Einzelbild herunterladen

-»N

Walz 3

Branche geehrten en.

sondern ^'nehmen i meinen i, welches Me Be- billig p

ümGcht

irx.

-33

-15

-1

-20

-12 1-18 5-21

von X 18-32 7-27 " " 4-18

i F 4,50-18-

Beilage zu Nr. 235 desGießener Anzeiger".

Politische lteberfkcht.

Gießen, 8. October.

Die Antwort Deutschlands auf die jüngste spanische Note scheint noch immer nicht abgegangen zu sein, wenigstens meldete dieser Tage eine osficiöse Notiz, daß die Antwort dem Kaiser noch zur Genehmigung vorliege. ES ist möglich, daß diese Antwort das Vermittleramt des Papstes in der Karo- linensrage überflüssig macht, immerhin bleibt aber die bedeutsame Thatsache be­stehen , daß das Oberhaupt der katholischen Christenheit von Deutschland zur Uebernahme dieser Vermittler-Rolle ersucht worden ist. Daß Leo XIII. diesen ihn und das Papstthum ehrenden Antrag angenommen Hat , kann nicht bezwei­felt werden, wenngleich weitere Nachrichten, wie z. B. die, daß er aus dem Cardinals-Collegium bereits eine Commisston ernannt habe, um die Vorfragen im deutsch-spanischen Streit zu prüfen, sich als versrüht herausgestellt haben. Uebrigens sollen die Mittheilungen eines Münchener Blattes, wonach Niemand mehr überrascht gewesen sein soll, als der Papst selbst, daß ihm von deutscher Seite das Schiedsrichteramt in einer rein politischen und völkerrechtlichen Frage angetragen wurde, durchaus nicht zutreffend sein. In der That haben ja die Vorgänger Leo XIII. auf dem heiligen Stuhle schon öfters Streitfälle zwischen den europäischen Mächten geschlichtet, warum sollte es dann den jetzigen Papst so sehr überraschen, daß auch er einmal zum Vermittler in einem Conflict zwi­schen europäischen Mächten berufen worden ist, zumal da die Mäßigung und Gerechtigkeitsliebe Leo XIII. auf allen Seiten anerkannt worden? Und wenn diese Berufung von deutscher Seite ausgegangen ist, so legt sie eben nur ein neues Zeugniß für die große Denkweise des deutschen Reichskanzlers ab und selbst wenn sein Gedanke, den Papst zum Vermittler in der deutsch - spanischen Streitsache zu wählen, in Folge der schon angedeuteten Möglichkeit einer directen vorherigen Verständigung zwischen Deutschland und Spanien zu keinem weiteren praktischen Erfolge führen sollte, so wird der Mediations-Antrags selbst doch immer als ein bedeutsames Blatt in der Geschichte der Bismarck'schen Politik verzeichnet bleiben.

Eine viel erörterte Frage der inneren deutschen Politik wird in nächster Zeit ihre Lösung finden: Die braunschweigische Regentschasts- frage. Wie dieBraunschw. Landes-Ztg." meldet, wird am 19., bezw. 20. Octo­ber die braunschweigische Landesversammlung zu einer Sitzung einberufen werden; einziger Gegenstand der Tagesordnung ist die Wahl eines Regenten des Herzog- thums. Der Regentschaftsrath hat der Landesversammlung den oder die Candidaten vorzuschlagen und glaubte man bisher allgemein, es würde der -deutsche Botschafter in Wien, Prinz Heinrich Reuß, als künftiger Regent Braun­schweigs vorgeschlagen werden. Es scheinen aber in den letzten Wochen an maßgebender Stelle in Berlin und Braunschweig bezüglich der Personenfrage andere Erwägungen Platz gegriffen zu haben, denn es verlautet jetzt, daß Prinz Albrecht von Preußen als der Nachfolger des Herzogs Wilhelm zu betrachten sei. Jedenfalls steht zu hoffen, daß man bei der Wahl des Regenten von Berlin aus keinerlei Druck auf die braunschweigische Landesversammlung aus- üben werde.

Zum türkischen Botschafter in Berlin an Stelle Said Pascha'« ist der bisherige Vertreter der Pforte am Athener Hofe, Tewfik Bey, ernannt worden. Graf Münster, der deutsche Botschafter in London, soll zum Nach­folger des Fürsten Hohenlohe auf dem Pariser Botschasterposten designirt sein. Fürst Hohenlohe wird Mitte dieses Monats zur Uebernahme des Statthalter- Amtes in Straßburg erwartet.

In Köln tagte am Sonntag und Montag die Delegirten- Versammlung des Central-Verbandes deutscher Industrieller. Dieselbe hat von einer Abstimmung über die zur Währungssrage vorliegenden Anträge abge­sehen, dagegen beschloffen, durch Einholung der Gutachten der Unter-Verbände eine Untersuchung der Frage anzustellen, ob die Gold- oder die internationale Doppelwährung dem Besten der deutschen Gewerbthätigkeit mehr entspreche.

Der kroatische Landtag ist, wie sich kaum anders erwarten ließ, wiederum zum Schauplatz turbulenter Auftritte geworden. Bei der am Montag -fortgesetzten Berathung über die Auslieferung von Archivalacten an Ungarn wurde der Banus von der Opposition durch fortdauernde Zwischenrufe am Weiter­sprechen gehindert. Der Präsident beantragte hieraus, sieben oppositionelle Abgeordnete für die Dauer von 60 Sitzungen von den Berathungen auszu- schließen, doch war eine Beschlußfaffung über diesen Antrag in Folge des von der Opposition verursachten Scandals nicht möglich und mußte die Sitzung deshalb geschloffen werden. Die Nationalpartei geleitete den Banus in seine Wohnung. In den Localitäten der czechischen Beseda (Vereins) zu Dux fand eine heftige Dynamit-Explosion statt, welche zahlreiche Fensterscheiben zer­trümmerte, sonst aber weiter keinen Schaden anrichtete. Die Urheber der Ex­plosion sind noch nicht ermittelt.

Der zum Minister des Auswärtigen ernannte seitherige italie­nische Botschafter in Wien, Graf Robilant, wurde am Sonntag vom Kaiser in Abschieds-Audienz empfangen.

Die am Montag erfolgte Eröffnung des dänischen Reichs­tages hat der radikalen Linken sofort wieder Gelegenheit zu einem Acte stiller Opposition gegen die Regierung gegeben. Die Linke war nämlich nicht erschie­nen und bedeutet diese Demonstration, daß die radikale Majorität des Folke- things oder Abgeordnetenhauses auch in der neuen Session in seiner feindseligen Stellung gegenüber dem Ministerium Estrup zu verharren gedenkt. Es geht dies auch daraus hervor, daß das Folkething den Führer der radikalen Partei, Berg, wiederum zum Präsidenten wählte. Der Eröffnungs-Sitzung des Reichs­tages wohnte auch die bulgarische Gesandtschaft bei, welche am Samstag doch noch vom Czaren empfangen worden war; der Czar gab hierbei seiner Hoffnung Ausdruck, daß eine friedliche Lösung der bulgarischen Frage vielleicht noch ge- lingen werde.

Die am Sonntag in Frankreich zum ersten Mal aus Grund des Listensystems stattgesundenen Kammerwahlen haben zunächst die Annahme ge- rechtsertigt, es werde in Folge der Stimmenzersplitterung auf republikanischer Seite zu zahlreichen Stichwahlen kommen. Das hervorragendste Ergebniß der Wahlen vom 4. October ist aber die Thatsache, daß die Conservativen schon jetzt einen Gewinn von ca. 90 Sitzen zu verzeichnen haben und die republikani­schen Journale selbst müssen diesen unerwarteten Erfolg der Monarchisten zu­geben und schieben sich die Opportunisten und die Radikalen die Schulo gegenseitig in die Schuhe. Die conservativen Candidaten sind meist in den westlichen und nördlichen Departements gewählt worden, wo in der Bevölkerung das monarchistische Element allerdings immer vorherrschend gewesen ist. Falls die Stichwahlen, wie nicht unmöglich erscheint, den Monarchisten noch weitere Gewinne bringen, so werden sie in der neuen Kammer einen Faktor bilden, mit dem die Regierung immerhin rechnen muß, zumal da gelegentliche Bündnisse zwischen Monarchisten und Radikalen sehr wahrscheinlich sind. In Paris selbst geht die Ermittelung der Wahlresultate äußerst langsam vor sich, was gerade nicht zu verwundern ist; hat doch jeder Wähler aus seiner Liste 38 Abgeordnete zu nominiren! Die Conservativen haben 93 Sitze gewonnen und 5 verloren; 202 Stichwahlen sind erforderlich. Im Ganzen zählen die Conservativen in der neuen Deputirtenkammer jetzt schon, ohne die Stichwahlen, ca. 170 Stim­men, ihre Mandate sind also mehr als verdoppelt worden. Ein theilweiser Ministerwechsel wird für wahrscheinlich gehalten.

Es heißt, Rußland sei für eine dauernde Vereinigung Bulgariens mit Ost-Rumeliens unter folgenden Bedingungen: 1) Das Organisations-Statut Rumeliens solle im Sinue der wiederholt geäußerten Wünsche der Bevölkerung geändert werden. 2) Der bulgarische Thron und das Amt des General-Gouverneurs von Rumelien sollen nicht erblich sein; den Fürsten hätte die Sobranje in Philippopel zu wählen und der Sultan zu bestätigen.

Berzeichniß

der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gießen vom Monat September 1885.

52

25

34

2'20 161 2 I I I

25

10

©

25

11

25

15

21

23

21

50 71

Je 50 Kilogramm kosten:

<2 ä

X

21-

n--.e s e SLo S o RA

C>

1

63

8 44

Je Va Kilogramm kostet:

E

d

a

M

50

19-

59

1 35

9

60 22

e c <3?

a:

G

Ed

Hx

Qi

70

80

S"

<9-

60 70

a 6)>

utLä

28-

a r- Td (9*~ RH

1

16

H

nL nJ 56 48> 64

0p5 - 68| 60| 50| 70

I

a

16

17

A

20

L

12

16

SS

1

11

12

E

E

Allgemeiner Anzeiger.

Heyerhoff & Gosslar

Marktstrasss 4

empfehlen für kommende Saison ihr großes Lager eleganter fertiger

Herren- und Knaben-Anrüge, Ueberzieher, Joppen, Hosen re.

Reiche Auswahl in Buxkin- und Paletotstoffen. Anfertigung nach Maaß unter Garantie für gutes Passen. _________________6450

Birkenbalsam-Seife Sauerkrautsaft

v7rzuB/Hdma"egfnCH;u5'keiten; « 0« Auswchl, werden billig ab' ä Stück zu 30 und 50 H bei gegeben bei 7189

7013 Carl SehwAab. Carl Heil, Schloßgasse.

Beste weisse Kern- und Harzseifwi Schmierseifen.

Ia. Nielsen- und Hoffmann s-Patontstärke, Drummer s Ervme- und Mack s Doppelstärke, Soda, Borax, Waschblau, engl. Waschcrystall, Wachs, Dr. Linek s Fettlaugenmehl rc. rc.

empfiehlt in nur besten Qualitäten und zu billigsten Preisen

Ferdinand Drebes,

6802_____________________________norm. Gg. Wilh. Weidig._________

CTHeyeiSnffleM

Neu« Baue Burckhardt'fche» Hau«

empfiehlt sich zu Anlagen von 1820

Elert. Hsus- und Holel-Lelegraphen, Schellen, Telephons etu