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Vermischte-.
-recht verkündet worden. ~ tiHpuu culWH,u uno 005 das dritte * ' (St- Pr)
^atam, 29. August. Die Unrusicn in - Heber den Unglücksfall in Köln wird dem „Fr. J> von dort unterer
____ 9 Unruhen in Zagorlen schemen, nachdem 27. August geschrieben: Die Beerdigung der auf so schreckliche Weise bet einer Schwimm
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genügende Militärmacht entfaltet ist, vorläufig beendet zu jein. Die Bauern sind meistens in das Gebirge geflüchtet.
Paris, 29. August. Der Marinemimster hat unter dem heutigen Datum nun dem Gouverneur von Cochinchina aus Saigon das solgendeTelegramm erhalten- Die Corvette „Chateau Renault" ist angekommen, nut dem Adlatus des Civilkommisiärfl dem Schiffslteutenant Champeaux an Bord, welcher die Präliminarien des am 25 hfl in Hue unterzeichneten Frtedensvertrags mitbringt Dieselben setzen fest: Vollständig Anerkennung des französischen Protektorats über Annam und Tongkmg- endaültia Annexion der Provinz Dinthuan an Cochinchina; dauernde mlitärische Besitzung h!r Forts von Thuanan und der Lmie von Vimgchna; sofortige Zurückberufung ber na* Tongkmg gesandten annamitischen Truppen, dessen Garnisonen auf den Frtedensfub gebracht werden. Den Mandarinen wird Auftrag gegeben, ihre Funktionen wieher aufzunehmen; die durch die französischen Behörden erfolgten Ernennungen von Ae, amten werden bestätigt. Frankreich übernimmt es, die unter dem Namen Schwane Flaggen" bekannten Banden aus Tongking zu verjagen und auf diese Weise"Stckerkeii und Freiheit für den Handel zu schaffen. w
Madrid, 29. August. Die spanische Regierung hat ihren Botschafter in Paris Herzog von Fernan Nunez, beauftragt, die französische Regierung über ihre Absicki betreffs Zonllas zu interpelltren; sobald die Antwort bekannt sei, solle das Ministerium zusammentreten, um über die Wiederherstellung der konstitutionellen Garantien Re- schluh zu fassen. Der Kriegsmimster Martinez de Compos soll gegen die Herstellung der konstitutionellen Garantien und für eine Demission der M'nffter sein.
London, 29. August. Nach einer hier eingegangenen und auf amtlichen Mittheilungen beruhenden Depesche aus Batavia von heute Nachmittag ist Anjer durch die Meeresfluth, welche dem Vulkanausbruch aus Krakatoa folgte, vollständig zerstört, die Zahl der um's Leben gekommenen Europäer und Eingeborenen ist eine sehr große, die Verluste an Eigenthum sind ganz enorm Auch in dem nördlichen Theile der Provinz Bantam ist der Schaden außerordentlich groß.
Weiter eingegangene Meldungen aus Batavia von heute besagen, der Himmel habe sich wieder geklärt, die Verbindung mit Serang sei wieder hergestellt. Die Städte Tjesringen und Telokbetong sind zerstört, alle Leuchtthürrne in der Sunda-Meerenge sind verschwunden, das äußere Ansehen der ©unba^ Meerenge hat sich stark verändert, die Schifffahrt in derselben ist gefahrvoll
nigst in Unterhandlungen getreten ist. Die Bevollmächtigten verlangen Zahlung einer Kriegsentschädigung, Besetzung der Forts von Hue bte zur völligen Zahlung, Verwendung der anamitischen Truppen gegen die „Schwarzen Flaggen" und Bestätigung des französischen Proteetorats mit neuen, ausreichenden Garantieen.
Auch in England ist mit dem am vorigen Sonnabend erfolgten Schluß des Parlaments Stille in der inneren Politik eingetreten. Das Cabinet Gladstone kann im Allgemeinen mit Befriedigung auf die abgelaufene Session zurückblicken, denn im Ober- wie im Unterlaufe wurden die heftigen und wiederholten Angriffe der Conservativen auf das Ministerium erfolgreich zurückgewiefen; selbst die bedenkliche Krisis, in welche das Cabinet durch die Angelegenheit des zweiten Suezkanals versetzt wurde, hat daffelbe nicht ernstlich zu erschüttern vermocht und Herr Gladstone kann sich nun mehr als bisher den auswärtigen Angelegenheiten widmen.
Fürst Nikita von Montenegro hat seinen Aufenthalt in Stambul bis in diese Woche verlängert, an deren ersten Tagen die Rückreise nach Cettinje erfolgen sollte. Der Besuch des montenegrinischen Herrschers in der türkischen Hauptstadt soll in der That dazu beigetragen haben, die türkisch-montenegrinische Grenzregulirungs-Frage zn einem definitiven Austrag zu bringen, so daß jetzt einem dauernden Einvernehmen zwischen Montenegro und der Pforte nichts mehr im Wege steht.
Auf der zwischen Java und Sumatra gelegenen InselKrakatora haben furchtbare vulkanische Eruptionen stattgefunden, welche große Zerstörungen verursacht haben; nähere Berichte fehlen noch.
,, 2b- August. Im abgelaufenen Jahre befanden sich im Großberzoi-
toum Heffen 248 Kinder unter 6 Jahren im Wege der öffentlichen Armenpflege in fremder Pflege. Es ist dies eine verhältnißmäßig hohe Zahl.
Im Verlag von H. Hohmann in Darmstadt erschien soeben ein WerkHn k n Angen, das so recht geeignet ist, eine Massenverbreitung durch gai; Autfchland zu erfahren, denn wo bliebe ein deutsches Herz, das nicht den Zeitung berichten über die Enthüllungsfetcrlichkeiten des National-Denkmals am Rhein ul! Interesse folgen wird? Und dieses Werkchen, welches uns als Titelblatt das Denkwiri in künstlerischer Ausführung vor Augen führt, macht uns so recht m't allem Wissen»! werthen desselben vertraut, worunter wir auch die genaue Beschreibung aller EtnzL- c.n ns Denkmals sowie des Niederwaldes selbst gerne vermerkt haben, so daß Ulr Denjenigen, der das Glück hat, das Denkmal an Ort und Stelle zu sehen, ein giUt 'st, wie es für jeden Deutschen von höchstem Interesse sein muß, Über ein « patriotisches Werk eingehend unterrichtet zu sein.
Affolterbach, 27. August. Ein interessanter Streit hat sich hier entöidteL Der Steinhauermetster Lipp von Wald-Michelbach hat einen Steinbruch in hiesig Gemarkung in Pacht und hatte neulich beim Sprengen von Steinen das seltene GW, eine versteinerte Schildkröte zu finden. Dieselbe soll 20 Zentimeter lang und 10 Ceni- meter breit sein. Der Bürgermeister beansprucht nun den Besitz dieses seltenen FundS für seine Gemeinde, da diese dem genannten Steinhauermetster nur die Sandstein, nicht aber in dem Bruche sich bergende Alterthümer verpachtet habe, während der beir. Pachter nicht gesonnen ist, den interessanten Fund der Gemeinde abzutreten. DteSa«!< wird nun auf gerichtlichem Wege ihre Erledigung finden und steht man dem Ausganq« mtt Spannung entgegen.
Mainz, 27. August. In der verflossenen Nacht um 12 Uhr wollte ein decker von hier mit seiner „Braut" über die Schiffbrücke nach Caftel gehen. Unteres gertetben die Beiden miteinander in Streit und erklärte plötzlich der Dachdecker den Mädchen, wenn es nicht Ruhe gebe, springe er in den Rhein. Da sich das Madch«tn nicht entschließen konnte, den Schleußen ihrer Beredtsamkest zu gebieten, so füh?!« bet Thörichte seine Drohung wirklich aus und sprang in den Rhein, wo er fofoii verschwand.
Ober-Finkenbach, 27. August. Die gestrigen Kirchweihfreuden hat ei« jähes Unglück gestört. Von der Brücke, welche das Vorderhaus des Gasthaus » ,/Zum Löwen" mit dem Hinterhaus (Tanzsaal) verbindet, brach das Geländer, wM- scheinltch durch zu starke Anlehnung und dadurch hervorgerufenen Druck und ftürzt<ir 3 Mädchen, von denen zwei aus Falkengesäß, in die Tiefe, erhebliche Verletzung^ davontragend. Während ein Mädchen hoffnungslos barnieberliegt, ist das anbete derart beschädigt, daß es leider wohl für immer einen Schaben behalten wird, evew,-»
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Spruchliste: Kliehm, Anbreas III, zu Kloppenheim. Dechert, Jacob, Landwirth zu Rainrod. Rach, Wilhelm, zu Nieder-Erlenbach. Hermann, August, Gutsverwalter zu Winnerod. Becker, Heinrich III , Bürgermeister zu Kesselbach. Steinhäuser, Ludwig, Professor zu Büdingen. Gustav Freiherr v- Löw zu Steinfurth. Diehl, Johannes I-, Landwirth zu Münzenberg. Re atz, Ferdinand, Rechtsanwalt zu Gießen.
10. Weber, Karl, Weinhändler zu Gießen-
11- Loth, Georg V., Landwirth zu Harbach.
40 Wetz, Heinrich Konrad I-, Landwirth zu Griedel. Döll, Heinrich VII., Landwirth zu Ulfa.
Finkernagel, Heinrich III., Landwirth zu Unter-Seibertenrod. Mank, Heinrich, Landwirth zu Wiefeck- Höfler, Ludwig, zu Angenrod.
Brückel, Johannes III., Landwirth zu Kirch-Göns. Fischer, Johann Wilhelm, Metzger zu Butzbach.
19. Wagner, Johannes I, Landwirth zu Ehringshausen.
20. e>d)melbad), Heinrich, Beigeordneter zu Bannerod.
21. K romen, Konrad I, Kaufmann zu Schotten.
22. Fendt, Wilhelm, zu Ober-Erlenbach
23. Röcke r, Landwirth zu Büßseld.
24. Heller, Karl, Färber zu Llch.
25. Köhler, Konrad, Rentner zu Lich.
26. Batst, Theophil, Rechtsanwalt zu Gießen.
27. Bing, Heinrich I, Landwirth zu Frischborn.
28. Da hmer, Johannes, zu Hopfmannsfeld.
29. Orbig, Emil, Kaufmann in Gießen.
30 Jacob, Heinrich Wilhelm, Gerber zu Lauterbach.
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Telegraphische Depeschen.
Wolff's teilegr. Correspondenz-Bureau.
, . 29 August. Die Herbstparade des Garde-Corps vor dem Kaiser fiat
bet günstigstem Wetter ftattgefunben. Der Kronprinz und alle Prinzen waren aeaen- wartig; die Kronprinzessin mit ihren Töchtern und Prinzessin Wilhelm folgten in Equipagen, Prinz Wilhelm war bei der Artillerie eingetreten SeVSnhP £ hlr "wa 15,000 Mann und 76 Geschütze standen, wurde von' dem Ge^ne allien enan v^Kleist kommandirt. In der glänzenden Suite befanden sich viele fremd^rrliche Officler/ fahrtRubelnb begrü|t° ^^^drängten Menschenmassen bei der Zufahrf u^ Rück-
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Lokale-.
or, . Gießen, 30. August. Se. Großherzogl. Hoheit Prinz Heinrich trafen gestern Abend wiederum in unserer Stadt ein, um heute Morgen das hiesige Regiment auf bem Trieb zu infptciren. Die Regimentsmusik brachte gestern Abend vor dem Absteigequartier, dem Hotel „Zum Einhorn", ein Ständchen. v
Gießen, 30. August. Die Schwurgerichts-Sitzungen für daS III;£1pLlQrXal<n1c883 be0<üam 241 September, Vormittags 9 Uhr. Präsident.' Land, gerichtsrath Pfannmüller.
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— Reichstag. etaatSminifter v. Bötticher verlas die Eröffnungsrede mnrnnf ü Levetzow em Hoch auf den Kaiser ausbrachte. Außer dem deutsch-spanffchen Handelsverträge ist die Convention betreffs der Rordseefischerei eingegangen. Der Namens- oufruf brgab 260 Anwesende, so daß das Haus beschlußfähig war. Das Präsidium wurde auf Windthorft's Antrag durch Acclamation wiedergewählt.
Morgen: Berathung des deutsch-spanischen Handelsvertrags.
s c. , 29. August. Die „Bad. Landes-Zkg." signalisitt einen
Erlaß des Staatsministers an die Amtsvorstände des Landes, welcher Bema nehmend auf die bevorstehenden Wahlen, den Gerüchten von einem Schwanken !n . Regterungs-Principien oder von einem Systemwechsel entgegentritt und ren Willen des Großherzogs betont, dem Lande eine maßvolle Fortentwickelung der bewahrten freisinnigen Einrichtungen zu sichern. UH9
Pesth, 29. August. Die Situation im Zalaer und theilweise auch im S mogyer Comüate hat sich - namentlich aus dem flachen Lande sch immert. Aus der Ortschaft Berzencze und auch aus Udvarhely werden Plünderungen durch bewaffnete Bauern gemeldet.
Standrecht^v-Mnd-t^worden iUm Odergespan ernannt und das
Darmstadt, 29. August. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:
Am 23. August den Fabrik-Jnspector Dr. Karl Schmidt auf sein Nach- suchen, mit Wirkung vom 1. October l. Js. an, aus dem Dienste zu entlassen.
Mit Allerhöchster Ermächtigung Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs vom nämlichen Tage wurden dem Secretariats-Assistenten bei der Großh. Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverein, Ludwig Wilhelm Möser zu Darmstadt, die Functionen des Fabrik-Jnspectors für das Großherzogthum vom 1. October d. Js. an provisorisch übertragen.
Deutscher Reichstag.
Berlin, 29. August.
Die Eröffnung be§ Reichstags fand burch ben Staatssecreiär v. Bötticher mittelst nachstehender Rebe statt:
„Geehrte Herren! Seine Majestät ber Kaiser haben ben Reichstag zu berufen geruht, um Ihnen ben mit ber königlich spanischen Regierung vereinbarten Hanbels- unb Schifffahrts-Vertrag zur verfassungsmäßigen Beschlußfassung vorzulegen. Eme Einigung betber Regierungen über diesen Vertrag ist erst nach dem Schluffe ber letzten Reichstagssession zu Staube gekommen; daß der Abschluß sich so lange ver- jogert, beruhen auf Hindernissen, deren Beseitigung erst in Folge längerer und schwieriger diplomatischer Verhandlungen gelang. — Aus bem Vertrage ergeben sich für die deutsche Einfuhr nach Spanien wichtige Zollermäßigungen und seitens der beteiligten deutschen Industrie wurde der dringliche Wunsch kundgegeben, daß diese ^oll-Er- leichterungen alsbald in Kraft treten möchten. In voller Würdigung bet hierbei in Betracht kommenben wirtschaftlichen Interessen haben bic verbündeten Regierungen
sich angelegen sein lassen, den zweckmäßigsten Weg zu finden, um diesem Wunsche ju entsprechen Sie haben sich habet zu der Auffassung geeinigt, daß auf Grund
diplomatlscher Verständigung zwischen den beiden Vertragsmächten eine vorläufige Jn- der vereinbarten Zollermäßigungen unter Vorbehalt der für die definitive Gültigkeit des Vertrags erforderlichen Zustimmung des Bundesraths und des Reichstags zu geschehen habe und daß für die darin liegende Abweichung von den Bestimm- ungen der Verfassung, die Indemnität bet den gesetzgebenden Körpern demnächst nach- zusuchen sein werde. Die nachträgliche Zustimmung des Reichstags sobald als thunlich herbe^zuführen. wurde habet von vornherein um so mehr tn's Auge gefaßt, als kein Zwe fei darüber bestand, daß für die beteiligten Kreise die volle Gewißheit über die rechtliche Geltung des Vertrags im Interesse her Sicherheit Ihrer geschäftlichen Dis- posiponen von hohem Werthe sei. Gleichwohl stand der sofortigen Berufung der Reichsvertretung bie durch die Jahreszeit bedingte Rücksicht auf die persönliche^ Be- laftigung der im laufenden Jahre ohnehin ungewöhnlich in Anspruch genommenen Mitglieder derselben gegenüber und hielt Seine Majestät ber Kaiser sich ju bem Ver-
berechnt, daß das unter den verbündeten Regierungen bestehende Etnverständ- n'.ß üoer bie Behandlung des Vertrags auch bet allen Parteien irn Reichstag vorhanden sein werden. Der unerwartete Umstand, daß nicht nur vereinzelte Stimmen, sondern der elhrft?rel C öb"Ästimmend gegen die Abweichung von dem Buchstaben
* ^n° h66!1 mm rn?fn.ÄIaS.e erhoben und dem in anderen Verfassungsstaaten
Hebung stehenden Prtncip eines Jndemnitätsverfahrens jede ^inroenb: des//«"d-n bestritten haben, hat Seiner Majestät dem Kaiser M.
gegeben, dre der sofortigen Einberufung entgegenstehenden Bedenken ^s^reten zu lassen. Der Vertrag wird Ihnen unverzüglich mit dem Anträge zu- gehen, demselben, sowie der erwähnten oorläufrgen Ermäßigung einzelner Zollsätze die verfassungsmäßige Zustimmung zu erthetlen. Mit Allerhöchster Ermäch iguna er lä ich im Namen der verbündeten Regierungen den Reichstag für eröffnet." 9


