Ausgabe 
30.12.1883 Zweites Blatt
 
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dem egyptischen Heere in Sudan nur 3000 Mann nebst Hicks Pascha ge­fallen seien.

In der einen Hälfte des skandinavischen Doppelreichs, in Norwegen, spielte sich im letzten Jahre ein seltsamer Proceß ab, dessen Schluß wahrschein­lich erst im neuen Jahre stattfindet. Der norwegische Reichstag hat auf Grund eines alten demokratischen Privilegiums das Ministerium in Anklagezustand wegen verfassungswidriger Regierung gestellt und man hat, natürlich ohne jeden positiven Erfolg, auch bereits verschiedene Stadien des Proceffes durchgesührt, Wird aber das Schlußergebniß wohl erst im Jahre 1884 erfahren.

Von den Kleinstaaten Holland, Belgien, Dänemark, Griechenland, Portugal und der Schweiz sind aus letztem Jahre irgend welche hervorragende Ereignisse nicht zu melden. Die Regierungen dieser Staaten konnten unbe­hindert ihre Kraft dem inneren Wohle und der Erhaltung guter Beziehungen mit den großen Nachbarreichen widmen, die großmüthig genug waren, um den Kleinstaaten ihr Dasein zu erleichtern.

Eine ungleich schwierigere Aufgabe als die vorerwähnten Kleinstaaten hatten im vergangenen Jahre die Balkanstaaten Rumänien, Serbien, Bulgarien und Montenegro, in denen es noch viel zu ordnen und zu Lessern gibt. Serbien mußte sogar eine Revolution bekämpfen, die nun glück­lich wieder beseitigt ist und die Festigkeit der serbischen Königskrone erprobt hat. Bulgariens Fürst und Negierung waren in Forge der russischen Vor­mundschaft in ein sehr schlimmes Dilemma gerathen,. welches durch Rückberufung der russischen Generäle Kaulbars und Solowieff und die Ernennung des russischen Generals Kantakuzenos zum bulgarischen Kriegsminister vorläufig gelöst erscheint.

Die Türkei machte unter der Regierung des energischen und reform­eifrigen Sultans Abdul Hamid im letzten Jahre gewaltige Anstrengungen, um

den morschen Osmanenstaat noni Untergange zu retten. Zur Einführung der Reformen im türkischen Heere, der Verwaltung und der Steuern waren vor­wiegend deutsche Offieiere und Beamte thätig und gelang es ihnen vielleicht, Gutes für. die Türkei zu stiften.

In Ostasien regt sich der chinesische Koloß, um den Franzosen gegen­über in Tongking den Herren zu spielen. China hat mehr als einmal die Kriegsfrage an Frankreich gestellt und den Frieden vom Verzichte Frankreichs auf Tongking abhängig gemacht. Die Franzosen haben aber schließlich mit der Eroberung der tongkingnesischen Stadt Sontay geantwortet und es wird sich nun zu zeigen haben, ob die Chinesen im neuen Jahre das Schwert ziehen.

Aus Amerika ist zu berichten, daß die große Republik der Vereinigten Staaten Dank des kostenlosen Vodenreichthums, der zahlreichen Einwanderer und der Thatkraft ihrer Bürger gute Fortschritte in wirthschaftlicher Beziehung machte und in Südamerika die Republiken Chili und Peru nach dreijährigem Kriege endlich Frieden schloffen.

Vermischte-.

Darmstadt, 27. Tecember. DaS Programm für die am 6.Januar 1884 hier stattfindende Landesoersammlung der deutschen Fortschrittspartei in Hessen ist nunmehr endgültig festgestellt: Um VsW Uhr Vormittags werden die Vorstünde der deutsch- fortschrittlichen Vereine Hessens unter Vorsitz des Reichstagsabgeordneten Herrn W- Büchner im Darmstädter Hof zu einer Vorbesprechung zusammentreten. Die Ver­handlungen der LandcSversammlung beginnen um 11 Uhr- An denselben werden sich die bis jetzt angemeldeten Reichstagsabgeordneten Herren W- Büchner. Eugen Richter und Albert Träger betheiligen. Um S1/» Uhr findet eine allgemeine und öffentliche Wählerversammlung im Saalbau statt. Die Tagesordnung für diese Versammlung lautet: 1) Vortrag des Reichstagsabgeordneten Herrn Albert Träger über die politische Lage. 2) Ansprache des Reichstagsabgeordneten Herrn Eugen Richter über die Be­deutung der nächsten Neichstagswahlen. Nach den bis jetzt schon eingetroffenen An­meldungen dürfte die Londesversammlung sehr stark besucht werden.

sowie den

Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag Dienstag Mittwoch Donnerstag Samstag

2. Januar 1884, u /, 5- lr

8.

9.

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16.

17.

19- ,

Bekanntmachung.

Zur Bezahlung der Zinsen, welche von ^en bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar:

Montag den 31. December 1883,

Die Interessenten werden daher auf­gefordert, die Zahlungen an diesen Tagen 'in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren-

Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen Lie übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind.

Die Herren Bürgermeister werden er­sucht, dieses in ihren Gemeinden auf orts­übliche Weise bekannt machen zu lassen.

Gießen, den 28. November 1883.

Der Rechner der Spar- und Leihkasse.

Kehr.

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Bekanntmachung.

bei einer Herrschaft

Namen der Dienstboten

Die

Ord. Nr.

Catharine Brück aus Alt-Buseck .

Anna Barbara Diehl aus Metzlosgehag Henriette Meinhardt aus Gießen Margarethe Reeh aus Vetzberg .

Catharine Schäfer aus Watzenborn 'Emilie Müller v. d. Ludwigshütte Wilhelm Hofmann aus Groß-Buseck . Sophie Schneider aus Mendorf a. d. Lumda Anna Roth aus Wirra . . . .

Marie Nocker aus Rödgen

Catharine Götzelmann aus Nickelshausen Elisabethe Keller aus Meckenbach

tage in der Sparkasse in Empfang zu nehmen.

Gießen, den 21. December 1883.

Die Direction der Spar- und Leihkasse zu Gießen.

Hab erkor n.

148

Prämien sind nebst den vorgelegten Dienstbüchern an jedem Zahl-

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

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12

Folgende Dienstboten haben aus der hiesigen Spar- und Leihkasse mit Rücksicht auf die bei ihren Namen erwähnten Dienstjahre die beigesetzten Prämien erhalten:

Anzahl

der

Prämien

Dienst­jahre

31

15

27

15

19

15

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18

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10

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