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Stuttgart, 21. November. Im Bankgeschäft von Heilbronner «. Co. in der ».»nnttiuenstratze hinter bet Staaishauptkasse brachen heuie Nachmittag um 5 Uhr "i® jUtl8e Strolche ein, schlugen mit spitzigen Bleischlägern ben Ches an der Kasse (mrni einem anwesenden Bekannten nieder, raubten die Kasse aus unb ent- floljen. Nebenan befindet sich eine frrqutnte Wirthschast. Be:be Opfer schweben m ^^"^g^iZrube, 21.November. Einer der Attentäter auf den Bankier Heilbronner , Stuttgart wurde in Pforzh.im i»r NachtschneUzug verhaftet. Bei seiner Verhaftung machte derselbe einen Selbstmordversuch.

__ Die Veschüdigung des Liebig - Monuments hat unter der gejammten ve-

«ülkerung Münchens eine gerechte Entrüstung he> vvrgerufen, zumal aus der zur Be» iSSdigung vnwmbeten Flüfsigk-lt Nicht ein gewöhnlicher »grober Unfug", sondern die äbficbt auf dauernde Beschädigung ober Zerstörung brr Statue gefolgert werden konnte. «et dieser B-schSdtguns mutz die Hand »inrS Sachkundigen mngewirki haben, und e8 S demzufolge nicht nur baS öffentliche Interesse, sondern such die SiandeSehre der ei»lckläaig-n GeschäftSkresie engagirt, um den Thät-r zu ermitteln unb vor ba« Stras- aeticbt zu bringen. Der-ttzsichen Polijeibirekrivn sind in bufrr «ichtuvg bereits Mtiheüungen geworben, welche zum gewünschten Ziele führen können, wenn die Mck- «irkung eine allseitige ist und persönliche Nückstchtrn in diesem Falle vom Gerechtig­keitssinn in ben Hinlergrund gedrängt werde«. Nach ben bisher gepflogenen Erheb» imaeu ist mit großer Wahrscheinlichkeit onzunehme«, baß die Beschädigung am DienS« tag d-w 6 I. MtS. in früher Morgenftunoe, kurz nach 6 Utz'-, ftattfan». ES wurde nämtid? Ju dieser Stunde ein anscheinend dem Stibeitcrftanbe ougehöriger Mann, v el- leicht 26 bis 30 Jahre alt, mittelgroß, nicht besonders kräftig, nt dunklem Schnurr, iart und solchem geträufelten Knedeldart, mit schwarzem, »redeiem, flachem Filzhut, draunem AebeitSrock» unb dunkler Hose, em besagten Monument beobachtet und gesehen, «ie er sich eben mit Bespritzen der Statue befaßte. (Gesehen und nicht ergriffen? fragt die »Allg. Ztg.", der wir diese Mittheilung entnehmen.) Auch würbe bei dem« (eiben eine Meiallspritze bemerkt, welche er nach vollbrachter Thal tn Papier ein- niiddte unb bann in die Rocktasche steckte. Gleichzeitig nahm er auch eine am Sockel des Monuments b-fi»,bliche Steinflasch« wieder zu sich unb entfernte sich hierauf gegen di- M»x-Joseph-Straße zu Dortselbst schien ein den besseren Stäube« angehöriger Mann in den mutieren Jahren, glaublich mit dunklem Lolloart, gut gekleidet, auf ihn ,,i warte«, denn beim Zusammentreffen sprachen sie mitsammen und gingen sodann die besagte Straße entlang ErwähnenSwertd möchte vielleicht auch sein, daß die zum Siusspritzm gebrauchte Flüssigkeit tn nächster Nähe d-S MonuweniS einen üblen Geruch uerbrettete. Anhaltspunkte, welche die hier angeregte BerdachtSlime bestärken unb nach anderer Richtung zur Ausmittelung des ThäterS führen, werben schriftlich ober münd­lich im Polizeibvrcau Nr. 24/0 entgegengenommen.

(Der Freitag als Zahltag.) Nach einer Miftheilung beS .Arbeiterfreund" hat sich, wie in Englanb schon vielfach gebräuchlich ist, nunmehr auch in Dcutschlanb eine Anzahl Firmen bereit gesunden, ihrem Personal ben Wochenlohn Freitags aus- znzaklen. ES wird für diese Einrichtung hauptfächsich geltend gemacht, daß dadurch di- Fraürn der v-.rbeiraiheten Aideiter bie Einkäufe für bie lauftnde Woche schon SamsiagS machen töanen unb brr Sonntag für die Erholung der Familie bleibe, ferner das in bet Einrichtung ein Sparsystem liege, weil ber Arbeiter, wichet Frei­tags sein (Selb bekomme, sich nicht so leicht verleiten lesse, den Abend im WirthShauS jmubringcn, ba» ihn ber folgende Tag ein ArbeMag fei; endlich, daß die Spar» faffen fast alle Samstags, aber nur selten Sonntags geöffnet seien.

(Starke Hoffnung.) In Raab wutbe vor einigen Tagen der fünffache Raubmörder Wendelin Binditsch hingerichtet. Der Delinquent bezweifelte bis zur letzten Stunde, daß er wirklich HMgenchtet werde; er hoffte zuversichtlich,bie Heisig, Jungfrau zu Klein-Mariazell werbe es so fügen, baß ber Strick, mit welchem er ge­düngt wnben soll, im entscheidenden Augenblicke entzweireiße unb er bann von jeder Strafe für immer befreit fei. Zur Sühnung seiner Thot wollt« er bann fünfmal zur heiligen Maria nach Klein-Mariazell wallfahren. Die That aber mußte er begehen, weil er, so sehr unb so oft er auch Goit um Beistanb gegen die Versuchung angefl-ht bade, vom Teufel hierzu aufgefordert wurde." Dies die eigenen Worte des Mörders. Di- letzte Nacht verbrachte derselbe im Gespräch mit feiner Mntter, bie au8 Asvany gekommen war unb ihm Speisen gebracht Hatto, die ihm sehr gut mundeten. Er schlief kaum eine Vierielstunbe. Früh nahm er Kaffee zu sich. Die Hinrtchiung fand in dem außerhalb der Stadt befindlichen Comitais-Holzgarten statt.

Die größte Eishöhle in Ärain ist am 2. August vom Professor L'nhart an?

Laibach wieder entdeckt worden. Dieselbe war bisher nur in einem kleinen Kreise von Jägern und Holzarbeitern bekannt, die auf ihren einsamen Waldwegen hier unb da zufäll q an ben Rand der gewaltigen Erdöffnung gerieten. DieFriebrichsteiner EiShöhl?*, so ist sie von dem Entdecker genannt worden, ist von Gottschee aus in zwei bis drei Stunden mit Hilfe eines Führers zu erreichen. U-ber dieselbe schreibt Professor Linhart: .Plötzlich steht man am Rande de8 Abgrundes, überwältigt von dem Anblicke solch einer gewaltigen Erdöffnung. Die obere Deffnung ist ein mächtiges Rechteck; die Dimensionen desselben konnten des Gestrüppes unb ber Bäume wegen, bie ben Rand umgeben, vorläufig nicht genau gemessen werden. Die Rückseite der Erdöffnung ist von einer 80 Meter senk echt abfallenden kahlen Kalkwand abgeschlossen, tief unten sieht man ein gewaltiges Thor, umrahmt von meterlangen Eiszapfen- Die beiden Settenwände fallen ebenfalls ziemlich senkrecht ab, die vordere Begrenzung der Erd- öffnung senkt sich sehr abschüssig gegen das untere Thor zu. Hier ist allein die Eis­höhle zugänglich. Die Fläche ber Sohle beträgt nahezu 450 Quadratmeter unb ist ziemlich kreisförmig gestaltet; betrübet wölbt sich ein Dom von weißem Kalkstein von überwältigender Große. Tue ebene Sohle ber Höhle ist mit meterdickem Eise bedeckt, sodatz die Angabe, die Gottscheer Brauerei batte vor etliche« zwanzig Jahren ihren gelammten EtSbedarf diesem natürlichen EiSk- ller entnommen, ganz glaubhaft erscheint. Links vom Eingänge stürzt em gewaltiger E'Swildbach in mehreren Absätzen in bie Höhle. Rechts vom Eingänge öffnet sich ein zweiter Schlund senkrecht nach abwärts, der bis zu einer Tiefe von 20 Metern gemessen werden konnte und dessen Eingang mit einem wunderbar schönen Eisvorhang halb verdeckt ist. In gewaltigen Zapfen hängt baS E!S hier und da von der Deck« herab. Bedenkt man, daß die Eisbildung tn den Eishöhlen im August allgemein am meisten geschwunden unb zurückgegangen ist und erst tn ben Monate« April unb Mal bie größte Ausdehnung erreicht, fo muß die 80 Meter tiefe »Friebrichsteiner Eishöhle' zu ben großart gsten der überhaupt bekannten gezählt werden; sie ist eine Sehenswürdigkeit Krains."

sEin Knabe in der Mädchenschule.) Zu dem Oberlehrer einer Wiener Communalichecke kam dieser Tage ein junger Mann und bat um Auswechslung seines auf einen Mädchennamen lautenden Schulzeugnisses gegen et« Zeugniß mit einem Knabennamen. Erstaunt frug der L-hrer, wie man un ihn ein solches Ansinnen stelle« könne. Der junge Mann bat den Lehrer, er möge doch fein G-sicht näher ansehen, er werbe in ihm eine seiner ehemaligen Schülerinnen in zwei Schulen erkennen. »Ich erinnere mich/ antwortete der Lehrer,Sie sehen einer meiner Schülerinnen auffallend ähnlich!" Darauf probucirte ber junge Mann einen Bescheib der Statthalteret, in welchem anerkannt wirb, daß er das Recht habe, einen Knabennamen zu führen unb- worin zugleich ber Schulleiter angewiesen wird, das Zeugniß entsprechend zu ändern. Der Knvbe hat von seinem neunten biS zum sechSzehuten Jahre Mädchenkleider ge­tragen. sich als Mädchen betragen, dem Unterrichte in weiblichen Handarbeiten bet- gewobnt, und erst in jüngster Zeit, als bereits auf seinen Wange« sich die Zeichen der Männlichkeit zeigten, reclamtrte er fein Knabenrecht. (Neues Wiener Tgbl.)

SchiffSnachrichten.

Bremen, 21. November. (Pertransatlantischen Telegraph.s Der Postdampfer Habsburg, Capi. H. Hellmer«, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 4. Novdr von Bremen und am 7. November von Southampton abgegangen war, ist gestern 7 Uhr Abends wohlbehalten in Neisymk angekommen.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 21. November. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner He« X 3.00-3.80, Strohs 3.203.50, Eier das Hundert ^6 207.20, Stück 7 H, Butter 1. Qualität X 1.40, 2. Qualität X 1.20, Kartoffeln per Centner X 1.701.75, Kohlrabi 35 H per Stück, Erbsen per Pfd. 0000^, Rothkraut per St. 1230 Poularden X 00, Huhn^ä 1.502.20, 1 Ente X 2.003.00, 1 Taube 5060,3?, Hahn X 0.751.30, Gans X 59.00, Welsche X 89.

Limburg, 21. November. Rother Weizen X* 17-10, weißer Weizen X., Korn X 13.15, Gerste X 10.25, Hafer X 6.90, Erbsen X, Kartoffeln X.

Druckfehler-Berichtigung.

In unterer gestrigen il-bersicht wolle man im 2. Absatz Zeile 5 lesen statt um­sonst verlangt: umsonst erlangt unb Zeile 8 re. an die Aoresse des -ettlschen Reiches anstatt russischen Reiche? re.

Samstag den 24.. L Mts,

Vormittags 11 Uhr, soll auf dem städtischen Baubureau ein Loos Steinsuhrlohn, veranschlagt zu X 128.80, wiederholt versteigert werden.

Gießen, den 22. November 1883.

Großh.. Bürgermeisterei Gießen. 7726 A. Bramm.

Verkauf von Grubenholz der Gemeinde Nieder-Ohmen. ,Er sollen auf dem Submissionsweg

150 Fstm. Kiefern-Grubenholz verkauft werden.

Kaufliebhaber wollen ihre Gebote, verschlossen, frankirt und mit der Auf­schriftSubmission auf Holz" versehen, längstens bis zum Abend des 28. November l. Js. bei unterzeichneter Stelle einreichen.

, Die Eröffnung der Gebote erfolgt 'n Gegenwart der erschienenen Kauf­liebhaber am 2 9. November, Vor­mittags 10 Uhr, auf dem Bureau der Gr. Bürgermeisterei.

Nieder-Ohmen, den 21. Nov. 1883. Aroßh. Bürgermeisterei Nieder-Ohmen. "15 Ohnacker.

Jeikgeöotenes.

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