von China abhängig machen könne. Ein weiteres Memorandum von Challemel- Lacour vom 15. September provontrt, die Errichtung einer neutralen Zone zwischen China und Tor-gk ng mit der dem Handel des Auslandes geöffneten Stadt Manhao. In der Antwort der chinesischen Regierung auf das französische Memorandum, welche vom 16. October datirt ist, wird die Wiederherstellung des status quo in Annam vor 1873, die Unabhängigkeit des Königs von Annam, ausgenommen in seinen Beziehungen gegenüber dem Kaiser von China, und die Anerkennung der Rechte Chinas auf die ausschließliche Aktion auf dem Rothen Flusse verlangt. Eine neutrale Zone zwischen der Südgrenze von Tongking und dem 20. Breiiegrade würde China annehmen und Vorschläge zur Oeffnung des Rothen Flusses für den Handel aller Nationen machen. So liege die Sache gegenwärtig. Das Expose schließt mit der Bemerkung, Frankreich bleibe geneigt, die Unterredungen in freundschaftlicher Weise fortzuführen, von der Hoffnung beseelt, daß die Ereignisse eine gerechtere Beurtheilung der Lage Seitens Chinas herbeiführen würden, besonders wenn China konftatirt haben werde, daß die Politik Frankreichs eine gemäßigte, aber entschlossene sei.
Amerika.
Newyork. Die unbefriedigende Lage der Erwerbsverhältnisse in den Vereinigten Staaten von Nordamerika spiegelt sich am deutlichsten in dem Elende wieder, welchem die dortige Arbeiterbevölkerung der verschiedensten Branchen gleichmäßig verfallen ist. Ein von dem amerikanischen Senate zur Untersuchung der Lage der arbeitenden Klassen eingesetztes Comtte hat seinen Bericht erstattet, aus welchem klar und deutlich hervorgeht, daß das gelobte Land der vollständigsten politischen Freiheit und socialen Gleichheit die große Mehrzahl der Arbeiter unter einer viel schlimmeren Tyrannei des Kapitals gefesselt hält, als es diesseits des Atlantic irgendwo der Fall ist. Politischer Macht, politischen Einflusses ermangelt das arbeitende Volk in der großen transatlantischen Republik ganz und gar. Die Klasse der Arbeitgeber beherrscht die Abstimmungen, controltrt die Legislaturen und unterjocht den Armen mittelst unbilliger Gesetze. Gegen den Druck, der von den Arbeitgebern ausgeübt wird, ist der gemeine Mann völlig wehrlos. Als Individuum ohnmächtig, hat er auch das Hülfsmutel der Association vergebens in's Feld geführt. Wenn er sich den Bedingungen des Arbeitgebers nicht ohne Weiteres unterwirft, kommt sein Name sofort in das „schwarze Buch" der Arbeitgeber, dessen Listen unaufhörlich in der ganzen Union circuliren. Das Mttzverhältniß zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nimmt noch immerfort krassere Dimensionen an. Nach dem neuesten Zensus stellt sich die Zahl der Arbeitnehmer auf 2^/4 Millionen, gegen nicht ganz eine Viertelmillion Arbeitgeber, was ein Verhältniß von 11 zu 1 ergibt. Ein von dem Senatscomite vernommener Experte beponirte, daß von den alljährlich erzeugten Gesammtwerthen die Arbeitnehmer weniger an Lohn erhielten, als die Arbeitgeber an Gewinn einstrichen und zwar seien die Lohnverhältnisse derart ungünstig, daß die große Masse der Arbeiter geradezu im Stande der Verkommenheit schmachte. In den fünf Hauptinduftrieftaaten Massachusetts, Pennsylvanien, Newyork, Illinois und Oh>o varttrt der Durchschnittslohn pro Tag zwischen 1 bis IVs Dollar. Dabei steht der Preis der unentbehrlichsten Lebensbedürfnisse so außerordentlich hoch, daß sie für den Arbeiter in vielen Fällen unerschwinglich sind. Die Noth zwingt dann dazu, behufs Erhöhung des Verdienstes der Arbeiterfamilien die Kinder oft schon im zartesten Alter zum Erwerb anzuhalten. Das führt also auf der einen Sette zum Wachsthum des Pauperismus, auf der andern zum Wachsthum der Unwissenheit. In den oben genannten fünf Staaten existircn dermalen 62,000 Arme. In Chicago entbehren 47 pCt. der Kinder des Schulunterrichts; in Cincinnati sind 10 pCt. der Kinder zwischen 8 und 12 Jahren mit Cigarrenmachen beschäftigt. In Newyork liegen etwa 2000 Familien, welche noch dazu in den erbärmlichsten Behausungen zusammengepfercht sind, der gleichen Beschäftigung ob. Die Geringfügigkeit ihres Verdienstes gestaltet diesen Leuten keinerlei Verbesserung ihrer sanitären Situation. In allen Industriezweigen dauert die sinkende Tendenz der Löhne fort. Während der Nationalreichthum ohne Unterlaß anwächst, deteriorirt der Standard of life des Arbeiters. Gewerkvrreine spielen in dem wirthschaftlichen Leben der Union nur eine höchst untergeordnete Rolle. Man hat Proben mit ihnen angestellt und sie haben dieselben nicht bestanden. Die amerikanische Gesellschaft steht eben jetzt im Begriff, ihre socialen Abstufungen end- giltig zu etabliren. Dabei steigen die Arbeitgeber auf der socialen Leiter empor, die Arbeitnehmer herunter. Letztere fangen jetzt an, einzusehen, daß die vtelgerühmte Freiheit und Gleichheit ein grober Irrwahn ist, allein sie sind absolut ohnmächtig, sich aus eigener Jntiattve der grausamen Consequenzen des erbarmungslosen Kampfes um's Dasein zu erwehren. Eine humane Regierung, die sich ihrer mit erleuchteten organisatorischen Gesetzen annähme, könnte viel des Segensreichen wirken. Für derartige Bestrebungen aber ist bekanntlich in den Vereinigten Staaten kein Raum vorhanden, das „freie Spiel der Kräfte" darf ja um keinen Preis gehindert werden; dem Staate obliegt nur die Pflicht, in seiner Eigenschaft als „Nachtwächter" darüber zu wachen, daß der Proceß des Gehen und Geschehenlaffens sich ungestört abwickele.
So liegen dermalen die Verhältnisse in der großen transatlantischen Repulik. Mögen unsere Auswanderungsluftigen es sich daher zwei- und mehrmal überlegen, ehe sie der heimathlichen Scholle den Rücken kehren.
Telegraphische Depeschen.
Wotlff's telegr. Corresyondenz-Brrrearr.
Darmstadt, 24. October. Die Herzogin von Edinburgh hat mit ihren Kindern heute Nachmittag die Rückreise nach England angetreten, in Köln wird dieselbe mit ihrem Gemahl Zusammentreffen und gemeinschaftlich mit demselben die Rückreise fortsetzen.
Berlin, 24. October. Der deutsche Botschafter in Paris, Fürst Hohenlohe, ist heute hier eingetroffen.
— Wie die „Kreuz-Ztg." mittheilt, findet eine Berathung des Actienge- setzes in den Ausschüssen des Bundesrathes nicht statt, da der umfangreiche Entwurf noch der Prüfung der Einzel-Regierungen unterliegt.
— Der Bundesrath beschloß in seiner heutigen Sitzung den kleinen Belagerungszustand für Berlin, Hamburg-Altona und Umgegend bis zum 80. September 1884 zu verlängern.
Greifswald, 24. October. Officielles Resultat der im Wahlkreise Greifswald-Grimmen stattgehabten Reichstagswahl. Es wurden im Ganzen abgegeben 13,827 Stimmen, hiervon erhielt Graf Behr-Bchrenfeld (freicons.) 7575, Senator und Schiffskapitän Schwartz in Wolgast (Fortschr.) 6247 Stimmen, der erstere ist sonach gewählt.
München, 24. October. Die Beschwerde des hiesigen Magistrats gegen die Entscheidung der Kreisregierung, wonach keine confessionellen Parallelklassen in den beiden Simultanschulen errichtet werden dürfen, ist vom Cultus- minister zurückgewiesen worden.
Lokales.
X X Gießen, 25. October. Wir haben in den vorhergehenden Nummern eine Analyse des Oratoriums „Luther in Worms" zu geben versucht, wöbet wir uns tm Wesentlichen auf einen von der Zeitschrift „Halleluja" gebrachten Bericht über das bet einem Concert aufgeführte Werk stützten. Konnte dieses Oratorium schon bet einer gewöhnlichen Concertaufführung so wirken, wie viel mehr wird es bet der bevorstehenden festlichen Gelegenheit der Fall sein, da die Hörer und Sänger von der Bedeutung des Tages durchdrungen sind, uns die allgemeine Thetlnahme- eine starke Besetzung der Chöre, denen eine große und herrliche Aufgabe gestellt ist, erreichen läßt. Für die Aufführung am 14. November sind folgende Solokräfte engagtrt worden: Frau Katharina Müller-Ronneburger aus Berlin (Sopran). Dieser Dame geht ein ausgezeichneter Ruf als Concertsängerin voraus. Sie besitzt einen mühelos in die höchste Stimmlage reichenden, klangvollen Sopran, große musikalische Sicherheit, vorzügliche Intonation und Geschmack des Vortrages. Die Altpartie ist Frl. Marte Schmidtletn aus Berlin, die Tenorpartie Herrn F.ranz Litzinger aus Düsseldorf übertragen. Luther (Bariton) wird von Herrn Richard Dannenberg aus Hamburg gesungen werden. Die Baßpartten, endlich auch die des Glapio, über- nimmt Herr Robert Ravenstein aus Leipzig. Die gleichen Kräfte werden am 10. November in Oldenburg bei det Aufführung desselben Oratoriums Mitwirken.
Gießen, 24. October. (Theater.) Wenn auch Reif-Reiflingen von Moser nlchr die Zugkraft b-sitzt wie „Krieg im Frieden" von demselben Verfasser und wenn auch der Rahmen des Stückes schon vor langen Jahren mit sprechend ähnlichen Figuren ausgefüllt worden ist, so waltet doch über dem Ganzen ein Geist fröhlicher Laune, von dem sich der Zuschauer behaglich anwehen läßt
In der dankbaren Titelrolle, dte das ganze Stück Hebt, war Herr Voigt ausgezeichnet; er wußte seinem Lieutenant jenen Zug jov.aler Gutherzigkeit zu geben der unbedingt vorhanden sein muß. — Dte Damen Kohrsen I. unb II., Pögner I. Brede, Hoffmann und Ueltzen, sowie die Herren Muff, Schölermann* Schreiner, Peters und Rickelt unterstützten die Aufführung, jeder mit dem Spec ficum seiner schauspielerischen Veranlagung. Nur die Rolle des Fedor Below war mangelhaft besetzt; Herr de Valdez ist ihr nicht gewachsen.
Das Stück dü-fle wohl kaum eine Wiederholung in dieser Saison erleben.
Vermischtes.
Frankfurt a. M., 22. October. Der berühmte Maler Albert Hendschel ist heute Morgen in unserer Stadt gestorben. Hendschel's Namen kennt die ganze Welt, denn feine Zeichnungen aus dem Kinderleben sind überall bekannt geworden, wo man Sinn und Empfindung für das Schöne hat. Hendschel wurde 1834 in Frankfurt a. M- als Sohn des durch das Cursbuch „Telegraph" bekannt gewordenen Postbeamten Ulrich Friedrich Hendschel geboten und nahm seinen ersten Zeichenunterricht im Städel- schen Institut dahier. Er warf sich zuerst aus Genremalerei, hatte aber keine rechten Erfolge auf diesem Gebiete. Inzwischen füllte er seine Skizzenbücher mit humoristischen Zeichnungen aus dem Kinderleben unb veröffentlichte endlich, durch Freunde angeregt, eine Auswahl derselben in der Prestel'schen Kunsthandlung hier. Der ersten Sammlung folgten mehrere andere und Hendschel, der als Maler keinen Erfolg erzielen konnte, wurde nun durch diese kleinen Blätter ein Liebling der kunstsinnigen Familien. Er hatte keinen Rivalen auf diesem Gebiete und Niemand wußte wie er die fein beobachteten ©eenen des Alltaglebens mit solcher Anmuth, mit solcher naiven Schalkhaftigkeit und solcher reinen, schlichten und doch plastisch wirkenden Zeichnung auf's Papier zu werfen.
Berlin- Wegen Mißhandlung eines Verhafteten, die den Tod desselben zur Folge gehabt hatte, stand der früher probeweise im Polizeigefängniß „zur schmerzhaften Mutter" in Breslau angestellte, civiloersorgungsberecht'gte, ehemalige Unterofficier des Breslauer Kürassierregiments Gorniscbek vor den Geschworenen. In der Nacht zum 14. Mai war ein 60jähriger Arbeiter Wentzel, der am vorhergehenden Tage als geheilt aus dem Hospital entlassen war, in dem er mehrere Wochen wegen Verletzung durch den Tritt eines Pferdes zugebracht hatte, in das Breslauer Polizeigefängniß „zur schmerzhaften Mutter" in sinnloser Betrunkenheit gebracht. Der Aufseher Gornischek empfing denselben mit einem fingerstarken Stocke und schlug mit den Worten: „Na, warte, Dich werde ich schon munter kriegen", auf den Betrunkenen ein, indem er ihn am Kragen durch den Hausflur schleifte. Nach den Zeugenaussagen hat er auch, nachdem die Wachtlmte aus dem Hausflur entfernt waren, auf Wentzel eingehauen und ihm auf den saft nackten Körper mindestens zwanzig Stockhiebe versetzt, ihn auch mit dem Fuße fortgestoßen und ihm Tritte mit dem Fuße gegen den Kopf versetzt. In der Nacht starb der Mißhandelte ,im Polizeigewahrsam und zwar, wie der ©ections- befund ergab, in Folge Austritts der Luft aus der Lunge, in der sich zwei nach dem ärztlichen Gutachten durch Schläge oder Stöße entstandene Löcher vorfanden. Bet der Besichtigung ergab sich außerdem das Vorhandensein von 21 blutunterlaufenen Schwielen ober Striemen von einer Länge bis zu 28 (Zentimetern, die von Schlägen mit einem starken Stocke herrührten. Der Angeklagte gab nur zu, dem Verstorbenen mit einem dünnen Stocke einige leichte Schläge versetzt zu haben, weil derselbe nach seiner Ansicht die sinnlose Betrunkenheit simulirte. Die Zeugenaussage der Wachileute unb des Kutschers, welche den Wentzel in das Gesängniß gebracht hatten, lauteten sehr ungünstig für den Angeklagten, der zu wiederholteniMalen aufgefordert worden war, sich der Mißhandlungen zu enthalten. Der Staatsanwalt forderte deßhalb das Schuldig unter Ausschluß mildernder Umstände. „Nach den Aussagen der Zeugen und dem Secttonsbefn.nde", führte er aus, „müsse die Mißhandlung als eine schwere, ja geradezu bestialische erachtet werden. Mißhandlungen tn solchem Umfange kann nur ein Mann verüben, der daran Freude findet- Hat der Staat diesen Mann vielleicht dazu angestellt, daß, wenn einer der Bürger das Unglück hat, aus irgend einem Grunde tn die „schmerzhafte Mutter" gebracht zu werden, er sich von einem solchen Menschen mißhandeln lassen soll? Es ist dieser Vorfall, weil die Gesetzgebung das Verhältnitz des Publikums zum Beamten schützen muß, als einer der schwersten zu erachten, lieber die Beamtenqualität des Gornischek kann gemäß § 395 des Strafgesetzes kein Zweifel sein. Der Angeklagte hat seinen amtlichen Charakter gemißbraucht- Das Leben ist ein werthvolles Gut, das geschützt werben mutz; was würbe im Volke gesagt werben, wenn es zulässig erschiene, baß Jemand im Gesängniß zum Tode geprügelt wird? Der Angeklagte hat eine Barbarei seltener Art ausgeübt'; bewilligen Sie ihm also keine mildernden Umstände; denn je strenger Sie einen solchen Fall beurteilen, desto besseren Schütz gewähren Sie dem Publikum". Der Vertheidiger versuchte das straffreie Vorleben des Angeklagten als Milderungsgrund geltend zu machen unb bett Nachweis zu führen, daß der Tod des Mißhandelten nicht nothwendig eine Folge der Mißhandlung gewesen sei. Die Geschworenen, welche den Angeklagten der vorsätzlichen Körperverletzung, in einer lebensgefährlichen Weise und in Ausübung des Amtes verübt, ohne milbernbe Umstände für schuldig erklärten, erachteten es nicht für erwiesen, daß der Tod eine Folge der Verletzungen gewesen sei; der Gerichtshof aber nahm bei der Strafabmessung auf daS straffreie Vorleben des Gornischet Rücksicht unb setzte bst Strafe auf bas Drittel der vom Staatsanwalt beantragten drei Jahre fest.
— Wir wollen nicht unterlassen, an dieser Stelle auf einen wüthenden Artikel der Pariser „Presse" über die Aeußerungen deutscher Journale gegen die Allmacht der Pariser Moden aufmerksam zu machen- In diesem eigentlich nur grotesken Artikel heißt es: „Jeder weiß, daß ein Preuße nicht eben bas Muster von Eleganz ist, baß ihm in seiner Schwerfälligkeit jenes undefinirbare Etwas mangelt, das dem Pariser so überreichlich zu Gebote steht. Was aber wird erst aus ihm werden, wenn ihm weder Dussautoy und La Belle-Jardtniö.e mehr behilflich ist, die Massigkeit seines Knochenbaues, dte Ungeschlachthett seiner Gestalt, die Länge seiner Füße zu verdecken! Was die überrheinische Frau betrifft, so ist es ganz und gar um sie geschehen, wenn sie aus Nationalstolz beschließt, sich nicht ferner in Paris kleiden zu lassen. Thut es wohl irgend Jemand unfern Nähterinnen unb Schneiderinnen in Erzielung einer schlanken Taille, einer schwellenden Büste, einer fein geformten Wade, eines lebensvollen Gesichtsausdrucks gleich? Und wäre dte preußische Industrie wirklich im Stande, den Ehegatten so anbetungswürdige Püppchen zu liefern, wie sie die Industrie bet Hauptstadt her stellt? Nein, nicht wahr? und ich möchte fast glauben, daß trotz der strengsten Vermahnungen, der durchgreifendsten Abwehrmaßregeln Mesdames die Sauerkrautesserinnen weder Herrn Worth noch Madame Bouclaut untreu werden. Möge man das republikanische, radikale, Könige auspfeifende Paris immerhin Isoliren, dte Nachbarn sind gewiß im Stande, den ringsherumgezogenen diplomatischen Cordori undurchbrochen zu lassen — aber man verbiete ihnen die Thüre der Pariser Geschäfts- lokale und das Ewig-Weibliche wird sich In Masse erheben, laut zu schreien anfangen und sich den Teufel um die Interessen seines vaterländischen Handels kümmern. Ich weiß wohl, baß die deutsche Aristokratie zuerst auf den Mahnruf eingegangen ist und sich verpflichtet hat, ihre Bestellungen auf ihrem Ufer des Rheins zu machen. Ja, aber das müssen die dürren, verwittweten Alten sein oder die hypochondrischen Gretchen, welche mit ihrer Einwilligung so bereitwillig waren; die jungen Mädchen, die hübschen Frauen müssen sich vor Wuth die Finger zerfleischen, vor Verdruß ihre Kleider zerreißen Welche Mode übrigens könnte man dahinten aufpflanzen? Augenscheinlich nur eine militärische Mode. Kaum die Grenze überschritten, so ist auch Jedermann Soldat; die Beamten hantiren mit der Feder, die Arbeiter mtt dem Werkzeug wie mit dem Zündnadelgewehr; ihre Kopfbedeckungen haben alle etwas Helmartiges und ihre Anzüge erinnenn an Uniformen. Da nun die Mode gewissermaßen den Ausdruck deS nationalen Charakters bildet, so werden sich die preußischen Damen als Marketenderinnen coftümtren, aber sicherlich nicht, wie die in der OpSra commique I Die Mütter, wenn sie durchaus ©partanerinnnen sein wollen, werden Anfangs vielleicht auf das Tragen von Corsetts, dann aber von jeder Art Kleidung überhaupt — man verstehe mich recht — verzichten und sich in weite Tunikas hüllen, in denen ihre Schönheit und ihr Forrnenreichthurn lebendig begraben werden. Man sage mir nicht, daß sie uns unsere Modelle, unseren Schnitt stehlen werden; beim Ueberschreiten des großen Stromes würden die Muster auslöschen und man würde dahinter nur lächerliche Carikaturen, gröbliche Abklatsche unserer Gr6oins erblicken. Sie wie alle anderen brauchen Parts
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