Ausgabe 
9.4.1885 Erstes Blatt
 
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Anzeigm.

Nr. 81 Erstes Blatt. Donnerstag den 9. April 1885

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Bwreattt Schulstraße 7.

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

Preil vierteljährlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerkchk Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps.

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Amtlicher Hheil.

Bekanntmachung. %

Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat durch Entschließung vom 31. März l. I. dem Pserdemarkt-Eomitä zu Fritzlar, Regierungsbezirk Cassel, die Erlaubniß ertheilt, die Loose einer von demselben in Fritzlar zu veranstaltenden Verloosung von Pferden, Wagen-, Fahr- und Reit-Requisiten in den Kreisen Gießen, AlSfeld und Lauterbach zu vertreiben.

Rach dem von dem Königlich Preußischen Ober-Präsidenten der Provinz Hessen-Nassau genehmigten Verloosungsplan dürfen 7000 Loose ä 3 Mark ausgegeben und müssen 14.900 Mark zum Ankauf von Gewinnsten verwendet werden.

Gießen, am 4. April 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

vr. Boekmann.____________________________________________________

Bekanntmachung.

Nachdem Großh. Ministerium des Innern und der Justiz durch Entschließung vom 31. März l. I. dem Stadrathe zu Baden - Baden die Erlaubniß ertheilt hat, die Loose der von demselben am 16. September, 28. October und 16. Dezember v. 3 zur Erhaltung der Baden-Jffezheimer Pferde- Wettrennen zu veranstaltenden Verloosungen von Jndustriegegenständen im Großherzogthum zu vertreiben, so wird dies hierdurch mit dem Anfügen zur öffent­lichen Kenntniß gebracht, daß nach dem von Großh. Badischen Ministerium des Innern genehmigten Gewinnplan im Ganzen 255.000 Loose ä 2 10

ausgegeben werden dürfen und 250-000 JL zum Ankauf von Gewinnsten verwendet werden müssen.

Gießer, den 4. April 1885. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann. _________________

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ist heute früh im Alter von 85 Jahren gestorben.

Araukreich.

Paris, 4. April. Ein Schreiben des Prinzen Napoleon räth seinen Freunden, die Idee der Auflösung der Kammer zu bekämpfen, da dies nur eine plumpe Schlinge wäre, durch welche die Royalisten Nutzen ziehen würden, um

Aerrtschlaud.

Berlin, 4. April. Die Ernennung des bisherigen Generalkonsuls in Pesth, Grasen Berchem, des Geh. Legationsrathes Hellwig zu Directoren im auswärtigen Amte, sowie die Ernennung des vor Jahresfrist wegen Krankheit zurückgetrelenen Directors Bojanowski zum Generalkonsul in Pesth ist nunmehr

die Republik zu stürzen.

Auch Constans hat nunmehr aus die Cabinetsbildung verzichtet und den Präsidenten Grövy veranlaßt, dieselbe Brisson zu übertragen, da derselbe jedensalls der Deputirtenkammer am genehmsten sein würde. Briffon wird heute Vormittag 9 Uhr vom Präsidenten Grövy empfangen werden.

Briffon, welcher heute Vormittag vom Präsidenten Gr6vy empfangen wurde, hat den Auftrag, ein neues Cabinet zu bilden, angenommen.

Ein Telegramm desTemps" aus Hanoi von gestern sagt, die fran­zösischen Posten bei Chu seien nicht beunruhigt worden; in der dortigen Gegend, sowie in Tuyenquan und Honghoa sei Alles ruhig, dagegen sollten sich am Schwarzen Fluffe feindliche Streifschaaren gezeigt haben, ebenso würden chine­sische Kundschafter-Posten als im Marsche auf Kep befindlich signalisirt.

Das JournalParis" will wiffen, der zu Friedensverhandlungen mit i Frankreich beauftragte chinesische Zolldirector Hart hätte seit gestern zwei Mal ; telegraphisch um Beschleunigung der Antwort der französischen Regierung aus ' seine Vorschläge gebeten.

Paris, 6. April. Das neue Cabinet ist, wie folgt, zusammengesetzt: Briffon Präsident und Justiz, Freycinet Auswärtiges, Main Targe Inneres, Clamagöran Finanzen, Campenon Krieg, Sadi Carnot öffentliche Arbeiten, Pierre Legrand Ackerbau, Hervömangon Handel, Goblet Unterricht, Sarrien Posten und Telegraphen, Galiber Marine. Die neuen Minister traten heute Nachmittag 5 Uhr bei Brisson zu einer Besprechung zusammen, die bis Abends 7 Uhr dauerte und in welcher über die von den Kammern abzugebenden Erklä­rungen berathen wurde.

Kvglaud.

London, 4. April. Das Cabinet wird heute zusammentreten, um bi» Antwort der russischen Regierung auf die Vorschläge Lord Granville'« in Er.

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erfolgt.

Für die nächstjährige internationale Kunstausstellung sind außer den vom Magistrat zugesagten 100,000 nunmehr auch vom Cultusminister 100,000 JL aus Staatsmitteln bewilligt worden.

Der Reichskanzler Fürst Bismarck hat folgende Danksagung erlassen: Aus Anlaß des 70. Geburtstages und des bevorstehenden 50jährigen Amts- Jubiläums gingen mir fo zahlreiche Kundgebungen des Wohlwollens in Gestalt von Glückwünschen und Festgaben zu, daß es mir leider nicht möglich ist, im Einzelnen daraus zu erwidern. Ich bitte Alle, welche am 1. April meiner freundlich gedacht, meinen herzlichen Dank entgegenzunehmen und versichert zu .cymnet, sein, daß der freundliche tiefe Eindruck so vieler und reicher Beweise der Liebe ^TTeselle W meiner Mitbürger in meinem Leben nicht erlöschen wird.

Trier, 4. April. Domprobst Dr. Holzer, Mitglied des Herrenhauses,

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Wägung zu ziehen.

Nachrichten aus Dongola zufolge ist der Mudir Abends nach Kairo abgereist. Aus Tamai vom 3. d. Mts. wird gemeldet: Nach der Einnahme von Tamai kehrten die Truppen nach der Zareba am Fuße einer Tamai be­

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herrschenden Anhöhe zurück, Tamai wurde in Brand gesteckt. Die Infanterie soll Nachmittags nach der ersten Zareba, die Kavallerie nach Suaktm zurück­kehren. Die Verluste der Engländer in dem heutigen Gefechte betrugen 1 Mann tobt, 1 Osficier und 10 Mann verwundet. Graham beabsichtigt, den Bau der Eisenbahn nach Handub sortzusetzen, das Lager dorthin zu verlegen und den Angriff Osman Digma's zu erwarten.

Die amtlicheLondon-Gazette" vom 3. April publicirt eine vom 31. v. Mts. datirte Bekanntmachung, wonach das Verbot der Vieheinsuhr vom heutigen Tage ab ausgehoben ist.

ZLekgien.

Brüssel, 4. April, Wie derJnd«p. Belge" aus Charleroi gemeldet wird, hat gestern in einer Kohlengrube in Marcinelle eine Explosion schlagender Wetter stattgesunden, durch welche 18 Personen getödtet wurden.

Arrßlavd.

Petersburg, 4. April. Aus Kertsch wird gemeldet: Der Dampfer Mariopol" ist mit einigen 30 Personen, darunter auch Paffagiere, im Assow'- jchen Meere untergegangen. Nur ein Paffagier wurde gerettet.

Afrika.

Suakim, 4. April. (Telegramm desReuter'schen Bureaus.") Ein Spion, welcher aus Erkowit zurückgekehrt ist, berichtet, daß die Anhänger Osman Digma's denselben offen verlaffen. Osman befände sich mit 900 Anhängern in Shakuteb, einer befestigten Stellung zwischen Sinkat und Erkowit.

Amerika.

New-Uork, 4. April. Ein Telegramm aus La Libertad meldet, die Feindseligkeiten zwischen Guatemala und Salvador seien eingestellt, es sei ein emmonatlicher Waffenstillstand abgeschloffen. Die Legislative von Guatemala habe das vom Präsidenten Barrios wegen Bildung einer einzigen central­amerikanischen Republik am 28. Februar er. erlassene Dekret annullirt. Der Degen des Präsidenten Barrios sei aus dem Schlachtfelde von Chalchuapa zer­brochen ausgesunden worden. Eine spätere Depesche aus La Libertad meldet, Barrios sei tobt.

Telegraphische Depeschen.

Wolff s telegr. Correfponderrz-Brrrearr.

Berlin, 7. April. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt:Aus Tientsin uns zugehende kaufmännische Depeschen von gestern wollen kiffen, die Friedens- Präliminarien zwischen Frankreich und China seien unterzeichnet, die Bürgschaft für die Richtigkeit der Meldung können wir selbstverständlich nicht übernehmen. Heber den neuen amerikanischen Gesandten Pendletvn wird derselben Zeitung geschrieben: Die Wahl Pendletvn's zeige, daß man in Washington großen Werth daraus lege, Amerika in Berlin würdig vertreten zu sehen; Pendletvn werde sich dieselbe angenehme und angesehene Stellung erringen, welche mit einer vorübergehenden Ausnahme alle seine Amtsoorgänger so viele Jahre zum Vortheil beider Länder in Berlin eingenommen haben.

Der Reichskanzler Fürst Bismarck ist heute Abend 11 Uhr von Schön­hausen zurückgekehrt. t

Daris. 7 Avril. Deputirtenkammer. Die von dem Eonieilprasidenten Brisson verlesene ministerielle Erklärung lautet: ^br den Umständen, unter welchen der Präsident der Republik uns zur Leitung der Geichafteßbcrufen hat bitten wir kein aus­gedehntes Programm von uns zu erwarten. Wir haben versucht, rm nationalen ^n- terelle und unter Beiseitelassung jeder' nebensächlichen Erwägung ein Cabinet der Bei öbnung^ mifc b?r®® t au bilden, wir haben versucht, Männer zusammenzubringen, welche von möglichst gutem Willen beseelt sind, um eine um so größere Unterstützung