Ausgabe 
9.4.1885 Zweites Blatt
 
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in Frankreich dem clerikalen Chauvinismus entgegen im Innern aber entbrannte derCulturkarnpf".

Man weiß, wie mit der Aera Falk ein frischer Zug in bas preußische Unter­richtswesen kam, andere bedeutende Aufgaben der äußeren und inneren Politik ließen aber den Culturkampf mehr in den Hintergrund treten, zu Cnde ist er freilich nicht. Doch gibt es wohlmeinende Männer, die es dem Reichskanzler als Fehler anrcchncn, daß er diesen Kampf überhaupt begonnen; die Kirche sei seit den Tagen des vierten Heinrich eifersüchtig auf ihre Machtsphäre, sie könne nur von innen heraus resormirl werden; was der Kanzler heißblütig rasch-hindurchzuführen gestrebt, werde vielleicht das Werk von Jahrhunderten fein und sich nur durch andere Erziehung gestalten. Zweifellos wird aber die katholische Kirche erst dann wieder zu einer Unioersalmachr ersten Ranges werden, wenn ihr die Versöhnung mit dem deutschen Geiste gelungm ist, dann, wenn die Durchdringung des inneren Menschen mit sittlichem Lebensinhalt und vor Allein mit Nächstenliebe zu ihrer Hauptthätigkeit wird, wenn die großartigen Formen mit dem nie veraltenden Inhalte des wahren, aus dem Gemuihe quellenden Ehristcnthums erfüllt werden, kurz, wenn jener Zustand eintreten kann, nach dem Erasmus von Rotterdam und die besten Katholiken vor ihm und nach ihm sehnend verlangten. , .. , .. , ,,, ,

Solch tiefer und großartiger Proeeg wird allerdurgS aus der Kirche selbü hervor- gehen müssen. ,__

Für jetzt aber ist es genug, jener weltlichen Richtung iämme vorzujchieben, welche Kampf, Zwietracht und schrankenlose Herrschsucht auf ihre Fahne geschrieben. Für daS deutsche Reich mußte dies geschehen; eS konnte sich nicht bie Grundveften feiner Existenz untergraben lassen. Die Richtung seiner Politik der uliramontancii Partei gegenüber aber ist in dem weltgeschichtlich bedeutenden Worte deS Reichskanzlers für alle Seiten gegeben, in dem Worte:'Rach Canossa gehen wir nicht!"

(Schluß folgt.)

Lokales.

Oießen, 8. April. Am 1. und 2. Cfterfeienaflt fand dierselbst im Eaiö reib der 5. Gautag des Gauvcreins Frankfun-Heffeu desUnterstützungs-Vereins deutscher Buchdrucker" statt. Der UnterstuhungsDerein zählt ca. 12,000 Mitglieder und zerfällt in 22 Gauoercine, worunter jedoch Baoern und Elsaß-Volbringen n'.cht mit-ahlen. da die dem Anschluß an den großen Unterstützungsverein entgegenstebenden landesgeseh lichen Beltimmungen die Buchdrucker zwingt, diese Länder für ihre Mitglieder als Ausland" zu bezeichnen. Der Gauoercin Frankfurt Hessen umfaßt die Städte Frankfurt a.M., Hosheim, Homburg, Aönigfteln, Oberursel, Offcndach, Soden, Alsfeld, Friedberg, Gießen, Lauterbach, Wetzlar, ÄUendorf a. d. Werra, Fritzlar, Fulda. Gersfeld, Hcrsfeld, Hofgeismar, Kassel, Meisungen, Rotenburg a. d Fulda Winfried, Witzenhausen, Wolfbagen, Marburg, Kirtbbain, Bilbel, Schwanheim, Eschwege, Butzbach, Grünberg, Hungen, Ridda, Schlitz, Schotten, Biedenkopf, Frankenderg und Zlcgenbain, welche durch DelegiNe vertreten waren. Die Verhandlungen fanden zum 'Tde,l zum Zwecke der Beratbung der Tagesordnung für die vom 28. dis 31. Mai in Berlin Itattsindendc Generalversamnüung statt, zum Theil zur Behandlung interner Angelegen Heiken des Gauvereins. Wie der Warne besagt, besaßt sich der Verein mit Untenrutzung seiner Mitglieder in Krankbeits-, Invaliditäts- und Sterbefällen, außerdem gewährt derselbe im Falle der Arbeitslosigkeit entsprechende Unterstützung sowohl am One wie auf der Reise.

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Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 2. Januar L I. nehmen wir wiederholt Beranlasiung darauf aufmerksam zu machen, daß Seitens des hiesigen Stadtvorstandes fünfbunbett Mark Demjenigen als Be­lohnung zugesichert sind, welcher den Urheber einet der in letzterer Zeit in hiesiger Gemeinde vorgekommenen Brandstiftungen so zu bezeichnen vermag, vaß derselbe zur gerichtlichen Strafe gezogen werden kann.

Gleichzeitig werden 100 M- Belohnung durch Herrn Carl Heller dahier,welcher schon 2 Mal durch benannte Frevelthaten in Mitleidenschaft gezogen", dem Ermittler zugesichert.

Lich, den 6. April 1885.

Großhttjogliche Burgermersterei Lich.

__________________ Walz.__ 2533

Verpachtung

des Grokhertoalichen Domanialguts Hof Daueroheim in der eit trau.

Das vorbezeichnete, zwischen Danernheim und Geiß-Nidda, eine Stunde von Nidda gelegene, geschlossene Hosgut, welches außer den Gebäuden er. 77 ha Ackerland und 17 ha Wiesen, zusammen also ca. 94 ha oder 376 Er. Hesi. Morgen enthalt, soll auf dem SubmiffionSwege und zwar auf einen 16 jährigen Bestand, von Anfang 1886 an, weiter verpachtet werden.

Pachtliebhaber wollen sich wegen näherer AuSkunstertheilung über die Verhältnisse des Gutes, über die Submissions- und Pachtbcdingungen, ftwi» wegen Vorzeigung des Geländes u. s. w- an die unterzeichnete stelle wendm und ihre versiegelten mit der AusschriftSubmission auf die P^ung d^ Dauernheimer Hofes" versehenen Gebote längsten- bl- zum b. iJCat l. bei uns einreichen. _ .

Die Eröffnung der Gebote erfolgt in Gegenwart der erschienenen euü» mi;tenten am 7. Mai l. I, Vormittags 11'/., Uhr, auf dem Bureau hiesiger Oberförsterei. Später einlaufende Offerten können keine Berücksichtigung finden-

Bingenheim, 31. März 1885.

Großherzogliche Oberförsterei Bingenheim. J

Daab.

Mobilicn-Versteigerung.

Freitag den 10. April,

Mittags 2 Uhr, werden in dem E. Schramm'scheu Hause, Wolkengasie 17, Möbel aller An, insbesondere gutes Porzellan, Küchcn- oeräthe, Conditorformen, Steinmörser mit Läufer, Küchenschrank mit Glasaufsatz, Gläser, Büffel, Wirthstischc, Tisch mit Kegelspiel, sehr gute Bütten, Werkzeuge aller Art, eiserne Bettstellen, gutes Bett­zeug, Herrcnkleider rc-, versteigert.

ft. Hoffmann, 2491 Concursoerwaltcr.

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Die Zusammenkunft findet Vormittags Buchkops statt

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2. Dienstag, den VI. April l I., Vormittags 9 Uhr beginnend, 48 Eichen-Stämme v 23 - 45 cm Drchm. u- 718 m Lange m. 34,89 cbm Inhalt, 7 Buchen- 4247

am Burghain" statt. _

Bemerkt wird, daß die am zweiten -r,age zum Auügevot kommenden im Distrikt Eichwald, Ablh 12 (sog. Ncueu-Geheegs lagernden Eichen-Stämme, sowie das in dieser Abth fitzende Brennholz bei der Versteigerung nicht vor­gezeigt werden können, vielmehr in Abth. 9 b versteigert werden, ^teiglieb- haber wollen fich daher wegen vorheriger Einstcht dieser Hölzer an den Freiherr!. Forstwarr Herber in Allertshausen wenden.

Papiermühle, am 2 April 1885.

grciberrltcfce Oberförsterei Rabenau.

Ebel.

Es werden versteigert aus den Districten Buchkops und Eichwald:

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