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-rr. 116. Donnerstag den 24 Mai L88S.
Meßmer Anzeiger
Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen.
Bureaur Schulstraße 7. Erscheint ILglich Mit Ausnahme des Mottlags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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Amtlicher Hheil.
Nr. 7 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 16. d. M., enthält:
(Nr. 1492.) Uebereinkunft zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich-Ungarn, betreffend die gegenseitige Zulaffung der an der Grenze wohnhaften Medicinalpersonen zur Ausübung der Praxis. Vom 30. September 1882.
Gießen, den 23. Mai 1883. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann.
Betreffend: Das Budget des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen pro 1883/84.
Bekanntmachung.
Nachdem Großherzogliches Ministerium des Innern das vom Ausschuß des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen prs 1883/84 festgestellte Budget genehmigt hat, wird dasselbe hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
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A. Einnahme.
1. Zuschuß aus Großh. Hauptstaatskaffe ....
2. Beitrag der Aachen-Münchener Feuerversicher.-Gesellschaft
3. Beiträge der Vereinsmitglieder
4. Überschüsse aus vorderen Jahren ....
5. Zinsen aus solchen L
Zusammen
B. Ausgabe:
1. Bureaukosten
2. Kasse und Rechnungswesen
3. Unterstützung der landwirthsch. Bezirksvereine
4. Kosten der landwirthsch. Zeitschrift ....
5. Gehalt des Wiesenbaumeisters
6. Beitrag zur landwirthsch. Versuchsstation
7. Für die Ackerbauschule zu Friedberg ....
8. Für die Ackerbauschule zu Alsfeld ....
9. Beitrag zu den Kosten des Deutschen Landwirthschaftsraths
10. Zur Unterstützung des Obstbaumwärtercursus in Friedberg
11. Zur Hebung der Rindviehzucht
12. Zur Unterstützung der Provinzialfohlenweide
13. Zur Unterstützung der Errichtung von Pfennigsparkassen
14. Zur Unterstützung von Viehzuchtvereinen (Vogelsberger)
15. Betriebsfond
Zusammen
Friedel Hausen, den 10. Mai 1883.
Staats-
Vereins-
fand
fand
JL.
X
6543
—
—
400
—
6188
—
2205
—
225
6543
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Staats-
Vereins-
fand
fand
X
—
970
—
300
—
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—
3000
2500
—
525
—
1100
—
1100
—
200
—
600
—
500
1000
—
200
18
82
—
1000
—
364
Bemerkungen zur Ausgabe.
Zu pos. 11. Aus dem Betrag von zusammen 1500 «X sollen 1000 «X dem landwirthsch. Bezirksverein Büdingen für Abhaltung einer Viehpreis- vertheilung zur Verfügung gestellt, von den weiteren 500 JL aber den Bezirksvereinen Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Büdingen und Schotten je 100 .X zur Hebung der Zucht der Vogelsberger Viehrace übermittelt werden.
Zu pos. 13. Diese 100 JL sollen in kleineren Beträgen von etwa 8—10 cX denjenigen Gemeinden oder Vereinen zur Verfügung stehen, welche Pfennigsparkassen gründen und kommen nach der Reihe der Anmeldungen zur Verwendung.
Zu pos. 14. Diese 1000 eX sollen in Beträgen von je 200 «X den landwirthsch. Bezirksvereinen Gießen, Alsfeld, Lauterbach, Büdingen und Schotten zur Verfügung gestellt werden, wenn in dem Bezirk entweder bereits ein Verein für Züchtung von Vogelsberger Vieh besteht oder sich bis zum 1. Juli l. I. gebildet hat.
6543 9018
Der Präsident des landwirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen. Adalbert Freiherr von Nordeck zur Rabenau.
Politische Ueberficht.
Gießen, 23. Mai.
Prinz Albrecht von Preußen, welcher bekanntlich die preußische Königsfamilie bei den Moskauer Krönungsfeierlichkeiten vertritt, hat am vorigen Montag Abend von Berlin aus die Reise nach Moskau angetreten. Die Krönungsbotschaft besteht aus dem commandirenden General des 9. Armee-Corps, v. Tresckow, dem Generalmajor Graf Alten, Commandeur der 1. Garde- Kavallerie-Brigade, dem Commandeur des 1. Garde-Jnfanterie-Regiments z. F., Oberst v. Kaltenborn-Stachau und dem Commandeur des westpreußischen Manen- Regiments Nr. 1, Oberstlieutenant Jouame, sowie dem Ober-Ceremonienmeister Graf zu Edinburgh.
Von einer Berathung des Unfall-Versicherungs-Gesetzes durch das Plenum des Reichstages in der laufenden Session ist kaum mehr die Rede, so daß dieser Gegenstand erst in der Herbst-Session zur weiteren Verhandlung gelangen dürfte. Wie die „Nat.-Ztg." meint, würde im kommenden Herbste dem Reichstage gutem Vernehmen nach auch die Vorlage bezüglich der Verlängerung des Socialisten-Gesetzes gemacht und derselbe somit vor die Auflösungsfrage gestellt werden. Man würde daher gut thun, in alle Rechnungen über die Zukunft des Reichstages in seiner jetzigen Gestalt die sich so vorbereitende Action in erster Linie mit aufzunehmen.
Die jüngste Anwesenheit des Herrn Waddington in Berlin hat die Erscheinung dieses französischen Staatsmannes wieder mehr in den Vordergrund treten lassen. Wie es heißt, soll derselbe nunmehr zum Botschafter Frankreichs am Wiener Hofe designirt sein und bei der großen Beliebtheit, deren sich Herr Waddington in den Berliner leitenden Kreisen erfreut, erscheint diese Wahl von Bedeutung, lieber die Vorgeschichte der Anwesenheit des französischen Krönungs-Botschafters in der deutschen Reichshauptstadt erfährt man noch, daß der Ankunft desselben längere Verhandlungen zwischen Challemel- Lacour, dem französischen Minister oes Auswärtigen, und dem Vertreter Frankreichs am Berliner Hofe vorausgegangen sind und daß sich Herr Waddington nicht eher auf den Weg machte, als bis das Terrain für die Erfüllung seiner nach Berlin mitgenommenen Mission geebnet war.
Nach langem Leugnen haben die Mörder des judex curiae Ungarns, Georg Majlath's, endlich ein volles Geständniß abgelegt.
Die Mission Brazza's am Congo, die angeblich nach den Versicherungen der französischen Regierung nur friedlichen Zwecken dienen soll, erhält allmälig ein kriegerisches Relief. Am Sonnabend hat die französische Deputirtenkammer die Vorlage, welche den Kriegsminister ermächtigt, der Mission unter Brazza 100,000 Gewehre älterer Construction, also Vorderlader, zu überlassen, genehmigt. Der Conseilpräsident bemerkt zwar, daß diese Gewehre durchaus friedlichen Zwecken dienen fallen, da dieselben gleichsam baares Geld in Central-Afrika seien, indessen dürfte sich unter jenen 100,000 Stuck mancher Hinterlader befinden, der seine Verwendung eventuell gegen dre am Congo hausenden Negerstämme finden könnte. Dann aber wird aus Algier gemeldet, daß daselbst der Transport-Dampfer „Garonne" emgetroffen ist, welcher Verstärkungen für die Expedition Brazza's aufnehmen soll und mefer Umstand spricht gerade nicht sehr für den absolut friedlichen Charakter et
Brazza'schen Expedition.
Die Intervention des Papstes in t>en iriJ*enfr2tn9e^*t^^ aus den entschiedenen Protest der Anhänger Parnell s sowohl m Jr and selbst, als auch in Nord-Amerika gestoßen. Die Organe der irischen Landliga weise in herben Ausdrücken die Stellungnahme und die Einmischung des Vatikan, m die irische Politik zurück und ebenso haben der Präsident 1 L Coinitä der irischen Liga in St. Louis, Nord-Amerika, den KaHo ken telegra vbiscb aemeldet daß sie aeaen das Rundschreiben des Papstes protesüren. Ob s? s? wi« --- iä«
Regierung, wie es der päpstliche Erlaß will, viel Erfo g h , s h
'«rn'^eo«neben» i» endlich die («n«e «otll4ln»l in Mr
bei- Kammer w Gunsten der von ihm emgefchlagenen Politik. Die Kammer hat denn auch diesem Verlangen entsprochen; nach verschiedenen Zwischenfällen nahm hie jammer den Antrag des Deputirten v. Ercole: „Die Kammer billigt 7u?bie Ä ÄjieJfl 2C.--, wofür sich auch de Pretis erklärt hatte, >uit 348 gegen die 29 Stimmen der äußersten Linken an; o Deputrrte ent-


