-rr. S76
Amts-
November iSSe
zeiger
dm Kreis Gießen.
Erscheint läßlich mit Ausnahme des M»r»ta-S.
Mureanr Schul st rohe 7.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Vringerlebn.
Durch die Post bezoyon vierteljüdrliÄ 2 Mark i>0 Pr.
materialt-n sntersuchte in Gesellschaft anderer Sachverständiger heute früh die Höllen- Maschinen, in deren jeder sich 10 Pfund Explsstonsst-si befanden. Derselbe »«"« fehr vorsichtta mit Wasser zrstört. Die Polizei soll darüber unterrichtet sein, daß beob- sichtiat war, die Maschine gegen die deutsch« Boischast anzuwendcn. Der heißt Wolff und soll deutscher oder polnischer Abkunft fttn.., Er kennt verschiedene Sprachen und soll als Dolmetsch sungirt haben. Er war nnig^Zeit andem^ioya!^ Aquarium, Westminster, engagirt und stand mit einer orrungückten ru-sifchen Aus- stelluna von Wachssiaucen ('iner Frau Rewald gehörig) in Ve-biUdung. Dor drei oder vier Moneten ereignet« sich in seiner Wohnung ein- SxvIosion.angeMchdurck Gas, allein da8 heißt, dir Polizei hab« später erfahren, daß der wirkUche Grund der Ervlosion, durch welche mehrere Personen versitzt wurden, ein Experiment uu. ErvlosiouSstoffen gewesen sei. In der deutschen Botschaft et hären MngefteUtec, sie von der ganzen Sache nicht? wissen, außer was in den heutigen Adendblä.tern gemeldet wird; überdies würde jedes derartig« Attentat tnibedt roerben, ba cuf bet Parksette di- Mauer viel zu weit ist, al« daß eine dort «u^s^llte Völtenmaschme großen Schaden anrichten könnte und da das ganze Gebäude bestäub g von zwei Polr- z'stcn b°w°cht^wtrd.^^ William Wolff, der 24 Jahre alt und avständig gekleidet ist, dem Richter Sir James Ingham vorgesührt, unter der Anklage, mit Wil en Erolosivstoff« zu ungesetzlicher Verwendung bestimmt, bks-sffn zu haben- Der ..nge- Nagte verlangt- “inen Dolmetsch (was m offenbarem Wiberspruch zu der obigen Meldung über di« bisherige Verwendung desstlden steht) und als man ihn fragte, fü. welche Sprache, antwortete er- „Es ist mir einerlei, - sagen wir » deutscher." Nachdem der Polizctsuv erintendent seine Butzsagen gemacht, welche Eden obigen MU- theilunaen übereinstimmcn, erklärte der Angeklagte, daß die ill^schinen gar nicht s tu E amthum seien und diefelben seien auch gar nickt rn seinem Pnvakzimmer gesunden
I ®Äao»b«tn in einem Zimmer im oderen Siockwetke w. ches nur von einem Mann« Namen« Boldream, benutzt werde, welcher auch den^Angebn! gesp.elt habe. Er, Wolff, vermieth« Z mmer. Die Maschinen seien, in einem Küchenschrauk gefunden, zu welchem Boldream den Schlüssel habe; man möge auf den Monn Acht geben, da er sich sonst -mfernen werde; das Ganze sci Schwmbel, denn der Mann habe bi Sachen selbst dabin gelegt, wo sie gesunden worden; achtbare Zeugen hatten ih.r beobachtet, derselbe sei ein D-nunciant und Mitschuldiger. Wolff iprack sehrerregt und HtthtMflid) allein man vcrftunb ihn so, old ob et dem Pol^eiinsp ktor schall in Betreff eines ComplottS gegen die deutsche Botschaft MUtheilung gemacht habe. Er verlangte daher, daß der genannte Jnsp-etsr vorgeladen werde. — Dagegen erklärte der V^lizeiinspektor Tornow, daß der Angeklagte sortlaufen wollte, als er und sein G-bllfe denselben gestern Abend beim Verlassen des Hauses anblelten. Auf die Frage, warum er so-Ileus«, habe er erklärt, daß er eine wichtig- Sache für den Jniprkior Marshall habe und in großer Erle fei". Er mußte ober wieder in das Haus zurückkehren, worauf die Durchsuchung stattfand. Als d-r Ob-rimp.ctor
Geleaenbeit feine Vollmacht vo-las, sagte der Angeklagte. „Ich weiß, weßhald S e gekommen sind das Ganze ist eine Veranstaltung ein-s Franzosen, welcher in meinem Saus« wohnt", und als die Polizei im obersten Stockwerk den Schlüssel zu dem verschlossenen Küchenschrauk verlangte, sagte der Angrklagte: ,,JÄ habe den Schlussel nicht, der Franzose hat denselben, und ihm gehören auch di« Sachen in dem Schrank. Letzterer wurde darauf erbrochen. Bei der Durchsuchung des Eiauses sand die Polizei in einem Schlaszimmer des zweiten Siockes einen mit rother T ute geschri^knen Dries an den d-utsch-n Botschafter' welcher lautet: „W-nn Si« Freiheit wünschen, müssen Sie uns Gleichheit geben." Gezeichnet- Proletarier. Als diese Sachen gesunden wurden erklärte der Angeklagte, daß er van all-dem nichts wisse, dieselben müßten von dem -dran,äsen dabin gelegt seien; auch das stimmer, wo dieselben gefunden worden, aeböre b<ni Fr an zostn anf worauf der Zuge Grennham beme.kte, daß das Bttt nicht benutzt worden zu fein scheine. Da der Angeklagte auf's Neue dm Wunsch auesiirach, daß der Inspektor Marshall vorgeladm werde, so gab der Richter demselben nach und
SHS«5«Ä«! -°»°°- »-ä w. um einen Besuch außerhalb der Hauvtstodt zu machm, scheint der ganzen Afiane kein großes G.wicht belzulegen, da er, obgleich vou dom Vorgefallenen unterrichtet, doch erst in einigen Tagen zm-ückkehren will.
Kegypim.
Kairo. 24. November. Nach einer Meldung des „Neuter'schen Bureaus" hat der Khedive auf Vorstellungen des Gouverneurs des Sudan, Colterels und Haidar Paschas, welche alle drei in Khartum sich befinden, ttlegraphi ch die Räumung der militärischen Positionen am blauen und weißen Ml angeordnet Die Truppen vom blaxen Nil sollen in Sennaar m,d Mengen WM weißen Nil in Khartum concentrirt werden, wodurch die Garmsonen Sennaars nd Kh«rtmns auf je 4000 Mann erhöht wurden Jm Noihsalle foll die Gainou Semmars diesen Ort räumen und zur Verstärkung der Garnison von Kaartum dienen. Der Gouverneur, Cotterel und Haidar, Pascha ftnd angewiesen, sich wegen der Vertheidigungs-Maßregeln zu verständigen.
- Nach weiteren Nachrichten ist Khartuin selbst durch den Mahdi bedroht. Der Gerant des hiesigen österreichisch-ungarischen General-Consulats that daher im Einvernehmen mit dem französischen General-Consul Schritte, um den m Khartum befindlichen Europäern, Consuln und Daffionaren em Nsischiff zur Verfügung zu stellen.
— Die Eröffnung des gesetzgebenden Nathes hat heute Vormittag rn Gegenwart der Minister'stattgefunden. — Der Khedive hat der englifeaen^-e- gierung für die an den Contreadmiral Hewett erlassenen Befehle zur Lerstar^.-g
I des engliHen Geschwaders im Rothen Meere seinen Dank ausgesprochen.
England.
London, 24. November. Zufolge einer Meldung des „Renterichen Bureaus" aus Hongkong von heute griffen 3000 chinesischer Truppen am l.. Haidzuong an. Die Franzosen, unterstützt durch em Kanonenboots leisteten Widerstand 7 Stunden lang, bis die Chinesen sich zurückzogen. Die Franzosen hatten 20 Tobte und Verwundete. — In Kanton treffen fortgesetzt ^ersiai- kMgen für die chinesischeii Truppen ein. .
Landon. 23. November. U-b-r eine Enibeckung von Hüllemu«s4meu. w-I.4e migeblch ft,gen die deutsche Botschaft gebraucht werben soll-en, theilt man folBmb
mit; u„b 12 uhx Nach!« wurde in einem Hause VMceM-
Equme^Westminst», durch die Jnfpekioren der Geh-tmpöliz-i von To-now uub Greem Ham ein Mann verhaftet, auf welchen dos Departement de-. GehelMpoli^, welches NW mit der Auffindung von Attentaten aus politischen - beschöft gt, aasmerksa gemacht hatte. Seit einigen Monaten soll der Verhütet« b kaum sewtsm l Mitglied der dritten ober vorgeschrittenen Kloff» der Soz^lesten, sowie als M izlsid des Exekutiv-Comite's eines Clubs in der CM), wo Ver ^lungen diescr Kiime at gehalten wurden. Bei der Durchsuchung des HauseS fand di- Pol zei zwe Houen Maschinen, welch- angeblich stark genug waren, s-d-S Gebäude in dre Luft zu spre geu^ Die Construction derselben war einfach, aber sinnreich. In ®
war ein Zmkg-fSß fast ganz mit grobem Sprengpulver und. Sch^eßbaumwoU-_ß tuut unb diese mit E-ienstücken bedeckt- In bett Boden beS Gsfößrs war ein 4s» g bsyrr, in welches ein Rohr, öhnlich einem SiückSiegellaS eing-lass.n ^r. D.z Maschine war ein ähnlich gefülltes g.oßes Kochgcfag- Dsr G-fanzen- un° seme Maschinen wurden nach der Polizeistation m Rochester-row gebrach , o 2 6 In sicheren Gewahrsam gesetzt wurde. Obcrst Maiendi«, der Jnsp.k.or »•. P- 8
Aeutschltmd.
Darmstadt, 24. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben
17^ Novbr. den Steuercommissär des Steuercommiffariats Offenbach Steuerrach Johannes Heinrich Balzer und den Maschinenmeister bei den Ober- bessijchen Eisenbahnen Hermann Daudt zu Gießen, beide auf ihr Nachsuchen und unter Anerkennung ihrer langjährigen Ireugeleisteten Dienste, in den Ruge- stand rn versetzen; sowie an demselben Tage den Maschinenmeister-Assistenten Karl Qu er ne r zu Gießen zum Maschinenmeister bei den Oberhessischen Eisen- bahnen^zu^ernenne^^^ November. Feldmarschall Graf Moltke ist zum Kanzler des schwarzen Adlerordens ernannt worden.
— Gegenüber Mittheilungen des „Wests. Merkurs" über Differenzpunkte zwischen dem Fürsten Bismarck und Herrn Lohmann betreffs des Unfallversicherungs-Gesetzes sagt die „Nordd. Allg. Zig." : Der wahre Sachverhalt stt, daß Lohmann dem Reichskanzler bei deffen letzter Anwesenheit m Bersin erklärte, er sei außer Stande, die Vorlage der Unsallversicherung in dem Smne aus- zuarbeiten wie sie der Reichskanzler verlange und wie sie den früheren Stadien entspreche. Der Reichskanzler entband in Folge dessen Herrn Lohmann von her Ausarbeitung und betraute damit Gamp (im Handelsminsttermm) und Bodrker (im Reichsamt des Innern). . Q3, n,
1 L Se. gjZaj. der Kaiser ist von der Hossagd rn Letzlingen um 8% Uhr
__ Der Speeialgesandt« des Königs von Spanien, Ntarguis Hijosa de Alava, ist über München nach Madrid zurückgereist.
arbura, 24. November. Nach dem ossteiellen Ergebriiß der Neichö- tagsersatzwahl im fünften Kasseler Wahlkreise hat Justizrath Grimni 5928 und Vrofcffor Westerkamp 2144 Stimmen erhalten. Grunin ist also gewählt.
Mül,cheu, 24. November. Der Fmanzausschuß der Abgeordneten- kammer lehnte den Antrag Frankenbnrger's ab, dre Beschlußsaffung über die Frage der Ausbefferung der Beamtengehälter vorläufig zu vertagen.
Gesterreich.
Desth 94 November. Das Abgeordnetenhaus nahm mit großer Ma- joriiät den Gesetzentwurf bezüglich der, Ehen zwischen Christen und Juden als Basis der Sperialdebatte, sowie die Resolution JranyiS, welche die Negierung zur baldigsten Unterbreitung einer Vorlage, betr. die ooligatorische Civi.ehe, auf- fordert, an.
Schweiz.
Lausanne, 24. November. Die Dampfer, welche gestern auf dem Genfer See zusammenstießen, heißen „Cygne" und „Rhone." Der Zusammenstoß erfolgte zwischen Evian und Ouchy. Der Dampfer „Rhone kenterte. ) Kapitän, 3 Passagiere ufib 3 Matrosen wurden gerettet, einige 30 Personen «»tranken.
Betreffend: Den Rundgang der Feldgeschworenen im September und October 1883. Gießen, am 23. November 1883.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzberzoglichen Bürgsemeistereien des Kreises.
Wir erinnern Sie, soweit Sie noch int Rückstände sind, an Erledigung der Versügung vom 3. September 1883 binnen acht ^agen.
Dr. Boek m an n.__ M,


