säge bearbeitet am 1. October er.

Morgen stehen kleinere Vorlagen zur Verhandlung; am Montag die Dampfer- subventionS Vorlage.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Corresporrdem' Bureau.

Berkin, 20. März. Der Staatssecretär, Generalpostmeister Dr. Stephan, ist von Sr. Maj. dem Kaiser gestern in den Adelsstand erhoben worden.

Der Prinz von Wales mit seinem Sohne, dem Prinzen Albert Victor, und der Herzog von Edinburgh machten heute dem Kaiser, der Kaiserin, den Mitgliedern der König!. Familie, sowie dem Fürsten Bismarck Besuche und em­pfingen deren Gegenbesuche.

Das Abgeordnetenhaus bewilligte in seiner heutigen Sitzung tue For­derungen für die Secundärbahn-Linien Hildesheim-Braunschweig, Hochneukirch- Grevenbroich, Oppeln-Namslau, Glatz-Rückers, Rogasen-Jnowozlaw und Schec- Silschede, sowie den Nest der Vorlagen. Die nächste Sitzung findet morgen, Vormittags 10 Uhr, statt; auf der Tagesordnung stehen kleinere Vorlagen.

Das Herrenhaus ermächtigte heute das Präsidium, Sr. Majestät dem Kaiser zu Allerhöchstem Geburtstage die Glückwünsche des Hauses darzu-

Kaisers Grdurtstsg.

Ja, er ist ein Tag der Freude, ein nationales Fest geworden, Kaiser Wilhelms Geburtstag! Nicht die Sucht nach eitet prunkendem Personen-Cultu» spiegelt sich in dieser Feier wieder, sondern die Herzenssreude der deutschen Volkes darüber, endlich einen Kaiser zu besitzen und gerade einen solchen Kaiser, der Majestät und Würde, Mlde und Gerechtigkeit in echt kaiserlicher Weste in sich vereint und der im hohen Greisenalter von nun 88 Jahren noch immer allen Deutschen ein glänzendes Vorbild in allen ritterlichen und männlichen Tugenden ist.

Wie ein leuchtend Gestirn nach langer, düsterer Zeit, so tritt Kaiser Wil­helm in der deutschen Geschichte auf, in seiner erlauchten Person ist der Traum der Väter von Jahrhunderten verkörpert, vor seiner Weisheit, seiner Machtfülle, seiner Mäßigung und Friedensliebe beugen sich alle Nationen, dies muß dem greisen Fürsten selbst der Haß und Neid laffen. Und kein geringes Verdienst um die Nation erwarb sich der Kaiser, daß er noch drei Sterne sür das Vater­land aufgehen half, daß er die rechten Männer sür sein großes Werk aus- erwahlte, sie stützte und gewähren ließ: Den Fürsten Bismarck, den Meister der Staatskunst, den Grasen Moltke, den meisterhaften Beherrscher der Kriegs­kunst und den leider schon verewigten, aber unvergeßlichen Neuschöpfer der preußisch-deutschen Armee, den Kriegsminister Grafen Roon. Nur mit solchen Männern, die vollständig auf der Höhe ihrer Zeit standen, vermochte Kaiser Wilhelm sein Werk, die Wiedergeburt des deutschen Reiches durchzusühren.

Am Abende seines Lebens geht Kaiser Wilhelms Wunsch und Streben dahin, das errungene Werk zu besestigen, den Frieden nach Innen und Außen zu sichern und wie es in der berühmten Versailler Kaiserbotschaft heißt, ein Mehrer an friedlichen Gütern für das Reich zu sein. Kein Staatsmann und Politiker wird verkennen, daß sür eine junge, emporstrebende Macht gerade in der Vermehrung der Friedensgüter die schwierigste Aufgabe liegt. Aber zum größten Thelle vollendet sieht auch die Regierungszeit Kaiser Wilhelms bereits auf diese Aufgabe. Der Friede mit den Nachbarreichen ist so gefestigt, wie es seit Jahrzehnten nicht der Fall war, mit Oesterreich, dem stammverwandten Lande, ist Deutschland durch eine ausrichtige und dauerhafte Freundschaft ver. bunden, mit Rußland ist letzten Sommer durch die Kaiserbegegnung zu Skier- mewice die alte Freundschaft wieder hergestellt, mit Frankreich vollzieht sich allmählich eine Aussöhnung und die Wolken, die anläßlich der deutschen Colonial­politik sich zwischen England und Deutschland aufzuthürmen drohten, haben sich schon wieder verzogen. Aehnliche Früchte des Friedens zeigt Kaiser Wilhelms Regierung auf dem inneren Gebiete, wo zumal die socialen Härten durch die Unfall- und Krankenversicherung der Arbeiter gemildert wurden und durch einige andere Reformen noch mehr auf diesem Gebiete geschehen soll. Die Re­gierung eines solchen Kaisers segnen alle Vaterlandsfreunde und wünschen dem greisen Herrscher an seinem 88. Geburtstage Glück und Segen zu einem neuen Lebensjahre.

Darmstadt, 19. März. Neueste Berliner Nachrichten, aus unmittelbaren Quellen stammend, taffen auch hier keinen Zweifel darüber übrig, daß die Mttheilungen der Magdeburger Ztg." über die beabsichtigte Verwendung des Ertrags der Sammlungen für die Bismarck-Ehrengabe zu öffentlichen Zwecken total unbegründet sind. Es liegt Gewißheit darüber vor, daß bei den maßgebenden Personen desCentral-Comitös für die Bismarck- Ehrengabe", an dessen Spitze der Herzog von Ratibor steht, die bestimmte Absicht obwaltet, für die zur Verfügung des Comitos gelangende Summe größere Gütercomplexe anzukaufen und dem Reichskanzler am 1. April zum Geschenk nnznbieten. Das soll namentlich der Wille der Berliner Börsenherren sein, welche größere Summen gezeichnet haben. Es wird gewiß Niemand einen Einwand dagegen haben, wenn die über Millionen gebietenden Herren dem Reichs­kanzler aus chreu Taschen eine solche Ueberraschung bereiten; allein wenn sie nicht die ganze Summe auswenden wollen, welche zu dem angegebenen Zweck erforderlich ist, so sollten sie, die doch dabei den größten Theil des Dankes zu gewärtigen haben, die Beiträge der ge­ringen Leute, die sich in Taufenden von Fällen nicht über einige Pfennige, erheben, nicht als Zuschüsse verwenden wollen. Das widerstreitet nun einmal der Intention der meisten Geber und dem Gefühl des Volkes, welches in Geldsachen eben anders denkt und fühlt, wie die Männer des Großkapitals und der Börse. Diese Herren sollten aber doch auch in ! reifliche Erwägung ziehen, wie gerade in der gegenwärtigen Zeit die Tendenz einer gerade von ihrer Seite gemachten Schenkung an den'Reichskanzler von den politischen und wirth- schaftlichen Gegnern ausgefaßt werden wird. Mag auch die wirkliche Absicht eine selbstlose sein, so wird man sie doch in einer Weise zu deuten suchen, die in breiten Schichten der Bevölkerung Mißtrauen und Verstimmung Hervorrufen nruß. Lasse man sich deshalb nicht ? von allzuguten Absichten hinreißen, Entschließungen zu treffen und auszuführen, die man

00 Pst 8 gHf* Kabeljau,

- »oUmöDfe, 3 » 2 Statt, Ä

1 #ilic 1,50 Matt, H n Der 1