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2.4.1885 Erstes Blatt
 
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ES ist ein Beweis für den eLt historischen Sinn BSwarck'S, daß er in einer Zeit, wo fildst sachverständige Professoren gewiß Namen von trefflichem Klang unb Juristen ersten RangeS alle Hoffnung auf d'.e HrrÜbrrvahme constiiutioneller Formen aus England und Frankreich fetzten, kurz NN) zutreffend nach eigenartiger Ent­wicklung auS den gegebenen Verhältnifien verlangte. Oder hätte sich BiSmarck für die -erfahrenen Proficte erwärmen sollen, welche wre die Pilze im Herbste io ollm politi­schen perfchaften jener Tage auftaucht-n?

Man vergegenwärtige fich doch, was der Eonsei vatiflmufl Bismarck's damals bedeutete. Was war jenes Preußen, für daS er damals eintrat? Es war and blieb Hotz alledem der Staat der großen Tradition, der Staat defl ehrenfesten veamten- thumS, der stramm biße pltnirkn Armee, des nicht minder strammen UnterrtchtSwefenS; eS war und blieb der Staat deS Protestantismus, der das praktische Christenthum nach feiner ethischen Seite so viel alS Menschen mögl'ch ist zur Geltung brachte. Kirche und Staat, Schule und Heer, und nicht zuletzt die Familie nahmen allüberall die Einzelnen in ihre Zucht und Pflege und c9 gab auch überall feste, verläßliche Bildungen, auf denen man sicher weiterbauen konnte. Uad das Allefl sollte preiSpegeben, dieser unersetzliche Besitz den Gefahren etneS Krieges unter den ungünstigsten Verhält- n ffen auSgisitzt werden?

Als der Conflict mit Oesterreich drohte, trat diese Frage auch an v'smarck heran und er entschloß fich gewiß nicht mit leichtem Herzen sich der Noth- Twenbigf.it tu beugen unb angesichts der übelwollenben Haltung ber europfischrn Mächte die Friedenspolitik befl Ministeriums zu verthe'digen. Er galt den Rab'calen wie den Liberalen damals als daS Prototyp eines preuh.schen JunkerS.

In der Sitzung der zweiten Kammer vom 8. April 1851 antwortete er selbst aus diese Beziehung: »Die WhigS unb bte TorneS waren auch Ausdrücke, die ursprüng­lich etwas Geringschätziges bezeichneten, und seien Sie ve,sichert, wir werden unserer- se'ts den Namen deS JunkerthumS auch noch zu Ehren bringen!" Dieses Wort e'nzulösen fand fich bald Gelegenheit. Im Mat 1851 ward Bismarck nach einigen Erwägungen, ob man den damaligen Lieutenant zu einer fo verantwortungsvollen Stelle befördern könne, zum Geh. LegattonSrath und ersten S cretär der Bundestags- gesondtschaft in Frankfurt a. M. ernannt. ES war eine der fchwierizsten Aufgaben, d'e an einen Politiker h-rantreten konnten. BiSmarck brachte keine langjährige diplo­matische Prox.s mit, nobl aber ein festes, klares Programm. W-lcheS Programm dies war, ist bald gesagt. Kein anderes als daS ihn schon im parlamentarischen Leben leitet': Die Liebe zu seinem Vaterlande, die Ueberzeupung, daß dieses mit Anspannung aller Kräfte die Stellung sich erringen müsse, welche seiner Bedeutung, seiner Geschichte mlfprdd) .

Wer die politische Eorrespondenz Friedrichs bf5 Großen kennt, wird sich sagen müssen, durch sie gebt derselbe Zug, der in Bismarck's Politik in die Erscheinung tritt:Toujour en vedette!

Sorgsam wachte er über Preußens Ehre, sorgsam spähte er nach jeder Gelegen­heit, dessen Stellung zu verbessern, Einbußen unb Demütigungen abzuwenben, vor Allem aber verläßliche Kenntntß zu gewinnen. Und wahrlich, Da§ wär in jenen Tagen schw eriger als je; in Tagen, in denen der alte Bund, zu einem Scheinleben empor» galvanisi.t, fich bemühte, bte behagliche Stagnation wieder eintreten zu lassen; in Tagen, tn denen, wie BiSmarck bemerkt, Hetne's Lied vom Bund das deutsche National­lieb zu werben drohte.

Der erste Eindruck, den die Diplomatenversammlung in der Eschenheimergasse auf Bismarck machte, war natürlich ein ungüi stiger. Er nennt den Verkehr in Frankfurt ein gegenseitiges mißtrauisches Aussptoniren und bemerkt dazu:Wenn man noch etwas auszufpüren und zu verbergen hätte! ES find lauter Lappalien, mit denen die Leute sich quälen, und diese Diplomaten sind mir schon jetzt mit ihrer wtchttgthuenden Kleinigkcittzkrameret wett lächerlicher, als d r Abgeordnete der zweiten Kammer tm Gefühle seiner Würde ... Ich habe nie daran gezweifelt, daß sie olle mit Wasser kochen, aber eine solche nüchterne, einfältige Wassersuppe, tn der auch nicht ein einziges Fettauge zu spüren ist, überrascht mich. Schickt den Schulzen X. oder Herrn von ... orsky aus dem Chausseehause her, wenn sie gewaschen unb gekämmt sinb, so will ich tn der Diplomatie Staat mit ihnen machen. Jeder von uns stellt sich, als glaubte er vom Anderen, daß er voller Gedanken und Entwürfe stecke, wenn er eS nur aussprechen wollte, und dabei wissen wir Alle zusammen nicht um ein Haar besser, waS auS Deutschland werden wird, als Dutken Sommer. Kein Mensch, selbst ber böswilligste Zwe'fler von Demokrat, glaubt eS, was für Charlatanerte und Wtchtigthueret tn dieser Diplomatie hier steckt."

Bismarck beklagte sich auch in dem Berichte, daß ihm die Arbeit abgebe. Er bekam bald vollauf zu thun, Beweis dafür die zahlreichen, durch Gedankenschärfe, sorgfältige Beobachtung unb energische Festigkeit ausgezeichneten Berichte an bcn Minister von Manteuffel.*)

Seine Kämpfe mit dem BundeStagSpräsidium, mit den vor dem Präsidium zitternden Vertretern der Mittel- und Kleinstaaten, die im größten wie im kleinsten feine Schritte hemmten, finden in diesen wichtigen Berichten über den Bundestag einen Ausdruck. Ich nenne sie wichtig, denn sie zeigen wieder die z'elbewußte, klare Art deS großen Mannes, der stets zu entschiedenen Schritten räth, um Preußen eine achtung­gebietende Stellung zu gewinnen

BiSmarck war von Friedrich Wilhelm IV., der mit seiner Amtsführung sehr zufrieden war, am 18. August zum Bundestagsgesandten ernannt worden. Sein wie deS Königs Wunsch war freundliche Verständigung mit Oesterreich. Daß dieser Wunsch nicht tn Erfüllung ging, lag, wie Bismarck bemerkt, in ber Politik deS Fürsten Schwa-zenberg, der es unverhohlen als Programm auSsprach, Preußen müsse zuerst rrntebrtgt, dann vernichtet werden! War eS da ein Wunder, wenn BiSmarck eine neue Auflage deS dreißigjährigen Krieges befürchten zu müssen glaubte. Doch so weit kam es nun allerdings nicht. Dagegen wurde Bismarck in die Lage versetzt, mit den leitenden Persönlichkeiten tn Beziehungen zu kommen; 1852 im Juni erschien er tn Wien, um über Zollvrre«nSpoltt>k unb Anderes ein Verständnlß zu erzielen. Utber bte Stadt, bte er schon auf seiner Brautreise gesehen, schreibt er an seine Frau: Alle, bte ich bisher kennen gelernt, sind demerkenSwerth liebenswürdig und die Stadt ist zwar heiß unb engstraßig, aber doch eine ausgezeichnete Stadt. Dennoch findet er, auf das ^Geschäft" eingehend, sich zu der Bemerkung veranlaßt:fl g'fallt mar hier gar net, bte Leute Haden entweder nicht daS Bedürfntß, sich mit unS zu arrangiren, oder fitzen eS bet unS tn höherem Grade voraus, alS eS vorhanden tst. Ich fürchte, dte Gelegen­heit zur Verständigung geht ungenützt vorüber; das wird bet uns einen bösen Rück­schlag üben, denn man glaubt, einen sehr versöhnlichen Schritt durch meine Sendung gethan zu haben und sie werden sobald nicht wieder E>nen herschicken, der so geneigt ist. stch zu verständta'n und dabei so freie Hand hat, wie ich."

Auch in den Berichten über die Unterredungen mit dem Grafen Burl spricht fich BiSmarck in ähnlicher Art auS; er findet bet dem österreichischen Minister sogar einen gewissen Mangel an Entgegenkommen in den Formen und sieht jede gedeihliche Br- banblung her Streitpunkte ausgeschlossen. Um so angenehmer fühlt er stch von der Persönlichkeit deS österreichischen Kaiser- berührt.Er faßt schnell auf, urtheilt sicher und besonnen unb bat eine Zutrauen erweckende E nfachheit unb Offenheit in seinem Wesen." Nicht minder rühmt er seine hohe Wahrheitsliebe.

BiSmarck benutzte die Anwesenheit in Dkn am kaiserlichen Hoflager, um Ungarns Landschaften zu durchwandern. Ungern kehrt er zum grünen Tisch der Bundes­versammlung zurück. Hier gab eS stets dieselben Weiterungen; tn der Wüste der Verhandlungen bildet nur die Sorge Preußens für wissenschaftliche Institute eine Oase. Da wird etrra versucht, die w ssenschattlichen Vereine SüddeuischlandS tn ein» Ver­bindung mit Berlin zu brngen, das Germanische Museum der Fürsorge deS Königs und d'S preußischen EultuSministerlumS empfohlen, kurz, neben den politischen und wn-thschaftlichen Factoren für die künftige Einigung auch der geistigen Bindemittel nicht vergessen.

Doch mitten in diese Bestrebungen fiel die Kunde von einer großen en'ovälschen Verwicklung; der Krimkcieg erregte ganz Europa. Man weiß, wie sich die Machte gruppirten. Bismarck schien auch dieses Ereigniß eine Aufforberung an Preußen, bte nationalen Elemente um sich zu grupptren Kam es auf ihn an, so stand Preußen damals schon an der Spitze ber beutfeben Staaten.

Höchst beachtenSwerth war sein Rath bezüglich der Haltung Frankreich gegen« über. Eine Concentration der französischen Streitkräste am Rhein müsse sofort zur Zusammenziehung der deutschen Contingente führen, um die Südwestspitze, den Schluß-

*) Sie liegen nur in den ungemein werthvollen Publikationen auS den königlich preußischen Staatsarchiven in den von Herrn von Poschinger berauögegebenen vier Bänden .Preußen im Bundestag 1851-1859', Leipzig, S- Hirzel, vor­

stein deS deutschen Gewölbes zu schütz'v- »Ich bin üb:rzeuzt, baß in Paris der Glaube an unsere Entschlosiende't tm jetzigen Stadium mehr wirkt, alS bte Maßregeln selbst in einem späteren Wenn bte französischen Absichten, Truppen durch Deutschland zu führen, pcakt sch näher träten, fo ist meine Ansicht bte, baß man ihnen Marsch uib Operationfllinien burch Baben, Württemberg u. s. w. unter keinen Umiiänben gestatten kann, lieber daS Bajonnet fällen; benn efl würde daraus ohne Zweifil dalb die militärische Herrschaft Frankreichs tu diesen Ländern halb mit Liede, halb mit Gewalt sich entw'ck In'

BiSmaick verschmähte in dieser Defensivpoliiik durchaus nicht auf dem legalen Boden befl Bunbeflrechtev zu strh.n; dem hoctwüthigen Worte b<fl französischen Ge­sandten über bte preußische Pol t k.Cette politique toui coudaire d Jen»*, ent­gegnete er wie immer schlagfertig:Poarquoi d Leipeic ou d Waterloo?* Doch freilich, nicht den kühnen Gang ist P.eußen euchergeschnttin. Den fein Bundestag»« gesandter gewünscht; beim Pariser Freden wurde eS sehr nebenher behandelt Gerade damals schrieb BiSmarck (26. April 1856) an den Minister von ManteuffU ein ganzes poltttscheS Programm nieder. In scharfev Zügen zeichnete er die unbehagliche Stimmung Europas, daS mit L»sorgniß in die Zukunft dl'ckt; nur EmeS sei sicher, die Prä- ponderanz Napoleons, um dissen Gunst Allefl wirbt. Aus bafl InffcHTfie wird die Zukunft vorauflgesagt, Napoleons Friedensliebe charakterisirt, oon ber er nur, zum Kriege gedrängt, abweichen wird unb nur bann, wenn er efl ohne allzu große Un­gerechtigkeit thun kann. Dies wird er am Best:n in ber italienischen Frage können; zwischen Frankreich unb Rußlanb sei ein natürlicher Zug der Sympathie nicht adzu» leugnen, der für Oesterreich gefährlich fein könnte. Dennoch wird Oesterreich sich nicht mit der Partei ber Germanen verbinben und lieber eine katholische Ligur mit Frankreich eingehen. Der Bund wirb eine wirkliche Gefahr nicht bringen. Er erö tert dann die Chancen eines Bünbniffefl mit Oesterreich und kann an btffen Nutzen unter den ob­waltenden Umständen nicht glauben. BiSmarck spricht sodann seine Uederzeugung auS, daß Preußen in nicht zu langer Zeit für seine Ex stenz gegen Oesterreich werde fech'en müssen. Oesterreich wirb Preußen wie bisher benutzen wollen, es wird ben Don Juan bei allen Cabinrtcn spielen, wenn eS einen so stämmigen Leporello wie Preußen miß­brauchen kann eine bessere Situation würde fich erst bann ergeben, wenn bafl französische Kaiserthum gestürzt wäre. Jetzt gelte <9, Napoleon kostenlose Freundlich­keit entgegenzubringen, ihm etwa Orden zu verehren unb sich von Niemand in bafl Schlepptau nehmen zu lasten.

Als BiSmarck wegen der N.uenbu'yer Angelegenheit zu Kaiser Napoleon (Anfangs April 1857) gesendet wurde, fand er in Gesprächen über Schlrflwig-Holstein feine Ansichten b>stärkt. ES verlohnt der Mühe, seinen Bericht über den Beherrscher Frankreichs an General von Geilach, den Gcneraladjutanten deS Kön'gS, zu lesen. Doch B smarcks Stellung in Frankfurt war erschüttert. Er meinte, wolle man ihn lediglich aus Gefälligkeit für Stellenjäger diflponiren, fo werde er sich unter die Kanonen von Schönhausen zurückziebenbte Aussicht auf frischen, ehrlichen Kampf, ohne durch irgend eine amtliche Fessel genirt zu sein, gewistermaßen tn politischen Schwimm- Hosen. bat fast ebensoviel Retz für mich, olfl bte Aussicht auf ein fortgesetztes Regime von Trüffeln. Depeschen und Großk.-euz'N * Unb doch blieb eS b*t letzterem, denn BiSmarck wurde alfl Gesandter tn Petersburg, wie er sich auSdrückie, kalt gestellt. Seinem Minister hm'erließ er eine weitläufige Schrift über Preußens künftige Politik, die an sehr beachtcnswerthen Bemerkungen üb.r bte Ultramontanen unb Kap taltften reich ist.

Seine Stellung tn Petersburg, wohin er unter großen Strapazen gekommen war, an feinem Geburtstage 1859 überreichte er Alexanber fein Beglaubigungs­schreiben verlangte eifrige Thätigkcit Vor Allem bte Verständigung mit Rußland! Und btrfe gelang Dank den Qualitäten befl neuen Gesandten, ber namentlich ein Liebling der Ka serin-Mutter wurde, vollkommen.

BiSmarck befand sich tn Pei-rSburg vorzüglich wohl. ES fehlte aber trotzdem nicht an rrtrospeciiven Aenßerungen über feine E fahrung'N am Bundestage, die er dem Minister Schleinitz zu bedenken gab. So schrieb er unter Anderem am 12. Mat 1859.: DaS Wort deutsch für preußisch möchte ich gern erst dann auf unsere Fahne grschrieden sehen, wenn wir enger und zweckmäß ger mit unseren übrigen Landsleuten verbunden wären, alfl bisher." Und weiter:Ich seh' in unserem BundeSverhältniß ein Ge­brechen Preußens, welches wir früher oder später ferro et igni werden heilen müssen, wenn wir nicht bet Zetten tn günstiger Jahreszeit eine Kur dagegen vorn hmcn '

Wäbrcnd aber BiSmarck dem deutschen Staatswesen eine Kur diagnosticirte, ward er selbst auf das Krankenlager geworfen. Petersburgs Aerzte konnten ihm nicht helfen; er mußte in bte Hetmath zurück wo ibn vor Allem die treue Pfl ge seiner Frau genesen machte Dock brfiel ihm bald darnach auf einer Reise zu feinem Freunde eine Lungenentzündung. Seine Stimmung nach wirdererlangter Gesundheit war mitunter trübe unb ärgerlich, weil Preußen durchaus nicht die Stellung einnahm, bte er mit ganzer Seele ersehnte; er wurde oft pessimistisch.

(Fortsetzung folgt )

Lokales.

Gießen, 1. April. Der beute zu einer Sitzung zusammengetretrne Kreistag dcfl Kreises Gießen richtete ein Glückwunsch-Telegramm an Se. Durchlaucht den Fürsten Reichskanzler zu dessen heutiger GebuitStagSseier.

G Gießen, 1. Avril (Sterblichkeit in Gießen.) Während der Woche vcm 22. bis 28. März war die Sterblichkeit eine geringere, alS bte in ber oorberqebenben Woche, efl ereigneten sich im Ganzen 10 Tobesfälle, davon 4 bet K nbern, 6 bei Er­wachsene--. Von den Kindern waren zwei roch tm ersten Lebensjahre und starb bafl eine derselben an Darmcatarrh, bafl andere an allgemeiner Schwäche. Von den bridrn filteren Kindern erlag bafl eine der Lungenschwindsucht, bafl anbere einer Gehirn­entzündung. Bet den erwachsenen Personen war TobkSursache: Lungenenfzündunz, Lungenschwindsucht, Bronchienerweiterung, Altersschwäche, Krebfl unb Brighttsche Krankheit.

Gießen, 1- April. Dafl Gesammtrrgebniß der Sammlungen für die Biflmarck- fpenbe tn d.r Provinz Oberhessen bet der hiesigen Sammelstelle beträgt nach Abzug aller Kosten 6212,05 vH.

ES sind eingegangen: AuS den AmtsgerichiSbezirken Altenstadt 24,10 X, Büdingen 313,65 JL, Butzbach 247.78 X, Gießen 3986,16 X, Grünberg 120,40 X. Herbstein 115,95 X, Homberg 75,90 X. Hungen 41 X. Laubach 41.46 X. Lauterbach 91,85 X. Uicb 218 C6 X, Bad-Nauheim 224,15 Nidda 193,15 X, Ortenberg 343,72.*, Schütz 105 X, Vilbel 76,70 X Summa 6218,03

Aufl bcn AmtSgerichtflbezirken Alflfeld, Friedberg, Schotten, Ulrichstein find Beiträge dahier nicht eingegangen, dieselben sinb d'.rect an bafl Landes,Comit4 tn Darmstadt etnaefanbt worden. Der oben angegebene Reinertrag von 6212,05 X ist dem Landefl Comsts in Darmstadt übermittelt worden.

Vermischtes.

Prag, 27. März, lieber bafl Grubenunglück bei Dombrau liegen folgende nähere Mifiheilungen vor: Die Gruben der Dombrau-Ostrauer B'rgwerkSrGefellfchaft Eigenihümer Baron Albert Rothschild, Pächter die Herren R v. (Luttmann und Wondraczik liegen in nächster Nachbarschaft ber Karw'ner KohltNwerke. Zwanzig Minuten vor 12 Uhr NachtS tm Wilhelm-Ludwigfl-Flöh des vierten Horizontes befl Bettina-Schachtes, welcher vier Horizonte hat, erfolgte die Explosion. Im Bettina- Schachte waren 200 Mann ctraelaufen, davon 86 im Wilhelm-Ludwigfl-Flötz.^ Von bf'fen 86 sind 54 verunglückt, 27 gerettet und 5 verwundet, weich' letztere tnfl Spital befördert wurden B>fl um 8 Uhr Äbenbfl waren 36 Todt beraufbefördert D>e Tobten liegen in einem Lokale nächst dem Unglücksschacht, weiß anoekleidet. Aufl ihrem GesichtSaufldruck ist erkenntlich, daß sie eines jähen Erft'ckongfllodeS gestorben Alle wurden aanocht- Nur wenige Tobte pigen Brandwunden und andere Verletzungen. Nur der Wilbelmfl-Flötz tst durch die Exolofion verwüstet die anderen Horizonte und Flötze sind intakt. Die Weiterfübrung ist vollkommen herrestellt. Der Ventilator funetfontrt unb der Wetterfchacht ist nicht gestört. Die Haltung d r Bergmannschaft ist musterhaft Die Retiungflarbeiten. welche sehr schwierig sinb, werden unter ber unermüdlichen Leitung ber Beamtenschaft fortgesetzt. Die Ursache der örplofwn tn noch unbekannt. Wenige M'nuten vor ber Explosion wurde ber UnglückSflotz tnlpicirt. Den Wittwen wurde sofort Geld angewiesen. ES gab unter denselben herzzerreißende 6 cm en-