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Stadtverordneter. I Architect.
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, Kaufmann. I Kaufmann.
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Ne. IST» Grft-s Blatt. Sonntag den 17. Juni
1883,
ießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Bvr.ßv, Schulstr-tz- 7. Erscheint täglich mit Auinahn-- M WM«««. 2 ?*?,.*? B
” Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Marl 50 Pf.
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Amtlicher Theil.
Bekanntmachung.
Gefunden: 1 Metermaß, 1 Brille, 1 Regenschirm, 1 Kinderkragen^ i Portemonnaie mit Inhalt, 1 Taschentuch, 1 Shlips, mehrere Schlüssel und Hundeblechmarken.
Arrgelaufen: 1 weißer Pinscherhund 1 Metzgerhund, schwarz mit weißer Brust.
Gießen, den 16. Juni 1883. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
___________________________________________________Fresenius.____________________________________________
Betreffend: Ergänzungswahlen der Gemeindevertretungen. Gießen, den 15. Juni 1883.
Das Großherzogliche evangelische Dekanat Gießen
an die evangelischen Kirchenvvrftände des Dekanats.
Mit Beziehung auf den Erlaß des Dekanats in Nr. 126 d. Bl. eröffne ich Ihnen, daß Großherzogliches Ober-Consistorium lt. Verfügung vom 12. d. M. zu Nr. 6110 verordnet hat, daß der Anschlag an die Kirchthür, wo er aus Versehen unterlassen worden ist, nachträglich erfolgen soll. ___Strack.____________________________________________
Pfarr-Conferenz.
Montag den 33. Juni. Nachmittags, Pfarr-Conferenz auf dem Gleiberg. Herr Superintendent wird zugegen sein.
Lang-Göns, den 16. Juni 1883. Strack, Dekan.
Keulschland.
m Darmstadt, 15. Junt. Die zweite Kammer nahm in ihrer gestrigen Sitzung eine Vorstellung des Direktors des Verbandes Starkenburger Erwerbs- und Wuthschafts-Genossenschaften in Betreff des Art. 11 des Einkommensteuergesetzes entgegen und erledigte in zweiter Lesung den Gesetzesentwurf, die Erbauung von Sekundär« bahnen betnffenb, durch Annahme der Beschlüsse erster Lesung mit Ausnaht,re der auf Antrag Ellenberger's damals beschlossenen Bestimmung, daß den Gemeinden auch die von ihnen in Form der freien Stellung des Geländes zum Bahnvau geleisteten • Beitrüge verzinst und zurückgezahlt werden sollen.
Die Interpellation des Adg. Racke, die Regulirung der Nahe Mreffenb, beantwortet StaatHmtnister Frhr. v. Starck dahin, bte R gieruug werde der Königlich Preußischen Regierung die Bereitwilligkeit, zum Behufe der Herbeiführung einer gemein^ famen Eorrect-on ber Nahe in Verhandlungen einzutreten, alsbald erklären lassen. — Bei dieser Gelegenheit bemerkt der Staatsminister weiter, daß er beabsichtige, die von acht Abg ordneten gestellte Interpellation in Betriff der kirchenvolitischen Lage nicht letzt, sondern erst bei dem im Oktober d. I. in Aussicht stehenden Wiederzusammentritt der Kammer zu beantworten, und zwar mit Rücksicht darauf, daß das Ergebniß der dem preußischen Landtag zugegangenen Vorlage auf Modification der sog. Muigesetze nach Lage der Verhältnisse nicht ohne erheblichen Einfluß auch auf die Behandlung der Angelegenheit bei uns bleiben könne. — Der Antrag der Abgg. Kugler und Böhm auf Aufnahme armer Waisenkinder in die Großh. Hess. Landeswaisenanstalt betnffenb, angenommen; zur Vollendung der Arbeiten zur Beseitigung der aus Erdrutschungen bei Dienheim erwachsenden Gefahren der Betrag von 9000 «X aus Überschüssen der laufenden Fmanzperiode verwilligt und ber Vorlage des F nanzministeriums auf Er« richtuvg eines definitiven Stationsgebäudes im Bahnhofe Egelsbach ohne Debatte zugestimmt.
Die hierauf folgende zweite Berathung des Gesetzesentwurfs, die allgemeine Ein« kommensteuer betreffend, ergibt im Großen und Ganzen Annahme des Entwurfs m der Fassung der ersten Lesung. Von Bedeutung ist nur der gestern mit 20 gegen 1 n beschlossene Strich der in der ersten Lesung angenommenen Bestimmung, daß die Vorstände der Spar- und Leihkassen und ähnlicher Institute gehalten sein sollen, der Steuerbehörde auf Verlangen über die Einlagen bestimmter, Seitens der Steuerbehörde namhaft zu machender Personen Auskunft zu ertheilen. - Ministertal- ratb SMIler erklärte gestern Namens der Regierung, daß dieselbe auch ohne diese Bestimmung auszukommen gedenke. — Zu Art. 46, welcher in seinem Schlußsatz Einkommen unter 300 <X für steuerfrei erklärt, beantragen die Abgg. Wasserburg und Genossen die Aufnahme einer Bestimmung, wonach Diejenigen, welche in Folge dieser Bestimmung in der Ausübung ihrer politischen Rechte beschränkt sind, berechtigt sein sollen, eine Eintragung in die Steuerlifte mit 1 X Einkommenfteuerkapital zu bet Uhren; die Steuer soll in einem Jahresziel erhoben werden. — Geh. Oberfteuerrath Bauer erklärt Namens der Regierung, daß bte Wahrung ber politischen Rechte ber tn JKebe stehenden Personen einfach dadurch erfolgen könne, daß dieselben sich zur untersten Steuerklasse mit 10 X Steuerkapital anmelden. - Osann stellt einen bäh'" gehenben Zusatzantrag zu Art. 48, welcher Annahme findet. — Zu Art. 46 beantragt weiter Franck, bas von Wasserburg angenommene kleine Steuerkapital auf erhöhen, wahrend Ellenberger an Stelle der in der ersten Lesung be- Scala in den untersten Klassen folgende beantragt: Einkommen von 300 r? §?e“2rtaÄ‘al' ”on 400-500 M. 15 M., von 300—600 M. 25 M. und
aL ^®rteuettipJUl' ®le Anträge Wass-rdurg und Ellenberger mH h™ 4™' die übrigen 3lrtiM des Entwurfs nach der Fassung angenommen b 3Intr00 Osann zu Artikel 48, sowie das Gesetz im Ganzen eine Sitzung der zweiten Kammer wird als neu-Eingabe verkündigt
-a -rtd-Ni-n “?8, welche das Ansinnen enthält die Zustimmung
za ertheilen, dah zur Bestreitung der Kosten für Wiederberstelluna der hnrrfi dir f>o<6= ^l**6ctl Ittstorten oder beschädigten Landdämme der im Staatsbudget für 1882—85 ge- S Ä b,esa bOO.OOO Zweiter, und dieser
soweit er n cht durch Ueberschüsie des laufenden Budgets gedeckt wird, durch Ausgabe vierprocentiger Staatsobligationen gedeckt werde. — Aba Theobald erstattet Namens des Finanzausschusses mündlichen Bericht über die Vorlage ber ^es tt^ung in Betreff der Erbauung einer Gensdarmeriekaserne zu Darmstadt. Tie QMrs beantragt Bewilligung des reducirten BetraM von 50,000 X, bie W?inberbeit Ablehnung. — Die Kammer ertheilt sodann nach mündlicher Vericht- et4* be8o816?- Wolfskehl ber Vorlage ber Regierung auf Veräußerung von entbehrlichem Landeseigenthum in ben Gemarkungen Nierstein unb Dorheim^ohm A’ebQtte ihre Zustimmung.
Es folgt zweite Berathung des Kapitalrentensteuergesehes. Zu einer sehr ein- un? ^bhaften Debatte führt ber in erster Lesung auf Antrag der Abgeorbneten schade und Genossen beschlossene Zusatzartikel 2a, welcher lautet: „Die so gebildeten öteuerfopitalien sollen procentualiter zur Herabsetzung der Grund- und Gewerbesteuer
kapitalien verwandt werden." — M-yisterialrath Müller erklärt Namens ber Regierung, daß nach einem Beschlüsse bes Staatsministeriums der Gesitzesentwurf mit dieser Bestimmung für bte Regierung unannehmbar sei. In demselben Sinne spricht sich Ministerialpräsident Schleiermacher aus, der die Unmöglichkeit betont, daß die Regierung sich mit einer Bestimmung einverstanden erkläre, welche eine reine System- losigkett in unsere Steuerverhältntsie bringe. Für den Zusatzartikel treten namentlich die Abgeordneten Schröder, Franck, Wolz, Pfannstiel, Schade, Wasserburg und Racke em, gegen denselben sprechen Wolfskehl, Maurer, v. Wedekind, Metz, Jöckel, Tecklenburg, Schaum, Falk, Arnold, Böhm, sowie der Berichterstatter Möllinger. In namentlicher Abstimmung wird Art. 2a mit ^3 19 Stimmen abgelehnt. — Die übrigen Artikel des Entwurfs werden ohne
Deübtie in der Fassung ber ersten Lesung unb bas Gesetz im Ganzen gegen 7 Stimmen angenommen.
Hierauf vorgenommene zweite Berathung des Gewerbesteuergefetzes ergibt Annahme desselben in der Fassung erster Lesung mit einer von Wolfskehl beantragten Abänderung in Art. 25. Auch ber Gewerbesteuertarif wird in zweiter Lesung genehmigt und macht Schröder bei dieser Gelegenheit auf bte zu hohe Besteuerung der Wein- Commsistonäre aufmerksam.
Nächste Sitzung morgen Vormittag 9 Uhr.
England.
London, 14. Juni. Der anläßlich des Dynamit-Complots gegen Wiljon und Genossen wegen Verrath und Felonie geführte Proceß, der vor einem Specialgerichtshos unter Vorsitz des Lord Oberrichters stattfand, ist heute Abend zu Ende gegangen. Von den Geschwornen wurde gegen Wilson, Thomas Gallagher, Whitehead und Curtin das Schuldverdict abgegeben, Ansburghe und Bernard Gallagher wurden freigesprochen. Vom Richter wurde gegen die vier schuldig gesprochenen Angeklagten aus lebenslängliche Zwangsarbeit erkannt.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegv. Correspondenr-Bureau.
Berlin, 15. Juni. Die kirchenpolitische Commission genehmigte heute den Art. 5 der Regierungsvorlage mit einem Amendement, wonach die staatlich anerkannten Bischöfe auch außerhalb ihrer Diöcesen geistliche Handlungen vornehmen dürfen, und nahm Art. 6 unverändert an. Alle übrigen Anträge wurden abgelehnt. Die erste Lesung ist damit beendet, morgen findet die zweite Lesung statt.
— Fürst Alexander von Bulgarien machte gestern dem Fürsten Bismarck einen einstündigen Besuch.
— Der Kaiser ist Abends 10% mittelst Extrazugs nach Wiesbaden und Ems abgereist. Der Kronprinz und Prinz August von Würtemberg verabschiedeten sich vom Kaiser auf dem Bahnhofe.
Weimar, 15. Juni. Die jüngste Tochter des deutschen Bothschasters in Wien, Prinzen Reuß, Prinzessin Johanna, Enkelin des Großherzogs, rst in der vergangenen Nacht an der Diphteritis hier gestorben.
Hamburg, 15. Juni. Die Reichstagswahl für den verstorbenen Abg. Julius Sandtmann ergab folgendes Resultat: Roscher (Secessionist') 4555, Rabe (Fortschritt) 6469 und Bebel (Socialdemokrat) 9077 Stimmen. Es findet somit eine Stichwahl zwischen Rabe und Bebel statt.
Wien, 15. Juni. Aus Semlin wird der Einsturz des größten serbischen Vahntunnels zwischen Belgrad und Ripiani gemeldet.
Paris, 15 Juni. Contre-Admiral Pierre meldet über die Beschießung der Stadt Majunga auf Madagaskar folgendes: Die Stadt wurde durch 3 Forts mit 30 Kanonen und 2000 Mann Besatzung vertheidigt. Auf die Aufforderung zur Uebergabe gab der Commandant eine höhnische Antwort und begann in Folge dessen die Beschießung am Morgen des 16. Mai. Die Forts erwiderten das Feuer, wurden aber rasch zum Schweigen gebracht. Die Handelsniederlagen haben keinen Schaden erlitten. Die Franzosen haben den Platz besetzt und erheben die Zolleinnahinen. Verwundungen sind nicht vorgekommen, der Gesundheitszustand der Truppen ist vortrefflich. — Der Minister des Aus-


