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Der Ministerrath hat beschlossen, 2000 Mann egyptischer Gensd'armerie und 6000 Beduinen nach Suakün zu entsenden und dieserhalb mit den Bedumen- Häuptlingen Unter- und Ober-Egyptens M unterhandeln. Die Expedition joll für Suakim die Straße nach Berber wieder eröffnen, um eine Verbindungslinie offen zu batten und den Rückzug der egyptischen Truppen aus Khartum und Scnnaar zu sichern. Die ersten 600 Mann Gensd'armerie dürften sofort ab- gehen. Aus Khartum sind keine neuen Nachrichten eingelaufen. Die Mit­glieder des gesetzgebenden Rathes hatten heute Vormittag eine Audienz bei dem Khedive, welcher eine ermuthigende Ansprache an dieselben hielt.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'ö tslegr. Coreespszrderrz-DrrrsKU.

Mainz, 25. November. Bei der hiesigen Stadtverordnetcnwahl siegten die Candidaten der drei vereinigten Parteien des Fortschritts, der Demokraten und des Ceutrnms gegen die Socialisten, nur rourde statt des liberalen Candi­daten Kaufmanns Felmer der klerikale Schriftsteller Wasserburg gewählt. Im Ganzen sind 7 klerikale, 6 liberale und 4 demokratische Stadtverordnete gewählt worden.

Malta, 25. November. Die britischen PanzerschiffeAlexandra", Monarch" undJnvincible" sind hier eingetroffen unb werden morgen nach Alexandrien Weitergehen. An Bord derAlexandra" befindet sich der Admirah Hay.

Shanghai, 25. November. Nach einer Mittherlmig desNorth China §,erald" hat der Kaiser von China in einer Privatinstruction an den Vicekönig in Nanking befohlen, daß, falls Bacninh von den Franzosen angegriffen, werde, der Kriegszustand mit Frankreich eintreten solle. Zugleich habe ver Vicekönig strenge Weisung empfangen, die Ordnung in den Vertragshäfen ausrechtzuerhalten.

Der deutsche Kronprinz in Spanien.

Madrid, 23. November. Bet der Einfahrt des Kronprinzen in den königlichen Palast bildete der miliiärffche Hofstaat auf der Trepp-Spalier. Die Königinnen Christine und Isabella mit den Infantinnen begrüßten den Kronprinzen m dcn Ge­mächern der Königin. Darauf fand ein D-j-uner en famille statt, an dem die nächste Umgebung thetlnahm. Nachmittags stattete der Kronprinz der Königin Ziaoella einen längeren Besuch ab und machte dann mit dem König, de» Königinnen und den Infantinnen ein- Spazierfahrt im Buenretiro, bei der die hohen Herrschaften überall enthusiastisch begrüßt wurden. Später sollt- das Ministerium m pleno empfangen werden. Nach dem Diner begibt sich der Hof in daS königliche ^-b-ater, wo die italienische OperMefistofeles" von Boito gegeben wird. Morgen Nachmittag um 2 Uhr bat die Garnison große Parade auf dem Prado, wo eine Termin- sür d-u Hof errichtet ist. Darauf findet ein militärisches Diner st-ilt und für Sonntag tjt cm ^^°^Madrid> 24 November. Bei der gestrigen Vorstellung in der Oper erhoben sich in dem Momente, als der Kronprinz in Begleitung des fpanstchen KontgSpaares die Loge betrat und die preußische Nationalhymne gespielt wurde, sammtliche Zuschauer unter begeisterten Beifallsrufen- . . ..

Gegenwärtig rücken die Truppen zu einer großen Heerschau aus. Di- Front wird 4 Kilometer umfassen. Der König, der Kronpnnz mit dem Generclstabe und glänzendem Gefolge werben um 1 Uhr das Palats verlassen. Wahrend der Revue wird von sämmtlichen Kapellen die preußische Hymne gefpUit Das Wetter rst prächtig.

Bei der heutigen Truppenschau, welche zur festgesetzten Stunde begann, trug der Kronprinz di- Kürafsi-run form mit dein Goldenen VUcß und Schwarzen Adl-r- orden, Köntg Alphons die Generalcapitänsunisorrn mit dem Schwarzen Adlerorden. Die Suite bildeten zahlreiche Generalstabsosfiztere und die Militär-Attaches der fremden Mächte. Der König und der Kronprinz ritten langsam die Front ad, nahmen dann Ausstellung vor den Tribünen, worin dre Königsfamilie, die Minister, Seiiatoren und Deputtrten sich befanden, und ließen di- Truppen, 15,000 Mann, d flirren. Der Vorbei­marsch daueite fast zwei Stunden. Der Kronprinz sprach seine Anerkennung über di- vorzüglich- Haltung der Truppen aus. Er interrssirte sich besonders für die G-btrgs> artillerie. Im Lause d-S Vormittags hatte der Kronprinz das Gemaldemus-um besucht- Abends findet zu Ehren des Kronprinz n ein Bankett mit 130 Gedecken rm königlichen ^°^"^Madri^°25.^Nov-nrber^ Während des gestrigen M litäe-BanketS im königlichen Palais erhob sich der Köntg zu einem Trinkspruch, rn welchem er fernen erlauchten Gast, den deutschen Kronprinz, feierte. Der König gedachte dabei der Auszeichnungen, die ihm in Deutschland durch den Kaiser Wich-lm und bie kaiserliche Fam-lte zu Theil a-worden seien und trank schlnßlch auf das Wohl der deutschen Kronprinz- srn, dcs Kaisers und der Kaiserin und der gesammt-n kaiserlichnt ^amilre. Der Kronpr>nz erwiderte mit verbindlichen Worten des Dank-s an den Kong sür die herzlche Auf­nahme seitens der königlichen Familie und der spawschen Bevölkerung und toastete vuf die Königinnen Christine und Isabella, die Jafantrn und auf die Wohlfahrt Spaniens. Nach dem D-ner unterhielt sich der Kronprinz m't verschiedenen Personen, insbesondere mit Canooas und den Min-.st-rn Posada und Morel. ,

Der deutsche Kronprinz besuchte cm heutigen Todtenseste den Gottesdienst in der evangelischen Kapelle und werd um 2 Uhr d-m Stirrg-f-cht beiwohnen.

B-i der Ankunft des deutschen Kronprinzen an der evangelischen Kapelle der G-sandtschast wurde derselbe von dem Grafen Solms und dem Personal der Gesandt­schaft empfangen. Nach d-m einleitenden Gesang h:-lt Pastor Fttedner die Predigt über die Bedeutung des Todiensonntags und schloß intt ehum G-b-t sür den Kronprinzen und der Fürbitte, daß die Reise desselben zur Kräftigung und Ausbreitung des evangel schcn Glaubens in Spanien b-stragen möge. Biele Deutsche wohnten dem Gottesdienste bei.

Kirchliche Anzeigen der evangeLischen Gemeinde.

Heute. Montag, Abend 8 Uhr, Biüelstunde in der Kleinkinderschulk, Apostelgeschichte 2,4147, Pfarrer Dr. Naumann.

i Sparkassehaus eingcladen.

Tagesordnung.

1) Erstattung des Rechenschaftsberichts für 1882.

2) Bewilligung von Unterstützungen.

3) Wahl von 2 Mitgliedern des Ausschusses.

Gießen, den 8. November 1883.

Der Director des Spar- und Leihkasse-Vereins: Haberkorn,

BekamiLmachrlNg. _

Die verehrlichen Mitglieder des Spar- und Leihkafse- Vereins

Gießen werden zu einer Hauptversammlung auf

Freitag den 30. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr,

Kepertoir der vereinigten Stadttheater ?u Frankfurt a. M.

Opernhaus.

Dienstag den 27. November: Die Heimkehr. Hierauf: Der Wasser­träger.

Mittwoch den 28. November: Volksvorstellung bei ermäßigten Preisen. Emil!« Galotti. Außer Abonnement.

Donnerstag den 29. November: Rigoletto.

Freitag den 30. November geschlossen.

SamStag den 1. Deccmbcr: Die Hugenotten-

Sonntag den 2. December: Die lustigen Weiber.

Montag den 3 D-cember: Zum ersten Male: Lakmö Oper in 3 Akten von L-o Delibes. T-xt von E- Gondinet und Philipp Gille. Deutsch van F-rd. Gumberi. Außer Abonnement.

Schauspielhaus.

Dienstag de« 20-November: Der Schriftstellertag.

Mittwoch den 28. November: Bürgerlich und Romantisch. Ahemer und sein Sohn. r

Donnerstag den 29. November: Der Bettelstudent. Anger Abonnement.

Freitag den 30. November geschlossen.

Samstag den 1. D-cember: Zum ersten Male: Der König von Kandi». Lustsplel in 5 Akten von C. v. Wilbenbruch.

Sonntag den 2. December: Doctor Klaus.

Lokales.

Giessen, 26. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog pasfirte gestern Morgen auf der Rückreise nach Darmstadt die hiesige Station.

Der Handwrrksbursche, welcher s. Z- in der Restaurationzur Germania" die Kasse revidirte und mituahm, ist vorige Woche von der Straskammer zu 1 Jahr 3 Monat Zuchthaus verurtheilt morde». ,

Diverse junge Leute, welche sich in den letzten Tagen etwas zu eingehend mit den Straßenlatern-n beschäftigten, wurden hierbei «bgefaßt und notirt. - Ein Metzger­bursche, welchen die ganzen LrternenschKben ärgerten, zertrümmert- solch- in der Samstagnacht auf dem Seltersberg. Auch h-er ereilte den Frevler die Nemesis.

Ein Schreinergks-lle, welcher nach einer zweitägigen B-schästigung bei einem hiesigen Meister diverses Werkzeug mstgshen hieß, wurde beigesteckt, desgleichen eine Di-nstmagd, welche ihrer Herrschaft Manschetten sammt goldenen Mansch-ttenknöpfen entwendete. ,

Zwei biedere Landbewohner, welche sich von ernenr Bauernfänger heuieMorgen in der Bahnhofstraße zu einem Kümmelblätichen bereden ließen und das Spielchen auf einer Treppe abmachien, wurden von dem Burschen jeher mit 20 X er­leichtert, ja dem einen wurde sogar noch die Taschenuhr angenommen.

Giessen, 26. November. Der Vortrag d-s Herrn Dr. Alfred Brehm am Samstag Abend in der Aula des Gymnasiums vereinigte ein zahlreiches Auditorium zur Anhörung des höchst interessanten Themas:U-ber die Zugvögel." In fesselnder Weise schilderte der sehr geschätzt- Redner das Wesen und Treiben unserer gefiederten Lieblinge, den Wandertrieb derselben und als Veranlassung dessen Nahrungs­sorgen und die Liebe. R-dner zergliederte das Wandern der Vögel in Strich-, Wander- und Zugvögel, erläuterte und erklärt- unter Hinzufügung zahlreicher und interessanter Beispiele, wie und auf welchem Wege die Vözrl ihrem Wandertriebe obliMitt, schilderte den Aufenthaltsort der einzelnen Arten in dem entfernten Afrika u. s. w-, sowie die Gefahren, an welchen Hunderitausends von Zugvögeln zu Grunde gehen.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 24. November. Auf dem heutigen Markt kostete der CentnerHm X 2,50-3.50, Stroh X 3.003.50, Eier das Hundert X 6 207.20, Stück 7 H, Butter 1. Qualität X 1.30, 2. Qualität X 1.20, Kartoffeln per Gentner X 1.70-2.00, Kohlrabi 3-5A per Stück, Erbsen per Pfd. 0000H, Rothkraut per St. 12-304. Poularden X 0-0, Huhu X 1.502.20, 1 Ente X 2.003.00, 1 Taube 0O-GO4 Hahn X 0.751.30, Gaus X 58.00, Welsche X 89.

Grünberg, 24. November. lFruchtpreise.i Weizen X 19.40, Korn X 16.60, Gerste X 14.40, Hafer X 14.20, Erbsen X 18.00, Lein X 24.00, Samen X 00.00, Kartoffeln X 0.00.

er. M., 26. Novbr., Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphi-ckr CourSderickt. Mitoctheilt durch da« Bankgeschäft Alb'rt Kaufmann «n Gufm.) Creditanten 232, Staarsbahnactien 260V«, Galizier L37Vs, Lombarden 11-V«, R-rd- westbahnactien, Gottharddahnactien, Darmstädter - Bankaktien ml, Disconto Eommandit 182Vs, Oesterr. Silberrente 667/is, 4u/e Ungar. Goldrente /-V, 40/0 1880er Russen 70'/-, 5% 1877r Russen, 2. Orient-Anleihe 5o/lg, Wi Spanier, 5% Rumänisch- Rente, 4% llnisic.,Egypter 64'/,, 5% Tücken

9Vs, Marienburger 93%, Hess. Ludwigsbahnact. 106Vo- Tendenz:.

Vermischtes.

Groß-Linden, 24. November. Nachdem der Großh. Bürgermeister os.B wegen Kränklichkeit für eins Wiederwahl gedankt hatte, wurde bei der am 23. b staitgehabt-n Wahl Herr Cigarrenfabrikant I Leun vih. mit 127 Stimmen mm Vürg-rm-ist-r gewählt; der Gegencandtdat erhielt 51 Summen. Di- Wahl tft alä eine gute zu bezeichnen, da der Gewählte ein InUHigenter junger Mann ist, bet em guter Bürgermeister zu werden verspricht.

* Wi-seck, 25. November. Gestern Abend war unser Dorf Z-ug- einer er- hebenden Feier- Herr Bürgermeister Lang dahier hatte nach 24jährtg-r Dienstsührurä das Bürgermeisteramt niebergelrgt und in Anerkennung seiner Verdienste verfammellt sich eine sehr große Anzahl hiesiger OrtSbürger, um ihm einen solennen Fackelzug ,u bringen. Von der Lcnzffchen Restauration gmg der Zug mit klingendem Spiel dir Hauptstraße entlang vor das Haus des aus dem Amte Geschiedenen. Nach Ädsinam eines Liedes wurde dem verehrte« Beamten, der im ganzen Kreise Gießen wohlbekannt und beliebt ist, von seinen dankbaren Mitbürgern unter passender Ansprache eine Widmungstafel nebst einem prachtvollen Sess-l überreicht. Der Gefeierte dankte gerührt mit einigen Worten seinen Freunden, woraus diese sich nochmals im Lenz'schen Local­versammelten und in fröhlicher Weise und gehobener Stimmung den Ehrentag ihres alten Bürgermeisters beschlossen-

Stuttgart, 23. November. Das Signalement der vier Roubmörder ist nun amtlich ftstgestelli. Es lautet für die einzelnen Thäter: 1) c«. 26 Jahre ost, über 1,75 Mtr. groß, starckknochig, breitschulterig, hat starke Backenknochen, längliches Ge­sicht, scharfen Blick, dunkle Haare, dunklen Anzug, hellgelben Ueberzieher, stchm schwarzen Filzhut- 2) 25 Jahre eit, 1,70 Mtr. groß, schlank, bat ganz kleinen blonben Schnurrbart mit kleiner Mück', gute Gesichtsfarbe, längliches Gesicht; trägt grauen weichen Hnt, hellgräulichen Ueberzieher, Stehkragen. 3) U-ber 30 Jahre alt, ein kleiner untersetzter Monn mit beinahe schwarzem gehäufelten Vollbart, breitem, gebräuntem Gesicht, dunklem Anzug, dunklem Ueberzieher, schwarzem Schlapphut; soll mit Vor­namen Theodor heißen und ein Kellner auSOberursel sein; 4) ca. 25 Jahre alt, unter: setzt da« gleich- Gesicht wie der Dritte, nur etwas schmäler, hat dunklen Vollban, dunkle Kleidung, gräulichen kurzen Ueberz'eher, steifen schwarzen Hut. Raubmörder Baum ist heute Vormiiiag mit Zug 11 Uhr 30 Min. von Pforzheim hierher gebracht und sofort geschlossen in'« Justizgesänantß abgeliefert worden.

Das Gesicht bei von Pforzheim hierher gebrachten Raubmörd-rS Baum war Über und über zerfchunden und mit Wunden bedeckt, eine Folge der Wirkung deS PIah- geschossrS, da« er geworfen hatte. In Backnang hat man derv. L." zufolge gestern Abend einen Menschen verhaftet, den man für einen Attentäter hält. Gewißheit darüber liegt noch nicht vor. ES stellt sich jetzt heraus, daß die Kerle au» in den BankgefchLsten von Stahl und Federer (Clawerstraße) und Nördlinger (Büchsenstraße), beide in bet Nabe von Heilbronner'S Geschäft, waren, um dort die Gelegenheit zu einem allen- sallsizen Raubmord ,au«iubal6oroern".

(Ein Etudentenstreich ] DerD. 23." wurde ein Bries gezeigt, welchen ein lustiger Sludent zur Post gegeben hatte. Die Adresse bildet die Strophe des betanntn Studenienlirdes:Sr. Durchlaucht dem Fürsten Bibesco, Serbiens greisem Hospodar, auf dem Schlosse zu Grad-Sco hinterwärts von Temesoar." Der Bries wurde expediti unb langte dieser Tage von Temrsvar mit de« Vermerk zurück, daß eS weder vorder- wärtS noch hinterwärts von T-m-svar ein Grodesco gibt.

~ S chiffs nach richte n.

Bremen, 23. November. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Posidampset America, Capt. F. Hamelmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, weicherem 7. Noo-mber von Bremen abgegangen war, ist heute wohlbehalten in Baltimore angekommen. , , , n ,

Bremen, 25. November. sP-r transatlanir,chen Telegraph.j Der Postdampser Fulda, Capt. C. Undütsch, vom Norddeutschen Lloy» in Bremen, welcher am 14. Novemlet von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten in Newyork angekommen.