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Donnerstag den 7. Mai

1865

Nr. 105

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BreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinyettvhn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pt.

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS-

Vrrr^GWr Schulstraße 7.

und vas Haus am Montag die dritte Lesung desselben

so wird das Verwendungsgesetz in kürzester Zeit verkün-

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hören; vielleicht wird ersterer durch die Bekämpfung der gegen ihn ausgebroche­nen Gegen-Revolution zu sehr in Anspruch genommen, als daß er sich viel um die Engländer kümmern sollte und die letzteren werden sicherlich seelensfroh sein, wenn sie der Mahdi einstweilen in Ruhe läßt.

Das unglückliche Peru wird noch immer durch den Bürgerkrieg heimgesucht, aus welchem es seit dem Friedensschlüffe mit Chile eigentlich nie herausgekommen ist. Bei Ayacucho haben die Regierungstruppen eine Nieder­lage erlitten. General Caceres, der Führer der Insurgenten, befindet sich auf dem Marsche gegen Lima, wo man sich auf eine größere Schlacht in der Nach­barschaft vorbereitet. Die Nationalversammlung hat sich vertagt. Falls es den Truppen der peruanischen Regierung, an deren Spitze als Präsident gegenwärtig bekanntlich General Iglesias steht, nicht gelingen sollte, den Aufständischen eine entscheidende Niederlage beizubringen, werden sich wohl die Chilenen wieder ein­mischen muffen und ließe sich dann nicht absehen, wann es gelingen wird, den chaotischen Zuständen in Peru ein Ende zu machen.

Die friedlichere Strömung in der afghanischen Frage dauert, nach den jüngsten Londoner Zeitungs-Meldungen zu urtheilen, an. Die Daily News" schreiben: Der Ton und Inhalt der russischen Antwort auf Lord Granville's Depesche, die am Samstag eintras und bereits am Samstag Nachmittag im Cabinetsrath erwogen wurde, sei versöhnlich. Granville's Ant­wort sei bereits im Princip beschlossen und werde ebenso versöhnlich sein. Die russische Depesche sage, der günstige Eindruck, den der Kaiser, sowie die Minister aus dem telegrapischen Resumö von Granville's Depesche vom 25. April ge­wonnen haben, sei durch den Inhalt derselben noch verstärkt worden. Etwas abweichend hiervon klingt allerdings der Bericht der.Times" über die russische Antwort, von welcher das Cityblatt wissen will, dieselbe sehe die britischen Vor­schläge als Basis weiterer Verhandlungen an, erachte indeß einen Schiedsspruch über die Vorgänge am 30. März als mit der Ehre der Armee unverträglich (?) Als Alternative solle Vorschlägen werden, während der Dauer der Grenzab­steckung durch eine gemeinsame Commission die russischen Truppen aus der Position zurückzuziehen, welche Komaroff in Folge der provokatorischen Haltung der Afghanen besetzte. Uebrigens droht in den englisch-russischen Streit auch eine Complikation zwischen England und China hineinzuspielen. DieTimes lassen sich aus Tientsin unterm 3. d. Mts. melden: Die Besetzung Port Ha­miltons durch ein britisches Geschwader erkläre China für eine Verletzung der Integrität Koreas.

Politische Ueberficht.

Gießen, 6. Mai.

Der Reichstag arbeitet jetzt, nachdem er endlich mit der zweiten Berathung der Zolltarif-Novelle fertig geworden ist, anscheinend mit Hochdruck, denn zur zweiten Lesung des Gesetzentwurfes, betr. die Ausdehnung der Unfall­versicherung aus die Transportgewerbe, hat der Reichstag nur zwei Sitzungen gebraucht, so daß er am Montag mit der Generaldebatte über das Börsensteuer­gesetz beginnen konnte. Es eröffnet sich hiermit die Aussicht, daß der Schluß der Reichstags-Session doch noch vor Pfingsten sich wird ermöglichen lassen, ent­sprechend den Beschlüssen des Senioren-Convents; freilich darf die Regierung dem Parlamente nicht etwa noch mit neuen Vorlagen kommen, denn sonst wüßte man wahrhaftig nicht zu sagen, wenn dasselbe mit seinen Arbeiten endlich ein­mal fertig werden sollte. Ein Einfluß auf die Bestimmung des Schlußtermins steht nun ja auch dem Reichstage nicht zu, aber die offenbare Unmöglichkeit, die Versammlung nach der definitiven Erledigung des Zolltarifs noch in beschluß- fähiger Zahl zusammenzuhalten, wird wohl an maßgebender Seite nicht unbe­rücksichtigt bleiben. Es ist ja jetzt schon nur in Folge stillschweigender Verab­redung der Parteien möglich, daß überhaupt die Sitzungen als beschlußfähig anerkannt bleiben, denn irgendwelche Abstimmung oder Anzweifelung aus dem Hause würde täglich dazu führen, die Beschlußunsähigkeit des Reichstages vor

dem Lande zu constatiren.

Das preußische Abgeordnetenhaus hat die zweite Lesung des Antrages Huene wider Erwarten so rasch gefördert, daß sie noch in voriger Woche beendigt werden und vas Haus am Montag die dritte Lesung desselben beginnen und erledigen konnte. Die dritte Lesung hat an den Beschlüssen der zweiten nichts geändert und da auch die Zustimmung der Regierung und des Herrenhauses sicher ist, so wird das Verwendungsgesetz in kürzester Zeck verkün­

digt werden können. rY L n . OY.

Zweihundert deutsche Pilger, welche dem Papste eine Adresse

gebnisse führen möchten. f t . . . r, n .

Aus Temesvar kommt die Kunde von dem daselbst am Sonntag Morgen erfolgten Ableben des Fürsten Alexander Karageorgewrtsch, des serbischen Thronprätendenten; die Beisetzung erfolgt in Wren. Fürst Alexan­der Karaaeorgewitsch, der zweite Sohn desschwarzen Georg , des Befreiers Serbiens vom türkischen Joche, wurde 1806 geboren und 1842 von der serbl- schm Nation nach Vertreibung der Familie Obrenowcksch zum Fürsten gewählt. Zerwürfnisse zwischen ihm und der serbischen Skupschtrna führten 18o2 ferne Absetzung und die Wiedererhebung des Fürsten Mrlosch herber. Als dessen Sohn Michael am 10. Juni 1868 ermordet wurde, klagte man sofort Mexander Karageorgewitsch an. die Mörder gedungen zu haben und das serbische Tribunal verunheitte ihn zu 20jähriger Zuchthausstrafe

weigerte indessen seine Auslieferung, leitete aber selbst eine Untersuchung gegen Fürst Alexander ein; nach langer Untersuchungshaft wurde er aus atl genügenden Beweisen sreigejprochen. Seitdem hat ernre arrfgchort, rm Ohei­men für die Wiedereinsetzung seiner Familie aus den serbischen Thron zu wirken, welchen Umtrieben nun der Tod des Fürsten ein Ende gemacht hat. Sem Sohn wird zwar versuchen, diese Agitation fortzusetzen, sie durfte aber schwer­lich irgendwelchen Erfolg.haben, da die Dynastie König Milans tm serbischen Volke offenbar immer tiefere Wurzeln saßt. ,

Der Vesuv b'efinvet sich wieder in unheimlicher Tyattg- feit. Auf dem Berge haben sich oberhalb der Eisenbahn-Station zwei Krater geöffnet, aus welchen sich Lavaströme in der Richtung auf den Raum zwischen Torre del Greco und Pompeji ergießen. Der Betrieb der Vesuvbahn wird unter diesen Umständen wohl eingestellt werden müssen.

Die Wiederaufnahme der osficiellen Beziehungen zwilchen Frankreich und Egypten ist nunmehr erfolgt. Der egyptische Ministerpräsident, Nubar Pascha, stattete am Sonntag dem diplomatischen Agenten Frankreichs m Kairo den vereinbarten Entschuldigungs-Besuch ab. Tallandier empfing ihn im Beisein des Consuls und setzte sodann den Khedive persönlich von der Wieder- ausnahme der osficiellen Beziehungen in Kenntniß.

General Wölfeley ist am Samstag von Kairo in Suakim emge- troffen. Er will sich an Ort und Stelle von dem Stande der Dinge im Ost- Sudan überzeugen und wird endgiltige Bestimmungen für die englische Garnison im Suakim treffen. Im Uebrigen herrscht in Bezug auf den Sudan absolute Ersignißlosigkeit; weder der Mahdi, noch Osman Digma läßt etwas von sich

überreichten, sind am letztvergangenen Sonntag, Mittags, von demselben empfangen worden. In der Adresse heißt es, die Pilger seien im Namen der katholischen Congreffes Deutschlands gekommen; die Adresse erinnert an die Encyklika Des Papstes über die Freimaurerei und sagt, die Katholiken Deutsch- lands arbeiteten an der Verwirklichung der Ideen des Papstes über die sociale Frage sie erwähnt schließlich des Culturkampfes und versichert den Papst der Treue 'der Katholiken. Der Papst beglückwünschte die Pilger wegen ihrer An- hänglichkeit an den heiligen Stuhl, ermahnte sie zu der für sie besonders noch- wendigen Tugend der Ausdauer, zum Gehorsam, zur Emigkeit und ferneren Ergebung gegenüber dem Papste und dem Episkopat, hob die verderblichen Anstrengungen der Freimaurerei hervor und erinnerte daran, daß seine Be­mühungen seit Anbeginn seines Pontifikats dahin gingen, den religiösen Frieden wieder herzustellen. Die Zeit habe diesen Eiser nicht erkaltet unD wünsche er, daß diese Bemühungen zu einem für die Kirche und das Reich gedeihlichen Er­

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Darmstadt, 5. Mai. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:

Am 18. April den Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Langen, Philipp Lohnes, zum Secretär bei dem Erbschastssteueramt mit dem Amtstitel Assistent gc"eröffauitg: Provisorisch zu besetzen ist die Stelle eines Lan­deskultur-Ingenieurs mit einem Gehalt von 3000 bis 3300 JL jährlich. An­meldungen sind binnen 3 Wochen einzureichen. Bewerber, welche ihre Studien an einer technischen Hochschule absolvirt haben, werden vorzugsweise berück- sichtigt werden.

Darmstadt, 5. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Benage Nr. uebersicht der Rechnung der Regierungsralh Manschen

Schulunterstützungs-Stiftung für 1883.

2 Ueberficht über die Einnahmen und Ausgaben des Kirchen- und Schul­baufonds für die Provinz Rheinhessen für das Jahr 1881/82.

3. Ueberficht über die Einnahmen und Ausgaben des Kirchen- und Schul- bausond's für die Provinz Rheinhessen für das Jahr 1882/83.

Am IO April wurde dem Rittmeister von Eschwege zu Butzbach gestattet, daß dessen TochterAnna" neben diesem die weiteren VornamenKarotin e Auguste" und dessen TochterFran?oise" anstatt des seitherigen m Zukunst die VornamenRegine Richarde Sophie" sühren; am 18. April wurde dem Georg Emil Saatz zu Mainz gestattet, daß derselbe statt seines seitherigen in Zukunft den FamiliennamenKrone" führe.

5. Abwesenheitserklärung.

6. Dienstnachrichten.

Erledigt" stnd^Eine"mit einem evang. Lehrer besetzende LehrerstM an der Gemeindeschule zu Uberau mit einem Gehalt von 900, X, mit ber Stette ist ein Theil des Organiflendienstes verbunden. Eine rmt einem katy. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Osthosen unt einem nach dem Dienstalter des betr. Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000 bis 1500 mit der Stelle ist Organistendienst verbunden-

-1. Darmstadt, 5. Mai. Mste Kammer der Landstände.j Nach Mrlesung von neuen Einlaufen trat die Kammer in Berathmrg über bte: frpr ebenentrouTf über das Brückengeld bei JJcauxj deckeffend.

* Nach mündlicher Berichterstattung durch Ministerial-Präsident Schl ei er mach er erfolgte ohne Debatte die Abstimmung, deren Ergebntß bte Annahme deS Gesetzes- der Finanzen, den Gesetzesentwurf,die Herstellung von Nebenbahnen" dftressend", fand ohne Debatte nach der Vorlage der Negierung die Genehmigung Seitens des Hauses.

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