Einzelbild herunterladen

5682

1 ** <7. ui*. i*5

Sa

itt8ttilD0<|

L77/S v rrn ^kdrnbmattri-

Wcn, MLusburg. L*^!u4t__^ les Haus ur,-.hge«i mitoaattnbanb: 6*- D üerfaufen. ib' Bl. 5636 6tu4), an dem Hardn ;t. «» «M «an», V«, auf bet Mh, durch z. Blitz,

eiftngen.

hnung von 3 Zimmni 'ermietben.

er, Grünbergersiraßt.

Stock meines Hause; Miethen.

ftk, Franksurterstr. 88. jöne, indnanbergefieniK :r ohne Mel, \u ver- MMslraße 7.

fflättt 56/8

Neuenweg 5_ Natz 6 ist der dritte nebst Zubehör um I, aus sogleich j*

E

ZM

ic (Parterre) ntbft> ii. KaplanW , s Logis zu ^alltborftmßeo'. sardemLogis ;u,w: September;u deji-V- ^Pahnbosstraßc^ , Zimmer mit W rlppe^RiM^ t§ Familienlogis )nv^

Kaplansgasse 18-_ ^Äblirtes Zimmer '» irthen, Neuenwegs Wittes Zimmer, $ , vermicthet r. Jtlefcr -teneÄohnuG liest- fes irmiethen- IL gd »AL: KKisr KdZimm-n»-- GM

Rr. 182. Samstag den 8. August 1885

Meßener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

w __. Brril vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brtnetrü*tt.

<Bwr<*W t SchalRraße 7. <$Tf<6ctnt ««* »«snaLme de- Mon.agS. $ut$ die Post bezog:n vierteljährlich 2 Mark M Pf.

wg«yrjUIJL! I»I«M INN» H » I IBqgCySXMagTT1*WE3CT»3Bf<B

Amtlicher Hheil.

Bekanntmachung.

Auf dem letzten dahier abgehaltenen Viehmarkt ist ein Kalb zurückgeblieben, dessen Eigenthümer sich bi/'jetzt nicht gemeldet hat. Derjenige, der Ansprüche an dieses Kalb machen zu können glaubt, wird aufgefordert, seine Ansprüche binnen 4 Wochen bei der unterzeichneten Behörde vorzubrmgen, widrigenfalls das Kalb als gefundener Gegenstand behandelt werden wird.

Gießen, den 7. August 1885. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. V.: Krämer. 5714

Politische Uebersicht.

Gießen, 7. August.

Zur Stunde hat sich die traditionelle Begegnung, welche die bewen Kaiser von Deutschland und Oesterreich alljährlich auf österreichischem Boden für eine kurze Spanne Zeit zusammenführt, vollzogen und zwar war Heuer Gastein der Schauplatz dieses längst historisch gewordenen Ereigniffes. Die leitenden Staatsmänner beider Reiche haben an der Zusammenkunft zwi­schen Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz nicht theilgenommeu, ebensowenig, wie dies bei den meisten früheren Begegnungen der zwei Monarchen der Fall gewesen ist und dieser Umstand verlecht diesmal wieder derselben einen durchaus persön­lichen und freundschaftlichen Charakter, lediglich dem Austausche erprobter Ge­fühle und Gesinnungen beider Herrscher gewidmet. Wenn sonach die Kaiser­begegnung in Gastein in erster Linie als der sichtbarliche Ausdruck der herzlichen persönlichen Beziehungen auszufaffen ist, welche seit langen Jahren zwischen Kaiser Wilhelm und seinem kaiserlichen Verbündeten bestehen, so erscheint ste doch auch zugleich als die markante Betonung des unverändert fortbeftehenden deutsch- österreichischen Bündnisses und letzteres ist im Laufe der Jahre zu einem so gewaltigen und wichtigen Pseller der europäischen Ordnung geworden, daß es jedesmal den Friedensfreund mit Geuugthuung erfüllen muß, wenn es durch den Händedruck der beiden Monarchen neu besiegelt wird. Noch hat sich die politiiche Freundschaft, welche das deutsche Reich mit der habsburgischen Monarchie verbindet, bis zur Stunde mächtig genug erwiesen, um allen Bestrebungen, die auf Störung des europäischen Friedens gerichtet waren, einen unübersteiglichen Damm entgegenzusetzen und so lange diese Freundschaft dauert, wird sie auch ferner eine Bürgschaft für die Erhaltung des Friedenszustandes Europas bilden. Eine Lockerung der deutsch-österreichischen Beziehungen ist aber für die nächste Zukunst nicht zu erwarten, dafür bürgt eben das feste Band persönlicher Freund­schaft, welches den greisen deutschen Kaiser mit dem österreichischen Herrscher ver­bindet und befien Dauerhaftigkeit in diesen Tagen durch die Entrevue von Gastein sich wieder deutlich erwiesen hat. Wir schließen unsere Betrachtung mit den poetisch angehauchten Endworten des Artikels, welchen DieNeue Fr. Presse" dem Kaisertag von Gastein widmet:Wenn der deutsche Kaiser das Wildbad verläßt, so hinterläßt er einen wesentlich geklärten politischen Horizont und wir haben allen Grund zu wünschen, daß er noch recht oft zu den Gasteiner Quellen zurückkehren und dort Stärkung und Erholung seines Leibes finden möge, denn diese Thermen haben sich zugleich als ein wahrer Jungbrunnen für den Völkerfrieden und die Zuversicht Europas bewährt."

Der Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Joses wird, wie nun seststeht, eine Zusammenkunft des österreichi­schen Kaisers mit dem Czaren in der zweiten Hälfte des September folgen, und zwar gleichfalls aus österreichischem Boden, nur der Ort ist noch nicht sestgestellt. Es steht zu erwarten, daß dieser erstmalige Besuch Kaiser Alexander III. in Oesterreich eine Periode der Irrungen, der gegenseitigen Reizungen und Eifersüchteleien zwischen Rußland und Oesterreich abschließen wird, nachdem schon in Skierniewice der Grund zu einer dauernden Verständi­gung der beiden Reiche gelegt worden ist und man darf der bevorstehenden österreichisch. russischen Zusammenkunft darum mit Vertrauen entgegensehen. Zwischen die Monarchen'Zusammenkünste aus österreichischem Boden werden heuer voraussichtlich nicht minder wichtige diplomatische Begegnungen fallen. Eine derselben wird, wenngleich hierüber noch widersprechende Nachrichten vor- liegen, zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Grasen Kalnoky stattfinden und bars man annehmen, daß die wirthschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich den Hauptgegenstand der Conserenz beider Staatsmänner bilden werden. Anderseits verlautet, daß Graf Kalnoky auch mit Herrn v. Giers, dem russischen Minister des Auswärtigen, eine Zusammenkunft haben werde und erscheint diese Mittheilung um so glaubwürdiger, als Herr v. Giers am vergangenen Dienstag eine auf zwei Monate berechnete Reise in's Ausland angetreten hat.

Auf dem Gebiete der inneren Politik ist wenig Bemerkens- werthes zu verzeichnen; vielleicht, daß die Conferenz der preußischen Bischöfe in Fulda wieder einmal Anlaß zu Erörterungen geben wird, nachdem die definitive Ernennung des Bischofs Crementz von Ermland zum Erzbischof von Köln in der deutschen Presse auffallender Weise fast gar keine besondere Beachtung ge­funden hat. Die Berliner Universität beging die Jubelfeier ihres 75jährigen Bestehens, wobei sich allerdings fast nur die akademischen Kreise der Reichs- Hauptstadt und Deputationen anderer deutscher Universitäten beteiligten. Dagegen sind aus dem Felde der auswärtigen Politik plötzlich die deutsch-sranz. Beziehungen wieder in den Vordergrund getreten, und zwar durch den bekanntenkalten Wasser­

strahl", den dieNordd. Allg. Ztg." anläßlich eines imTemps" erschienenen chauvinistischen Artikels nach Paris gerichtet hat. In dem betr. Artikel hatte der sonst als gemäßigt geltendeTemps" die Vermehrung der Kavallerie- Regimenter im Südosten Frankreichs und deren Stationirung näher an die deutsche Grenze hin verlangt und dieses Verlangen, verbunden mit dem Umstande, daß derTemps" bisher immer recht maßvollen Anschauungen huldigte, wird von derNordd, Allg. Ztg." als ein bedenkliches Symptom der in Frankreich gegen Deutschland herrschenden Stimmung charakterisirt.

Auf der Insel Mauritius im indischen Ocean, östlich von Mada- gaskar find vier deutsche Kriegsschiffe angekommen:Elisabeth", Bismarck", Gneisenau" undPrinz Adalbert." Man vermuthet, daß diese Schiffe nach Zanzibar bestimmt sind, um dessen Sultan zu zeigen, daß Deutschland entschlossen ist, die Rechte der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft gegenüber den Übergriffen des Sultans nöthigenfalls mit Gewalt zu wahren.

Die politische Bewegung in Frankreich, die namentlich durch die bevorstenden Wahlen verursacht worden ist, hat durch die bedrohlichen Nach­richten aus Marseille einen merkbaren Dämpfer erhalten. Es unterliegt kaum einem Zweifel mehr, daß daselbst wiederum die Cholera ausgebrochen ist; es verlautet von durchschnittlich 15 bis 20 Cholera-Todesfällen, Die in Marseille täglich zu regiftriren sind. Die Cholera scheint allerdings nicht aus dem benadp barten Uranien eingeschleppt worden zu sein; es liegt vielmehr die Vermuthung nahe, daß sie durch französische, aus Tongkiug heimkehrende Soldaten nach Mar­seille eingeschleppt worden ist. Eine andere Version geht dahin, daß die choleraähnliche Krankheit" wie die Seuche officiell wohlklingender Weise genannt wird localer Natur und durch die abnorme Hitze, sowie die noto­rische Unreinlichkeit in Marseille hervorgerufen worden ist. Hoffentlich lassen die Nachbarstaaten Frankreichs die in Marseille aufgetretene Epidemie nicht außer Acht. r ,

In England scheint eine bedeutsame Umgestaltung der Partewerhältmsse bevorzustehen. Die Zwistigkeiten im conservativen Lager, deren Mittelpunkt der neue Staatssecretär für Indien, Sir Randolph Churhill, ist, sind längst ein offenes Geheimniß. aber auch innerhalb der liberalen Partei gehen merkwürdige Dinge vor. Es heißt, Mr. Gladstone selbst werde aus der liberalen Partei austreten, mit ihm auch der frühere Unterftaatöfecretär im auswärtigen Amte, der durch seine radikalen Gesinnungen bekannte Sir Charles Dicke. Vielleicht ergiebt sich aus der Begegnung unter den Conservativen und den Liberalen eine ganz neue Partei-Gruppirung.

Der bereits tobtgefagte Unter-Feldherr des verstorbenen Mahdi, der tapfere Reiterführer Osman Digma, soll, wie der englische Kapitän Chermside ans Egypten telegraphirt, noch wohl und munter fein. Der Jubel der Engländer über seinen Tod ist also verfrüht gewesen; vielleicht steht auch der Mahdi selber aus seinem Grabe wieder auf.

Ein erfreuliches Dementi kommt aus Petersburg, von wo aus man die Allarm-Nachrichten desStandard" über einen angeblich bei Me- rutschak erfolgten Zusammenstoß der Afghanen mit den Russen als vollstänDig unbegründet bezeichnet. Im Uebrigen hat Lord Salisbury in der Dienstags- Sitzung des englischen Oberhauses wieder einmal eine langatmige Erklärung über den Stand der afghanischen Grenzfrage vorn Stapel gelassen, aus der nur erhellt, daß der Ausgang der afghanischen Affaire nach wie vor in Dunkel gehüllt ist. Wie sich dasReuter'sche Bureau" aus Teheran melden läßt, ist die afghanische Garnison in Zulfikar allerdings verstärkt worden, was russischer­seits durch Entsendung russischer Truppen nach dem vielgenannten Pendjeh be­antwortet ist. Ganz unverdächtig erscheint demnach die Situation an der afgha­nischen Grenze doch nicht.

Das russische Kaiserpaar hat am Dienstag mit großem Gefolge eine auf 8 Tage berechnete Reise nach Finnland angetreten.

Darmstadt, 6. August. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: . m . ... .. m

Am 6. August dem Präsidenten des Btenenzüchter-Verems für die Provinz Oberhessen, Pfarrer Georg Christian D eich er t zu Großen - Buseck, im Kreise Gießen, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienst-Ordens Philipps des Groß- mUt9l3SetlinIe6.et2Iugufl. Der Gesandte beim Vatikan, Herr v- Schlözer, ist hier eingetroffen. . rr ,r M #

DieNordd. Allg. Ztg." reprobucirt den Schlußsatz ihres Artikels vom 3. August gegen denTemps", welcher von derAgence Havas" den französischen Lesern folgendermaßen wiedergegeben war:11 est encore possibie.