Ausgabe 
10.5.1885 Erstes Blatt
 
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

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Amtlicher H ij ei l.

Betreffend: Remunerirung des Feldschutzpersonals in dem Rechnungsjahre 1884/85. Gießen, am 8. Mai 1885.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Grotzherzoglicherr Bürgermeistereien des KreifeS.

Zur Belohnung besonders pflichtgetreuer Feldpolizeibediensteten ist uns wieder ein entsprechender Betrag zur Verfügung gestellt worden. Wir geben Ihnen daher auf, uns dieienigen Bediensteten Ihrer Gemeinde, welche auf den Feldschutz verpflichtet und einer Belohnung würdig und bedürftig sind, bis zum 10 Juni L I. zu bezeichnen. Wenn solche Bedienstete in Vorschlag gebracht werden, welche schon in früheren Jahren Remunerationen erhalten haben, so genügt die Bezugnahme auf die früheren Berichte, falls eine Veränderung in den Verhältnissen nicht eingetreten ist. Werden Bedienstete zum erstenmal in Vor­schlag gebracht, so müssen au den Berichten die persönlichen und dienstlichen Verhältnisse genau Hervorgehen.

Vorschläge, welche nach dem oben bemerkten Termine einlaufen, bleiben in diesem Jahre unberücksichtigt.

vr. Boekmann-__:

Betreffend: Das von den Hebammenschülerinnen in den Entbindungsanstalten zu Gießen und Mainz zu entrichtende Kostgeld.

Bekanntmachung.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß vom 1. April l. I. an für Hebammenschülerinnen, welche in einer der obigen Anstalten auf eigene Kosten lernen, der für Unterricht, Wohnung und Verköstigung während eines Unterrichtscursns zu entrichtende Betrag von 200 M. auf 2o0 JL erhöht worden ist. ä

Gießen, am 8. Mai 1885. Großherzogliches Krersamt Greßen.

vr. Boekmann.

Gefunden: 1 schwarze Schürze, 1 Filzhut, 1 Handschuh, 1 Zahnbürste, 1 Schließkorb, 1 Taschentuch, 1 Petschaft, 1 Schirm, 1 Cylinder-Uhr,

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Am 5. April wurde dem Schulamtsaspiranten Wilh. Bangel aus Rocken­berg die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Walldorf übertragen; am 9. April wurde der von dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau auf die Leh­rerstelle zu Güttersbach präsentirte Schullehrer Adam Sattler zu Ober-Hain- 'brunn, am 10. April wurde der von dem Herrn Fürsten zu Solms-Braunfels auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weckesheim präsentirte Schulamts- .aspirant Rudolf Düll aus Burggräfenrode für diese Stelle bestätigt; am 14. April wurde dem Schulamtsaspiranten Ludwig Heinrichs Fritsch aus Zwin- aenb- ,? eine Lehrerstelle an der evang. Schöle zu Wallertheim, am 18. April würbe dem Schullehrer Karl Schuchmann zu Erbach die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Zell, an dems. Tage wurde der Schulamtsaspirantin Elisabeth Bittong aus Mainz eine erledigte Lehrerinnenstelle an der kath. Schule zu Kästel, am 19. April wurde dem Schulamtsaspiranten Joseph Wehner aus

9. Ruhestandsversetzungen:

Am 14. April wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Urberach Martin Schömbs aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuer Dienstsührung, mit Wirkung vom 1. Mai an, an dems. Tage wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Laubenheim Jacob Werner auf sein Nach- suchen, mit Wirkung vom 1. Mai an, am 18. April wurde der'Schullehrer an der Gemeindeschule zu Glashütten Friedrich Greim auf sein Nachsuchen, am 24. April wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Wernges Heinrich Zimmer aus sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Mai an, am 26. April wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Bornheim Konr. Paul Knell, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Mai an, in den Ruhestand versetzt.

10. Concurrenzeröffnungen:

Erledigt sind: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Stadecken mit einem jährl. Gehalt von 900 «M. Eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober- Mörlen mit einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemeffenden jährl. Gehalt von 1000 bis 1200 «X

11. Sterbefälle:

Gestorben sind: Am 11. Mai 1883 der Notar Nikolaus Eisenmann zu Ober-Ingelheim; am 27. März 1885 der Lehrer i. P. Heinrich Offenbächer zu Messel, zuletzt wohnhaft zu Bessungen; am 22. April der evang. Pfarrer Wil­helm Drescher zu Wieseck; am 23. April der Lehrer an der Gemeindeschule zu Münster Eduard Simon.

2 Bücher.

Gießen, am 9. Mai 1885.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. V-: Kraemer.

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E R Berlin, 8. Mai. fReichskag.j Im Reichstage wurden heute die Früchte geerntet, die die Compromißanrräge der verbündeten Parteien des Zentrums und der Konservativen gesäet hatten; von Verhandlungen kann daher eigentlich nicht gesprochen werden, denn das Resultat stand fest und so drehte sich die Discussion zumeist mir um Versuche dem von dieser Steuer bedrohten Verkehre einige Erleichterungen zu ver­schaffen. Vergeblich wurde angeführt, daß die Belastung durch diese Steuer Diejenigen, die davon erreicht werden sollen, gar nicht treffen würde, die Börse erscheine hierbei nur als Steuererheber, denn je nach Angebot und Nachfrage bethellrge sich der Konsument und Produzent an ihrer Aufbringung. Für Wechsel, die in ausländischer Wahrung zahlbar sind, sowie für Auszahlungen in fremden Valuten an ausländischen Platzeir wurde Steuersteiheit festgesetzt; ebenso laut dem Eompromiß un Unterene oer Landwirtschaft für alle Kaufgeschäfte von Waaren, die von einem der KontraDentew im Jnlande erzeugt oder hergestellt sind. - Aus Erkenntlichkeit für die^von der nationalliberalen Partei als den eigentlichen Vätern des Gesetzentwurfes geleistete Gefolgschaft verzichtete man auf den in der zweiten Lesung^ angenommenen Kontrol- antrag; es wird daher zwar die Bestimmung über die behördliche Konti ole der Bucher von Aktiengesellschaften, Liquidationsbureaus u. s. w. bezüglich der ^uerentrichtiing aufrecht erhalten, dagegen der Bücher von einzelnen Personen, wenn em verdacht der

von der nationalen Wei b«t wurde und dabei eine erhebliche Meinungsverschiedenheit innerhalb derselben erkennen ließ, wurde der Gesetzentwurf mit 214 gegen 41 Stimmen angenommen.

Der Vertreter von Hamburg, Herr Woermann, stimmte zur dieBorsensteuer, der Vertreter von Bremen, Herr H. H. Meyer dagegen. ,,

cL der ferner' zur Verhandlung stehenden Berichterstattung über die vor zwei esse *7.7

ilevenmvuiv ge kleinere Anträge zur Verhandlung, am Montag wird die dritte Lesung des Zolltarifs begonnen und, wie es allseitig gehofft wird, innerhalb dreier Tage beendet werden.

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Fulda eine Lehrerstelle an.der Gemeindeschule zu Lämmerspiel, an dems. Tage ' wurde der Schulaspirantin Elisabeth Sprey aus Seligenstadt eine Lehrerinnen-

an der Gemeindeschule zu Bieber, am 24. April wurde dem Schullehrer Friedrich Winter zu Altenstadt eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schwal- un) ^eim übertragen.

9JJJ 8. Dienstentlassung:

Am 28. April wurdie die Lehrerin an der Gemeindeschule zu Bretzenheim Margaretha Keilmann, mit Wirkung vom 1. Mai an, aus ihr Nachsuchen entlassen.

Darmstadt, 8. Mai. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:

Am 29. April den Rector der höheren Bürgerschule §u Wimpfen a. B. Karl Landgras zum Director der Realschule zu Wimpfen a. B. zu.ernennen.

Darmstadt, 8. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Mr. 7) enthält:

1. Bekanntmachung Großh. Brandverstcherungs - Commission, die Auf­bringung des Bedürfniffes der Großh. Landes - Brandverstcherungs - Anstalt für 1884 betreffend.

Gemäß Verfügung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom -27. April 1885 soll dieses Bedürsniß durch einen Ausschlag von Elf und ein halber Pfennig aus je Einhundert Mark Brandversicherungs-Capital, das am Schluffe des Jahres 1884

in der Provinz Oberheffen . . . 267,288,950

in der Provinz Starkenburg 390,872,970

in der Provinz Rheinhessen . . . 332,567,140

demnach im Ganzen 990,729,060 «X beträgt, gedeckt werden und die Erhebung dieses Beitrags in den ersten fünf und -zwanzig Tagen des Monats Juli laufenden Jahres in einem Ziele erfolgen.

2. Ueberstcht über die Einnahmen und Ausgaben des Vicinalwegbaufonds Ber Provinz Rheinheffen für das Jahr 1881/82.

3. Ueberstcht über die Einnahmen und Ausgaben des Vicinalwegbausonds für die Provinz Rheinhessen für das Jahr 1882/83.

4. Ordensverleihungen.

5. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens.

6. Namensveränderung.

7. Dienstnachrichten:

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