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Indern @uer Fleisch und Blut sind, ihrem Glauben und deutscher »jucht und Sitte erhalten bleiben.^ b£|g #nf ber Hberge lastet, hat unsere Kirchen- und Schul- fn«ß ein solches von 14,000 Frcs, das trotz unserer eigenen Anstrengungen in diesem Jahre wachsen muß, wenn uns nickt von Deutschland her kräftig unter die Arme ge­griffen wird. 1883

Da?^Comitö Ker deutschen (Gemeinden A. C. der Redemption und La Billette zu Paris.

Frtstus, Pastor, 171, Faubourg-Poissonnibre.

Klattenhofs, Kaufmann (Secretär), 8, rue de Braque. Scheumann, Pclzhändtt'r.

v. Sey blitz, Pfarrvikar in La Billette.

Tillmanns, Kaufmann. L el

Pastor Fristus wird nächsten Sonntag in der hiesigen Stadtktrche predigen und in einer freien Versammlung am Abend wettere Mttchetlungen machen. Bet beiden Anlässen ist Denen, welche zur Unterstützung dieses patriotischen Werkes etwas deizutragen wünschen, Gelegenheit dazu gegeben. __________

Lokales.

Gießen, 22. Juni. Der Fest-Ausschuß für das 14. Mitt elrHeinische Turnfest in Gießen hat an die Kretsoeretne nachfolgendes Programm versendet:

Samstag den 14. Juli: Vormittags 11-12 Uhr Empfang der Vertreter an den Bahnhöfen. Nachm ttags 1^,2 Uhr Sitzung des Kreisausschusses; 2^2 Uhr Turntag ; von 4Vz Uhr an Wahl und Sttzuna der Pre^ger.chts, Sitzung der Commtsstoa zur Beurthetlung der Mujlerriegen. (Sämmtliche Sitzungen in Wenzel's Garten ) Abends 8 Uhr Begrüßung der Gäste und Concert in der Festhalle.

Sonntag den 15. Juli: Vormittags 6 Uhr Weckruf. 8-12 Uhr Empfang der ankommenden Turner. Nachmittags 1V2 Uhr Aufstellung des Festzuges am Waltthor. 2 Uhr Abmarsch des Festzuges. Nach Eintreffen desselben auf dem Festplatz: Festrede, Freiübungen, Turnen der Musterriegen, Schauturnen. Während des Turnens Concert auf dem Festplatz und in der Festhalle. Abends von 7 Uhr ab: Großes Concert der Gesangvereine in der Festhalle, Tanzvergnügen und Volksbelustigung auf dem

den 16. Juli: Vormittags 6 Uhr Weckruf. 6V2 Uhr Sitzung des Preisgerichts. 7 Uhr Beginn des Pretsturnens. 91/2 Uhr'Auffahrtder-Gießener Rudergesellschaft an deren Bootsplatz, auf der Lahn, tn nächster Nahe des Festplatzes. (Alle gelösten Eintrittskarten zum Fest berechtigen zum freien Eintritt hierzu.) Concerte während des Preisturnens und der Auffahrt. Nachmittags 1 Uhr Festeff en in der Festhalle, 2 Mark per Gedeck. 4 Uhr Schauturnen und Schaufechten. Abends 7 Uhr feierliche Pretsverthetlung. Nachmittags und Abends Concert, Tanz und Volks- belustigung bgn 17 Vormittags 7 Uhr Ausflug nach der Burgruine Gleiberg.

11 Uhr Concert und Frühschoppen in der Festhalle. Nachmittags 3 Uhr Schülerturnen, Turnspiele, Schauturnen und Concert auf dem Festplatz. Abends 7 Uhr Concert, Tanz und Volksbelustigung- , rrip, ... - crc.

Fahrpreisermäßigungen: Die Oberhessischen Eisenbahnen und die Hessische Ludwigsbahn-Gesellsckaft gewähren den mit Festkarten versehenen Turnern freie Rückfahrt bis 17 Juli, die Direction der Matn-Neckar-Bahn Verlängerung der Retourbtllete vom 12. bis 19. Juli. Auf den unter preußischer Staatsverwaltung stehenden Bahnen genießen 30 und mehr zusammen reisende Personen 50pCt. Fahr­preisermäßigung.

Gießen, 22. Juni. Wie wir hören, waren es am 20. d. M. 10 Jahre, daß Herr K. Demuth als 1. Turnwart des hiesigen Turnvereins gewählt wurde, nach­dem er vorher schon einige Jahre als 1. Schrtftwart dem Vorstand desselben angehort hatte Während dieser 10 Jahre hat er sich ununterbrochen mit ungewöhnlichem Eifer dem aufopfernden Amte eines 1. Turnwarts gewidmet. Die activen Turner des Vereins verdanken ihm sämmtlich ihre turnerische Ausbildung und n):nn sie bei Preis­kurven stets mit den ersten Preisen bedacht werden, so haben sie dies nicht zum geringsten Thetl der Ausdauer ihres Turnwarts, die ihn Tag für Tag auf den Turnplatz führt, und seiner Umsicht im Unterweisen zuzuschreiben. Der Verein hat denn auch der Ver­dienste seines 1. Turnwarts gelegentlich seiner 10jährigen Wirksamkeit tn würdiger Weise gedockt und wird dieselbe außerdem Samstag den 23. d. M., Abends 8 Uhr, durch ein Banket im Restaurant Schnell feiern.k-

** (Bilse-Concert.j Das am Mittwoch und Donnerstag vom König!, ^ofmusikdtrector Herrn B. Btlse mit seinem Virtuosen-Orchester im Wenzcl'schen Garten gegebene Concert erfreute sich einer glänzenden Aufnahme und zahlreichen Besuches. Auch aus dm Nachbarorten hatte das vorzügliche Renomm^ der Btlse'schen Musik zahlreiche Liebhaber herbeigelockt, welche sich diesen für eine Provinzialstadt so seltenen Genuß, das Orchester dieses weltberühmten Meisters za. hören, nickt versagen wollten. Daneben versprach auch das sehr geschmackvoll zusammengestellte Programm Außerordentliches. Und man hatte sich nicht getäuscht, wenn man etwas Außerordent­liches, Ungewöhnliches erwartete. Diese Präcision, dieser gleichmäßig elegante Strich der Geiger, dieses sorgfältige Ensemblespiel der verschiedensten Instrumente, die bald donnerartig gewaltig brausten, bald wie Blitze zischten, bald wie Zephyrgeflüster im zartesten Ptanissimo säuselten, dies Leben, welches jeden einzelnen Künstler beseelte, seine ganze Kraft zum schönen Gelingen des Ganzen daran zu setzen alles dies schien uns in seiner Weise neu, meisterhaft und unübertrefflich.

Es ist tn der That bewundernswerth, was dieses Olch.fter von einigen 60 Mann an physischer Machtwtrkung und im Ensemblespiel leistet, bis zu welcher Höhe etn- müthtgen und beseelten Vortrags es durch die Kunst und die Begeisterung seines Führers emporgehoben ist. Nur technische Meisterschaft und grenzenlose Hingabe an die Sache auf Seiten des Leiters vermochte die Kräfte und Fähigkeiten eines so vielgestaltigen Körpers bis zu dem Grade zu schärfen und zu stählen, daß seine Lebensäußerungen an Macht und Bedeutung die vielen Rivalen wett übertreffen.

Der erste Thetl des Mtttwoch-Concertes begann mit der Ouvertüre zu Tann­häuser, die wir in dieser Reinheit und Vollendung noch nicht gehört haben. Das Vorspiel zu dem BühnenweihfestsptelParstfal" wurde hinreißend schön vorgetragen. Man mag über Wagnerische Musik, seine Dissonanzen, den Mangel an faßbaren Me­lodien denken, wie man will, dem etgenthümlichen Zauber dieses Stückes wird sich gewiß Niemand haben entziehen können. Die langgezogenen Töne der Hörner und Posaunen klangen durch das Spiel wie Orgclton und Glockenklang und hoben das Herz zu weihevoll andächtiger Stimmung.

Unter den anderen P bcen heben wir besonders hervor: Die herrliche Ouvertüre zuOberon" von C. M. v. Weber, welche das Orchester in seiner ganzen Kraft und Künstlerschaft zeigte. Wenn auch die Ouvertüre zur OperWilhelm Tell" schon bet gewöhnlichem Vortrage einen Erfolg zu erzielen pflegt, wie viel mehr mußte dies hier der Fall sein, wo d'.e Tonmalerei des Kuhreigens, der Schalmei, der Lawine rc-, Künftlerhänden anvertraut war.

Die Schlußpldce des 2. Theils, Ungarische Rhapsodie von Franz Liszt war be­sonders in ihren letzten Theilen, wo die Geigen zum Ausdruck der höchsten Lust fieberhaft durcheinanderschwtrrten und sich dann zu schöner Harmonie wieder zusammenfanden, ganz dazu angethan, die Sehnsucht nach dem öfteren Genüsse eines solchen Concertes tn uns wach zu rufen-

Der zweite Abend wurde mit einer für uns wenigstens neuen Nummer derAkademischen Fest-Ouverture" von Joh. Brahms eröffnet. Dieakademische Feft-Ouverture" muß jeden Freund fröhlicher Studentenzeit wie der reminiscenzenreiche Rückblick eines wohl ernst gewordenen, aber noch gern von der alten Bmschenherrlich- kett träumenden Mannes anmuthen. Fast grämlich klingt der Anfang, doch als Helle Trompetenklänge anheben:Ich hab' mich ergeben mit Herz und mit Hand", da ver­schwinden die Falten von der Stirn, farbenreiche Bilder thun sich auf, Einnerungswonne und Sehnsucht ziehen (mit dem reizend eingefügten Fragment aus dem Landesoater) wie Sonnenstrahlen und leichte Wolken darüber hin; auch der lachende Humor will sein Recht geltend machen:Was kommt dort von der Höh'" erscheint in der in­teressantesten Metamorphose und nach manchen ernst gedankenvollen oder stillseligen Zwtschenbetrachtungen bricht alles Hin- und Herwogen der Stimmung unaufhaltsam aus in ein kräftiges, geradezu imposant wirkendesGaudeamus". Von Anfang an im höchsten Grade gefesselt, sind wir am Schluß überzeugt und gewonnen und stimmen von Herzen in diesen Jubel mit ein.

Unter den Virtuosen waren es besonders Herr Charles Mol6, Herr Concert- meister Johan Smit und Herr Eugöne Baudot, die glänzende Proben ihrer Künstler­schaft ablegten und deren unübertrefflichen Leistungen stürmischen Beifall fanden. Der erstere begeisterte namentlich das Auditorium durch den Vortrag des Carneyal von Venedig, Jntroduction und Variationen für Flöte. Herrn Johan Sm t's Spiel ist seelen­voll, fein nuancirt und doch so kräftig, daß es die begleitenden Geigen stets domtntrt.

Am Mittwoch Vormittag brachte unsere Regimentsmusik Herrn Hof-Musik­direktor Bilse ein Ständch n. Herr Btlse sprach hierbei sich sehr lobend und an­erkennend über das Spiel unserer Regimentskapelle aus, welches Lob aus einem so gewichtigen Munde unserer Kapelle zur Genugthuung und weiterer Anetferung dienen kann.

Witterungskunde/)

23. Juni. Frühmorgens schön die Nebel zertheilen sich, doch tritt Vormittags und Nachmittags Bedeckung bis zu Haufenschtchtwolken ein; spätnachmittags heitert sich der Himmel auf, der Abend wird besser, während in der Nacht Gewitter drohen. Im Allgemeinen dürfte sich das im Norden mehr heitere und warme Wetter immer mehr nach Süden ausdehnen. Am Fuß der Alpen und im südemopäischen Gebiete sind indessen noch Niederschläge zu erwarten.

24. Juni. Die Wetterlage ist im Allgemeinen veränderlich mit Neigung zu Gewittern Mittags und Nachts. Nach Westen und Nordwesten sind die Morgen zunehmend schön und warm, im Binn nlande vielfach heiter, auf Mittag zu namentlich >m Südnesttn und Osten Schleier- bis Haufenwolken; Nachmittags ist es aufgehellt bis heiter, dann gewttterhaft. Abends schön-

25. Juni. Im Binnenlande sind die Morgen sommerlich schön, auf Mittag zu rückt cirröse bis cumulöse Bedeckung herauf, die Nachmittags strichweise sich aufbessert, dann aber wieder gewttterhaft zuntmmt Die Abende sind wohl besser, wenn nicht durch die gewitterhaften Nieverschläge die Temperatur zu sehr herabgeht und dadurch Bewölkung emtritt. Frankreich und wohl noch mchr Britann'en hat bet abnehmender Temperatur Trübung mit Regen. Im Osten und Südosten ist es noch ziemlich heiter.

*) Aus Dr. ß. Overzier's Wetter-Prognose für den Monat Juni, abgeschlossen am 15. Mai (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 </&). Nachdruck verboten.

Handel und Nerkehr.

Gießen, 20. Juni. Auf dem heute und gestern dahier abgehaltenen Viehmarkt waren aufgetrieben: 1418 Stück Rindvieh und 1059 Stück Schweine. Die Preise bet Rindoich waren durch den lebhaften Handel etwas höher als am letzten Markte, da­gegen bei Schweinen niedriger.

Nächster Markt Dienstag den 10. Juli d. I.

731) lieber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von HAASEASTEIN VOGIjftSfil in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Rath ertheilt

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst:

Sonntag den 24. Juni (5. nach Trinitatis).

Vormittags 9Vz Uhr: Pastor Frisius, Pfarrer an der deutschen evangelischen Gemeinde zu Paris.

Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Kinderkirche: Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser.

Katechismuslehre für die Realschüler: Vormittags 8V2 Uhr in der Stadtkirche.

Katechismuslehre für die Mädchen muß ausfallen, soll aber am nachfolgenden Sonntag, dtachmitiags 2 Uhr, in der Kleinkinderschule aehalten werden.

Am Sonntag, den 1-Juli, findet die Feier des herlrg en Abendmahls statt; die Beichte wird am Samstag zuvor, Nachmittags 2 Uhr, gehalten werden-

Die P f a r r g e s ch ä f t e in der Woche vom 23. bis 30. Juni besorgt Pfarrer Dingeldey.

Katholische Gemeinde.

6. Sonntag nach Pfingsten- <

Von 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communion. V2IO Uhr: Hochamt und Predigt. 2 Uhr: Andacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

Freitag Abend 7>^ Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mrttag 4 Uhr,

Samstag Abend 910 Uhr.

Am 22. Sunt, Mittag« Msch^n^»^2 Uhr: + 1Rüb^lncn.

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