Ausgabe 
18.11.1883 Erstes Blatt
 
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Handel und Verkehr.

Gießen, den 17. Novbr. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund 3t 1.081.10, Hühnereier per Stück 7 Käse Stück 59 Käsematte 3 Erbsen per Liter 20 Linsen 30 Tauben per Paar 6580 Hühner per Stück 3t 1.001.30, Hahnen per Stück 3t 0.801.70, Enten pr- St. 3t 0.000.00, Ochsenfleisch per Pfund 7072 Kuh- und Rindfleisch 5660 H, Kalbfleisch 50 bis 54 X Schweinefleisch 6264 2%, Hammelfleisch 6070 Kartoffeln per 100 Kilo 3t 3.003.30, Milch pr. Ltr. 1318 Si. Gänse pr. Pfd. A 4054. Zwiebeln per Ctr. 3t 6.507. Weißkraut per Hundert 3t 3-006.

Salten werden; dahingegen kann solchen Unternehmern, welche weniger als 50 Personen beickättiaen die Errichtung einer Kasse geftatlst werden, wenn die höhere Verwaltungs- b-oörde die nachhaltige Leistungsfähigkeit der K ffse für dargcthan erachtet.

Befreit von der Verpflichtung zur Leistung von Beiträgen aus eigenen Mitteln itnd nach S 52, Abs- 2 diejenigen Arbeitgeber, tn deren Betrieben Dampskcffel oder durch elementare Kraft bewegte Triebwerke nicht verwendet werden und welche nicht mebr als 2 dem Versicherungszwange unterliegende Arbeiter beschäftigen.

Bekanntlich hat Herr Stadtverordneter Ad. Noll s. Z. den Antrag gestellt, die Mitglieder der beiden hiesigen Feuerwehren gegen Unfälle zu versichern. Dieser Antrag wurde in einer späteren Sitzung der vereinigten Finanz- und Fmerlösch-De- vutatton überwiesen zur Einziehung von Erkundigungen tn anderen Städten und Abgabe von Gutachten hierüber. Aus den Städten Darmstadt, Mainz, Offenbach und Worms liegen nun der heutigen Versammlung Berichte hierüber vor und erhellt aus denselben Folgendes: Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zu Darmstadt sind gegen Unfülle derart versichert, daß st- im Falle einer Verunglückung und dadurch bedingter Arbeitsunfähigkeit für die Zeit von 26 Wochen eine wöchentliche Unterstützung von 20 3t, im Falle dauernder Arvettsunfähigkeit oder beim Todesfall die Hmier- bliebenen einen Betrag von 2000 3t oder eine entsprechende Rente erhalten. Dieser Betrag soll vom nächsten Jahre ab auf 4000 3t erhöht werden - In Worms besteht zur Unterstützung verunglückter Feuerwehrleute ein Fonds von 2800 3t, zu welchem die Stadt jährlich 300 3t, die Sparkasse 100 3t Zuschüßen, welchem Fonds außerdem noch die Zinsen und Zinseszinsen desselben zerfließen. - Im Falle -intretend-r Arbettsunsähigkeit zahlt die Stadt an verunglückte Feuerwehrleute eine Entschädigung bis zur Höhe ihres jeweiligen Wochenverdienstes. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zu Mainz sind gegen Unfälle mit tödtlichem Ausgang mit 4000 3t pro Mann versichert, während für Fälle eintretender Arbeitsunfähigkeit die Stadt die Ver­sicherung selbst übernommen hat und in solchen Fällen eine tägliche Vergütung von 3 für Feuerwehrleute, 5 für Chargtrte gewährleistet. In Offenbach besteht eine Versicherung der Feuerwehrleute nickt. Die vereinigte Finanz- und Feu-rlösch- d-putation beantragt, in Anbetracht des Umstandes, daß Unfälle bei Bränden und U-bungen so selten vorkommen, bet den hiesigen Feuerwehren seit deren Bestehen nicht vorgekommen sind, ferner aus Mitteln der Landesbrandkasse ein bestimmter Procentsatz für etwa vorkommende Unfälle gezahlt wird, die Versicherung nicht bei einer ent­sprechenden Anstalt zu bewirken, sondern diese selbst in die Hand zu nehmen. Es wird beschlossen, diese Sache nochmals an die vereinigt- Commission zmückzuv-rweis-n mit dem Aufgeben, daß dieselbe ein Statut ausarbeite, in welchem Bestimmungen über die Art und Weise der Unterstützungen und die Höhe derselben bet vorübergehender, dauernder Arbeitsunfähigkeit und bei Todesfällen festgesetzt sind. Zu diesem Zwecke soll alljährlich ein bestimmter Betrag in das Budget eingestellt werden. Die in einem Rescript Großh. Ministeriums an Großh. Kreisamt in Betreff der Erbauung eines Schlachthauses zu Gießen oersügten Aenderungen einiger §§ der Schlachthaus-Ordnung u. A. betr. diejenigen SS über Aufzählung des Viehes, die Untersuchung des Viehes vor und nach dem Schlachten und Verbot der Abgabe von Fleisch von nicht unter­suchtem Vieh, die Beibringung von Bescheinigungen über von auswärts eingebrachtes Fleisch, das Schlachten der Pferde u. s. w., werden in der Hauptsache genehmigt. In Betreff beS Schlachtens von Pferden hatte Großh. Ministerium empfohlen, hierfür eine Zeit zu bestimmen, während welcher anderes Weh nicht geschlachtet wird. Die Baudeputation stellte hierzu den Antrag, besondere Räumlichkeiten für die Pferdeschlächterei zu er­richten; der Antrag wurde angenommen. Dem Gesuche des Gießener E>soereins um Erlaubniß zur Aufstellung einet Bretterbude an der Eisbabn hinter den Eichgärten und zwar für die Dauer der Eiszeit, wird Genehmigung ertheilt. Die Wasser bude des Herrn Heinrich Rain am Neustädter Thor soll, analog den übrigen Wasser­buden, mit einer Pacht von 3 3t pro Jahr belegt werden. - Dem Gesuche mehrerer B-wohner des Wieseckerwegs um Beleuchtung dieser Straßenstrecke wird entsprochen und sollen daselbst 2 Petroleumlaternen aufgestellt werden, für welche die bei bereits bestehenden Laternen übliche Vergütung gezahlt werden soll. Auf erhoben- Beschwerde der Frau Wtttwe Schneider wegen des ihrem Hause in der Sonnenstraße durch Stauen d-s Wassers und sonstig- Verunreinigung zug-- sügten Schadens soll zunächst eine Umpflasterung des nach der Sonnenstraße führenden Gäßchens vorgenommen werden. Der in Betreff der Verpachtung des westlichen Thorhauses am SelterSweg zwischen der oberen Bergbehörde und der Stadt Gießen ausgeardeitete Pachtvertrag kommt zur Vorlage und wird genehmigt. Die Stadt zahlt für die Benutzung fragt Hauses, in welches di- Octroierheberstelle zurückv-rlegt werden soll, 500 3t jährliche Pacht, bet halbjähriger Aufkündigung des Vertrags. Mehrere aus der stattgehabten Lutherfeier entstandene Kostenrechnungen, u. A. Schmücken der Realschule rc., werden genehmigt, desgl. die unentgeldliche Verabfolgung von Reisern ec. zum Schmücken der Häuser am Ludwigsplatz.

Gießen, 16. November. (Theater.) Die große Posse von Mannstädt:Der tolle Wenzel" ging heute in Scene und errang durch seine derb-komischen, ja bur­lesken Situationen und hauptsächlich wohl durch den lokalen Beigeschmack, der ihr gegeben wurde, einen vollen Erfolg. Viele in dem Stück aufgewendeten Witze geben an ehrwürdigem Alter unserem Rathhause nichts nach- Andererseits aber wird man S zugestehen, daß das Alte und das Neue mit einem deutlichen Gefühl für den neneffect verarbeitet ist; daß sich neben den Witzen älterer Jahrgänge manch' heiterer Einfall voll jugendlicher Frische angenehm bemerkbar macht-

Die komischen Situationen ergeben sich aus den nun einmal unvermeidlich scheinenden, aber hier ganz ergötzlich angelegten Verwechselungen zwischen dem durch seine tollen Streiche bekannten Max Wenzel und dem ehrbaren Registrator Wentzel; die zumeist etwas breit ausgesponnenen Episoden sind mit einer hinlänglichen Menge humoristischer Würze ausgestattet- Das sehr lockere und willkürliche Gefüge der Scenerie bringt zum mindesten eine gewisse bunte Abwechselung zu Stande.

Die Darsteller waren ihrer Rollen noch nicht ganz sicher und öfters in bedenk­licher Weise auf die Hilfe des Souffleurs angewiesen. Den stärksten Antheil an dem Erfolge des Abends hatte das Spiel der beiden Hauptpartner: des Herrn Braut­le cht (Registrator Wentzel) und des Herrn Voigt (Dertolle" Wenzel). Der erstere schien uns eine zu alte Maske gewählt zu haben- Frauengestalten, in denen sich leichte Pikanterie mit sicherem Taktgefühl, eine gewisse Schärfe des Verstandes mit warmer Herzensempflndung verbinden, werden von Frl- Hoffmann l Erna) gut dar­gestellt. Nur muß sich die Dame noch von der steifen, stereotypen Arm- und Hand­bewegung losmachen. Herr Schreiner brachte seinDiscretion und Verschwiegen­heit" unentwegt und jedesmal in einer besonderen Variation vor. Die übrigen Rollen waren ausreichend besetzt.

Unser intelligenter, strebsamer Mitbürger, dem Gießen viel zu danken hat, würde über sich lelbst, so wie er von Herrn Voigt dargestellt wurde, recht herzlich gelacht haben. Für diesmal übernahm diese Rolle das Publikum.

Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen

Aufgebot«.

November. 13. MLhlarzt Johannes Dörrsann mit Eva Elisabeth Spilaer ,» Lörzenbach. 14. Elfenbeinaraveur Earl Heinrich Sckwan mit Anna Margarethe Möser Tochter des verstorbenen Dienstmanns Johannes Möfer zu Gießen. 15. Hestbiener Wendel Kohlmann zu Undenheim mit W-lh-Imine B-ck-r Tockter d-8 Maurers Wilhelm Becker VII. zu Obernheim. 16- G-rickts - Accesstst Georg Heinnck Snl zu Diedenhofen mit Julie Dieffenbach, Tochter des Ingenieurs Dr. Otto Düfflnbach zu Gießen. u*

Geborene.

October. 31. Eine Tochter von auswärts, Elisabethe. November. 1. gfne Tochter von auswwts, Pauline. 3. Ein- Tochter von auswärts, Helene. 6. Dem Kaufmann Carl Mülle-- ein Sohn. 6 Dem Bahnwärter Johann Agel von Duden­hofen eine Tochter, Katharine. 7. Eme Tochter von auswärts, Pauline. 7. Dem Bremser bet der rechtsrheinischen Bahn Johann Jrcob Etzelmüller eine Tochter Katharine Jacodine. 7. Dem Porzellanmaler Johann Simon -in Sohn, Anion' 8. Dem Sckaftenmacher Hermann Silbermann ein Sohn, Rudolf. 8. Dem Schneidermeister Wilhelm Wi-demeyer ein Sohn, Wilhelm Carl. 10. Drin Zchn- gießer Johannes Zufall eine Tochter. 12. Dem Buchbinder und Sckreibmatertalien- händler Julius Hoos ein Sohn. 12. Dem Fuhrmann Heinrich Belloff eine Tochter' Katharine Wilhelmine. 15. Dem Schuhmacher Phsttpp FeUster etn Sohn.

Gestorbene.

November. 10. Schmied Heinrich Weitzel III.. 76 Jahre alt, von Eisa. 10. Carl Wilhelm, 4 Monate alt, Sohn des Postschaffners Wilhelm Heinrich Veite. 12. Sattler­meister Louis Senner, 68 Jahre alt. 12. Buchhalter Johann Lautenbach, 44 Jabre alt, von Düsseldorf. 12. Kupferschmied Georg Völckner, 45 Jahre alt. 13 Friederik! Schnur, geborene Andreas, 71 Jahre alt, Ehefrau be? Pr>»atscrtbenten Friedrich Leopold Schnur. 14. Katharina Schmitt, 30 Jahre alt, von Maar. 14. Arbeiter Carl Heinrich Lämmer, 56 Jahre alt. 14. Hanblungslehrling Ludwig Uhl, 17 Jahre alt, von Michelnau-

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelisch - Gemeinde.

Getränte.

Den 11. November. Friedrich VaUnttn, Steinbrecher in Gießen, und Luise Margarethe Ncolai, des verstorbenen Nageischmteds Friedrich Karl Nicolai in Gießen eheliche lebige Tochter.

Denselben. Johannes Von Eiff, Weißbinber in Gießen, und Ernstine Scheuplein, des Oeconomen Bernhard Sch-uplem in Gießen eheliche lebige Tochter.

Getanft«.

Den 11. November. Dem Gnrssarmen Adam Lotz eine Tochter, Ida, geboten den 25. September.

Denselben. Dem Taglöhner Wilhelm Dechert ein Sohn, Johann Heinrich Ludwig, geboren den 29. August.

Denselben. Dem Schreiner Wilhelm Donau ein Sohn, Adolf Heinrich, geboren bett 25. October.

Denselben. Dem Bäcker Jakob Klingelhöffer eine Tochter, Lisette Clara, geboren den 4. October.

Denselben. Dem Kaufmann Ernst Blöbner eine Tochter, Clara Auguste Eifa, geboren ben 19 Dctober.

Denselben. Dem Kohlenhändler Eduard Klink-l ein Sohn, Abelf Emst, geboren ben 4. September.

Denselben. Dem Weißbinber Jakob Reiber eine Tochter, Anna Karoline Josephine, geboren bett 25. September.

Den 12. November. D-m Lieutenant Axel Gentner ein Sohn, Constantin Franz Theobor Axel, geboren ben 15. Mat.

Den 14. November. Dem Graveur August Haßler eine Tochter, Auguste Karo­line Elisabeth, geboren ben 1- November.

Den 15. November. Dem Kellner Georg Lehr eine Tochter, Marie Anna, ge­boren ben 10. September.

Beerdigte.

Den 14- November. Ludwig S-uner, Sattlermeistcr dahier, alt 68 Jahre 7 Monate 23 Tage, gestorben den 12 November.

Den 15. November. Georg Völckner, Kupferschmied dahier, alt 45 Jahre 5 Monate 9 Taae, gestorben den 12. November.

Den 16. November. Friederike Scknur, geb. Andreas, Ehefrau des Scribenten Friedrich Leopold Schnur, alt 71 Jahre 4 Monate 25 Tage, gestorben ben 13. Novbr.

Brodpreise

vom 18 November bis 2. December 188 3.

der Bäcker H

1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod .... 28

bei M. Lenz u. C. Steinberger 27

2 (4 Pfd.) Weißbrod .... 56

bei M. Lenz u. C. Steinberger 54

1 (2 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 25

bei M. Lenz u- C. Steinberger 24

2 (4 Pfd.) Schwarzbrod 1. Sorte 50

bei M. Lenz u. C. Steinberger 48

1 (2 Pfd.) Schwarzbrod 2. Sorte 22

bei M. Lenz u. C. Steinberger 21

2 (4 Pfd.1 Schwarzbrod 2. Sorte 44

bei M- Lenz u. C. Steinberger 42

3 (6 Pfd.) Schwarzbrod 2. ©orte bei L. Keil, Ludwig Schneider, Georg Müller, K. Haas ... 66

der Brodverkäufer 5i

1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod . ... 28

2 (4 ) .....56

1 " (2 " ) Schwarzbrod 1. Sorte 25 bei Hch. Rain 22

2 , (4 ) Schwarzbrod 1. Socke 50

bei Hch. Rain «

3 (6 ) Schwarzbrod 1. Socke -

1 (2 ) Schwarzbrod 2. Sorte 22

bei Hch. Rain 2

2 (4 ) Schwarzbrod 2. Sorte ti bei Hch. Rain 42

3 (6 ) Schwarzbrod 2. Sorte 60

Gießen, den 17. November 1883.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Fresenius.

Altkatholischer Gottesdienst

Sonntag den 18. November, Vormittags 11 Uhr, in der Stadtkircht«

Allgemeiner Anzeiger.

Frische Schellfische, Kieler Sprotten, Bratbückinge

eingetroffen bei 7648

C. Gr. Hleinhenn,

1 Kreuml. Delicateffenbdla.. Kremvl. 1.

Verkäufe und Verpachtungen, Betheiligungen, Hlellen-VakanM etc.

werden am sichersten durch Annoncen in zweckentsprechenden Zeitungen zur Kenntniß der b-z. Reflektanten gebracht; die einlaufenden Offerten werben den. Inserenten im Original zugesandt. Nähere Auskunft ertheilt die Annoncen-Expedition von Rudolf

Moffe, Frankfurt a. M., Roßmarkt Nr. 3.____

7645 Ein Hausbursche sofort gesucht. I 7636 Braves Dienstmädchen gesucht

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gehörend in Möbi erhaltenem Hanvtüch 3 Dtzv.

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