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t Rechenschaftsbericht birntrfdWt für ba§ -örttn dem 9. j?re(8 «ar 1882 jäbltt ber ine Zunahme von 43 im öesttz « Tie Zch dn W- •nbi adgrhMn und t. Die Gaustatff und 2516 Tun® i. Gau, Mm-M d* mit 21»» n unb 3149 TmM! Kau, Nahe-Jdarlh-l-
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Mainz, 24. Juli. Ein sträflicher Gewaltakt kam gestern Nachmittag in einem Hause der Gaugasse vor. Ein Colporteur von Bildern und Lieferungsschriften kam mrt einem seiner Kunden in heftigen Wortwechsel, weil derselbe auf die empfangenen Bilder die fällige Abzahlung nicht leisten wollte, sich aber auch weigerte, die Sachen wieder herauszugeben. Darauf versuchte der Colporteur die bereits an der Wand hängenden Bilder wegzunehmen, was zu Tätlichkeiten zwischen ihm und dem Inhaber der Bilder führte. Da zog der Colporteur ein Terzerol aus der Tasche und schoß auf seinen Gegner- Die Kugel streifte das Auge und drang tn die Wand des Zimmers. Durch herbeteilende Leute wurde der gewaltlhätiae Mensch festgenommen und der Polizei überliefert. Die Verletzung des Andern soll keine lebensgefährliche sein.
Frankfurt, 24. Juli. Verflossene Woche warf ein Mädchen das eigene Kind in den Main und sprang dann selbst hinein, weil sie wegen des Unterhalts in Verzweiflung gerathen war. DaS Kind war auf das Land tn Kost gegeben worden gegen ein monatliches Kostgeld, welches die Mutter allein zu tragen hatte. Als der zuletzt fällige Betrag dcn Pflegeeltern nicht bezahlt wurde, wurde das Kind zu der Herrschaft des Mädchens mit dem Verlangen gebracht, daß diese den rückständigen Betrag vorlegen resp. dem Mädchen tn Abzug bringen solle. Dieses Verlange» wurde nicht erfüllt, weshalb die Pflegeeltern das Ktnd zurückließen. In Folge davon wurde dem armen Mädchen von der Herrschaft sofort gekündigt und tn Verzweiflung über dt.se momentane Lage ließ es sich zu dem bedauernswerthen Schritte verleiten, für sich und das Kind den Tod im Main zu suchen. Das Kind ist in das Christ'sch e Kinderspital verbracht worden, tndeß b?e Mutter tn Haft ist. Und der elende, herzlose Verführer, der sich um das arme Geschöpf nicht kümmert?
— Folgende Episode während der Anwesenheit des deutschen Kronprinzen bet den Kolonisten tn Wilhelmsdorf thetlt der „H. K." mit: „Als der Kronprinz sich den Arbeitenden näherte, setzte sich die Colonne mit den Karren eben in Bewegung, um frisch zu laden und kam bann mit den schweren Karren auf der Brettbahn langsam daher. Es mochten dies wohl 30 bis 40 Männer sein, welche hier im Schweiße ihres Angesichts zeigten, daß sie gern für ein Geringes arbeiten. Die Colonne kam langsam heran. Prüfend überflog der Blick des Kronprinzen die Leute. Allen voran schritt oder schob vielmehr ein bärtiger, strammer Geselle seinen hochbeladenen Karren; sechs Denkmünzen und eine Schnalle zierten seine Brust. Breiter Strohhut, Kittel, Hosen in die Stiefel gesteckt, ein richtiger Colonist 1 Durchdringend ruhte das Auge des Kronprinzen ouf ihm. „Halt!" rief der Kronprinz und trat an den Mann heran. Dieser setzte seine Karre und blickte den Kronprinzen frei und offen an. „Sie muß ich schon gesehen haben", fuhr der Kronprinz fort. „Wo haben Sie gedient?- Auf Sr. Maj. Schiff „Medusa" und war 1852 zu gleicher Zeit tn Plymouth, als faiferl. Hoheit ebenfalls in England waren. Auch 1871 hatte ich das Glück, von Ew. kaiserl- Hoheit gesehen und angeredtet zu werden." So batte das Gedächtntß des Kronprinzen sich nicht getäuscht, trotz dieser langen Zeit- „Man sollte nicht denken, daß man sich so treffen kann, merkwürdig genug, wie wir Menschen uns treffen!" bemerkte der Kronprinz zu seiner Umgebung.
— [Um einen mangelnden Federstrichs Wie die „New-Aersey Freie Zeitung" meldet, passirte vor Kurzem in Nord-Karolina folgende drollige Geschichle: Ein Hotelier in Raleigh bestellte für ein Fenster seines Etablissements eine Scheibe aus dunkelgrünem Glase von 22" und 32" bei einer großen Firma in New-Iork. Sei es aus Zerstreutheit, sei es, weil er es nicht besser wußte, er machte das Versehen, in der Angabe des Maßes statt der Zollbezeichnung ein Fußzeichen anzuwenden. Sein Auftrag ward prompt effektuirt. Die New-Aorker Firma, welche eine solche Niesenscheibe von 22' und 32' nicht vorräthig hatte, war gezwungen, um dem Auftrage nachzukommen, dieselbe aus Frankreich zu verschreiben. Die ungeheure Scheibe von der D>cke eines Zolls, 22 Fuß breit und 32 Fuß lang, ist nun auch glücklich nach unsäglichen Transportschwierigketten auf dem Land- und Seewege und nachdem man das kostbare Stück bei einer französischen Gesellschaft hatte versichern lassen, auf dem Boden der Neuen Welt angelangt. Der Preis der Scheibe beträgt 620 Pfund Sterling (circa 13.000 J4) ohne Transportspesen und Versicherungskosten. Es dürfte interessant
worden roa8 ba8 Schicksal dieser wohl einzig dastehenden Fensterscheibe ge-
Witterungskunde.*)
- Nach Westen und Südwesten zu frühmorgens bedeckt und 9 * k Vormittags aufgebessert, Nachmittags schön und warm. Im Süden wohl auch Abends mäßig zwitterhaft. Nach Osten heiterer, im Allgemeinen strichweise nur mäßig tief^™* ^orba)C^en l^gt die nächtliche Mintmumtemperatur verhältniß- n®oni?ta9- Morgens veränderlich, zeitweise windig, Nachmittags auf- gebesiert bis schon und warm. Auch Vormittags schon kurze Zeit Neigung zur Auf- hellung. Im Westen und Nordwesten liegt das nächtliche Minimum noch hef.
, r.P„^u® Dr-?• Overzier's Wetter-Prognose für den Monat Juli, °m J>5A?uttl ^Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 JL}. — Nachdruck verboten.
73t) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in ein» oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn tnai von der Annoncen - Expedition von HAA.SEJVÄTEIJV * VOGLGH ir Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, di. auch hinsiohts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reiche; Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Bath ertheilt
Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst;
Samstag den 28. Juli.
Nachmittags 2 Uhr: Beichte, Pfarrer Dingeldey.
Sonntag den 29. Juli (10. nach Trinitatis).
Vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer Schlosser.
Feier des heiligen Abendmahls.
Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Kinderkirche: Vormittags 8 Uht, Pfarrer Schlosser.
Katechismuslehre für die Gymnasiasten und Stadtschüler Nachmittags 2 Uhr tn der Friedhofkapelle.
Katechismuslehre für die Mädchen Vormittags 8'/« Uhr in der Kleinkinderschule.
Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 29. Juli bis 4. August besorgt Pfarrer Schlosser.
Katholische Gemeinde.
11. Sonntag nach Pfingsten.
Von 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion. V2IO Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Andacht.
Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 7« Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 835 Uhr.
Wafferwärme der Lahn.
Am 27. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: + 13° R-, Luftwärme + 13° N.
L- Chr. Rübsamen.
Aufforderung.
Die Wittwe und Erben des Balthaser Gerhard von Steinbach haben unter anderen Immobilien dasiger Gemarkung Flur V Nr. 147 und 148 und Flur XVII Nr. 491 vertheilt, erkauft von Hans Georg Weisel's und Jakob Gerhards Eheleuten daselbst, jedoch ohne ausreichende Quittungen zu besitzen. Etwaige Ansprüche daran sind so gewiß binnen 6 Wochen hier geltend zu machen, als sonst die Zahlung der Kaufschillinge als geschehen angesehen und die zur Löschung des „beschränkt" erforderliche Verfügung erlassen werden wird.
Gießen, den 25. Juli 1883.
Großh. Amtsgericht Gießen. 5088 Langsdorfs.
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