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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Politische Ueberficht

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Die Nachricht, daß die päpstliche Vermittelungs-Note in Karolinenfrage in Berlin und Madrid bereits übergeben worden sei, wird 1 als verfrüht bezeichnet. Doch wird aus Rom gemeldet, daß die Note aller-

!e einverstanden sein würden. Die baldige Veröffentlichung der Note sei rschemlich, da Fürst Bismarck dies lebhajt wünsche.

' . Gießen, 3. November.

Uobsr die Urwahlen zum preußischen Abgeordnetenhause

Lokale-.

Gießen, 3. November. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzunanr

Donnerstag den 5. November 1885, Nachmittags 4 Uhr. u

1. Ueberttagung der Arnlenpraxis an das akademische Hospital.

2. Prüfung der Rechnung der Armenkasse vom Jahre 1884/85.

3. Desgleichen der Plock'schen Stiftung.

4. Localbaustatut.

5. Erbauung eines Steighauses.

Modjflättcr, Qln H .j Eynreau : Schultzraße 7. tltinpq 2' - z ien. mit M, .

fertiggestellt sei und den betr. Regierungen jeden Augenblick übergeben lden könne. Der Spruch des Papstes "beruhe" auf einer Transaction zwischen 1 historischen Rechten Spaniens und den Wünschen Deutschlands. Weder , ZM kr v. Schlözer, noch auch Herr de Moulins, der Vertreter Spaniens beim tzbeii»- Ean, denen der Spruch des Papstes mitgetheilt worden sei, hätten Einspruch J/^flober, und glaubt man, daß beide Parteien mit den Vorschlägen der päpstlichen

I in 2 November. Mittwoch tritt ein vorläufiges Gesetz

hen hMiinrS m ne" dem bürgerlichen Strafgesetz enthält analog

h«? je*3,.! 0 Bestimmungen der Strafgesetze anderer Länder, betr. Erhaltung , der üffentlichen Ruhe und Ordnung. Dasselbe besagt im Wesentlichen Die durch Wort oder Schrift gerichtete Aufforderung zu

strafb.. .en Thatcn w'.rd als Anstiftung oder verbrecherischer Versuch bestraft me Darstellung^ eines Verbrechens als beifallswerth, die Aufwiegelung einer ^lane gegen die andere dis Verbreitung erdichteter oder entstellter ^.hattachen, wodurch Haß gegen o?e Staats-Institute und die Reaierunas'Erlasse erweckt werden soll, wird mit Gefängniß bestraft. Bei Verleitung des Mckilärs

Ä Eann außer auf Gefängniß auch auf Strafarbeit erkannt werden. Auf bte U'bertretung von Pollzei-Vorschritten, betr. Waffenhandel, steht Ge° fangnch oder Geldstrafe. Die das Gesetz übertretenden Beamten können mit Verlust ihres Amtes, pensionirte Beamte mit Verlust ihrer Pension bestraft werden- Preßvergehen gegen dieses Gesetz unterliegen der Rechtsverfolgung.

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Oknhüus 2 />.

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Te?MLphische Depeschen.

Worff'S telrgr. Eorrefpondenz-Bueearr.

Berlin, 2 November. DieNordd. Allg. Ztg.", auf die Polemik der Germanin"

Zittafsung katholischer Missionare in den Colonien zurückkommend/ saat: Die Je uttenmlsironen auf deutschem Gebiete stehen mit unseren Gesetzen, französische mit ÄM,t'r katholische Missionen aber mit keinen von Nen in

Ui En Colonien.^ bm evan0cltfd)eit uoUitanbtg gleichberechtigt im Reiche wie SantpÄfft'er-ÄTn.Cr' ®e,'anbtC am»«W® Baron

. s, dremen, 2. November. Die Hierselbst unterzeichnete Erklärung der bonseren! der deutschen evangelischen MiIffonS-Gesellschafteii in Betreff des Branutweinhandels Pnt.Aen ®?.* Ionten befagt nacf) Darlegung der schädlichen Wirkungen desselben Die deutschen MrsswuSgesellschafteu wenden lid; mit der Bitte an die Volksgenoss n b ^nbers an bte berittenen Vertreter derselben: Steht uns bei, von Deutsch and d e Schmach abzuwenden, vor anderen Nationen als Verderber der heidnischen Völker > , ge ten! Die Erklärung begrüßt sodann die in diesem Sinne bereits ergangenen Kund gebnntzen und schließt. Die (Sanieren; kann den deutschen Colonialfreunden aus fremder und Ägener Erfahrung -be;eugen,_ daß alle Colonialbestrebungen in dem Branntwein- Geühtgms'erkeunen müssen Schembluthe beroorzaubert, den schlimmsten Feind des

. Rraunschwcig, 2. Nooember. sEinzug des Regenten.s Am Bahnhöfe liielt der iPtdtagoPiaüdent eine älnjpradje an den Prinzen, worin er Namens des aanien Landes den Prinzen freudigst willkommen hieß, ihn deS oollsten Vertraueiis des Landes versicherte und an das stets ungetrübte Einvernehmen zwischen der Andes- regmung und der Landesvertretung mit der Versicherung erinnerte, bafe bie Land s- «ertiTtung Alles aufbieten werde, dieses gute Einvernehmen auch unter der Regierung beä Prmzen aufrecht zu erhalten. Der Prinz dankte dem Präsidenten für di aus gesprochene Gesinnung und für den ihn tief bewegenden Empfang. Er trete die Re- g.erung mit dem festen Vorsätze an, das Wohl und Heil des Landes zu fördern und

Än0e£ ?U ÄaY<r U"b R-lch ZU pflegen. - In Helmstädt, wo der Regent- schastsrath den Prinzen begrüßte, hielt Minister Görtz eine Ansprache, worin er den Pnnzen bewillkommnete, aus die hohe Bedeutung dieses Augenblicks für das ganze Land hinw.es nah die Ueberzeugung aussprach, der Prinz werde als echter Hohenzoller g- recht und milde regieren. In diesem Vertrauen gelobe der Regentsch^tsratb unver- bruchliche Treue und Anhänglichkeit. Der Prinz dankte bewegt; er hoffe dieselbe Treue pi finden, wie, ber nerltorbene Herzog. Er werde die Regierung .führen zum Wohle des Landes und in der Pflege guter Beziehungen zum Reich.

ri3tnmE^ ^rs.cnpf1'?yt.c auf dem Friedrich - WilbelmS - Platze hieß der Ober- Burgermeister Pockels den Prinzen und die Prinzessin Albrecht willkommen und gab das Gelobniß ab, daß die Bevölkerung in innigem Festhalten an dem Bande, welches sie mit Der Dynastie Hohenzollern bereits durch unseren Kaiser verbindet, dem Prinren unwandelbare ^.reue und seiner Gemahlin ehrerbietige Anhänglichkeit stets bewahren werde. Prinz Albrecht dankte für die herzlichen Worte und den warmen Emvfana Er bringe em wannes Herz fiy Stabt nnb £anb SöraunfcbiDeig und werde be­strebt sein, bereu Wohlfahrt nach Kräften zu fordern.

Straßburg, 2. November. Der Statthalter trifft Doimerstag 13/. nr)r ub-r Kehl hier em. Abends findet Fackelzug und eine Serenade von Vereinen statt Frei ag Vormittag ist Empfang der Beamten. Nachmittags Auffahrt der Studenten- schäft und Abends Festeommers. CH

Wien, 2. November Nach Meldung desTel. Corr.-Bur." aus Konstantinopel wurde der Zusammentritt der Eonserenz bisher lediglich durch eine Verzögerung bei Ernennung des zweiten Delegirten der Pforte verhindert; morgen wird aber die erste Conferenzsitzung erwartet. 1

0 - 5fa»iS, 2 Noooniber. Graf MünM besuchte gestern Frepeinet und wird im Laufe der Woche Grevy sem Beglaubigungsschreiben überreichen.

, , ?' 9m?.c^be,r' Telegramm desStandard" aus Athen besagt,

daß Griechenland die Mtttheilung der Machte durch eine Note ähnlichen Inhalts, wie die serbische Note, beantwortet habe^ Der griechischen Note sei aber hinzugefügt, Griechenland könne den S and der Dmge nicht als gesichert betrachten, so lange es nicht wenigstens die Grenzlinie im Epirus besitze, die ihm durch den Berliner Vertrag zugesprochen worden sei. ö

Rom, 2. November. In der Provinz Palermo kamen gestern 27 Cholera- Erkrankungen und 18 Cholera-Todesfälle vor, davon entfallen auf die Stadt Palermo 17 Erkrankungen und 14 Todesfälle.

Petersburg, 2. November. Heute Mittag fand in Gegenwart des Kaiser- vaares der Stapellauf des PanzerkreuzersAdmiral Nachimoff" und die Kielleauna des TorpedokreuzersJlyin" statt. H H

Mr* " Mittwoch den 4. November 1885

WeßMr Anjpjgcr

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20, Pf. mit Bringerlohn.

Durch dre Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 P».

"2 ........[eyeii zrogcoronetentiauie

immer vorwiegend nur die Resultate uns den größeren Städten vor, 1^6* b.[ t6®' 4 ttfajrunjjymdgtß ote Wnhlberichie aus den ländlichen Wahlkreisen aus leicht Gründen viel langsamer einlaufen, lieber die Wahlresultate aus für einen ^«hnanÄm der ländlichen Kreise wird Überhang wohl erst der 5. November, der 2z-Sauber Logeordnetenwahlen selbst, definitiven Aufschluß geben. Soviel sich "UEbtneo,h«.te schon übersehen läßt, scheinen die Wahlen vom 2d. Qetober in Besitzstand der einzelnen Parteien im preußischen Abgeordneietihause keine Veränderungen hervorgerufen zu haben und Dürften in der großen Mehrzahl der Wahikretse die Vertreter der bisher daselbst dominirenden politi- ins Wwe., aimtw , ^en^ Richtung wiedergewählt morden sein. Dies güt vor Allem von Berlin, Mlirtrs Zimmer mit !!', 'r^^nniSe lN allen vier Wahlkreisen den Conservativen und

!5LWwjy,e1 gegenüber behauptet hat. Die letzteren haben es in Berlin

" mÄlittis n.nnmS,^°.^°upt nur zu verschwindend geringen Minoritäten gebracht und ihr erstes '»'n cm Sdjlafitiiita ju ic^!1,*te/en tn ^r Reichshaupistadt als selbstständige Partei ist es müssen bte arreunbe einer gemäßigten politischen Richtung selbst zugeben - ein °-mWn ^°" Edwchi M leugnender Mißerfolg gewesen. - Die nenn Berliner Landtags- W" Lüs'Ml°«i II, II. S, st Kiel Altons D"nn°-i!,° Deutsch'FretfinnVen, dieselben haben sich außerdem FdWriihrötüS ftürfj' rn?Ä2etln c®re<1°' Wiesbaden und Unter-Taunuskreis. SiWniMerönf «6-Gornau behauptet. Die Nationalliberalen siegten in

möbtirtcB Bimct'n a. M-' Königsberg in Pr., Magdeburg, im

«alt, Ahnhüfn« i, chhcntgau sNassau), dem Unierlahnkreis, Kassel, Wandsbeck, Hannover und im in mibl. jimmtt, <ttem mit ben Freiconservativen in Barmen und in Elberfeld. Dagegen ver- iu,r* b*e Nationalliberalen Krefeld an die Centrumspartei, welche außerdem in

»mir, gttftt, Ulme Aachen, dem Unter-Westerwaldkreis, Dialmedy, Koblenz, Neustadt sOber-

" K^e3te- Freiconieroative und conservatioe Siege werden aus San-

-- «»hMsen,^Eckardsberga, Potsdam, Königsberg (Land), Nordhausen und 8U^Q?mt 9emeoc.t Ferner siegten in Halle a. d. S. die vereinigten ,n P°^n und m Bielefeld werden wahrscheinlich Stichwahlen etben. ^llftnden muffen.

ibi. Zimmer ju dciÄ Der Bundesrath hielt am Donnerstag wiederum eine Plenarsitzung t, Ecke der BMoM av ; etwas speciell Bemerkenswerthes bot dieselbe indessen nicht dar.

nnrÜbl^ZimmermitDie französische Kolonie in Berlin feierte am 28. u. 29. Ottos CchulsttaßtS. 6fr unter Theilnahme des Hofes und der weitesten Bevölkerungskreije das ehrere möblirte WMrige Jubiläum ihrer Gründung. Als Ludwig XIV. im Jahre 1685

@arwaBe^ durch die Aufhebung des EdicteS von Nantes und die hiermit für die Refor- röblirteS Zimmer. mrten in Frankreich abermals beginnende Verfolgungs-Epoche eine große Anzahl 4* Hugenotten aus dem Lande trieb, sanden sie namentlich in Preußen, oder

Dt!mo ?blmehr im damaligen Kurfürstenthum Brandenburg, das zu dieser Zeit unter int'|U ^onffurterMeöffegcnö<rei(ften Scepter des Großen Kurfürsten stand, die liebreichste Auf. Nme. Aus Anordnung des Kurfürsten wurden die französischen Flüchtlinae in hauptsächlich aber in der Residenz Berlin selbst angesiedelt. Ihre autna^me erwies sich als ein wahrer Segen für das brandenburgische Land, tarn die aus ihrer Heimath vertriebenen Hugenotten hatten dort zu den tüch- z h .*. Wen, gewerbthätigsten und intelligentesten Einwohnern gehört und diese Eigen-

NliM /ittjngtn* Asten entwickelten sie unter der kräftigen Regierung des Großen Kurfürsten . rl.hdillfivl W neuen Heimath nur noch weiter zum Segen derselben. Dankbar ist ..8 nicht nur von Friedrich Wilhelm, sondern auch von allen späteren Regenten

L randenburgs und Preußens anerkannt worden und die französische Kolonie im

' fischen Sande ist daher kräftig weitergediehen, da sie den tolerantesten g Tage. 1M | ^utz der Hohenzollern genoß. Dafür sind aber auch die französischen Huge- ® tulten ebenso loyale und ihrem Herrscherhause treu ergebene Unterthanen ge-

u mden, als die Märker selbst und in allen Kriegen Preußens haben Jene mit ;}c Aut für das neue Vaterland verspritzt. Bei dem Festgottesdlenst am j October im französischen Dome zu Berlin erschienen denn u. A. auch der /-^tfche Kronprinz und feine Gemahlin und man darf dies als einen sicht- Ausdruck der Gunst und Theilnahme betrachten, welche das Kaiserhaus französischen Kolonie fortgesetzt zuwendet.

v In den Pariser politischen, parlamentarischen und diplo- Mtischen Kreisen bildet das gegen den Minister des Auswärtigen, Herrn , lycinet, in voriger Woche begangene Attentat bei welchem der Minister Micherweise unversehrt blieb das augenblickliche Tagesgespräch. Die srt eingeleitete Untersuchung dürste wohl bald ergeben, ob bei dem Mord- Ichlag auf den französischen Minister des Auswärtigen nicht auch das politische »ment eine hervorragende Rolle spielt, namentlich da durch die kaum been- m Wahlen in Frankreich die politischen Leidenschaften der großen Masse $ erregt worden sind.