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1883
Sonntag den 15. Juli
Erstes Blate
Nr. 161
Erscheint täglich mit Ausnahme des MsntagS.
. Bureau: Schulftraße 7.
kann nicht gerechnet werden. Darmstadt, den 16. Juni 1883.
Preis viertesjährlich 2 Mark 20 Pf. intt Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Großherzoqliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Gros.
Berlin, 12. Juli. Nachrichten aus den von schweren Wasserschäden heimgesuchten Tdeilen Schlesiens lassen darüber keinen Zweifel, daß die nächstbetheillgten Kreise, private wie öffentliche, also unter diesen die Kretsverbande und die Provinz, in reger Thäligkeit sind, um das Eintreten von Nothstanden zu verhindern, den Verkehr wieder herzustellen und den von den Wasserschaden schwer betroffenen Familien SubMentmittel zuzuführen, so daß es den Anschein gewinnt, daß das E-ntreten des Staates mit seinen Hülfsmttteln mehr ein subsidiäres, weniger auf die Besett-gung der Noth des Augenblicks, als auf die Erhaltung der vorzugsweise betroffenen Gemeinden und Einzelwirthschaften in leistungsfähigem Zustande gerichtet sein wird. Wenigstens sind bis jetzt aus keinem Theile der Provinz zahlenmäßig ffxtrbare Anforderungen an die Staatskasse herangetreten.
ießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
Bekanntmachung.
Gefunden: 1 Kinderschürze, 1 Kriegsdenkmünze von 1870/71, 1 Strängchen schwarze Seide, 1 Pincenez, 1 Sonnenschirm, 1 Taschentuch 1 Paar weiße Strümpfe, 1 Portemonnaie ohne Inhalt, 1 Futteral mit Spiegel und Kamm, ein Theil einer Nähmaschme.
Zugeflogen: 2 Kanarienvögel.
Gießen, den 6. Juni 1883. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius. ________
■ Gruft den Geisten!
Seid uns denn willkommen, von ganzem Herzen willkommen, ihr frohen frischen Turner!
Euch zu Ehren hat unsere Stadt ein festliches Gewand angelegt; was in ihren Kräften stand, haben die Bewohner gethan, um Euch würdig zu empfangen. Und wenn nicht überall Wille und That gleichen Schritt halten, so fühlt es an unseren Blicken, an unserem Handschlag, wie warm unsere Herzen Euch entgegenschlagen.
Die edle deutsche Turnkunst ist Vie Erzeugerin und Pflegerin der Mannhaftigkeit. „Während Ihr zu spielen scheinet, dienet Ihr dem Vaterlandes^ Denn Ihr wollt ein Geschlecht bilden, nicht von mattherzigen, begeisterungslosen Schwächlingen, sondern ein Geschlecht von lhatkräftigen, weder geistig noch leiblich verkrüppelten Mannern, wie die Zeit sie verlangt und künftig vielleicht noch mehr verlangen wird.
Dieser Gedanke, raß unser Fest einen, wenn auch noch so winzigen Baustein hinzutragen wird zu dem großen Gebäude, an oem das deutsche Volk arbeitet, dieser erhebende Gedanke erfülle uns in diesen Tagen!
So möge denn unser Fest einen durch nichts getrübten, in allen seinen Theilen mohlgelungenen Verlauf nehmen. Möge es bei allen seinen Teilnehmern ein frohes, belebendes Andenken zurücklaffen. In dieser Hoffnung rufen wir allen unfern Gästen und Fest- qenossen zu:
Gut Heil! dreifach Gut Heil!
Telegraphische Depeschen.
Wolff's telegr. Korrespondenz-Bureau.
Berlin, 13. Juli. Der deutsche Kronprinz und die Kronprinzessin trafen heute Vormittag von Potsdam hier ein und besichtigten dre Preisarbetten der Schüler in der Kunstakademie. Am Mittag nahm das kronprmzllche Paar im Palais die Glückwünsche sämmtlicher anwesender Staatsmrmster zur Geburt des zweiten Sohnes des Prinzen Wilhelm entgegen.
— Der deutsche Kronprinz wird sich am Samstag Abend zum Befuch der v. .Bodelschwing'schen Anstalten nach Bielefeld begeben. Die Ankunft findet dort Sonntag früh um 4 Uhr statt, die Abreise Montag Nachmittag um 4 Uhr.
Der Deusche Reichs-Anz." publicirt ein Concurrenz-Ausichreiben für den Erweittrung^lan der königlichen Museen in Berlin wozu
Architekten eingeladen werden. Für die besten Losungen find 4 Preise von je 5OOO®Q^fX0X/üS■f^t^t eine liebersicht über die Arbeiten der Co» nufFion SluStS eines bürgerlichen Gesetzbuches woraus erhellt aß
die Arbeiten der Commission in erfreulichem Fortschu ^griffen stnd, so daß - ""8$| ÄS «SLSLH »
weder Deutschland in Spanien, noch letzteres m Deutschland zu den mei|tbe« äünstiaten Nationen gehört, eine Aenderung zunächst iiicht eintritt.
9 ' t '13 3uit. jTtsza-Esztm-r Proeeß j Die heutige Verhanb-
luna bram’ mOer Vernehmung bet UniversitÄs - Professoren MihalkooicS und äniÄ sich beide im Sinne der V-rtheidiger gegen die Suppostiion der
Abschlachiuna und des Leich-nschmuggels äußern. Um den Tod der Esther u, so kurzer Zeit herbeizusühren, wie Moritz Schars vorgibt, hatte die große Halsader durchschnitten
Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Herbst 1883.
Bekanntmachung.
Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im Herbst 1883 stattfindenden Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgesordert, ehre deßfallsigen Gesuche um Zulaffung bei Meldung des Ausschluffes von dieser Prüfung
' spätestens bis zum 1. August 1883
bei der unterzeichneten Commission einzureichen.
Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Speciellen das Folgende bemerkt: , tm ..
1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende tm Grohherzogthum Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat.
2. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 11. Lcbensiahre erfolgen. . A„AoA < ..
3. Das Gesuch muß von dein Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adreffe angegeben wird.
4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen:
b. EinwMgungsMtcst des Vaters oder Vormundes mit Erklärung über dessen Bereitwilligkeit und Fähigkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen;
c. ein Unbescholtenheitszengniß, welches von der Polizei-Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist,
«I. ern RlbltgtfWfcaw Lebe Inders bemerkt, daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder, Vormundes,
Kagr fei, oeu Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalt, : zu können, nicht fehlen darf und daß die Unterschrrft des Vaters oder 5. In ^e^G^esuche^ist" au'ßerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, Lateinisch oder Griechisch) der sich 6. Jst^bereu/früher ein Gesuch um Zulassung zur Prüfung eingereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheitszeugniß Ueber'die^ Anforderungen, welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt die Prüsungs - Ordnung (Anl. 2 zur Ersatz-Ord. — I- Theil der Wehr- Ord. vom 28. September 1875 — Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) Aufschluß. , t onh,mA
Bezüglich des Prüfungs-Termins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt ev. weitere Bekanntmachung, auf specielle Ladung
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