Aktiven gegenüber standen, so daß die eigentliche Staatsschuld in runder Summe 30V, Millionen X betrügt und vorwiegend durch das oberhcssische Eisenbahnanlchen repiäsentirt ist. Hiernach hat sich in den Jahren 1876—78 die Situation unserer Staatsschuld um 2343,708 X verbessert.
— Zur Sicuerrefonn in Hessen erhält dos „Frankfurter Journal" aus hessischen Rbgeordnelenkceissn solgende M «Heilungen: Die Verhandlungen der ersten hessischen Ltändekammer über tote drei Steuergesetzentwürfe flehen noch aus. In nächster Zeit soll jedoch der betreffende Ausschuß detzhalb wieder zusammentretcn. Nicht unwahrscheinlich ist es, daß der vorgelegte Entwurf einer revidtrren Gewerbesteuer und derjenige einer neuen Eapttalrentensteuer auch in der ersten Kammer Annahme finden. Die revtdirte Einkommensteuer soll in mehreren Punkten beanstandet sein, vermuthlich auch hinsichtlich der Heranziehung der Actiengeselljchaften zu dies-r Steuer. Wenn es sich in nächster Zeit richbgstrllt, daß man in Preußen den für Hessen einseschlagenen Weg der Reform der directen Steuern ebenfalls betritt, worauf Manches hindräugt, so wird der Widerstand gegen die hessische R-form leichter gegenstandslos. An eine völlige Steuerbefreiung bis zu 900 und mehr X Einkommen ist aus mancherlei guten Gründen bet uns indessen nicht zu denken. Eng mit dieser Umänderung und Erweiterung der Gesetzgebung für dtrectc Steuern hängt die Feststellung über die Corn« munaldestcuerung zusammen. Letztere hat die staatlich« Besteuerung dir jetzt zur unbedingten Voraussetzung. Abänderungen in dieser Beziehung werden mit Ausnahme jener Steuergesetze leicht nothwendig. Auch die Frage, ob, wie bis heute, künftig die halben oder ganzen Einkommensteuerkapitalien zur Umlagebesteuerung herangczogen werden sollen, ist eine schwebende. Die untersten Einkommen und die festen Gehalt« der Beamten würden damit vielleicht mehr belastet. Aber die von der Regierung »vr- geschlagenen Steuerbefreiungen nach unten und vor Allem die nothwendige Herabsetzung des Ausschlagscoösfizienten — weil mit der Verwehrung der St«ue,kap>tali«n eine Minderung des Ausschlags verbunden fern muß — würden dagegen wieder wirksam erleichtert. Jedenfalls hat der im nächsten Sommer zu Ende gehende 24- hessische Landtag zu allen diesen Fragen noch Stellung zu nehmen-
Aegypten.
Kairo, 19. November. Dem Khedive ist heute ein Schreiben beS Gouverneur- non Suokmr zugcgangen, in welchem nunmehr ebenfalls bestätigt wird, daß die egyp- tischen Truppen von einer ihnen an Zahl unterlegenen Banditcnbande angegriffen und in die Flucht geschlagen worden fd«n. Die Soldaten hätten die türk scheu Officiere verlassen, die Munition und die Kleider sortgeworfen und seien an das Meer geflohen. Die Officiere seien erschlagen worden. Der Gouverneur verlangt dringend Verstärkungen, erklärt es aber für überflSssig, egyptische Truppen zu senden, da di-se doch nicht kämpfen wollten. Weder ein Angriff auf Euakim, noch die Flucht der europäischen Bevölkerung auf die Schiffe werden in dem Schreiben erwähnt-
— Heute Abend hat unter dem Vorsitze des Khedive ein Ministerrath stattgefunden. In demselben ist beschlossen worden, morgen 150 Baschtbozuks von Kairo und 6 Compagnien Neger von Massowa nach Surkim zu senden. Die Garnison von Suakim wird aus diese Weise auf etwa 1000 Mann gebracht.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S lelrgr. CorresKondenz-Bueeau.
Berlin, 21. November. Zur Geburtstagsfeier der Frau Kronprinzessin hatten viele Häuser Flaggenschmuck angelegt. Gratulanten in großer Anzahl und allen Ständen angehörig begaben sich in das kronprinzliche Palais und zeichneten sich in dem dort aufgelegten Buche ein. Die unter dem Schutze der Kronprinzessin stehenden Wohlthätigkeitsanstalten hatten besondere Festfeiern veranstaltet. Se. Mas. der Kaiser wohnte zu Ehren des Geburtstages einem von dem Prinzen Wilhelm in Potsdam stattsindenden Diner bei.
Berlin, 21. Nommber. DaS Herrenhaus wählte Dr. Sulzer wieder als Mitglied der Slaareschuldrn-Commisfion. Minister Lucius legte die Entstehung des Jagdgesetzes dar, welches die übermäßig« Ausübung der Jagd verhindern und die Erhöhung der Gebühren für Jagdscheine bezwecken soll. Die Regierung glaubt sich bezüglich deS Ersatzes für Wildschaden von dem Uebrrgang auf das Eivilrecht wegen der Schwierigkeit der Materie fernhalten und es bet der bisherigen Judikatur belassen zu müssen. Es empfehle sich, die an einzelnen Orten bestehende Ordnung, wonach bei übermäßigem Wildstand polizeilich angeordnete Jagden veranstaltet werden, deren Ertrag den Geschädigt-» oder dem Fiskus zufällt. Das Haus verwies die Jagd- und Landgüter- Oldaung an eins Commission von 15 Mitgliedern.
Nächste Sitzung unbestimmt.
— Das Aogcordnetenhaus wählte auf Antrag Stengel das bisherige Präsidium (v. Köller, v. Heeremann und v. Benda) durch Akklamation wieder, ebenso auf Antrag Windthorst die bisherigen Schriftführer. Die nächste Sitzung findet am Montag statt. Auf der Tagesordnung steht die EtatSberathung.
Marburg, 21. November. Bei der Reichstagsersatzwahl wurden bisher für Grimm (deutsch conserv.) 3200, für Westerkamp (nattonallib.) 1600 Stimmen gezählt- (Stimm’? Wahl ist gesichert-
Koblenz, 21. November. Ein Brand, der um 8 Uhr früh im Gymnasium ausgebrochen ist und um 10 Uhr früh gelöscht wurde, hat den Dachstuhl der Jesuitenkirche und des Komplexes der Lrhrerwohnungen zerstört. Der Jesuitenthurm ist cingestürzt, das Innere der Kirche ist unversehrt, ebenso sind die Klasseugedäude und die Aula unversehrt.
21. November. Die königliche Tafel als Gerichtshof zweiter Instanz hat das gegen Spanga und Pitelp, die Mörder Mailaths, gefällte Todesurtheil bestätigt, dagegen das Todesurtheil gegen den Leibhusar Berecz wegen Thellnahme an diesem Morde in eine Zuchthausstrafe von 15 Jahren abgeändert.
Bern, 21. November. Die vom BundeSrath vorgcschlagens Diözssankonfcrenz in Sachen Lachst findet einstweilen nicht statt.
Pefth, 21. November. (Unterhaus. Ehegesetzdebatte.j Der Justizminister bekämpfte die Ausführungen der Gegner und sagt, die Regierung beihätigt nur die noih- wendige Vorsicht, indem sie dem dringendsten Bedürfnisse abhilst und die vortbetlhasteste Lösung unter den gegebenen Verhältnissen vorschlägt- Die allgemeine Emsührnng der Cioilehe halte er noch nicht für zeitgemäß.
Paris, 21. November. Wie der „Temps" ersährt, erhielt Tseng die Anwort China'S auf die letzten M tthellungen der französischen Regierung. Die in der Ant- worinote formulirten Vorschläge Chinas seien aber nicht annehmbarer als die früheren und könnten demgemäß die von der Kammer gutgeheißene Politik der französischen Regierung nicht ändern.
— „National" bezeichnet das Gerücht von ministeriellen Veränderungen für unbegründet.
— Nachrichten vom Congo vom 18. October melden, daß Brazza am Stanl-y- pool anaekommen ist.
Panis, 21. November. Tseng erschien bei dem heutigen diplomatischen Empfange im Ministerium deS Auswärtigen und conferirte heute ziemlich lange mit Ferry. Die chinesische Gesandtschaft in Paris empfing keine Bestätigung der Meldung des „Standard" über die Anwerbung von 20,000 Chinesen.
— Die „Agence Havas" erklärt die vom „Gaulois" gemeldete Nachricht, daß Ferry Say das Finanzministerium angeboten und daß Say acceptirt habe, bis zum gegenwärt gen Moment für unrichtig.
London, 21. November. Nach einer Lloydsmeldung aus Fayal vom 10. ds. landete ein amerikanisches Schiff am 8. November in Fayal 21 Personen von der französischen Brigg „Roacaberg" (?), welche am 30. v. M. auf dem Wege von Saint- vierre-Miquelon nach Saint Malo untergegangen ist; 28 Mann Besatzung und Passagiere sind ertrunken.
Valencia, 21. November. Das Journal „Prorfincias" sagt heute, e§ stehe die Ankunft dis Kronprinzen brS mächtigen Deutschen Reiches zu erwarten, welcher nach Spanien komme, um den Besuch des Königs Alfonso bei dem Kaiser Wilhelm zu erwidern. Der Besuch des Kronprinzen gelte nicht allein dem Königs und der Königs- Familie, sondern auch Spanien und ehre das spanische Volk- Der festliche Empfang
des Vertret« 8 einer großen Nation sei Pflicht der Courto sie. Die Landuvo < Valencia entsprech- dem besonderen Wunsche des Kronpcir z-n, welcher dsifln Theil der pyrenä.schen Halbinsel kennen leinen wollte. Für Jedermann in Vale^ erwachse daraus die Veranlassung, dem Kronprinzen den schmeichelhaftesten ffitraS zu bereiten, der des Volkes würdig wäre, das durch sein- Courtoiste und Höfliche,. bekannt ist. 1
- Um 6 Uhr 25 Min. begab sich das spanische G schwader von 4 Freaatpn an den Eingang des Hafens Grao, um bei Ankunft deS Kronprinzen SalwsLün. abzugeben. Außer den Behörden haben sich auch die Vertreter mehrerer Corporatiomn und eine Anzahl hervorragender Personen Valencias nach Grao begeben, von wo den Kronprinz alSbald nach der Landung mittelst Hofzuges nach Valencia fährt, nachher^ an Bord des „Adalbert" die Begtüßung des Kronprinzen durch den G-neraladjutanter des Königs, den Generalcapiiän, den dtutschen Gesandten, General Los und die spanisch-» Behörde» stattgefunden hat. Quai und Hafen sind illuminirt- Das Wetter ist die See ruhig. '
— Um 4 Uhr 50 Min. Nachmittags erschien das deutsche Geschwader in Sicht- die Behörden begeben sich zum Hafen, um den Kronprinzen zu empfangen. 1
— Das deutsche Geschwader hat sich dem Hafen nicht genähert, da es von der Dunkelheit überrascht wurde and Nebelwetter eingetreten war. Der Kronprinz land-t wahrscheinlich morgen früh. Die Behörden Valencias, welche sich nach dem liai-n begaben, sind hierher zurückgekebrt- J
Ein Wort in ernster Sache.
Schon seit geraumer Zeit ist die Ueberfluthung der Realschulen wie der Gymnasien Gegenstand der Aufmerksamkeit der öffentlichen Kreise und wenn an dieser Stelle darauf zurückgekommen wird, so geschieht btc5 vom landmirthschaftlichen Standpunkte aus, indem tm Allgemeinen der Landwirih das allergrößte Interesse, zunächst an der richtigen Berufswahl seiner Söhne, dann aber auch nicht minder an der Frage nach dem für dieselben zweckentsprechendste» Bildungsgrade« hat, außerdem im Besonderen die L«nd«irthschaft dringend wünschen muß, daß gründliche fachliche Ausbildung ihrer Vertreter über immer größer« Kreise sich verbreite, indem unbestritten dir individuelle Tüchtigkeit des einzelnen LandwirthS in seinem Fiche vor Allem Da-jenia- ist, was heute allein noch zu einem befriedigenden gewerblichen Erkolge führen kaum BuS allen Volksschichten drängen sich zahlreiche Elemente an obige Lehranstalten bezüglich welcher häufig die materiellen und persönlichen Voraussetzungen fehlen, nm dort entsprechende Vortheile für ihr ferneres Fortkommen erwarten zu können.
ES sei ferne von uns, Jemanden abrathen zu wollen, seine Söhne an Gymnasien oder Realschulen zu schicken, damit ihnen eine weitere, vielleicht auch eine solche Vor- und Ausbildung werde, welche denselben den Weg zu höheren BerufSstellungen eröffnen, kann. Unser« Meinung geht vielmehr nur dahin, daß der Weg zu gesicherten Ledens- existenzrn nicht einzig und allein nur über die Gymnasien und Realschulen, sondern auch über die Fachschulen, in unserem Falle über die Ackerbauschulen führt, welche die anzustrebenden Lebensziele gewiß tu sehr vielen Fällen zweckmäßiger, billiger und auch früher erreichen lassen.
Gegenwärtig stehen wir vor Beginn eines neuen Schuljahres der Ackerbau- schulen; wir m«hn«n daher die Landwirthe, bei der Wahl des Bildungsganges ihrer Söhne es sich doch wohl zu überlegen, ob eine fachliche, eine landwirtbschaflliche Ausbildung nicht unendlich viel besser wäre, al8 einige an Gymnasien oder Realschulen durchg'guälte Jahr«? Wie viel sachliches Wissen bringen di« jungen Leute mit beim? — Außer einer oft »och recht spärlichen Menge allgemeinen W ssens können und kennen si« nichts für ihren spätere« Lebensberus und kommen doch nur in den seltensten Fällen »och in dir Lag«, sich in ihrem Fach di« allernothwendigste Ausbildung zu erwerben;, waren si« doch schon auf emer „Schule" und haben so und so viel Geld gekostet. Wäre «s da nicht viel besser gewesen, dieselben hätten die ihren Verhältnissen entsprechende landwirthschastliche Fachschule besucht?
Selbstredend mag Der, der mehr kann und will, so lange bet uns noch keine landwirthschaftlichen Mittelschulen vorhanden sind, seinen Söhnen die untere HSlste eines Gymnasiums ober einer Realschule und sodann den Besuch einer höheren land- wirthschaftlichen Lehranstalt zugestrhen. Wenn ersteres mit Erfolg geschehen, so wird damit zugleich die Berechtigung zum Einjährig-Freiwilliken-Dienst erworben. Wem solch eine Vorbildung aber zu »id oder zu kostspielig erscheint, dem stehen die Ackn- bauschulen zu Gebote, wo sich die Jugend mit verbälinißmäßig geringen Mitteln eine für die Mehrzahl unserer hessischen Verhältnisse vollkommen genügende landwirthschast- liche Fachbildung anetgnen kann.
Die Landwirthe, welch« ihre Söhne an Gymnasien oder Realschulen anstatt an landwirthschaftlich« Lehranstalten schicken, die Landwirthe, welche mit dem Gelbe für di« fachliche Ausbildung derselben knausern, d«e Landwirthe, welche «uS eigener Bequemlichkeit sich nicht entschli-ßen können, ihre Söhne über die Schulzeit vom Hofe zu entfernen, sie all« sollten sich die goldenen Worte vor Augen halten, welche sich über dem Thore der Ackerbauschule zu CSrignon befinden und die da lauten:
„Landwirthe! Schickt Eure Söhne in Ackerbauschulen rind sie werden Euch dankbarer dafür sein, als für manchen Heciar geerbten Landes!"
Möge die? Wort in ernster Sache ein Wort zur rechten Zeit gewesen sein.
Lokale«.
Gießen, 21. November. fTheater.j Unser „Stadttheater", das die starken Wurzeln ferner Kraft vorzugsweise im Lustspiel, der Posse und den verwandten Spielarten dramatischer Erzeugnisse sieht und sie auch mit Fug nur darin suchen darf, hat in der letzten Zeit recht gezogen. Die „Karlsschüler", „Der tolle Wenzel", ja selbst „Die Räuber- hatten das Theater bis auf den letzten Platz gefüllt; heute war ein Rückschlag eingetreten. Der hübsche Moser'sche Schwank „Der Bibliothekar" war kein Zugstück. Das Haus war leer, und vielleicht wirkt« auch dieser Umstand darauf hin, daß die ganze Aufführung den Eindruck des Unfertigen machte.
In der Darstellung des Schneiders Gibson zeigte sich Herr F. Brautlecht wiederum als wirkungsvoll gestaltender Komiker. Mit vollem Lobe nennen wir auch d-e spiritistische Jungfrau der Frau Brede und den Bibliothekar des Herrn Peters. Fräulein Kohrsen I. (Edith Marsland) bat uns schon bessere Leistungen geboten.— Der Aufschrei d«r beiden jungen Damen (Edith und Eva) war gar zu naturalistisch. Der MarLland des Herrn Rickelt und Macdonald senior des Herrn Schreiner konnten befrieblaen.
3 t ? m i f t H,
Holzheim. Bei der am 15. d. M. stattgefnndenen Bürgermeisterwahl wurde unser seitheriger treubewährter Bürgermeister Herr Peter Jäger IX. mit 138 Stimmen wiedergewählt. Sein Gegencandidat erhielt 68 Stimmen. Groß war die Freud« übet das Wahlresultat, welcher Freude denn auch durch einen Umzug im Orte mit Musikbegleitung Ausdruck gegeben wurde. Möge es Herrn Jäger noch lange vergönnt sein, zum Segen der Gemeind« Holzheim zu wirken-
Wettershatn, 21. November. Bei der am 19. d-M. dahier stattgebabten Bürgermeisterwahl wurde der seitherige Bürgermeister Wilhelm Faulstich mit bedeutender Majorität wiedergewählt. Da der Genannte schon 25 Jahre an der Spitze der Gemeind« steht, so ist diese Wiederwahl eine ehrende Anerkennung für ihn seitens seiner Mitbürger und ein neuer Beweis von ,seiner allseitigen Tüchtigkeit und feiner gewissenhaften Amtsführung, welche ihn des vollen Vertrauens seiner Mitbürger würdig macht.
Darmstadt, 19.November. Aus den Kreisen der landwirthschaftlichen Consum- vereine wird laut, daß man sich daselbst mit dem Plane trägt, hier einen Saatgutmarkt ins Leben zu rufen, weil für viele nicht rheinische Interessenten der Wormser Markt zu abgelegen erscheint-
Mainz, 19. November. Niemand hat eine Ahnung, wie leicht zugänglich das Publikum noch in heutiger Zeit für außergewöhnliche Dinge ist und wie viel Zulauf mancher Wunderdoctor hat, der tiefe Schwäche der Menschheit richtig auszuoeuteu versteht- Nicht nur das ungebildete Volk, nein, auch geistig sehr hochstehende Leute sind nicht selten willige Abnehmer der fabelbaftestcn Dinge, welche als Mittel gegen Krankheiten heimlich „aus Gefälligkeit überlassen" werden- So gibt es hier in Mainz einen Herrn, welcher mit großem Erfolg die Gelbsucht mittelst eines Pulvers zu vertreiben im Stande fein soll- Gar mancher hiesige Bewohner hat hinter dem Rücken seines Hausarztes diesen Schwindler befragt und jenes Pulver gekauft und genossen. Und aus was beliebt das Mittelchen? Aus gebrannten und gestoßene!! — Menschenknochen. Wer das weiß, dem wird jedenfalls die Lust nach dem Genüsse des Wundermittels etwas verleidet sein-
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