1883
Sonntag den 15. April
Erstes Blatt
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Erscheint tL-ttch mit Ausnahme deS «SNtags.
Bureaut Schulstraße 7.
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Lokale-.
Hend-Bulletin über den Grobherzog'? <Sie6en, i4. ^ptu. farterem Sch»«» Suflm noch fort. | ZKw-Äti»
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PreiK vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. tritt Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Darmstadt, 13. April. Ernannt wurden: am 7. April der Amts- aerichtsdiener bei dem Amtsgerichte Fürth Georg Schweitzer zum Amtsge- richtsdiener bei dem Amtsgerichte Darmstadt II und der Stadtgerichts- biener-Substitut Adam Fey zu Darmstadt zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgerichte Fürth.
lautet: Entzündliche Lungenaffection bei schreitend, Fieberzustand aber geringer.
Freiburg, 13. April. In dem Proceß wegen des Hugstettener Eisenbahn-Unglücks wurden alle Angeklagten freigesprochen und sämmtliche Kosten der Staatskasse zur Last gelegt.
München, 13. April. Der Maler Director Franz von Seitz ist
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Correspondenr-Birreair.
Berlin, 13. April. Die Abreise des Kaisers nach Wiesbaden ist nun-
Anzeigen.
irädchm sucht ii! le zur Stütze der rn.
nter J. B, poft;
eichener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
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mehr auf Montag Abend festgesetzt.
Berlin, 13. April. Reichstag. Auf die Interpellation Rlchter, warum Die Neuwahl tn Dortmund erst gestern auf den 17. Mat anberaumt worden fd, erwiderte der Bundescommlssar, daß die Verzögerung durch die zeitraubende Neuausstellung der Wahllisten entstanden sei. Wtndthorft und Richter verlangen eine schnellere Aufstellung. Bei S 44 der Gewerdenooelle (Handlungsretsende) enisptnnt sich eine sehr lange Debatte. Absatz 3 (Legitimationszwang der Handlungsreisenden) wird mit 146 gegen 146 Stimmen abgelehnt und der Paragraph nach Streichung einzelner andere^ Bestimmungen genehmigt. Zu 8 44a (Legitimationskarte, Bestellungen Aussuchender) wird ein Antrag Baumbach's angenommen aus Streichung der Bestimmung über die nähere Bezeichnung des Gewerbebetriebes tn der Karte, und zwar mit 149 gegen 142 Stimmen; ebenso werden die Absätze 3, 4 und 5 (Gründe für die Versagung und Rücknahme der Legi- timatiynskarte) gestrichen. Der so veränderte Paragraph wird dm n angenommen. Ebenso Art. 10 a (Ausschluß aus der Innung). Der Antrag auf E nsührung der Ge- sellenlnnungen wurde an die Generbekommission verwiesen. _
- Gegenüber der Meldung der „Nationalzeitung", daß ein namentlich be- zeichnrter Rath des Reichsjustizamts einen Entwurf bezüglich der Revision d<s Akticn- acsetzeS ausgearbeitet habe, sagt die „N- A. Z.", dieselbe zeuge von einer Ntchttennin ß der Grundsätze, wonach die Geschäfte der Reichsverwaltung geführt würden. Zur Aufstellung so wichtiger Bundesrathsvorlagen pflege nicht ein einzelner Referent, sondern eine Reihe von Referenten, die verschiedene Richtungen verträstn, bestellt zu werden. Die maßgebende Entscheidung über den Inhalt der Vorlage im Ganzen und im Einzelnen treffe der Reichkanzler oder in feiner Vertretung die Chefs der Reichsamter.
— Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die bereits bekannten und vom Bundes- rath grukhmigten Ausführungsbestimmungen zum Verbot der Einfuhr amerikanischer Schweme und Schweinefleisches.
Schwerin, 13. April. Das Abend-Bulletin über den Großherzog
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unb solider Mini nb guter Behänd- iunft bei , in Tillenburg. rwünscht-
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gestorben.
Pesth, 13. April. Die wegen Mailath's Mord Verhafteten verwickelten sich beim Verhöre zwar in vielfache Widersprüche, legten aber durchaus kein Geständniß ab. Der Untersuchungsrichter Toth und der Gerichtsnotar Gyuerki haben sich Nachmittags nach Preßburg begeben, da man von dem Verhöre des -ort verhafteten Spanga weitere Ergebnisse erwartet.
Prag, 13. April. Die Polizei überraschte eine geheime Socralisten- Versammlung; sie fand Waffen, Munition und socialistische Schriften und nahm fünf Verhaftungen vor.
Preßbnrg, 13. April. Die Verhaftung Spanga's erfolgte gestern Abend auf Grund der Anzeige der Eigenthümerin eines öffentlichen Hauses, welche auf den dort erschünenen, mit einer Narbe im Gesicht versehenen jungen Mann aufmerksam gemacht worden war. Als Spanga den Poltzet-Jnspektor Schwingelschlögel in das Haus ein- treten sah, verließ er dasselbe sofort und eilte durch die Rosengasse bis zum Hotel Spender. Spanga trug in der linken Hand einen Regenschirm und hielt die rechte Hand in der Tasche seines Ueberrocks verborgen. Der Polizei-Inspektor vermuthete, daß Spanga e'ne Waffe in seiner Tasche trage und ergriff detzhalb, als er den Fliehenden erreichte, denselben am rechten Arm. Spanga riß sich von dem Polizei- Inspektor los, zog einen Revolver aus der Tasche und gab damit 3 Schüsse aus sich selbst nach dem Gesichte ab. Zwei Schüsse gingen fehl, der dritte drang m den linktn Mundwinkel, die Kugel blieb unter dem linken Auge am Jochbein stecken. Der Polizei- Inspektor bemächtigte sich mit Hülse des Herbetgekommenen Gastwirths Jordan des Spanga und brachte denselben aus einem Wagen nach dem Rathhause, wo der herbet- ßerurene Stadtphysikus den bewußtlos Gewordenen zum Bewußtsein zurückbrachte. Der Verwundete bekannte, daß er Spanga sei und daß er Berecz, Pttely und Javor kenne, in der Matlath'schen Wohnung sei er aber seit vorigem Sommer nicht gewesen, an der Ermordung Mailath's habe er nicht Thetl genommen. Bei der Durchsuchung der Kleider Spanga's wurden eine große Brieftasche mit 52 Gulden Papier, ein Geldbeutel mit 3 Gulden Silber, ein Fläschchen mit einer starkrtechenden, vermuthlich Gift enthaltenden Flüssigkeit, eine Ctgarrentasche, eine Taschenuhr von Nickel und em Paar rothe Handschuhe gefunden. Spanga wurde vom Rathhause nach dem Landeshospital transporttrt, die Wunde wird für nicht lebensgefährlich gehalten, auch gelang es, die Kugel aufzufinden und zu entfernen. Spanga hat bei einem mit ihm vorgenommenen zweiten Verhör ausgesagt, daß er wegen emes bet dem Dr. Schwartzer ausgesührten Diebstahls aus Pesth geflüchtet sei, daß er sich acht Tage in Wien aufgehalten habe und daß er gestern mit einem Bauernwagen hier angekommen fei. Die UeberfÜhrung Spanga's nach Pesth wird erfolgen, sobald derselbe transportfähig ist.
Bern, 13. April. Der elfgliederige Ausschuß des Nationalraths hat mit 8 Stimmen gegen eine den Rückkauf der Centralbahll und Bözbergbahn durch den Staat beantragt.
Bordeaux, 13. April. Der durch den Brand des militärischen Proviantgebäudes ungerichtete Schaden wird auf 1 Million Francs geschätzt, ungerechnet die Beschädigungen, die daS in den beiden obersten Stockwerken abgebrannte Gebäude erlitten hat. Personen sind dabei nicht zu Schaden gekommen. Die Flammen brachen gleichzeitig an zwei entgegengesetzten Stellen hervor, so daß auf Brandstiftung geschlossen wird.
London, 13. April. Die „Daily News" meine«, der Beitritt Italiens zu dem Bündnisse zwischen Oesterreich und Deutschland sei eine erhebliche Ver-
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- lieber ein h-it-r-s, der
Mißgeschick berichtet die France: Die Mathematiker si sprichwörtlich gewordene streuthett berühmt. Cauchy, Arggo, Ampdre gabennoch nicht die ganz- Beispiele der Vergeßlichkeit. Doch hatte man- d^,1 $ tnitfdnv8d)e Überführen können Akademie der Wissenschaften einer ühuffä£^ Die Akademie
und erst dem 19. Jahrhundert blieb ^Q^rf/IctXnb^^reiVfrafle gestellt: „Wie läßt sich der Wissenschaften hatte im vorigen Jahre folx n ^abra'tfUinmen eintheilen?" Zwet eine beliebige ganze Zahl in fünf voUkommien e'vfte war von Henry Smith,
Denkschriften wurden zur Beantwortung eing w oer£a$t und bereits damals in
Professor der Mathematik zu Oxford, 'm ^«z^nschaften zu London veröffentlicht der Zeitschrift der köntgüchrn Gesellschaft' H^rn Hermann Meingousky
worden. Die zweite Abhandlung war d 1 g Versetzung der ersten Denkschrift. (Nicht Micikousky) und eine 8««« Vu6te Ä nur nicht, baß bk von ihr Die französische Akademie! der-Wifsenschast n^w bemerfte aud) picht, daß der lunge gestellte Preisfrage bereis seit 1670 ge' ' , gewöhnlicher Plagiator gewesen und
Königsberger Student Meingousky ngnzsy^^^ welcher
erteilte daher für die Le ung 1870 gemachte Enideckung der Pariser
kurz darauf, nachdem er ftarb Den zweiten Preis erhielt aber Meingousky
Akademie aufs Neue SUgesch^t ha.te, starb^ W * königlichen Gesellschaft der 'Losensr^nr°Lnbr äkS W der Akademie sind
ier zu vemiethrn , Äallthorstraßr. ie meines Vorder- Zimmern, Kücke, >en und allem Zu- : vemiethen unb
Dr. H. v. Ritgen,
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14 Avril. (Sitzung der Stadtverordneten vom 12. April) An- ■■■ Bramm, Herr Beigeordneter Heß, von Seiten der
«Llaolveroroneren Vic Herren: B aist, Gail, Grün-berg, H anstein, H o mbe r ger, Kans Lüdekina, Ad. Noll, Aug. Noll, Psannmüller, Schee , (?5 ch nü ba cb Voat Wenzel und Wortmann. — Die Versammlung euebtßte zunächst das 'in einem Rescript Großh. Kreisamts
des Bebauungsplanes des westlich und südlich^ der Butzbacher Straße dis an die Univerfitäisstraße gehenden Terrains, sowie des Hamms, für welche Derritorten Orfiüge d^"viokctlitcn Erweiterung des Main-Weser-Bahnhoses bestimmt- Bebauungspläne roch'n?chk7°?h^d"e7,^d7Pergrbbe.ung des Bahnhoscs indeß selbst m unb-Mmm - crtetne np.firft ist Die hierüber gesüßten Beschlüsse entsprachen den Anträgen der Bau depututwn und wurde betreffs des Hamms Vorige des Bauplans bis zur d-ftn't.-«. Entscbeiduna über den Platz für oas Schlachthaus Vorbehalten. Die Gelände- Erwerbung %r den Straßenausbau zwischen Neuenweg und W°Morbew, wurde nr beutiaer Sitzung nochmals Vorlage gemacht, den Vertragen mit den Herren Kltnre l, Kauf Vetri und Noll Genehmigung ertheilt und bttr. des Geländes bes Orts- lericktLmünn Müller welcher sür das abzutrelende Gelände 15 M pro OKlaster Norberte, di- Baudeputätion dagegen 14 für das mirkliche Baugelände iund 7 J für das übrtae m bieten beantragte, beschlossen, Herrn Müller ein Gebot oon 2U ju
Bauacländ- m machen es dagegen b° d-m übrigen Gelände der dem Preise von 7 / ma ^Kla ter m "assen - Vor Befürwortung des Gesuches des Kaufmanns Konrad Jung dahttr um Erlaubmtz zur Vornahme von Bauveränderungen^soll m Nerbandluna weaen ^urückverlegung des Baues um 55 Etm- getreten werden.
Gesu^evlmJ^M "Schulhof (Anregung von Lichischächten) und G ° b r ü d - r Oppen-
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welchem die Wappen deuifcher Stadt- zur Aurstellung S-l-ng-n sollen an»ns nügenden Beiheiligung gescheitert, weshalb man do tsech 1: nut bie m
Deck- beschloß; die Versammlung erthettle hierauf die Genehmigung zur C ^^8 des Gießener Stadtwappens. — Die Rechnung der Neal sch u «M sich tn
sowie der Voranschlag derselben sür 1883/84 werden genehmigt, letzterer steur nm
Einnahme und Ausgabe auf 64250 cX ^„«rttinHnnafeter in der Stadtkirche
Gießen, 14. April. Bei der morgigen ConfirmationSseler m ocr
wird der evaugelffche Kirchengesangverein Mitwirken. -—
stärkung dieses Bündnisses. Die einzige Gefahr liege darin, daß Oesterrerch dahin streben könnte, seine Autorität auf der Balkanhalbinsel auszudehnen, was Rußland nicht ruhig hinnehmen könnte. — Die „Times" empfiehlt der Regierung die Ernennung eines Nachfolgers für Lord Dufferin in Kairo, welcher, ohne irgend welchen Zusammenhang mit dem früheren Zustand der Dinge, die Stellung als Vertreter Englands, unabhängig von Konstantinopel einnehmen würde,' um directe diplomatische Beziehungen zwischen England und Egypten herzustellen. Lord Dufferin wird sich nach Konstantinopel begeben, bevor er nach England zurückkehrt.
London, 13. April. Jin Unterhaus antwortete Gladstone Rackes, es sei unrichtig, daß der deutsche Kaiser als König von Preußen die Absicht kundgegeben, von einer Vereinbarung über das evangelische Bisthum Jerusalem zurückzutreten. Wahr fei, daß die deutsche Reichsregierung im Namen des Kapers eine Ztote an Granville gerichtet habe, worin die Absicht ausgedrückt sei, wesentliche Abänderungen der Vereinbarung herbeizuführen. Der Schriftwechsel fei noch nicht so weit gediehen, um auf Einzelheiten eingehen zu können. Gladstone brachte ferner eine Botschaft ein, in der der Wunfch ausgedrückt ist, eine Jahrespension von 2000 Pfund für Wolseley und Seymour und deren nächste männliche Erben für ihre Verdienste während des egyptischen Feldzuges aU§3U^u&Iin, 13. April. Das Schwurgericht erklärte Joseph Brady der Ermordung Bourke's schuldig.
— Brady wurde zum Tode verurtheilt. -
Rom, 13. April. Dem „Moniteur de Rome" zufolge ist die Antwort der Kurie auf die jüngste preußische Note Herrn v. Schlözer zugestellt worden.
Odessa, 13. April. Der Herzog v. Chartres ist von Sebastopol angekommen und reist am 17. April nach Bakum ab.
Athen, 13. April. Die Ernennung Contostavlos zum Minister des Auswärtigen ist nunmehr erfolgt.
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