Aber o Schrecken! Ei, den Kaffee habe ich doch nicht bestellt! — Et, wo ist denn das Salz? D<n Kaffee kann ich ja bet jch.-m Krämer für 80 H kaufen! u. s. f. Wenn nun der Kaffee prob rt wird, so kann ihn kein Mensch trinken, denn er ist ungenießbar. Aehnlich geht es mit den übrigen Art kein.
Eine Reklamation hilft nichts, daS Geld ist fort und dafür schlechte Waare im Hause. Der Lockvogel, das Salz, das Pfund zu 5 tft natürlich nicht dab i, denn der Absender sch'ckt nur das, woran für ihn vl-l übrig bleibt. Mitunter wird auch noch der Zoll extra berechnet und dann wird das Zeug, das Niemand verwerthen kann, um weitere 25 pCt theurer.
Ihr Hausfrauen von Stadt und Land, kaufet doch Euren Bedarf in allen, namentlich in solchen Verbrauchsartik-ln bei dem Kaufmann, den Ihr kennt und der Euch für Euer gutes Geld gute und reelle Waare gibt- Ihr erspart dadurch viel Aerger und viel Geld.
Es kann Niemand zu solchen Preisen reelle W«are l'efern. wie diese durch Annoncen und Reisende versprochen wird. Ein jeder Kaufmann am Platze kann mindestens das Gleiche bieten, wie jede auswärtige Concurrenz, ja noch mehr, denn er weiß, welche Qualität einer Waare von der Kund'chaft gewünscht wird.
Möchten diese Zeilen dazu beitragen, die bis sitzt noch n cht ,'Remgefallenen" vor Schaden zu bewahren. Diejenigen, welche einmal einen Bezug von einem solchen Jmporthause gemacht, werden sich in Zukunft gewiß nicht wieder beeinflussen lassen.
Vermischte
Frankfurt, 21. August. Der Milzbrand, welcher bekanntlich im Monat Juni d. Js. in den fürstlich Jsenburg-Büdingen'schen Revieren aufgetreten, hat größere Opfer gefordert, als Anfangs vermuthet wurde. Es gingen 31 Alttbtere, 9 Dam- kälber, 7 Schaufler, 5 Damspteßer, 5 geringe Damhirsche, 1 alte Rchgais und 1 Dachs zu Grunde.
— sUngemüthliches aus Dresdens Bliemchen erzählt über das neue Gemäße „Da netlich schlumbere ich ämal so in Dräsen rum un d^nke in mein Gedanken: D- wärscht ämal ä Drppchen Bier trinken. Ich gehe also in änne recht anständige Wärth- schoft nein und bestelle mir ä Glas Bairisches. We mer der Kellner das Glas hinsetzt, kommt mersch aber so sehr kleene vor, un ich denke: na, der werd sich wohl geärrt Ham un hat der blos änn Schnitt gebracht. Ich ruffn also noch ä mal her un sage zum: Hä nse, mein Gutester, Se Ham mer wohl blos änn Schnitt gebracht, id) hatte ä Ganzes bestellt. Ei herrffffs, ich denke doch den hat was gestochen, so ä baar Oogen machte der. Dann meent er, ob ich nicht w'ßte, daß mer nächstens neue Gläser kriegen dhäten, das wäre schon eens davon, un se wärn ocb geeicht. Ich gucke mer also das Glas noch ä mal genau an, un richtig, oben ä Stickchen vom Rande, do steht 0,4C. Ei du meine Gite, das kann hibsch wärn, nun kriegen mer also in Zukunft statt an halben Liter blos Vs, i da soll doch gleich der Deibel da warsch doch friher besser mit unfern alten Gläsern, wo oben das weeche D. iber den Striche stand Na, da kommen mer och wieder ä mal aus'n Regen in die Troofe mit so änner neien Errungenschaft. Nun sagen Se mer blos, mttn gutester Herr Scknärke, ob das denn och merklich erloobt ist, den Gästen for ihr scheenes Geld so ä Finken- näppchen hinzusetzen, indem de Wärthe doch ooch nich mit 16 Fmgen zufrieden sein vor ä Glas Bairisches? Sähnse doch ä mal zu, ob mer da nichts dhun kann." —
Darauf gibt die „Dorfzeitung", der wir „Bffemchtn's Klage" entnehmen, folgende a£< mütbl'che Antwort: .Kämmer gar nischt dhun. De Wärthe därffn sich for ihr Bia bezahlen lassen, was ff kriegen, blos derfen se n'ch s/a for V- Liter un dergleichen ver- koofen. Der Fall kommt h er aber nich in Frage, den Sie Ham ja nich en halben Liter sondern ä Glas verlangt."
- sAcdtz'g Dollars für eine Frau.j Aerzte, die sich durch lange Praxis an die Undankbarkeit der Menschen gewöhnt Haden, wird die folgende Erzählung vielleicht einige Aufmunterung gewähren. Sie stammt von Dr. William Town aus Rolltn der sie einem Coll gen in Adrian, Mich., mitgetheilt hat, und wird als vollkommen wahr verbürgt. Vor etwa acht dis zehn Jahren wurde Dr. Town zu einem auf dem Lande wohnenden armm Mädch n gerufen, das an einem bösen Fieber litt. Dir Kranke evtw ekelte große W Uenskraft und bedeutende Entschlossenheit, gesund zu werden und mochte sich durch ihre Geduld und Freundlichktit dem Arzte so angenehm, daß e- sie häufig besuchte, obwohl er auf Bezahlung nicht rechnen konnte. Nach mehreren Wochen konnte das Mädchen im Bette aufsitzen, aber noch sehr lange mußte der Doctor über schlechte Wege und m't großem Zeitverlust seine Patientin besuchen und sie mit Medic-n versorgen. Sie wußte seine Fürsorge nicht hoch genug zu schätzen und versicherte ihm oft, daß sie einst Alles bezahlen werde. Der Arzt aber hatte dergleichen schon so oft gehört, wußte so aenuu, was solche Versicherungen werth sind, daß er kaum Buck über feine Besuche führte. Als das noch immer kiänkffche Mädchen nach zwei Jabren in den nö^dl chen Th-il des Staates Michigan zog, hatte der Doctor d'e Sache bald vergffsen. Vor einigen Monaten empfing er von einem jungen Manne einen Brief, der ihn höckl'ch überraschte. Er wurde nämlich gefragt ob er sich eines gewssen Mädchens erinnere, das genau beschrieben wurde, und schließlich aufgefordert, seine Rechnung einzureichen. Der Schreiber des Briefes habe das Mädchen geheirathet und die einzige Bedingung sei gewesen, daß er den Arzt bezahle. Letzterer solle ja nichts abziehen, denn der junge Ehemann habe ein ganz vorzügliches Geschäft gemacht und wolle mit Freuden die Schuld begle'chen, die so lange das Gernüth seines jetzigen Weibchens belastet habe. Erst nach längerem Besinnen fiel es dem Docter ein wer gemeint sei. Er stellte eine Rechnung von 80 Dollars aus und erhielt wenige Tage später seinen Check und ein Dankschreiben. Später erfuhr er, daß seine Patientin viele Heirathsanträge gehabt, aber alle Bewerber dadurch abgekühlt hatte, daß sie die Bezahlung der Doctorrechnung Seitens ihres „Zukünftigen" als Bedingung stellte Sie war darüber fast zur alten Jungfer geworden, als sich endlich Einer fand der ihrer werth war.
— Folgende Anekdote erzählen Wiener Blätter gelegentlich des fünfzigjährigen Priester-Jubiläums des Cardinal-Erzbischofs Fürst Schwarzenberg. Bei einer Schul- visitation in einem böhmischen Dorfe forderte der Cardinal den Lehrer auf, ein wenia aus der Geschichte zu prüfen. Der Lehrer richtete demnach an einen Knaben die Frage- „Nepomuk, wer hat das Pulver erfunden?" — „Das Pulvers stotterte der Befragte änastlich und antwortete, als ihm ein hilfreicher kleiner Nachbar den Namen „Schwas zuflüsterte, rasch: „Fürst Schwarzenberg". — „Nein, nein, mein Söhnchen", fiel biet der Schullehrer ein, „freilich sind die Schwarzenberge ein hochberühmtes Geschlecht aber das Pulver haben sie nicht erfunden!" Da konnte der Fürst selbst des herzlichsten Lachens sich nicht erwehren und beruhigte den seines Mißgriffes sich bewußt gewordenen Lehrer, dem die Angsttropfen über die Stirne liefen, m't den Worten: „Beruhigen Sie sich, lieber Herr Lehrer, Sie haben ganz Recht, die Schwarzenderge haben das Pulver wirklich nicht erfunden."
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