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Seitens des Königs und der italienischen Regierung für die werkthätige Theil- nahme Ausdruck, welche der Kaiser, der Kronprinz und das gesummte deutsche Volk dem Unglück auf Ischia widme.

Potsdam, 18. August. Der König von Rumänien ist heute Abend in Begleitung Sr. Kaiserl. Hoheit des Kronprinzen, welcher ihn vom Bahnhofe abgeholt hatte, am Orangerie-Gebäude eingetroffen. Derselbe wurde hier von den Prinzen Wilhelm, Friedrich Karl, Leopold und Alexander empfangen. Eine Compagnie des 1. Garderegiments zu Fuß bildete die Ehrenwache und sämmt- liche Officiere der hiesigen Garnison waren zum Empfang anwesend. Seine Majestät der Kaiser war durch das Galadiner zu Ehren des Kaisers Franz Joseph behindert. Der König bewohnt dieselben Zimmer, welche der König von Italien bei seiner Anwesenheit Hierselbst inne gehabt hat.

Dresden, 18. August. Der König, die Königin, die hier anwesenden Mitglieder der Königlichen Familie, die Spitzen der Militär- und Civilbehörden wohnten heute der feierlichen Eröffnung des Panoramas des Sturmes aus St. Privat bei.

Hamburg, 18. August. Die österreichische Nordpol-Expedition hat heute Mittag Cuxhafen passirt und wird voraussichtlich Abends hier eintreffen.

Oesterreich.

Wien, 18. August. Der Geburtstag des Kaisers wird hier, sowie in allen Städten der österreichischen und ungarischen Provinzen durch kirchliche An­dachten, Festvorstellungen und Illumination aus das Festlichste begangen.

Pesth, 15. August. Die hiesige Kaufmannshalle, deren Mitglieder meistens Juden, und zwar die angesehensten des Landes sind, erläßt in den heutigen Blättern eine Erklärung, worin es heißt, daß die Wiener Blätter gelegentlich der hier stattgefundenenStraßen-Excesse" beunruhigende und ganz erfundene Nachrichten veröffentlicht hätten, offenbar mit der böswilligen Absicht, die Provinzkunden, die zum bevorstehenden großen Johannes-Enthauptungs- Markte hierher reisen wollten, dem hiesigen Platze abwendig zu machen eine Unterschiebung, die doch schwerlich den Kern der Sache trifft. Die Kauf­mannshalle ersucht sämmtliche Pesther Blätter, jene lügenhaften Mittheilungen richtigzustellen und zu betonen, daß in Pesth die Ruhe vollkommen hergestellt ist, überhaupt in jenen Theilen der Stadt, wo Kaufleute und Fremde sich bewegen, niemals bedroht mar. In der That haben die Wiener und auch einige hiesige Blätter in der Veröffentlichung Aussehen erregender und erfundener Mitthel­lungen über die Straßen-Kundgebungen das Außerordentlichste geleistet. In den Telegrammen aus Pesth konnte man täglich vongespaltenen Schädeln, Dolchen, ununterbrochenem Kugelwechsel" und ähnlichen Dingen lesen; glücklicherweise haben die gespaltenen Schädel Niemand wehe getham die Dolche Niemand ge­stochen und.her ununterbrochene Kugelwechsel Keinem auch nur das Trommel­fell angegriffeü/ Das Ministerium des Innern hat der hauptstädtischen Polizei eine mittelbare Rüge ertheilt, indem das lithographirte Blatt der Regierung folgende Mittheilung bringt:Das Vorgehen der hauptstädtischen Polizei am 8. d. M. und alle damals getroffenen oder, richtiger gesagt, nicht getroffenen Verfügungen, für welche der Oberstadthauptmann allein verantwortlich war, habe keineswegs die Billigung des Ministers des Innern erhalten." Diese halbamtliche Rüge gilt allseitig als ein Vorbote der Nachricht, daß der Ober­stadthauptmannaus Gesundheitsrücksichten" zurückgetreten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Oberstadthauptmann Thaisz diesmal in mancher Hin­sicht gefehlt hat, aber es ist fraglich, ob man einen Nachfolger finden kann, der in ähnlichen Fällen nicht noch größere Fehler begehen wird. Wenn dem Sprüch- worte zufolge Gott mit dem Amte auch der Verstand zu geben pflegt, so genügt die Mitglft bei dem Polizeiches nicht ganz, denn dieser muß zeitweise auch Gedanken" haben, damit die Herren Räuber und Diebe ihm nicht über den Kopf wachsen."

Triest, 18. August. Während des gestrigen militärischen Zapfenstreichs zur Vorfeier des Geburtstags des Kaisers, welchen die Bevölkerung festlich be­ging, explodirte aus dem Leipziger Platze eine in einem Gartengebüsch versteckte Pulverpetarde, ohne jedoch irgend eine Störung zu verursachen.

(Weitere Meldung.) Während die Militärmusik gestern anläßlich der Vorfeier des Geburtstags des Kaisers den Leipziger Platz passirte, explodirte eine im Gebüsch versteckte Pulverpetarde, ohne Schaden anzurichten. Die zahl­reich anwesende Volksmenge, hierdurch aufgeregt, zog nach der italienischen Turn­halle und zertrümmerte dort, trotz des sofortigen Eintreffens der Sicherheits- wache, die Fenster und alle beweglichen Gegenstände. Die Menge wollte sodann gegen das Redactionslocal des irredentiftischen BlattesIndependente" vorgehen, wurde aber durch die Wache aufgehalten und zerstreute sich ruhig.

Kaschau, 18. August. Mit dem Frühzug der Oderberger Bahn sind zwei Compagnien Jäger nach Neusohl abgegangen, um die dort ausgebrochenen gegen die jüdische Bevölkerung gerichteten Unruhen zu unterdrücken. Gestern Abend wurden auch hier Unruhen befürchtet, doch ist die Ruhe nicht gestört worden.

AranLreich.

Havre, 17. August. Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Hessen sind mit der Großherzoglichen Famllie nach guter Ueberfahrt hier angekommen und nach Paris weiter gereist.

Türkei.

Konstantinopel, 18. August. Der in Moskau residirende Erzbischof von Tabor, NicodemuS, ist einstimmig zum griechischen Patriarchen von Jeru­salem gewählt worden.

Aegypten.

Alexandrien, 18. August. Dasamtliche Blatt" erklärt die Be­fürchtungen wegen Austretens des Nils für unbegründet, es sei für dieses Jahr keine Gefahr vorhanden, alle Vorsichtsmaßregeln seien getroffen.

In den letzten vierundzwanzig Stunden fanden hier 50 Cholera- Todesfälle statt.

Von den Teilnehmern an den Ruhestörungen, die anläßlich der Widersetzung gegen die getroffenen Desinsectionsmaßregeln am 10. d. M. hier stattsanden, sind 30 zu dreimonatlicher Zwangsarbeit verurtheilt worden.

Wie es heißt, wird der Khedive sich gegen Ende dieses Monats nach Kairo begeben.

welche die preußischen Städte, verschiedene

KllllN!

Lokales.

Vermischtes.

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Gießen, 20. August. Bet dem gestern in Wetzlar stattgehabten Preisturnen erhielt der hiesige Turnverein von zehn auSgegebenen Preisen fünf, darunter den 1. Preis.

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Telegraphische Depeschen.

Wolff'S telegr. Correspondenz-Bureau.

Potsdam, 19. August. Die Tauffrierlichkeit, welche in dem als Tauskav-.sl, hergerichteten Bivttothekztmmer Friedrichs des Großen im Stadtschlosse ftattfanb im vollkommen programmmäßig verlief, wohnten außer Ihren Majestäten dem rfZ und der Kaiserin und den Eltern des neugeborenen Prinzen bei: Ihre K. ft fioheJ-n der Kronprinz und die Kronprinzessin, König Karl von Rumänien, der Herroa nun Edinburg, der Herzog und die Herzogin von Albany, Prinz Alexander von Breuben Prinz Friedrich Karl von Preußen, Prinz und Prinzessin Friedrich von Hoben roller-,' Herzogin Adelheid zu Schleswtg-Holsiein-Sonderburg-Augustenburg, .herioa (frrft Günther zu Schleswig-Holstein, Prinz Wilhelm von Hohenzollern, der Erbaroßber»^ von Baden und der Erbprinz von Sachfen-Metn ngen, außerdem die sämmtlichen i? Berlin anwesenden Staatsminister, Botschafter und Gesandten, die Generalität rc Die heilige Handlung vollzog der Oberhosprediger Dr. Kögel unter Assistenz der Potsdam r Hofgeistlichkeit; die Gesänge wurden von dem Königl. Domchor ausaesübct Ti» Prinz erhtclt die Namen

München, 19. August. Der König hat den Commandeur des ersten Armee-Corps, Freiherrn v. Horn, anläßlich dessen 50jährigen Dienstjubiläums zum General der Infanterie ernannt.

Hamburg, 19. August. Der DampferPola" mit der österreichischen Nordpol-Expedition traf heute Nachmittag im hiesigen Hafen ein und wird, wie es heißt, einige Tage hier verweilen.

Paris, 19. August. Wie derNational" meldet, hätten zahlreiche nach Frankreich geflüchtete spanische Soldaten das Verlangen ausgesprochen, in die Fremdenlegion einzutreten und würde deßhalb in Erwägung gezogen, ein neues Bataillon zu bilden, in welches dieselben eingereiht werden sollten.

London, 18. August. Das Unterhaus hat in seiner bis heute früh 2Vr Uhr dauernden Sitzung die Einzelberathung des Ausgabebudgets erledigt und die irische Tramwaybill in dritter Lesung angenommen.

Madrid, 19. August. Heute Vormittag wurde ein Theil des Süd» bahnhofs durch eine Feuersbrunst zerstört.

Alexandrien, 19. August. In den letzten 24 Stunden bis heute früh 8 Uhr starben hier 31 Personen an der Cholera, unter den englischen Truppen kam in derselben Zeit ein Cholera-Todesfall vor.

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Wilhelm, Eitel, Friedrich, Christian, Karl.

Der Rufname des jungen PUnzen ist Friedrich. Nach der Taufe fand im Marmor­saale em Galadiner zu 115 Gedecken statt, bei welchem die Tafel mit den goldenen und silbernen Prunkgeräthen decorirt war, welche die preußischen Städte, verschiedene Pooinzen und Korporationen dem Prinzen und der Prinzessin Wilhelm zu be*-tn Hochzeit geschenkt hatten. Während der Tafel fp:elte die Musik des 1. Garde-Rem- ments z. F.

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Darmstadt, 18. August. Die Eröffnung der Hühnerjagd ist nur für Rheta- h ess en auf den 20. August festgesetzt. Für die diesrhetnischen Provinzen bleibt es id den seitherigen Bestimmungen. (Tagbl.)

Darmstadt. 16. August. Mehrere Mitglieder einer tn der Karlsstrogr wohnenden Beamtenfamilie sind durch den Genuß giftiger Schwämme erheblich w krankt. Ein lOjähriges Mädchen ist gestern m Folge dessen bereits gestorben. Dir übrigen erkrankten Familienmitglieder sollen außer Gefahr sein. ,.d -

Mainz, 17. August. An der Rheinfahrt, welche bei Gelegenheit der Enthüllmß ^Ochsemvi des Nationaldenkmals auf dem Niederwald statifindet, wird sich dem Vernehmen ncÄ erbeten W auch Prinz Heinrich von Hessen betheil'gen. Von der Firma M SOnnes in Ruhrrri sind dem Comite eine Anzahl Schleppdampfer für die Betheil'gung an der Festfairt zur Verfügung gestellt worden, tbenio werden sich die der Hessischen Ludwigsdahn << börtgen Dampfer der Fahrt anschließen. W e wir weiter vernehmen, wird von Vereinen oder Anstalten, welche sich m beschränkter Persvnenzahl an der Festfahrt le- theiligen, durch das Comite kein Fahrgeld erhoben werden, sondern nur ein Beiircg, von welchem die dem Comite erwachsenden Unkosten für Musik, Bewirthung der Mam- schaften der Sch ffe rc. bestritten werden- Für die Festfahrt wird auf dem Rheine err genaue Fahrordnung aufgestellt und muß dieselbe, um Collisionen oder fonfig? Störungen zu vermeiden, streng eingehalten werden. Von Seiten des Comite's ist nn Besuch des Festplatzes auf dem Niederwald nicht in Aussicht genommen, da die 81» Wesenheit der Festtheilnehmer auf dem Niederwalde die Action der Flotille aus bin Rhein in dem Momente der Einweihung des Denkmals ausschließen würde. Dan-i bei der Paradefabrt auf den Schiffen Niemand fehle, werden die Schiffe erst nach gehabter Parade in Rüdesheim, Bingen rc. anlanden.

sDas Programm für die Feier der Enthüllung des Niederwald-Denkmasj am 28. September ist nunmehr festgesetzt. Zur Vorfeier wird Abends vorher mit aU»i Glocken in Rüdesheim. Bingen und Geisenheim gelautet. Ferner sollen Böllerschuß abgefeuert, auf sämmtlichen höheren Bergspitzen der Umgegend Fceudenfeurr angezündl die Wege erleuchtet und die Ufer des Rheins durch brennende Pechtonnen erhellt werb-n Die Städte Bingen, Rüdesheim, die Burg Klopp, die Rochuscapelle und die Geisii Heimer Kirchthürme werden gleich dem Niederwald-Denkmal in benzalischem prangen und und inmitten des altehrwürdigen Vater Rhein soll ein Feuerwerk abj* brannt werden. Um dieses Feuerwerk herum und inmitten aller dieser strahlend«, die Nacht -um Tage erhellenden Lichtfarben werden 810 größere Dampfer in ein« von Rüdesheim bis Bingen reichenden Halbkreis auffahren und, Rumpf und Takelivri mit Lampions gemischt, Sänger- und Musikchöre aufnehmen, welche ihre W"fent» mächtigen Freudentönen erschallen lassen. Die Hauptfeier soll nach dem vom Ausschr« des großen Comitös infolge der ihm von höbster Stelle zugegangenen Mittheilunseii entworfenen Programm vor sich gehen. Nach diesem wird der Kaiser nebst hoy-o Gefolge, in einem Sonderzuge von Wiesbaden kommend, an dem Punkte, wo Eisenbabn die Geisenheimer Chaussee kreuzt, um halb 12 Uhr eintreffen, um stch da zu Wagen auf den Niederwald zu begeben und die Einweihung zu vollziehen. der Enthüllung des Denkmals sollen alle Glocken der umliegenden Ortschaften duio Festgeläute und zwei Batterieen Artillerie durch Kanonendonner den Vollzug des seicr- lichen Actes verkünden. Der Kaiser wird dann, gefolgt von den Fürstlichkeiten^» hohen Würdenträgern des Reiches, die Rückfahrt nach dem Bahnhofe zu Rüdesyev antreten. Auf dieser wird der Kaiser die Huldigung der Stadt Rüdesheim unter em hierzu eigens herzurichtenden Kaiserpavillon entgegennehmen. Auch sollen bei vk Rückfahrt sämmtliche, den Kaiser in 128 Wagen begleitenden Fürstlichkeiten und WürdM' träger seitens der Stadt begrüßt werden die Jnsaffen je eines Wagens durch zv Damen und einen Cavalier. Wie im Walde, vom Platze des Denkmals bis z» Engerweg, die Kriegervereine mit ihren Fahnen Spalier b lden sollen, so n,erD."* der Stadt die Turner und Feuerwehrmannschaften Spalier bilden und vor w - hauptsächlich in der Nähe des Kaiserpaoillons, die Schulkinder in der Tracht Winzern und Winzerinnen, mit Rebenguirlanden geschmückt, kleine mit Trauben getu Körbchen und kleine Legel tragend, sich aufstellen. Daß es sich die Winzer, die KU - die Schiffer, die Bauzunst nicht nehmen lassen werden, dem Kaiser ihre Huldigu f durch Errichtung sinnreicher Ehrenpforten darzubringen, bedarf keiner besonderen wähnung, wie es selbstverständlich ist, daß die Stadt die Straßen, durch wel« kaiserliche Zug kommt, in der reichsten Weise durch Flaggenstangen, Laubgew » Blumenurnen u. f. w. schmücken wirb bis zum Bahnhofe, wo derKaiserdieHuimg der Stadt Mainz entgegennimmt, deren Vertreter auf reichbeflaggten Dampte § der Halle Auffahrt genommen haben werden. Um halb 3 Uhr, heißt es^soll^r^^^

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Gießen, 20. August. Se. Kaiser!. König!- Hoheit der Kronprinz des deutschen

Reichs passirte heute Morgen 5 Uhr 18 M>n. auf der Reise nach Frankfurt a. M- W hfl S' unsere Stadt.