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6.2.1885 Erstes Blatt
 
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Freitag den 6. Februar

Erst-S Blatt

Nr. »1

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Bureau r Schulstraße 7.

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dass Gross-

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Corretpondenz-Bnrean.

Berlin, 4. Februar. In der heutigen Sitzung de« Abgeordnetenhauses wurde der von dem Abg. v. Zedlitz in Bezug aus die Penstoninmg der Volks- schuüehrer gestellte Antrag nach längerer Debatte auf Antrag de- Abg.

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Betreffe nb: Ten Wasenmeisterdienst ;u Bettenhausen.

Aus der Wetterau, 3. Februar. Der von den Abgeordneten ^ockel und Vogt eingebrachte Antrag tn Betreff der Erhaltung der Burgruine Mün-enderg be­tont wtt Recht, daß diese Ruine, welche wegen ihrer Lage und als reizender Aussichts­punkt stark besucht wird und der in architektonischer Beziehung Bedeutung n cht ab gesprochen werden kann, einer besieren Fürsorge bedarf, zumal d.e Verwittttnna de» Mauerwerks bedeutende Fortschritte zu machen begmr.t und daß ein etwa- keüfttgereS Eingreifen deS Staates geboten erscheint. ..

Darmstadt, 3. Februar. Der Historische Verein für dar ^bbe^ogthum ßefien erlaßt fotben bi« SmUbung zur Stier beb ffinfjtglabrigen @t ftungbtng u Verein«, ptrbunbtn mit der otb<ntU4enßauptoerfammlung prt'1884j8*" ben 18. Sebruar, NachmMag« 1 Ubr, In bem H°u,e ber .«nemiglen ®ef<Ll®aft |B Darmstadt. Auf der Tagesordnung stehen: 1) Ansprache de« V^et^p.astdenteu Dr. M. Rieger auS Anlaß der 50jährigen Wiederkehr deS Tage« der ^rml.chenl eov

6) Neuwahl bes «treinäau?f*uffe? (19 MItgIeb»). NaSm«tag? _5 "definb^

»ottS Menbe Serdn^i UrenaritgllAcr, 13 correfponbtrenbe unb 421 wVt^eft®,bit.ßU31er' 3anuar. [SptbemüSe Krankheiten im Srotzhertogthum ta eiibSm Keankaeiien fir.b es jur Ze.i rorjpgäep tfe bte M °e!n,Uwd)e,btcen!P t»:< in tun Ncchbarflaalen, siq In tin-r Mk-nn P-rbiittuu»

Gicstemr Anzeiger

Amls- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

v. sfeorlemer einer befonbern Commission überwiesen. Seitens der Negie­rung 'jrfolßte hierbei keine Erklärung. Bei bem Anträge des Abg. Lassen, bdr, tie 1864 in dem Kreise Sonderburg enlflanbenen Kriegsschäden, bean­tragte Der Abg. Gras Baudijsin den Uebergang zur Tagesordnung, weil s. Z. von der Negierung alle erforderlichen Erhebungen veranlaßt, sowie alle gerechtfertigten Ansprüche bereits entschädigt worden seien. Das Haus trat diesem Anträge bei. Sodann gelangten die noch restirenden Kapitel des Etats jür das Ministerium des Innern, für die landwirthschastliche und die GestMS-Verwaltung zur Erledigung. Die Fortsetzung findet morgen statt.

Loudon, 4. Februar. Gestern Abend wurde in Whitechapel ein Jndft vibuuni verhaftet, das bei ben jüngsten Dynamit-Attentaten bethetligt sein und auch zu dem verhafteten Cunningham in Beziehung stehen soll.

Vw- Dem Kriegsministerrum ist eine Depesche aus Kairo von gestern zuge- gangen, wonach ein Trupp Husaren und eine Abteilung Egypter nach Haudub ausgesendet wurde, um eine RecognoScirung vorzunehmen. Die Truppe brannte ein bei Handub befindliches Lager des Feindes nieder, wurde auf dem Rückwege aber von einer starken feindlichen Macht angegriffen; es werden 8 Husaren und 3 egyptische Soldaten vermißt, ein Egypter ist verwundet.

Die Polizei erhielt Angaben, wonach Cunningham an dem Dynamit« Attentate der unterirdischen Eisenbahn am 2. Januar beteiligt ist. Nament­lich erkennt Der Führer des Zuges, an welchem das Attentat verübt wurde, Cunningham als einen von den drei Individuen, die der Mitschuld verdächtig sind; Cunningham wird auch dieses Verbrechens angeklagt werden.

Rom, 4. Februar. Die DampserVespucci" undGottardo" sind gestern Morgen von Suakim nach Maffovah abgegangen und dürsten heute Abend dort eintreffen. iri ,.

Der belgische Gesandte bei dem Vatikan ist hier emgetrosten. Als Geschäftsträger zur Vertretung Rotelli's geht Rinaldini nach Konstantinopel.

Petersburg, 4. Februar. Wie dieNeue Zeit" mülherlt, wären der Juden-Commission nunmehr die Resolutionen der Local-Commissionen für die Judensrag» aus den neun südlichen und südwestlichen Gouvernements zuge- gangen. Dieselben seien in Bezug aus die Frage der Erweiterung der Ansiede­lungs-Rayons für die Juden theils ablehnend, theils zustimmend ausgefallen ', dagegen hätten sich die Local-Commissionen fast einstimmig dahin ausgesprochen, daß fammtliche Speciatsteuern der Juden, wie die Korobkasteuer ?c., sowie die jüdischen unteren und mittleren Separatschulen auszuheben, der gegenwärtige Modus bei der Führung der jüdischen Standesregister umzuändern und bte Zahl der jüdischen Delegirteu zu den städtischen Communnl« Verwaltungen zu be­schränken fei. ________________________

Darmstadt, 3. Februar. öfe au« guter Ouefle verlautet, bat d-r dundeSrath btm auf die Imt.ul've Seiner Kön gl ch<n Höhest de« ^^ßherzog« -U'ückjufübr.nden »ntrafl der Grohh. Hessischen Regierung, welcher bah n s-ht, dte tntendirte Erhöhung der -löHe tn Rrttcn oon M ß raten uns eine« wirthschastlichkn NothstandeS zu su S- penorren, tn fdner M b hest leider nicht zugestimmk.

( Ftn bei ber 2. Kammer eiogereichter Antrag de« Abg. Schabe betr'ffl die Einstellung von 3000 X für den Verband der hessischen lanbw'rtbschaftlichen Corffum- veretne sowie 1500 X für den Verband der hessischen landwirthschasUtchen Credtt- Wtroh'enfcbafUn zum Zwicke der Organisation, ber Rvision und Instruction in da« Staatsbudget unter (?av:tcl 57:Für die Lar-dwirthschast und Gerung der fFobcnwdiaratlon-. Motivirt ist dersilb- wie folgt: .Daß die angeführten Verbünde durch Urniana und hervorragende praktische Tbätigkeit einen wichtigen Faktor auf wnthschaflltchem Glbiete darstellen, wird al4 b.kannt und allgemein anerkannt ange- tftr-i werden dürsen. Bet der tmm«r wachsenden vedcuiung btr VerbandSthatigkeit L)öghr ufltb AuSd-dnuna d.r derest« in'« Bereich gezogenen Vetrtebszwe'ge. al« dem Hinzukreten neuer Aufgaben, wird e« immer schwieriger, den gestrigrr'ep Avfvrüchep mit den bisherigen Misteln gerecht zu w.rven. Insbesondere sind e4 zwei Aufgaben, die in den Bo.dergrund treten, neben der Organisation neuer Vereine, die Revision der bestehenden, sowie die Jnst.'ucl'on der VrreiaSleiter, inSdesondere auf dem neuen Ge- bicte de« MolkereiwefenS. Diese Zwecke sind mit den bisherigen Mitteln nicht voll zu rreicheu und dürste sich m't Rücksicht auf den Umfang der genannten verein^ dieselben ilhltn etwa 12,000 Mitglieder, und ihre bohe wirthschastliche Bedeutung die Einitellung der beantragten Summe sicher rechtfertigen. Eine stärkere Heranziehung der Vereins« enitgliider durch AuSschlag auf die Vereine selbst dürste bei dem bestedenden Unterschied zwischen ländlichen und städtischen Veretnen ohne Schädigung de« Vereinsleden« nicht 1 hunli ch sein. -1

Berlin, 4. Februar. sRefchStag j Bei der heutigen Forisitzung der Be- rathung deS Etats der ReichSpost- und Telegraphrnverwaltung berührten Abg. Prof. Möller und v. Vollmar die unzulängliche Besoldung der im RelchSdienst ange­stellten Telegraphistinnen und anderer Unterbeamten, sowie deren gänzlich ungeregelte Pensiorvoerhältnsise. Ter RegierungSoertreter bezeichnete die Lage der Betreffenden al« k.inr«wegS unaußkömwlich; würde der jetzige Satz von 2 JL auf 2 50 H er­

höht. so würde eine Rawforderung auf 3 JL bald erfolgen.

yn der we teren Berathung wurden die in dem Etat erschienenen Forderungen gerräß b n Beschlüssen der Budget Commisfio» bewilligt; von Neubauten wurden u. S. genehmigt ein Dienstgedäude tn L-er, ein ebensolches in Küstrin. Elbing, Berlin, Suhl Eisenach. Bcutben :c. g-ftrtchtn wurde das gesorderte Dienstgebäude tn Kr-uz- na*,' W. ß'pfelS. WiSmar und 281.500 JL zur Erwerbung eines Grundstückes tn Ber! n.

Der zweite Gegenstand ber Tagesordnung nachdem eine große Anzahl

kleinerer Etats ohne Debatte erledigt worden war betraf die erste, evevt. zweite

Berathllng einer Ergänzung de« ReichShauah^ltS - Etats pro 1885-86. ES bandelt

sich htnbst um bte Erwerbung e nes « undstücke« für bte Erweiterung de« Dienst-

gedäade« de« ftnt si'schen Amtes mit 295,700 jH, ganz besonder« aber um einen Be­trag von 248,000 JL für Bcsoldungen von Beamten in den überseelschen Schutzgebieten, deren Abstellung bte Verwaltung unb bte Sicherstellung jener Ged-ete nothwenbrg macht BezÜgl ch Kamerun« werden gefordert: Gouverneur und General Eonsul 30,000 Kanzler 12,000 Secrstär 6000 vH., für Togo ein Commiffar 12,000 JL.

öecretär 6000 vH, für Angra Pequena etn Eomm ffar 12,000 X, Secretür 6000 X, ferner 12,000 für Unterbeamten. Alle diese Beamten haben außerdem freie Dienst­wohnung

Entgegen dem gemachten Vorschläge einer ersten unb zweiten Beroibung im Plenum beantragte Abg. Rtchter bte Vorberoihuna in der Budget-Commission, die dann auch vom Hause deschloffm wurde. Der Abgeordnete begründete die Dor- berathung u. A. auch damit, daß nunmehr auch einmal dte Kostenfrage zur Erörterung kommen müffe, wie wett da bisher das Reich nur Aufwendungen, und zwar recht erhebltche. mache die daran zunächst bethetligten Persönlichkeiten herangezogen werden können; im Großen und Ganzen handle eS sich um sechs deutsche Fermen, Jütßli^c Kaufleute" allerbtngl nach dem Worte de« Herrn Reichskanzler«, deren souveräne Stellung sie aber doch nicht davon auSschlietze, zumal sie durch Verpflanzung oon Retchkbehörden und sogar durch den Bau eines GefängniffeS Schutz bekommen, nunmehr ihrerseits ben Tribut zu zahlen unb sich an ben erheblichen Aufwendungen zu betbeilipen, bte baS Reich mache.

Abg. Wo er mann meinte, baß erst georbnete Zustänbe geschahen werben müssen, wozu bfe Einsetzung einer Autorität nöthtg fei; bann würbe sich auch zeigen, baß die Hanbeltreidenden sehr gut zu ben Kosten für bte ReichSeinnahmm herangezogen werben können.

Nächste Satzung finbet morgen statt.

Heute,

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Di« Ernennung be« Heinrich Knorr zum Wasenmeister in B-lt-nh-us-n ist jurüdrsogen unb Johanne» Nuppel II! von ba ist al« solcher

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. fa_r.h tjHrPwnh die ^esistelluna eines Nachtraas zum NeichShaushaltS'Etat für das EtatSjahr 1884/8j. Bom 2.^. JauMr lodü.

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Ä.eßcn. am. 3. Februar 1885. Groiiherjogliche« ttrei««nt Greßen.

p r ° Dr. Soefmann,

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