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Beitaze ;u Nr. 33 des „Gichener Anzeiger"
Literarische-.
— An die Volksschule treten bekanntlich so viele Ansprüche heran, daß eß zur Nothwendigkeit geworden ist, e'ne strenge Sichtung vorzunehmen, ehe man einer -eit- gemäßen Erweiterung des Lehr« und Lernstoffes zustimmt. Aber die Geundzüge der Gesundheitslehre hat die Volksschule immer beachten müssen; hierbei handelt eS ftch nur darum, daß diese Lehre mit den Ergebnissen der neuesten Forschungen in Einklang gebracht und dabei doch in so populärer Form behandelt wird, daß ste für die Schüler verständlich ist. Die Ansordcrung mutz auch an einen Leitfaden gestellt werden, der zum Unterricht — alS Hilfsmittel für den Lehrer — dient und auch den Schülern in die Hand gegeben werben kann; so selbstverständlich dieS ist, so wird doch sowohl der Arzt wie der Schulmann daS Schwierige in der Aufgabe leicht erkennen. In der That ist die Lösung vielfach mißlungen, weil die Sprache nicht verständlich genug gehandhabt und zu sehr in wissenschaftliche Details eingegangen worden «st, so daß die bezüglichen Leitfaden wohl für höhere Schulen, aber nicht für Volksschulen geeignet sein möchten.
Ein echtes und rechte« Schulbuch ist die in Gießen bei Emil Roth erschienene von dem practischen Arzte Dr. Ztesing bearbeitete „Gesundhettslehre in der Volksschule.^ Dieses Büchlein erreicht den löblichen Zweck, auf dem Wege dl« Unterrichts dem Heranwachsenden Geschlechte ein große« Interesse für den eigenen Körper und dessen gesundheitSgemätze Erhaltung eiozupflanzen und somit rationelle Vorurtheile und abergläubische Anschauungen, welche leider so häufig die Wirksamkeit deS Arzte« illusorisch machen, beseitigen zu helfen.
Dr. Ztesing hat sich durch seine Erfahrung in der Praxi« leiten lasten, welche ihn bie Grenzen kennen lehrte, wie weit man mit diesem Lehrstoffe für die Schule gehen könne; er hat aber nicht verabsäumt, dabei die auf dem Gebiete der GesundheitSpstege jetzt hervorragenden neueren wissenschastlichen Werke von Hirt, Ziemtzen, Wiel u. a. zu benutzen. Noch mehr alS diese populär-wiffenschaftliche Gediegenheit ist aber zu loben, daß der Verfasser den praktischen GestchtSpunkt im Auge dehatten hat, nicht zu sehr in« Detail zu führen und allzu streng zu systematifiren.
Der Stoff 'st in zwei Theilen behandelt; im ersten Theile ist da« anthropologische und phyfiologische Gebiet erschöpft, im zweiten Theile folgt, anlehnend an die durch den ersten Theil errungenen Kenntniste, die eigentliche GesundheUSlehre. Pädagogisch richtiger wäre e« vielleicht gewesen, gleich im Anschluß an die betreffenden Kapitel im ersten Thett die bezüglichen de« zweiten TheileS anzuschließen, aber Klarhett und Ueberfichtlichkeit deS Stoff.s haben durch die vorliegende Anordnung gewonnen, und übrigen« bleibt e« ja dem Lehrer überlasten, wie er sich da« Material zurechtlegm und vorttagen will. ,
WaS der Versaster vielleicht nicht beabstchtigt hat, ist ihm trotzdem gelungen; seine Schritt bietet nämlich ein ganz prächttge« Mittel zum Selbstunterricht. Sie kann den weitesten Kreisen mit Fug und Recht empfohlen werden, denen in der Jugend oder im Leben nicht Gelegenheit gegeben worden ist, sich über den Bau de» Körper« und über die Grundsorderungen der Gesundhett«lehre zu unterrichten. Gerade für da« Selbststudium erweisen sich die klaren Illustrationen und die leichtverständliche Sprache al« sehr nützlich. (B- C)
Januar, der Mond zweimal voll werden. Deswegen werden dort Fässer und Standen überlaufen und Jedermann soll sich mühen, feine Fäßchen leer zu trinken, daß er dm neuen Aufheben kann; er wird auch fehr gut werden, darum daß die Eopulatton der zwei Dollmondgescheine da« ganze Jahr hindurch wirkte Möge wahr werden, wo« hier so zuversichtlich in Aussicht gestellt wird und möge da« gesegnete Weinjahr 1884 dnrch dn noch gesegnetere« 1885 übertroffen werden! Auch in dm März diese- Jahre« fällt zweimaliger Vollmond und also ist doppelter Grund zur Hoffnung vorhanden.
— Ein Beispiel von der Wissmschasi im Dienste de« frommen Betrug« wird au« Tuni« berichtet. Dort haust, bet der heiligen Sadt Kairwan, al« Wächter eine« mohamedanischen HeiligmfchreinS ein französischer Renegat au« Rouen. Er war der Sohn eine« Staatsministers unter der Monarchie, ward Mönch tn einem Prümca- stratenser-Kloster bei Avignon, ging dann zu den Trappisten in Algerien über und ward schließlich frommer Muselmann in Tuni«. wo er wahrscheinlich durch die Vermittlung Camdon« zum Wächter jene« Schrein« bestellt ward und von den reichen Spenden der Gläubigen lebt. Uw letztere aber noch weichherziger zu machen, hat er sich vom Heiligenschretn nach feinem Zimmer etn Telephon angelegt, und beantwortet von hier au« die vielen und betteln Fragen, welche die MoSlem« an feinen Heiligen stellen. DaS Wesen de« Telephon« wird natürlich für bittere noch aus Jahre ein Ge. heimniß bleiben, welches ihnen viel Geld kosten wird.
— Zur Bekämpfung der Blutlaus empfiehlt die könial- Regierung zu Wiesbaden nachstehende« Mittel: «In 3 bis 4 Liter kochende« Wasser werden drdoiertel Kilogramm gewöbnlichm Inländischen Tabak« geschüttet. Sobald derselbe zu einer braunen Brühe abgekocht und erkaltet Ist, werden noch Entfernung der TadakSblätter etwa 3 Tassenköpfe bprocentiger Carbolfäure hinzugrfeht Damit werdm die am Baume mit Bluiläufen behafteten Stellen bestrichen, nachdem die Stellen sorgfältig abgeschabt stad. Die durch do» Abschaden herabsallenden Nindeuftücke rc. und die behafteten dünnen Zweige find zu verbrennen. Zu dieser öfter zu wiederholenden Arbeit ist besonder« die Zeit von März bi« August zu wählen. Im ersten Frühjahre empfiehlt sich auch, die verdächtigen Bäume unten mit Ringen aus Raupenleim (Brumataleim) zu versehen.
Deutsches Krotectorat über Capita«, .Sand
©a4 itkgtapfyfd) ermähnte 6<fitrtt>en etnes deutschen ßootfen on der Stena 8,0« Rüfte 6ber die bärtige deutsche »efifcergrcifung, welcher 6er „pennor. öourtn mttttelU, lautet: Dudrlca. 4. Januar.
... »m 30. Decetnber tras Ich »wischen Ria Ponao und Dnbrlca die Boote 6. M. Sch ss .Aetadne". Der Herr Kornetten Kapitän Chüdea sagte mir, daß er am folgeren Zage noch Dubrica »utütftebren würde, um oon dort au« no4 »ramta». der H-Npiftadt beS «Snigreich, Bromtod. »u gehen. . . «benb« gegen 5 Uhr kam ich tn Dubrica an Herr Ohse — ein biederer Rordhüuser — her hier Agent in einer bedeutenden englischen Haktorei ist, sagte mW. daß der Eommandant ^d mehrere Officiere S. M Schiff .Ariadne" dagewesm und ihre Rückkehr auf den folgenden Tag angesagt hätten Am Morgen des 31. Deccmber 1884 kam auch die Dampf- darkaffe, mtt einem BrandungSboote im Schlepptau, um etwa 7 Uhr Moraen» wieder tn den Dudricafiutz und legte sich quer ab von der Coltn ,chen (deutschen) Fattoret vor Anker. Officiere und Mannschaften gingen tn BranbungSbooten an« Land- Da r» schon seit lange ein offene« Geheimnitz war, daß mit den an Dubrica an- und um. grenzenden Ländern wegen Unterstellung unter deutschen Schutz verhandelI wurde-schloß ich daß die Officiere S- M. Schiff ,«riabne‘ zu dem Zwecke nach hier gekommen waren und freudig erregt beulte ich mich, den Herren Dfftcieren meine Dienste zur Verfügung zu stellen- Vor Li um drei Monaten erst halte ich den Bramiahfluß «m Jntereffe meiner Fstma auSgelothet und zum erftenmole den bislang noch lunsttäm Uchen Fluß mit meinem Dampfer „6ufue di« zu den Wasserfällen hinauf befahren und konnte daher i tzt jede ersorderltche Auskunft über densrlden geben. Nach langer Berathung wurde die Abreise nach Bramiah auf 5 Uhr Morgens de« folgenden Tage» (1 Januar 1885) festgesetzt, und zwar, da ich doch Geschäfte im Bramiahflvffe hatte, mtt dem Dampfer „Susu". Den Srilvesterabend verbrachten wir in Ohse« Hawe tn echter deutscher Weife. Eorvetten - Capitän CHÜden , Eapitän - Lieutenant du Boi«, Lieutenant zur See Oppenheimer rc. waren bei un» zu Tffch — im Ganzen waren wir 16 IBeifonen, herunter 8 Deutsche. Herr Ohse hotte blc Einwohner be« Dor,e, Dudr ca aufgeboten, zu Ehren unserer Gäste einen Tanz nach Landessitte aufzuführen und betm Schalle de« Tam-tam und de« takl^äßigen Händeklatfchen« ging der Tanz vor si^im ^ondf^chein^^^ L 3anuar 1885 gingen wir olle, 8 Deutsche, an Bord der .©ulu-, lichteten Anker und dompsten zum Dubrtcaflusse hinau«. Die Mündungen beider Flüsse, de« Dubrica und Bramiah, sind einander ganz nahe, so nahm e»> uv- auch nicht lange Zeit, um in den letzteren hineinzulaufen- Um 12 Uhr Mittag« langten wtr bet der Stadt Bramiah an und gingen an’« Land, um dem Könige William Fernandez einen Besuch zu machen. Wir wurden freudig von ihm begrüßt und empfangen — er hielt eine lange Ansprache an den Eapitän CHÜden, in der er sdne Freude zu erkennen gab, daß nun endlich sein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen würde, „fetn Land unter deutschen Schutz gestellt zu sehen - Er gab zu, schon vor einigen Jahren Verttäge provfforischer Art mit Frankreich abgeschlossen zu haben wollte sich jedoch nicht länger an dieselben binden- Von seiner Seite war also allein Ordnung. Nun war aber die Frage: Können die vorherigen Verttäge Übergangen oder umgestoßtn werden, sind dieselben rechtskräftig ober nicht ? Um die nothige Ueber- zeuguna davon zu erlangen, mußten dieselben zur Stelle geschafft werben, unb nicht ohne Mühe, Zeitverlust und Zank zwischen dem König und seinem becretär wurden die Verträge endlich um 12 Uhr Nacht« heroorgeholt. Der letzte Vertrag datirte vom 4. September 1884 und war in dner solchen Weise abgefaßt, daß auch kein Haar daran gefunden werden konnte — er war vollständig gilstg und regelrecht. Wir mußten also darauf verzichten, die deutsche Flagge in Bramiah wehen zu sehen. Wir gingen alle wieder an Bord der „<5ufu- und um 4 Uhr Morgen« dampften wir den Fluß wieder hinunter di« nahe der Mündung, wo am südöstlichen Ufer ein kleiner Nebenfluß von geringer Tiefe, der Mia, mündet; hier fchifften die Osstciere wieder an« und gingen ver Ruderboot den ,'latla hinauf bi« zur Stadt gleichen Namen«, der Hauptstadt und Residenz de« König« von Capitay .Alkali Bangaly". Hier hatten wir mehr Erfolg; um 6 Uhr Abend« wurde die deutsche Flagge aufgezogen be! Anwesenheit de« König«, der Officiere und gegenwärtigen Matrosen der „Ariadne- und riner Menge Volkes. Dann folgte ein Tanz der Eingeborenen und die Sache war beendd. Capitay ist jetzt deuffche« Eigenthum de« Hause« F. Colin in Stuttgart. E« ist fruchtbare« Land mit schönen hohen Bergen und von zwei schiffbaren FlÜffcn begrenzt, dem Dubrica und Bramiah. ________
Vermischte».
— jEin flute« Weinjahr in Sicht.) Wir finden au« dem vorigen Jahrhundert folgende Vrophezethung: ,66 ist männiglich bekannt, daß, so in einem Jahre auf einen Monat zwei Vollmonde kommen, da« Jahr eine große Menge Weine« zu erwarten hat. Auch hat e« sich schon vielmal bewährt, baß, wenn ein solche« am Himmel geschieht, die Traubenstöcke Mühe Haden, die Menge zu tragen. Je früher im Jahre aber die zwei Vollmonde in einem Monat zusammenkommen, desto länger dauert ihr Einfluß und desto voller werden die Kübel; am allerbesten ist e« daher, wenn schon der Januar die settene HimmelSerschdnnng bringt. DaS gesegnetste Weinjahr im kommenden Jahrhundert wird deswegen da« Jahr 1885 fdn, unsere Kindeskinder sollen sich fr tuen allwege. Denn in diesem Jahre regiert die Göttin der Fruchtbarkdt und wa« in unserem ganzen eaeoulo nicht paffirt ist, dort wird schon im ersten Monat, im
Zieikgeboienes.
767 Ein älteres, noch vrauchbare« Pferd, Stute, ein- und zweispännig gc- fahren, billig zu verkaufen. Zu erfragen i»t der Expedition.
9 e tb t e n
TokayerAusdruch, ächten Malaga
sowie mein große« Lager in allen übrigen medicinischen w
Tischweinen
bringe in empfehlende Erinnerung.
Ferd. Drehes,
693 norm. Gg. Mlh. Weidig-
185 Ein rentabler
Haus mit Garten
wegzugshalber billig zu verkaufen.
Zu erfragen in der Erped. d. Bl,
Allgemeiner Anzeiger.
J. G-. D. Bapst, Marktplatz, Lolonial-u.Sisenmaarenhdlg Grosses Lager in allen Arten H Haus- u. Küchengerätben,Oefea, und Herden. 102
-L-SL—-s.
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Erbsen-, Linsen-, Bohnen. Gersten, und Hafrrmehl empfiehlt als frisch eingetroffen zu billigsten Preisen 697
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empfiehlt Louis Nothenvertzer, 13 Neuenweg 22.


