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auf die Angeber, durch deren Hülfe die Ueberführung der Mörder bewerkstelligt wurde, mehr Flüche gehäuft, als auf die Mörder selbst; und schließlich bleibt im irischen Volksbewußtsein nur die eine Thatsache bestehen, daß die Mörder als unschuldig freigesprochen worden wären, wenn nicht die verwünschten An­geber gewesen wären. Der Sachwalter Dr. Webb verfehlte daher nicht, den berüchtigten Titus Oates als Den verächtlichen Gesinnungs-Genossen des Carey in's Feld zu führen. Aber Titus Oates war ein falscher Angeber, während die Aussagen der Carey, Kavanagh und Farrell sich auf den ersten Anblick als wahr ausweisen. Es bleibt immerhin zu bedauern, daß diese Angeber selbst der verdienten Strafe entgehen; doch wird ihr Loos in Zukunft so wenig benei- denswerth sein, daß sie vielleicht einst den Strang vorzrehen möchten. Die übrig bleibenden Angeklagten werden selbstverständlich nicht mehr dasselbe Jn- tereffe finden, wie die beiden ersten Brady und Curley; der Letztere benutzte die nach dem Geschworenen-Ausspruch an ihn gerichtete Frage zu einer aus­führlichen Betheuerung seiner Unschuld, die für die Gemüther der National- Jren um so größere Wirkung hat, als er die Worte hinzufügte:Ich bitte; nicht um Gnade- Ich erwarte keine von der britischen Regierung und von! England. Ich weiß, ich stehe am Rande des Grabes und spreche die Wahrheit." \ Curley warnte das Gericht vor Carey und Cavanagh, gestand übrigens ein, daß er nicht allein zu den Feniern, sondern auch zu dem Bunde der Unbesieg- lichen gehöre. Der Richter aber ermahnte ihn, die ihm übrig bleibende Zeit dazu zu benutzen, Friede mit Gott abzuschließen, und sprach darauf das Todes- urtheil über ihn aus. Carley verließ darauf den Saal mir dem Ausrufe: * Gott rette Irland!" Gleich Brady ward er im Kerker in Verbrecherkleider \ gesteckt. Brady hat sich allmälig mit seinem Loose ausgesöhnt und den katho- j lischen Priester rufen lasten. Seine Mutter geht in der Stadt herum, Ver­wünschungen gegen Carey und dessen Familie ausstoßend. Die Verhand­lungen gegen Timothy Kelly begannen heute Morgen. Seine Vertheidiger sind Sullivan und Macinerney. Der Polizei ist es gelungen, mit Hülfe Norman's, welcher seine Sprengladung in dem Gasthofe beim Strand absetzte, den Zusam- i menhang zwischen den Nitroglycerin-Verschwörern in London und dem Nitro- ! glycerin-Fabrikanten in Birmingham, Whitehead, klarzulegen und darauf die Anklage einer Mordverjchwörung zu begründen. Demgemäß wurde denn Whi­tehead von Birmingham nach London gebracht und heute mit Dr. Gallagher, Willson, Dalton, Curtain, Ausburgh und Vernarb Gallagher vor den Polizei­richter in Bowstreet gebracht. Norman, dessen eigentlicher Name W. I. Lynch ist, erschien diesmal auf der Zeugenbank, um die Aufschlüsse zu geben, welche den mit zweijähriger Haft strafbaren bloßen unrechtmäßigen Besitz von Sprengstoffen zu einem Verbrechen erweitern sollen.

Itatieu.

Udine, 21. April. In Folge der Ergebnisse der Verhandlung gegen Giordani und Nagosa wegen Theilnahme an dem Verbrechen Oberdank's wurde die Anklage gegen Giordani zurückgezogen. Das Gericht sprach sodann Gior- dani und Ragosa frei.

Wußland.

Petersburg, 21. April. Die Leiche der Herzogin von Leuchtenberg! wirb morgen nach dem Baltischen Bahnhof, von dort mit der Bahn nach der * Station Sergiewo und dann zum Sergiew'schen Kloster übergeführt werden, wo die Beisetzung im Erbbegräbniß der Oldenburgischen Familie stattfindet. An dem Leichenzuge werden, der Kaiser und die Kaiserin mit sämmtlichen hier j anwesenden Mitgliedern der kaiserlichen Familie und die Prinzessin Marie von i Baden sich beseitigten.

DerRuff. Invalide" veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, durch | welche der gegenwärtige Großherzog von Mecklenburg-Schwerin an Stelle des verstorbenen Großherzogs zum Chef des 8. Moskauer Grenadier-Regiments ernannt und dem Kofaken-RegimentKisliar Grebensk" der Warne Des Groß- Herzogs Friedrich Franz von Mecklenburg-Schwerin beigelegt wirb.

Riga, 21. April. In Folge ber Eisstockung in der Düna find bie niebriger gelegenen Stadttheile überschwemmt; jeboch dürste eine weitere Hoch­wassergefahr als beseitigt aüzusehen sein, da bas Fahrwasser der Düna unter­halb her Stabt bis zur Münbung offen ist. Die Passage bei Domesnes ist noch gesperrt.

Telegraphische Depeschen.

Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau.

Riga, 22. April. In Folge ber Eisstockung in ber Düna ist ber Bahnbamm bei Mitau unter Wasser gesetzt unb bie telegraphische Verbinbung zwischen Riga, Mitau, Libau unb Berlin unterbrochen.

Konstantinopel, 22. April. Der Fürst von Bulgarien ist nach Verabschiebung beim Sultan nach Athen weitergereist.

Lokales.

Gießen, 23. April. Se. König!. Hoheit der Großherzog passirte gestern Abend 6 Uhr 35 Minuten mittelst Extrazugs die Station Gießen.

Ein schon bejahrter, lediger Dtenstknecht wurde vergangenen Samstag in einer mit Wasser gefüllten Lett-Grube am Weißerderweg (in der Nahe des Schiffen- bergerwegs) als Leiche aufzefunden. Ob derselbe verunglückt oder freiwillig den Tod gesucht, hat nicht festgestellt werden können.

Vermischte s.

Mainz, 18. April. Ein hiesiger Droschkenkutscher jagte gestern wie rasend mit seinem Gefährt durch Gonsenheim und überfuhr dabet drei Kinder, wovon das eine lebensgefährlich verletzt wurde. Statt nun hilfreich betzustehen, jagte er ruhig weiter und glaubte dadurch unerkannt zu entkommen. Der reitende Officter einer vom großen Sand kommenden Truppe hatte aber von Weitem den Vorfall mit angesehen und als er den Zusammenhang erkannt, ritt er dem Kutscher nach, holte ihn bald ein, notirte sich die Nummer der Droschke und brachte die Sache alsbald hier zur Anzeige. Der Kutscher wurde heute verhaftet. Ein anderer Kutscher überfuhr gestern auf dem Markte einen großen werthoollen Hund. Auch hier war zu schnelles Fahren Schuld des Unfalles.

In Folge des niedrigen Wasserstandes und der auch sonst günstigen Witterungs- verhältntsse nehmen die Arbeiten an der neuen Mainzer Rhetnbrücke einen sehr raschen Fortgang.

sVon derCimbria".) Wie der Vogt in Söndhorland in der amtlichen norwegischen ZeitungNorsk Kundyjörllsestidende" bekannt macht, ist bet Hisken ein rrt? schwimmender Sack gesunden worden, der muthmaßlich von der ver- ® hecrührt. Der Sack enthielt mehrere Betten, ein Damenkleid, (b^ in b" Länge von etwa 31 Ellen, zwei Damen-

LUwer. 4 Dutzend Kamme, 2 silberne Vorlegelöffel der ein-- aeretcbnet E sRrpmpr" 5 stw-rn-Etzlöff-l, toooon 3 gejetdjnet mit "Ä*. 'undLuis? 17 M-rn°

Theelöffel mit gewundenen Stielen, mehrere deutsche und hebräische Bücher und eine Pappschachtel in Form eines großen Buches, auf dessen RückenMeyer's Conver- satwnslexikon" gedruckt steht und in welcher sich vorfanden: 10 goldene Herren-, 13 goldene Damen- und 7 silberne Herrenuhren. Auf dem Sacke steht mit schwarzen Buch­staben geschrieben der NameSimon". Alle Diejenigen, welche Etgenthumsrechte geltend machen wollen, haben sich anSöndre Bergenhus Amt" in Norwegen zu wenden.

sGabelsberger-Denkmal.) Für das Denkmal, welches dem Erfinder der deutschen Stenographie, Franz Xaver Gavelsberger in München errichtet werden soll, sind bereits 13000 Mark, d i. nahezu die Hälfte des veranschlagten Betrages, ein­gegangen, so daß die Enthüllung des Denkmals am lOOjährtgen Geburtstage des Meisters, im Jahre 1889, in sicherer Aussicht steht

Weilburg, 22. April. Heute vor 8 Tagen fand im Locale des Herrn W. Moser dahier eine Zusammenkunft der Mitglieder der verschiedenen Comit6s für die diesen Sommer hter stattfindende Generalversammlung der Nass. Gewerbevere ne, verbunden mit Gewerbe-Ausstellung, statt. Der Vorsitzende des V-ncins, Herr Mark­scheider Nietzel, berichtete über die bisherige Thättgkeit des Eomitäs und forderte zu wetteren rechl zahlreichen Sitzungen und Besprechungen auf. Zu unserer Freude können wir mittheilen, daß die Theilnahme an der Ausstellung eine recht rege ist und daß unsere Handwerker rüstig an ihren Ausstellungsgegenständen arbeiten.. Die Ausstellung findet in der sogenannten Orangerie des hiesigen Schlosses statt, die Se. Hoheit der Herzog von Nassau durch gütige Vermittlung des Herrn Hofbaumspectors Sanoth i dahier bereitwilltgst zur Verfügung gestellt hat. De bevorstehende Ausstellung wird hauptsächlich Handarbeiten bringen und uns, im Gegensatz zur Fabrik- und Groß­industrie, den Fleiß und die Geschicklichkeit der mi tUren und kleineren Handwerker vor Augen führen unb so die e gmllicheri Bestrebungen des Nass. Gewerbevereins kennzeichnen. Die Loose werden in diesen Tagen fert ggestellt und ausgegeben werden. Möge der Verkauf derselben ein rechi flotter fern und mögen uns dre Bruder-Gewerbe- ver<lne beim Absatz recht unterstützen; wir werden dagegen nur wirklich solide Arbeit zur Verloosung anzukaufen suchen. Bis jetzt haben sich gegen 200 Aussteller angemeldet und werden sich die verschiedenen Eom-läs alle Mühe geben, die Ausstellung und das damit verbundene Fest zu recht würdigem Abschluß zu bringen. Der Termin des Festes ist noch nicht bestimmt, wird uns jedoch in den nächsten Tagen bekannt werden. Die Gastfreundschaft unserer Stadt wollen wir nicht noch besonders empfehlen, sie ist wohl befonnt, und wenn uns das W tter günstig ist, versprechen wir uns ein recht schönes und friedliches Fest.

sVacante Stellen für Militäranwärter im Bereich des 11. Armeecorps.j Crumstadt, Postamt, Landbrusträger, 550 Gehalt und 60 «4L Wohnungsgeldzuschuß Darmstadl, Postamt I, Landbriesträger, Gehalt 550 und 60 Wohnungsgeld­zuschuß Frankfurt a. M-, Postamt I, Briefträger und 2 Postschaffner, Postamt III, Briefträger, Postamt IV, 5 Postschaffner, Postamt VIII, Postschaffner, Gehalt je 800 v*L und 200 Wohnungsgeldzuschuß; Garnisonsbauir.spection, Schreiber und

zugleich Baubote, Gehalts JL per Tag. Gründerg L H., Postamt, Landbrtefträger, 550 «A Gehalt u' d 72 <A Wohnungsgeldzuschuß. Laubach, Postamt, Landbriefträger, Gehalt besgl. Nidda, Postamt, Landbriesträger, Gehalt desgl- Wörrstadt, Postamt, Landbrtefträger, G'halt 550 «A. und 60 JL Wohnungsgeldzuschuß. Wiesbaden, Eisen- bahnbetrkebsdouomt, 15 Hülfsbremser, Monatsgehalt 54 JL Im Bereich der Großh. Hess. Division: Bingen, Amtsgericht, Gefangenwärter, Gehalt 300 «A nebst freier Wohnung und He'zung. Nähere Auskunft bei den Bezirksfeldwebeln._______________

Literarisches.

Die allgemeine Bau-Ordnung für das Großherzogthum Hessen. Erläuterung des Gesetzes vom 30. April 1881, nach Anleitung der Motive des von der Regierung den Ständen vorgelegten Gesetz-Entwurfis und der darüber gepflogenen landständischen Verhandlungen, nebst e'n^r Einleitung über die Entwickelung der Bau­gesetzgebung des G' oßherzogthums und einem ausführlichen Sachregister von Friedrich Pfaff, Rechtsanwalt zu Darmstadt, i Verlag von I. Diemer, Mainz, Subscrtptions- preis 3 «X) Diese in Form von Anmerkung n zu dem Gesetzes-Text abgefaßte Erläuterung der neuen Gr. Hrff. Allg. Bau-Ordnuvg enthält eine je noch Bedürfniß bald längere, bald kürzere Besprechung jedes einzelnen Gesetz-Art'kels nach Zweck und Inhalt, unter sorgfältiger Benutzung der Motive des Regierungs Gesetz-Entwurfes und des sonstigen in den landständischen Verhandlungen enthaltenen Auslegungs-Materials, sow?e unter steter Verweisung auf die einschlägigen Bestimmungen ber zu dem Gesetz gehörigen Ausführungs-Verordnung, welche in einem Anhang ihrem ganzen Umfang nach mit- getheilt wird, so daß tu diesem Buche alle dermalen im Großherzogthum geltenden, 'M öffentlichen Interesse erlassenen allgemeinen Bau-Vorschrfften und das zu ihrer Auslegung dienende ofsicrelle Material, soweit bekannt geworden, zu finden sind und dasselbe einem Jeden, ber mit Bausachen, sei es als Beamter, als Techniker oder als Bauherr zu thun Hot, em willkommenes unb unentbehrliches Hülfsmittel fein wird.

SchiffSderichl. Mitgen-eckt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd tn Bremen, C W. Dietz Nachfolger, Gießen.

Bremen, 21. April. sPer transatlantischen Telegraph.j Der Postdampfer Fulda, Capt. Ehr. Leist, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 11. Apr-l von Bremen und am 12. April von Southampton abgegangen war, ist gestern 9 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen._____________________

Handel »nb Veröde.

Grünberg, 21. April. (Fruchtpresse.) Weizen A 19.04, Korn 1554, Gerste «A 14.72, Hafer <A 13.44, Erbsen A 21.76, Lern <A 00.00, Samen «A 00.00, Kartoffeln <A 8.86.

731) Ueber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in ein« oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn mau von der Annoncen - Expedition von HAAN ENSTE 1R,T VOGLEH in I rankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt

Repertoir der vereinigtest Stadttheater ;n Frankfurt a. M.

Opernhaus.

Dienstag den 24. April: Die Zauberflöte. Oper in 2 Akten von W. A. Mozart. 99. Vorstellung im Abonn. Kleine Preise. Anf. */a7 Uhr.

Mittwoch den 25. April geschlossen.

Donnerstag den 26. April: Letztes Gastspiel der k. k. Kammersängerin Frau Friedrich-Materna. Die Afrikanerin. (Selico: Frau Friedrich-Materna.)

Freitag den 27. April: Soir6e zum .Besten der Wittwen- und Waisenkasse der Chor-Mitglieder der hiesigen Oper.

Samstag den 28. April: Undine.

Sonntag den 29. April: Neu einstudirt: Der Wildschütz, oder: Die Stimme der Natur.

p Schauspielhaus.

Dienstag den 24. April :Liedesplänkelei. Dramatische Plauderei in 1 Aufzua von Adolar. Hierauf: DieMemotrendesTeufels. Lustspiel tn 3 Akten nach dem Französischen von Th. Hell. Abonnement A, 73. Vorstellung. Mittelpretse. Anfang 1/27 Ubr.

Mittwoch den 25. April: Fattnitza.

Donnerstag den 26. April geschlossen.

Freitag den 27. April: Stephanie

Samstag den 28. April: Zum ersten Male: Der Spion von Rheinsberg. Lustspiel in 5 Akten von Gottschall.

Sonntag den 29. April: Freund Fritz. Hierauf: Der Atzemer und sein Sohn.

Die Intendanz des Stadttheaters hat mit der Kammersängerin Frau Friedrich- Materna ein Uebereinkommen getroffen, durch welches es möglich geworden ist, daß die Künstlerin an einem Abende auch im Abonnement auftritt. Frau Materna ver­abschiedet sich deshalb nicht, wie ursprünglich gemeldet war, schon am Montag, sondern am Donnerstag den 26. April vom hiesigen Publikum und zwar als Selica in der Afrikanerin".

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