Oaudel und Wetkedr.
Limbura, 13. Mai. Rother Weizen X 16.30, weißer Weizen JL 00.00, Korn 00 00, Gerste JL 10.60, Hafer J4 7.60, Kartoffeln ä 100 Pfund J4 0.00, Erbsen & 100 Pfund 00.00. ______
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Correspondenz»Bureau.
Berlin, 14. Mai. Eugen Richter wird im Herbste eine täglich erscheinende Zeitung gründen. c _ ,
Wien, 14. Mai. Der Kaiser stattete heute der Fürstin von Montenegro einen viertelstündigen Besuch ab. c . , , ri „ „
Petersburg, 14. Mai. Eiii Tagesbefehl des Krregsmlmsters vom 20. April (2. Mai) er. ordnet die Ausführung des Kaiserlichen Erlasses vom 13. (25. Mai) v. I. an, nach welchem in Rowogeorgiewsk und in Brest-Litowsk je ein neues Festtmgs-
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gieße«.
Evangelische Gemeinde.
Sonntag Exaudi, 17. Mai.
Vormittags 9V- Uhr: Pfarrer Dingeldey.
Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser. „
Vorstellung und Prüfung der zu confirmirenden Mädchen.
Kinderkirche, Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser.
Am 2. Pfingstfeiertage findet die Confirmation der Mädchen und m Verbindung mit derselben die Feier des heiligen Abendmahls statt; die Beichte wird am Samstag zuvor, Nachmittags 2 Uhr, gehalten. .
Am 1. Pfingstfeiertage wird nach beiden Gottesdiensten eine Kollekte für btt Lutherstiftung, desgleichen am 2. Pfingstfeiertage eine solche für die Armen unserer Gemeinde erhoben werden. o_ ,
Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 17. bis 23. Mar besorgt Pfarrer Dingeldey.
svanischen Handelsvertrag. Die Nothwendigkeit von Merstbegunstrgungsverträgen überhaupt wurde von den Abgeordneten Grad und Bamberger erörtert welcher Drö- kussion Staatsseeretär v. Burchardt mit der Bemerkung ein Ende machte, daß cs sich hier nicht um die Einführung, sondern um die Abänderung emes solchen Ver- trQ0C5 Stürmische Heiterkeit erregte ein Zwischenfall, in dem der Abg. Richter gegenüber dem Abg. v. Schals cha au constatiren vermochte, daß dieser Hauptleiter der schutzzöllnerischen Bewegung voir dem Bestehen eines Meistbegunsttgungsvertrags zwischen Deutschland und der Türkei keine KenntNiß habe. , o „
Bei der Fortsetzung der Berathnng der Zolltansnovelle, bett. Cichone, wurde der Zoll von l^L auf dieses ärmliche Surrogat mit 154 gegen. 140 Stimmen aufrecht erhalten; ebenso gelang es nicht, Erleichterungen der Holzzolle bezüglich der Beschlüße zweiter Lesung herbeizuführen, so daß die zuletzt beschlossenen Satze Gesetz werden. Für Hormstabe aus Büffelhörnern und andere zur Verarbeitung vorgerichtete Horner wurde der tu zweiter Lesung beschlossene Satz von 60 «X auf 4O^L herabgesetzt, dagegen für gepreß c Hornknöpfe der Zoll von 30 Jü des bisherigen Tarifs auf 160 erhöht, ebenso für
halbseidene Kleider von 450 JL auf 675 Sonst blieb es für künstliche Blumen,
Taschenuhren Leinengarn, Leinivand, Damast, Bänder, Borden, Lichter, Branntwein, Arrac Rum Schaumweine, Fleisch und Extracte, Fische, Geflügel, Honig, Cacao, Eaviar, Krmftmehl, Maccaroni, Hülscnfrüchte-Fabrikate, Muscheln, Austern, Hummern, Reis zur Stärkefabrikation, Schmalz, Talg und Wachs bei den Beschlüssen der zweiten Berathnng, da alle Ermäßigungsanträge, unter forttrten Anträgen auf Schluß der Dls- kussion, uou der schutzzöllnerischen Majorität abgelehnt wurden
Die dritte Lesung des mit Spanien abgeschloßenen Handelsvertrags sollte gleich- zeitig mit der restlichen Berathnng des Zolltarifs in einer heutigen Abendsitzung vor- aenommen werden, wonach sofort der Schluß der Session hatte erfolgen tonnen. Nachdem aber der socialdcmokratischc Abg. Kayser mit seinen Genoßen hiergegen wegen der „sausenden Galoppbcrathnng" - eine Acußcrung, die ihm einen Ordnungsruf einbrachte - Einsprache erhob, so wird heute, trotzdem bereits eine stebenstundige Sitzung stattgefundcn hat, in einer ans 8 Uhr anberaumten Abcndsltzung der Rcst der Jolltarifnovclle berathen werden.
— (Abendsitzung, i Die 3. Berathnng der Zolltarifnovelle wurde in heutiger Abcndsitzung, die von 8 Uhr bis gegen Mitternacht dauerte, fortgesetzt. Von Setten der freien Vereinigung lagen für die Position Sterne nur redactronelle Abänderungen vor, ein weiterer Antrag, den Schiefer, seewärts oder von den Zollausschlußgebleten an der Elbe und Weser eingehend, sofern er dorthin seewärts emgefuhrt ist, mit 0,50 JL (d. h. zum bisherigen Zollsätze) zu verzollen, wurde abgelehnt. Dre Zollsätze für Sttoh- und Bastwaaren, sowie für Thomvaaren wurden genehmigt, ebenso für Vieh, zuzüglich einer Bestimmung, daß für die Bewohner des Grenzbezirks, die Einfuhr von Zugochsen von W bis 5 Jahren statt 30 X zu dem bisherigen Zollsätze von 20 X pro Stück zum eigenen Wirthschaftsbetricb unter besonderen Eontrolen au ge- statten fft.. Perathung des Gesetzestextes wurde ein Antrag des Abg. Rickert, daß bezüglich der Getreidettansitlager die ausgeführte Menge von Getreide als die zollfreie Menge der Durchfuhr angesehen werden soll — wodurch der Nachweis der Identität wegfallen würde — abgelehnt, dagegen eine Resolution des Abg. Heeremann, die Frage dieser Transitlägcr und der ihnen zu gewährenden Erleichterungen einer besonderen Prüfung zu unterziehen, angenommen. , .
Eine längere, sehr erregte Debatte, wie sic m deii Raumen des Reichstags, der an stürniische Verhandlungen gewöhnt ist, zu deii Seltenheiten gehört, knüpft sich an einen Antrag des Abg. Richter, den Einführungstermin des neu beschloßenen Zolles für Schlciumkreidc bis zum 1. Juli 1886, d. b. bis zum Ablauf des Schweizer Handels- verttags hiuauszuschicbeu. Es drehe sich hierbei, wie der Antragsteller ausführte, um ein eigenthmiiliches Jnterpretationskunststück, welches man dadurch fertig brachte, daß mau die Schlcmmkreide aus der Zolltarifposition „Erden" in die Position „Droguen" versetzte, um dcni Schweizer Handelsverträge ein Schnippchen zu schlagen. Dieses erscheine geeignet die deutsche Vertragstreue in ein cigcnthümliches Licht zil stellen, eine Aeußerung, die der Präsident v. Wedell-Picsdorf gegen die stürniische Opposition der Linken mit einem Ordnungsruf rügen au müssen glaubte, während er feinen Einspruch erhob, als der Staatsseeretär v. Bnrchard in sichtlicher Erregtheit gegen den Abg. Richter polemisirte und ihm vorwarf, nur auf die Interessen des Auslandes bedacht gewesen zu sein Die Versetzung in eine andere Position widerspreche nicht dem amtlichen Waarenverzeichnisse und werde der Zoll den meistbegünstigsten Nationen gegenüber nicht zur Anwendung kommen. . ..
Schließlich gelangte noch die Klausel zur Annahme, daß der in meistbegünstigten Staaten produeirte Roggen bis zum 1. August 1885 zu 1 Jü eingeführt werden kann, wenn die Verträge darüber vor dem 12. Mai abgeschlossen sind.
In namentlicher Abstimmung wurde die Zolltarifuovelle int Ganzen nut 199 gegen 105 Stimmen definitiv genehmigt. ~
Die letzte Sitzung vor dem Sessionsschluß findet am Freitag statt.
Artillerie - Bataillon und in Iwangorod zwei solcher Bataillone errichtet, ferner di- beiden Festungs-Artillerie-Bataillone in Dünaburg, sowie das Festungs - Artillerie- Bataillon in Warschau um eine Compagnie vergrößert werden sollen. c , .
Newyork, 14. Mai. Ein hier eingettoffencr transatlantischer Dampfer bringt die Nachricht, daß er am 6. und 7. d. Mts. unter dem 47. Breitegrade Eisberge und ein großes Eisfeld angetroffen habe.
Panama, 14. Mai. Der auf Anordnung des Befehlshabers der truppen von Columbia verhaftete Jnsurgentenführer General Aizpuru ist nach Bogota gebracht
Bukarest, 14. Mai. Heute fand Hierselbst die Eröffnung der rumänischen Synode statt. Es wurde dabei eine königliche Botschaft verlesen und in derselben der Act mitgetheilt, durch welchen der ökumenische Patriarch und seine Synode die rumänische Kirche als vollständig unabhängig und allen andern autocephalen orthodoxen Kirchen gleichstehend anerkennen.
Belgrad, 14. Mai. Der Adjutant des Königs, Oberstlieutenant Franasowie, ist zum Gesandten in Rom ernannt worden. - zts.
Sirnla, 14. Mai. (Telegramm des „Reuter'schen Bureaus".^ Die neue afghanische Grenze soll dem Vernehmen nach nördlich von Zulfikar beginnen, dann m östlicher Richtung bis nach Tschamanibad am Kuschk gehen, von dort den Flutz entlang bis Hausichan, sich dann in nordöstlicher Richtung zu einem Punkte südlich von Pendjeb wenden und sich von dort bis nach Chodja Salch am Amu Darja ziehen.
Paris, 14. Mai. Eine Depesche des Generals Bridre de l'Jsle aus Hanoi vom 13. d. M. meldet, er habe die offieielle Mittheilung von der Räumung Langsons am 5. d. M. erhalten. Die Chinesen hätten angesichts der materiellen Schwierigkeiten einige Tage Aufschub verlangt, die Positionen am Rothen Fluß zu räumen. Bnäre habe Patenötre davon verständigt, daß er bereit sei. den Chinesen einen neuen Auf schul; von 10 Tagen zu bewilligen unter der Bedingung, daß Tuanquan am 23. d. Mts. den Franzosen überaeben werde. Die Banden von Piraten, welche sich seit Beginn der Räumung in der Richtung auf Tammoi und Dangson auf dem Schwarzen Flusse, dem Claire-Flusse und dem Songeau gezeigt hatten, werden lebhaft UClfOl08otti>ott, 14. Mai. (Telegramm des Reuter'schen Bureaus.^ Die hier statt- findenden Unterhandlungen bezüglich der afghanischen Grenze nehmen seit einigen Tagen einen befriedigenden Verlauf und dürften demnächst zu Ende geführt werden. Lessar soll alsdann nach Asien gehen, um an Ort und Stelle an der Grmzabstecküng theilzunehmem^^^^ eine Anfrage Chaplin's, ob die Antwort Rußlands auf die Vorschläge Englands eingetroffen sei, erwiderte der Premier Gladstone, er habe dem Hause in dieser Beziehuna keine authentische Mittheilung zu machen, er wisse nur, daß die Unterhandlungen fortdauern. c c „ . , . ,,
— Nach heute getroffener Entschließung wird der größte Thett der bet ©nahm stehenden Truppen zurückgezogen werden. Die dort befindliche Garde-Jnfanteriebrigade trifft in nächster Zeit hier wieder ein,
Katholische Gemeinde.
6. Sonntag nach Ostern- (Exaudi)
Von 6 Uhr an Beichte. Um 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Conu nuinion. VzW Uhr: Hochamt und Predigt. Um 2 Uhr: Sakramentalische Andacht.
Am Dienstag und Freitag um 6 Uhr: Maigebet.
Am Samstag: Vigilfasten.
AllKsiholischk Gemeinde.
Sonntag den 17. Mai findet um 11 Uhr in der Stadtkirche altkatholischcr
Gottesdienst statt.
GMesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 7 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 835 Uhr.
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