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Mat von Baden-Baden hierher kommen, um der Ausstellung ihren ersten Besuch ab- wftattcn. inzwischen schreiten die Arbeiten rüstig vorwärts. Es wird Tag und Nacht emsig geschasst und es gilt als sicher, daß am 10. Mat dte Ausstellung sich vollständig sertta vräsenttren werde.

Berlin, 21. April. Am 30. April findet in Berlin die Schlußsitzung des Vereins deutscher Papierfabrikanten statt, in welcher die Angelegenheit, betr. die Anbahnung von Normalformaten, endgiltig entschieden werden soll. An der Sitzung werden auch Vertreter der Buchhändler-Corporationen, solvie des Buch­druckereibesitzer-Verbandes theilnehmen. Wie man hört, steht auch die Reichs­regierung günstig zu diesen Bestrebungen, und es ist wohl ein positives Ergebniß der Berathungen zu erwarten.

AranKreich.

Marseille, 22. April. Heute Abend flog in St. Chamas ein 3000 Kilo Pulver enthaltendes Pulvermagazin in die Luft, eine durch die Explosion her- beigeführte Feuersbrunst legte sieben große Nebengebäude in Asche. Nur mit großer Anstrengung gelang es, die Exvlosion eines zweiten Pulvermagazins, welche die ganze Stadt gefährdet haben würde, zu verhüten. Bei dem Unglücks- falle hat ein Mann sein Leben eingebüßt.

In Toulon sind 2 Schiffe in Ausrüstung, welche 2000 Mann nach Tongking bringen sollen.

England.

London, 22. April. Wie hierher gemeldet wird, hat gestern Abend in der Nähe der der Regierung gehörigen Waffensabrik in Enfielv eine Explo­sion stattgesunden, der angerichtete Schaden ist unbedeutend. Von dem Orte, in dessen Nähe die Explosion erfolgte, sah man unmittelbar nach der Explosion zwei Männer Hinwegeilen. ____________________________

Telegraphische Depeschen.

Wolff s telegr. Corresponderrz-Burearr.

Berlin, 23. April. Der Reichstag genehmigte in dritter Lesung den deutsch- serbischen Handelsvertrag und nahm § 6 des Krankenkassengesetzes (Umfang der Krankenentschädtgunz, Dauer und Versagung derselben) unter Ablehnung sämmtlicher Amendements in der Commtssionsfassung an.

Abgeordnetenhaus. Dte zweite Berathung der Verwaltungsgesetze beginnt auf Vorschlag des Präsidenten bet § 27 (Vereinigung des Beztrksraths mit dem Bezirks- verwaltungsgertcht zum Bezirksausschuß unter Vorsitz des Regierungspräsidenten). Gneist spricht sich gegen dte Vorlage aus und plaidtrt fftr dte Prüfung derselben durch eine Sachverständtgen-Commtssion unter Anhörung des Oberverwaltungsgerichtes. Er wünscht eine gleichmäßige Verwaltungsorganrsation für alle Provinzen. Rauchhaupt und Hansen sprechen sich für, Meyer (Breslau) gegen die Vorlage aus.

Fortsetzung morgen.

Der Kronprinz und die Kronprinzessin sind heute Nachmittag um 2Vz Uhr über München nach Venedig abgereist.

Gegenüber der Meldung verschiedener Blätter, daß der chinesische Hafenplatz Swaten sich in Folge fortgesetzter feindlicher Haltung der deutschen Kriegsschiffe tm halben Kriegszustände befinde, verweist dteNorddeutsche Allgemetne Zeitung" auf die amtlichen Mttthetlungen über dte Bewegung deutscher Kriegsschiffe, wonach seit Ende Januar kein deutsches Kriegsschiff in Swaten gewesen ist.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" bringt ferner eine Kopenhagener Korrespondenz, wonach gegen den Abschluß des dänisch - spanischen Handelsvertrags von Se.ten Spaniens ähnliche Schwierigkeiten wie gegen einen deutsch-spanischen er­hoben werden-

DtePost" ist in der Lage, die Gerüchte, daß in der vorgestrigen Minister­rathssitzung sehr differtrende Ansichten über die Behandlung der kirchenpolttischen Frage und eventuelle Vorlegung eines bezüglichen Gesetzentwurfes geäußert worden feien, dementtren zu können- Der Cultusmtnister werde am Mittwoch auf die Windthorst- schen Anträge erklären, dte Regierung gedenke vorläufig auf dem Standpunkte zu verharren, welcher durch das letzte Schreiben des Kaisers an den Papst gekennzetchriel worden sei.

Stuttgart, 23. Aprll. Die Feier des 200jährigell Jubiläums des Ulanen-Regiments ist äußerst glänzend verlausen. Bei dem Festbanket, welches auf Kosten des Königs ftattfanh, brachte Prinz Wilhelm von Württemberg im Warnen des Königs einen Toast auf das Regiment aus. Der commandireude General v. Schachtmeyer verlas ein Telegratum Sr. Majestät des Kaisers aus Wiesbaden, in welchem dem Regimente die herzlichsten Glückwünsche ausge­sprochen werden und dem Commandeur Zeppelin der Rothe Adlerorden 3. Kl. verliehen wird. Se. K. K. Hoheit der Kronprinz hatte das Regiment ebenfalls telegraphisch beglückwünscht.

Wien, 23. April. Heute hat hier eine große Anzahl von Bäckern die Arbeit eingestellt, noch weitere Arbeitseinstellungen scheinen bevorzustehen, zur Aushülfe wurden 200 Militärbäcker in Verwendung genommen. Ein Bäcker- gehülfe, welcher aufregende Flugschriften in dem Publikum verbreitete, wurde verhaftet.

Liverpool, 23. April. Durch ein am Sonnabend hier ausgebrochenes Feuer wurden drei große, vorwiegend Baumwolle enthaltende Magazine zerstört, her Schaden wird auf 250,000 Pfd. Sterl. geschätzt.

New-Uork, 24. April. (Privat-Depejche). Im Staate Mississippi richtete em heftiger Wirbelsturm großen Schaden an. Die kleine Stadt Baurögard ist vollständig zerstört, 23Personen wurden getödtet, 90 verletzt. In Weffon sind 27 Häuser niebergeriffen, 13 Personen getödtet und 60 ver­wundet. Auch an mehreren anderen Orten verübte der Sturm großen Schaden.

Lokale».

Metzen, 24. April. Tagesordnung für dte Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 26. April 1883, Nachmittags 4 Uhr.

1. Dte Erbauung einer Eisenbahn durch das Bteberthal.

2. Dte städtischen Gteßfäsfer

3. Dte Holzversteigerungen vom 2. und 9. April.

4. Die Holzverstetgerung vom 5. März d. I.

5. Klage des Johannes Engelhard II. von Annerod und Consorten gegen die Stadt Gießen, Fahrtrecht betr.

6. Dte Octroterheberftätte am Seltersthor-

7. Umguß einer Glocke auf dem Stadtthurm.

8. Trottoirpflasterung in der Ludwtgstraße.

9- Dte Straßenreinigung.

10. Gesuch des Schretnermeisters Louis Stauß dahier um Erlaubntß zur Aufstellung einer Trinkhalle in der Bahnhofstraße.

11. Den Kropbachweg.

12. Octtotrückvergütung von Kornschrot.

13. Geschichtliche Nachrichten von dem retchsrttterlichen Geschlechte Eberstetn vom Eberstein auf der Rhön.

Gießen, 24. April. Der Unfugteusel scheint fett einiger Zeit wiederum in und um die Stadt herum nächtlicher Welle sein Wesen zu treiben- So wurden vor einigen Tagen dte beiden Schilder, w lche an den Thorpfosten der hiesigen Klinik angebracht ünd, abgerissen und weggeschleppt (eines derselben wurde tm Schoorgraben hinter der Entbindungsanstalt auf gefunden, machte also einen Weg von ca. einer halben Stunde),

sodann wurde in der Samstag Nacht von der Mauer vor der Klinik ein Deckstein abgehoben und in irgend einen stillen Winkel verbracht, so daß er bis jetzt noch nicht aufgefunden ist. Man sollte doch meinen, daß solcher Unfug an euietn Krankenhause, worin Hunderte von Schmerzen gequälter Menschen sich befinden, nicht vorkommen könne. Aber Ueberlegung und Gefühl scheint bet den rohen Gesellen, welche solches verüben, unbekannt zu setn- In der Samstag Nacht wurde sodann noch weiter gearbeitet und zwar in der Altcenftratze an einem Hause dte Kandel ab-, das Gartenspalier umgerissen, von dort ging es in einen verschlossenen Hof und Hausgarten. Hier wurden aus der Hütte dte Gartenmöbel über dte Mauer geworfen, von wo sie dann in der Wteseck ein feuchtes Lager fanden, weiter hinauf war den Herren ein Wtesecksteg tm Wege und mußte auch hier derselbe seinen Platz raumen. Einige der nächtlichen Arbeiter sind bereits ermittelt und werden diese wohl die Zeche begleichen müssen.

Vermischte-.

Darmstadt, 22. April- (Straßen-Exceß.) Gestern Abend war die Messe Zeuge eines großen Kampfes zwischen der Schutzmannschaft und jungen Engländern, welche das Publikum mit dicken Prügeln insultirten. Erst nach lebhaftem Handgemenge gelang es, drei der hauptbetheiligien Störenfriede zu verhaften und es fehlte nicht viel, so hätten dieselben Bekanntschaft mit den Fäusten der erbitterten Volksmenge gemacht- Die Verhafteten werden sich wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt zu verant­worten haben. (F. I.)

Der erste Preis der hiesigen Pferdemarktslotterie (ein eleganter Landauer sowie 2 Pferde mit completen Geschirren), fiel bei der vorgestrigen Ziehung einem Großherzoglichen Gartenarbeiter Namens Feldmann zu. Als derselbe Kennlniß hiervon erhielt, mußte er gleichzeitig d e unangenehme Entdeckung machen, daß ihm das Loos, auf welches der Gewinn gefallen, abhanden gekommen sei. Verschiedene Umstände lenkten den Verdacht, den Diebstahl begangen zu haben, auf einen von hier gebürtigen 16jährigen Gärtnerlehrling und stellte sich schließlich heraus, daß derselbe auch begründet war. Vermüthlich aus Scham über die erfolgte Entdeckung und Furcht wegen der Folgen seiner Handlungsweise machte der junge Mensch heute Nacht seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Der 2. Preis der Pferdemarktlotterie (ein Reitpferd mit Sattel­zeug) fiel nach Würzburg.

Mainz, 20 April- Der Verkehr auf dem Rhein mit ankommenden und zu verschickenden Gütern ist gegenwärtig ein so bedeutender rote noch selten; vornehmlich sind es Landesproducte, Colonialwaaren, hauptsächlich Zucker und Etsenwaaren, bte den Verkehr bei bin

Heute Nacht gegen 2 Uhr gewahrte eine Frau, welche an dem Brunnen am Holzthurme Wasser holte, daß an dem eisernen Geländer der Freitreppe zum Holzthmm ein menschlicher Körper hing. Sofort lief sie auf das benachbarte Polizeirevier und als dte Schutzmannschaft kam, lag der Körper des Erhängten auf der Erde, der Strick war gerissen. Der Selbstmordcandidat wurde hierauf auf die Wachtftube ge­tragen, denn man fühlte noch Leben in ihm und nach Verlauf einer kurzen Zeit ward derselbe wieder lebendig. Wie er selbst angab, ist er ein ehemaliger Wollenwaaren- händler aus Ingolstadt. Stellenlosigkeit habe ihn zu dieser verzweifelten That getrieben.

Auf der Stadtkassr wurde heute den Mainzer Gärtnern der von Seiten des Landescomtte's bewilligte Betrog von 60 pCt- der abgeschätzten Entschädigungssumme ausbezahlt, cs kamen ca. 32,000 X zur Auszahlung.

Aus der Pfalz- In einer großen Stadt der Pfalz war kürzlich Musterung. Der Stabsarzt war soeben damit beschäftigt, die Körperconst tution eines jungen Burschen zu prüfen, als er plötzlich den Oberarm desselben aufmerksam betrachtete. Ein eingebranntes Mal ließ in ziemlich großen Buchstaben deutlich die Worte erkennen: Tod den Neigen". Auf Befragen, was dies zu bedeuten habe, erklärte der Jüngling mit Pathos, er sei Socialdemokrat und das sei seine Dev se.

Ern lOjähriger Junge steht an einem Hause vor einer Klingel und heult. Ein mitleidiger Herr tritt heran und fragt, warum er meine. Es erfolgte erregt die Antwort, die Klingel hänge zu hoch und er könne sie nicht erreichen. Natürlich läutet der Herr jetzt tüchtig; der Knabe aber ruft davonlaufend aus:Nun fort, sonst kriegen wir alle beide Prügel!^

(Eine ganz neue Kurmcthode.) In San Francisco prügelten sich zwei Aerzte am Bette emetz Kranken, der darüber so heftig lachen mußte, daß er in Schweiß gerreth und hierauf gesund wurde.

Breslau, 21. April. Eine Entscheidung der Straskammer des Breslauer Landgerichts wirb auch tn weiteren Kreisen Interesse erregen. Der Inhaber eines Bierversandtgeschästes, T-, bezog und verkaufte mehrere Jahre hindurchecht Culm- bacher" aus der Brauerei von Georg Sandler in Culmbach,e ch t Pilsener" aus dem bürgerlichen Brauhaus tn Pilsen undGrätzer Bier" aus Gratz bet Posen. Später hat T- Biere aus Culmbach und Pilsen in geringeren Quantitäten und zuletzt gar nicht mehr bezogen, sondern aus Görlitz und Radeberg. Die in den l tzten zwei Jahren abgegebenen Plakate trugen nur noch die BezeichnungCulmbacher Bier",Pilsener Bier"; aus bte Fässer und Flaschen wurden Etiketts aufgeklebt, welche T- nach den Original'Etikelts hatte unfertigen lassen. Keinem feiner Kunden hatte T- Mitthetlung davon gemacht, daß er dte echten Stere nicht mehr führe. In Folge der Denunciation eines Kutschers, der sich mit T entzweit hatte, gelangte die Angelegenheit vor das Forum des Strafrichters; die Strafkammer des Breslauer Landgerichts erkannte den bis dahin unbescholtenen T. des Betruges schuldig und verurtheilte ihn zu sechs Monaten Gesängniß.

Aus der Schweiz, 21. April. DieN- Z. Z" berichtet: Ein Kaufmann Groh aus Berlin versuchte am 17. d., obwohl man ihn in Airolo vor dem zu dieser Jahreszeit gefahrlichcn Wogniß warnte, allein den Gotthard zu besteigen. Er verirrte sich, stürzte über einen Felsen hinunter und blieb auf der Stelle tobt. Man fand den Leichnam am folgenden Tage. Eine goldene Uhr und die Summe von 3000 Frcs in Gold und Papieren fanden sich bei ihm- Es scheint, daß dieser Unglücksfall die Ursache der Gerüchte war, die über Unfälle auf der Gotthardbahn in Deutschland und der Schweiz umliefen.

sAbgesctzt durch Aufhängen.) Der Gouverneur von Montana hat mit aus­gezeichnetem Laconismus an den Generalvostmeister in Washington Folgendes tele- graphirl:Das Vigilanz-Comite von Green Horn, Mon., haben den demokratischen Postmeister durch Aushängen beseitigt. Das Brennmaterial muß der Regierung knapp sein, da er beim Anzünden einer Scheune betroffen wurde. Das Amt ist v e r w a i ft."

GchiffSbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd tu Bremen, C W- Dietz Nachfolger, Gießen.

Bremen, 20. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Oder, Capt. C. Undütsch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. April von Bremen und am 10. April von Southampton abgegangen war, ist heute 11 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 22. April. Der Postdampfer Main, Capt- O. Heimbruch, vow Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 12. April von Newyork abgegangen war, ist heute GVz Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen tunb hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Poft und Ladung heute 7 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 64 Passagiere unb volle Ladung.

Handel und Berkehe.

Gießen, den 24. April. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfunb X 1.10-1.18 Hühnereier per Stück 45 Käse per Stück 58 Käsematte 3 4 Erbsen per Liter 20 Linsen 28 H, Tauben per Paar JL 0.801.00, Hühner per Stück Jt: 1.2D1.60, Hahnen per Stück 15.02, Enten per Stück .M. 2-202.70, Ochsenfleisch per Pfund 6670 H, Kuh- und Rindfleisch 5660 Kalbfleisch 46 bis 50 Ä, Schweinefleisch 6264 Hammelfleisch 6670 Kartoffeln per 100 Kilo X 9.0012, Zwiebeln per Centner X 3.505.00, Milch per Liter 1318 H.

73 t) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einriiokxmg einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn mau von der Annoncen - Expedition von HAASEftiSTElJV * VOGLEB Frankfurt a M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath erthoilt

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