1888
Freitag den 23. November
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Politische Ueberficht.
Gießen, 22. November.
Die Reihe jener glänzenden Bilder, aus denen sich ohne «weifel die Reise des deutschen Kronprinzen nach Spanien und dortiger Ausenthalt zusammensetzen wird, hat bereits mit dem festlichen in
tfienua seinen Anfang aenommen. In der Nacht vom Sonntag auf Moi.tag trat der Kronprinz, schon an der schweizerisch-italienischen grenze vom General- Adjutanten des Königs Humbert, Carava, empfangen, kurz nach Mitternacht in Genua ein. Trotz bi der späten Stunde harrten Tausende und Aber tau, end. nm Bahnhofe und den anstoßenden Straßen des deutschen Kaisersohnes.besen Name ja seit Langem schon im italienischen Volke einen guten Klang hat und dementsprechend wurde Kronprinz Friedrich Wilhelm bei fe uer Fahrt von dem •nrii'filia aeschmückten Bahnhöfe durch die tageshell erleuchtete Via Balbi nach dem königlichen Palaste von der freudig erregten Menge mit stürmischen Evlvvas begrüßt und noch bis in die dritte Morgenstunde wogten die Masten vor dem Absteigequartier des hohen Gastes hin und her, singend und Hochru e aus- dringend. Bemerkenöwerlh ist noch, daß sich unter den Personen, welche den Kronprinzen am Bahnhöfe begrüßten, auch die Ossiclere zweier russischer Lot vetten besanden, welche vom Kaiser von Rußland eigens zur Begrüßung des hoben Herrn nach Genua entsendet worden waren, eine Aufmerksamkeit des Ezaren welche man am Berliner Hofe wohl zu würdigen wissen wird. - Am Montag Nachmittag 2 Uhr fand die Einschistung des Kronprinzen nach Spanien statt/wobei er die Uniform eines Feldmarschalls mit italienischen Ordensabzeichen trug. Als der Kronprinz an Bord des „Prinz Adalbert ging, zogen fämmtliche im Hafen liegende deutsche, 'iaUeiMe und rutsche Scdisie die Galaflaqqen auf, die Matrosen waren auf den Raaen, MusikcorpS sivsilten die deutsche und die italienische National-Hymne und unter dröhnenden Artillerie-Salven und den enthusiastischen Hurrahrusen der zahlreichen Meng- stach das deutsche Geschwader in See. Möge der so überaus herzlicher und glänzende Empsang, den Kronprinz Friedrich Wilhelm aus iwliemschem Boden g-funden hatein günstiges Onien auch für seine fernere Reise sem!
0 Die länge parlamentarische Pause, welch- feit dem Schluß de außerordentlichen Sommersession des Reichstages bei uns
•bem am Dienstag erfolgten Zusammentritt des preußischen Landtages lyr-n desinitiven Abschluß erhallen. Ob die Session glatt verlaufen oder aber sich zu einer stürmischen gestalten wird, darüber läßt sich jetzt noch nicht iwl Entfern- testen urtheilen, doch kann man im Jntereste einer ruhigen ^wickelung der parlamentarischen Geschäfte nur eine pchlrche DiScussion der zu e wartenden Vorlagen wünschen. Unter denselben werden sich außer dem Etat und verschi- denen ^Eisenbahn-Verstaatlichungs-Vorlagen auch Gesetzentwürfe bezüglich der Steuerte form und der Provinzial-Ordnung ur über d
Schuldotation und die Aufbesterung der Beamt-ngehalt-r besindem - An-die Eiöffnungsfeier, welch- vom Vicepräsidenten des preußischen Staatsmimster ums, v. Puttkamer, vollzogen wurde, schlossen sich unmittelbar Sitzungen tn be.de
Eif-nbahn-Unlö-n-hm-n von internatio. na(er Bedeutung ist jetzt auf österreichischem Boden vollendet worden. Ls ilt die Vollendmig des Aüberg-Tunnels und seine am Montag erfolgte Eröffnung, welche uns abermals eine hochbedeutsame Leistung der modernen Esienbahn Technik vorführt. Der Arlberg-Tunnel durchbohrt den gleichnamigen Gebrrgs -stock welcher die Grenze zwischen Tyrol und Vorarlberg bildet, m einer Lange von'mehr als 10 Kilometern und stellt eine birecte Verbindung zwischen den österreichischen Bahnen und dem Vahnnetze der Ostschweiz her. Die eigentlichen Erössnungs-Feierlichkeiten fanden in St. Anton, am östlichen Eingänge des Tunnels? statt, und wohnte ihnen u. A. auch der österreichische HanbelsMlNister bei, welcher Mebaillen an di- Arbeiter und Werkmeister vertheilte und An- fprachen an f^nzösisch-n Ministerpräsidenten gern) Mund-
stück Nr. 2 ertheilt in einer Standrede gegen die „Times" den Briten und dem Rest der europäischen Großmächte einen derben Verweis Da die „Times F-rry den Rath zu ertheilen gewagt, er woge EnMnd,Mßlnndmck> die V^r .einigten Staaten als Schiedsrichter in fernem Streite mit China über Tongking aulasien fo antwortet der „National" vor ENitüstung.
Wir sind den Engländern für ihre vortrefflichen Gesinnungen gegen uns zu großem Dank verpflichtet, nehmen uns jedoch di- ^reihest, zu bemerken, daß, wenn Frankreich dieses Schiedsgericht annähme, es zugeben wurde, daß die mit
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ds. Bl.
° Gießen, den 21. November 1883.
Betreffend: Anssührnng des »m 20. In» 1881 über die Bq-ichnmg de« Rmmg-Me- der Sch-nkg-f-»-.
Das Großherzogliche Krelsamt Gießen
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beschriebenen Dießgefäße auf Kosten der Gemeinden an. N^kmanm -
Preis vierteljährlich 2 Work 20 Pf. mit Vringerivhn.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pi.
Anam abgeschlossenen Verträge zweifelhaft oder gar fehlerhaft feien und daß man sie zerreißen könnte. So denkt jedoch weder die Regierung noch die Kammer oder das Land. Die Tongkingfrage ist eine sranzösisch-chlnesische An- aeteaenbeit, welche nur durch Frankreich und China gelost werden kann. China behauptet, daß es Rechte auf Tongking besitze. Gegen diese Behauptung berufen wir uns auf die Vertrüge von 1874 und von yue. Wohl sind wir gewillt, die größten Opfer zu bringen, um einen Z^^mmenstoß zwischen unfern Truppen und den chinesischen zu verhüten; wie peinlich uns 1-b ch ein solches Ereianiß auch wäre, so würde es uns doch nicht bewegen kennen, aus Rechte zn verzichten, welche auf Verträge und Thatsachen gegründet sind. Tongking ist unser. Die Chinesen sollen es räumen, wenn es wahr ist, daß kaiserlich- Truppen den Widerstand daselbst organisiren mit Hintansetzung der Vertrüge. Wie bescheiden und anspruchslos sich Frankreich auch zeigt, wie fest es entschlossen sein mag, mit seinen Nachbarn in gutem Einvernehmen zu leben, so weit kann es doch di- Selbstentsagung nicht treiben, daß es der Besri-dlgung der Vorurtheile und der Beschwichtigung kleinlicher Mißgunst der andern Nationen seine Interessen opfert. Europa muß sich eben an den Gedanken gewöhnen, baft wir noch nicht auf bet nämlichen Stufe stehen, wie das ^urstmthum Monaco und d^N^ubll^von^Anborcu ift genau jener der Reden von Rouen
und Havre und der Schluß zumal ist so, daß die, „Times antworten konnte . „Was nicht ist, kann noch werden, wenn Leute wie F-rry noch lange die Vorsehung ber französischen Nation spielen unb mit ber ganzen Welt Handel ^De?beutsche Kronprinz wirb bei seiner Landung in Valencia mit hoben militärischen Ehren empfangen werden. Nicht weniger als 10 Bataillen- ^nfanterie 2 Regimenter Kavallerie und 1 Regiment Artillerie werden bei feiner ÄÄ * z-ldg-!chü,- wird bie s°lu>,ch» °d. geben. Ein würdigeren Empfang konnte die spanische Regierung dem Sieger von Wörth und Weißenburg auch kaum bereiten. ,
Die Zustände im Innern Egyptens sind noch immer ziemlich bedenkliche Die aufständischen Gebirgsstämme in ber Gegend von ^makim haben abermals eine egyptische Truppenabtheilung niedergemetzelt, von 500 Mann entkamen nur 11 Die Ausrührer bedrohen sogar L-uakim selbst, wo ebenfalls Sn SÄ« Ä bei denen der -nzM- detbbtel « e. Diese Nachrichten sind für die egyptische Regierung sehr unangenehm, noch iin angenehmer aber bie Meldung, daß Hicks Pascha,,ber Anführer bes egyptrsch-u ExpebitionscorpS im Sudan, mit feinem ganzen H-er von den Rebellen emge- schlossen worden fein soll. - ~
Darmstadt, 20. November. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben „ifi.rn mnerböckisier Entschließung vom 15. L Mts. dem GerlchtS-Accessisten F°ü?vÄt- Ä dm -I- Cadlneidsecretnr ,u la‘,m Darmfladt, 21. N°°br. Se. Königl. bet «toWew) W ^bren Kal Großh Hoheiten dem Erbgroßherzog und den Prinzessinnen Vie- tot Nr El is ab et h und Alix haben Sich heute Vormittag auf hierzu ergan- ame Einladung zu Besuch Ihrer Kaiserl. Hoheit der deutschen Kronprinz-,sin, Höchstderen Geburtsfest heute gefeiert wird, nach Wiesbaden begeben. Die
ÄfSme Freiin v. Gtancy, der Großh.
FlugeladMnti Major^EGroßh.^Millisteriums des Innern und der Justiz vom 2? provisorische Amtsanwalt Georg D eff-n ach
;u Sriebbera zum Amtsanwalt unter vorläufiger Verwendung bei ben AmtSge- rübken Gießkn Hungen und Lich bestellt. Der Amtsanwalt Johs. Wagner zu Al'ev wurde zum Amtsanwalt bei den Amtsgerichten ^nedberg, Butzbach, Bad Nauheim und Vilbel, der Gerichts-Accessist Ernst Braun zu Darmstaot mm Anitsanwalt bei ven Amtsgerichten Alzey, Nieder-Olin Psedbersh-im und Wörrstadt ber Hülssgerichtsschreiber am Landgericht der Provinz Starkenburg ^udw a Bötticher z Z provisorischer Amtsanwalt zu Lauterbach, zum Amts- anwatt bei^den Ancksqerichten Lauterbach, Herbstein Schlitz und Mrichstem und der provisorische Hülssgerichtsschreiber bei dem Landgericht der Provinz Star- ke"b!rg Philipp Billharbt zum Hülssgerichtsschreiber bet diesem Gericht — bestellt. mnn,mher Avril 1879, dem Beginn der letzten Finanz-
p-rtod- dttL dtt geturnte Staatsschuld 43,959,823 A der allerdings 13,333,169


