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Errichtung des Natim'. Ztaatsmtnister und Cht schäftsführer, an den ris­st Herr Sartorius, La°^ tn Frankfurt a. M. A >err Bürgermeister W i Vorsitzender der W luptcomite's in Metz, an welche blt»

Wiesbaden, 7. September. Der neugewählte Anwalt der deutschen Erwerbs- ,,nd W-rthschafts-Genossenschaften, Reichstags.Abgeordneter und Rechtsanwalr Herr aus Wiesbaden, wird dem Vernehmen nach seinen Wohnsitz in Berlin (Kur- Mendamm) nahmen und soll daher auch des Anwaltsbureau am 1. Januar 1884 lohtn verlegt werden.

Neustadt, 7. September. Heute Mittag entgleiste auf der Strecke zwischen Kirchhain und hier aus dem Güterzuge ein beladener Waggon. Der kurz darauf kommende Frankfurt-Kasseler Tages-Schnellzug schwebte in nicht geringer Gefahr. Der Maschinenführer bemerkte das Htnderntß noch rechtzeitig und brachte den Zug zum Stehm Erft nach mehrstündiger Arbeit gelang es, eins der beiden Geleise freizubringen, vobei leider auch zwei Arbeiter schwere Verletzungen durch Abspringen einer Winde baoontrugen.

Kassel, 7. September. Gestern sind der Bestimmung der Allerhöchsten Cabtnets- rbre gemäß die Fahnen der früheren kurhessischen Truppenthetle aus dem Zeughaus nach dem Unterstock der Gemäldegallerie übergeführt worden, wo ihre Aufstellung und fernere Aufbewahrung bekanntlich tn einem dafür bestimmten Raume erfolgen wird. Die Eröffnung des Fahnenztmmers für den Zutritt des Publikums wird jedoch, vorauf wir die Leser aufmerksam machen, erst später stattfinden können, da die decorattve Ausstattung deS Zimmers, die Ausstellung und Anordnung der Fahnen naturgemäß längere Zett in Anspruch nimmt. Es sind im Ganzen 63 Fahnen und 15 Standarten; auf denselben sind jedoch die Regimenter, denen sie gehörten, nicht bezeichnet. Nach Grupp-'N geordnet würden sich etwa folgende ergeben: eine große Anzahl stammt aus d'm siebenjährigen Kriege; bann folgen solche aus der Zeit des Königreichs Westfalen, ftrner mehrere Landwehrslandarten aus den Freiheitskriegen und endlich die Fahnen b-r seit 1813 errichteten Regimenter. Unter den letzteren ist von besonderer Schönheit die Standarte der Garde du Corps, welche einen großen hessischen Löwen ganz in schwerem Silber zeigt und eine Standarte, welche von Ihrer Hoheit der Herzogin von Meiningen eigenhändig gestickt worden ist. lT. u. A.)

Berlin, 7. September. Eine kleine Anekdote, die derB-C." erzählt und diesmal den für Anekdoten immerhin seltenen Vorzug haben soll, wahr zu sein. Zu dem Director einer hiesigen höheren Lehranstalt kommt eine Frauaus dem Volke" unb sagt: Ich bin nämlich die Budikern Schulze von der Ecke und habe eine siebzehn­jährige Tochter. Die hat nun seit einem halben Jahr ein Verhältniß mit dem Secundaner Müller von Ihnen und der Müller ift ein netter junger Mann und ich würde nichts dagegen haben, wenn er meine Tochter heirathet. Aber man muß sich als Mutter doch orrfeben, und da komme ich zu Ihnen, um zu fragen:Was hat denn so ein Secundaner bei Ihnen aufs Jahr?"

Berlin, 6. September. sMordversuch und Selbstmords Die Hälfte der ersten Ewge in der Jäaerstraße 63 wird von dem Subdirector der Magdeburger Lebens- vei-sicherungsgesellschaft Herrn Müller bewohnt und theilweise zu Bureauräumlichkeiten benutzt. Schon seit längerer Zett erhielt Müller den Besuch deS Bruders seiner Frau, des in Bismark, Kreis Stendal, ansässigen Gerichtsvollziehers Carl Rebs, der bei feinem jedesmaligen Besuche nach Aussage des Müller Geldanleihen zu machen ver­suchte. So erschien Rebs auch gestern Nachmittag gegen Ubr im Bureau seines Schwagers und verlangte 500 Thaler, angeblich um dringenden Verpflichtungen nach­zukommen. Da Herr Müller das Gesuch abschlug, so begab sich Rebs in die Wohnung, um dort von seiner Schwester das Geld zu verlangen. Anscheinend hat auch diese ihm sein Anliegen abgeschlagen, denn es entstand ein Wortstrett, der plötzlich damit endete, daß ein lauter Schuß erdröhnte und fast gleichzeitig ein weithin hörbarer gellender Aufschrei gehört wurde. Ehe man noch Zelt hatte, in die Wohnung einzutreten, fielen kurz darauf noch 3 Schüsse. Beim Eintreten fand man Frau M- heftig blutend in einem Hinterzimmer liegen, während ihr Bruder, der Gerichtsvollzieher Rebs, aus drei Wunden blutend, entseelt auf dem Teppich des Vorderzimmers lag. Ein im Hause zufällig anwesender Arzt, Herr Dr. Zacharias, conftattrte den Tod des Rebs, während bet Frau Müller ein die Lunge durchbohrender Schuß in der rechten Drustseite con- ftatirt wurde.

(Amerikanisches.) Das Oberhaupt der Polizei in Dodge City in Kansas ist Kandidat für Wiedererwäylung und gründet seine Ansprüche auf das von ihm bereits innegehabte Amt darauf, daß er während seiner Amtsthätigkeit einenCowboy" auf 300 Schritt niederglschossen habe! Der Mann verdient in der That das wiederholte Vertrauen sein-r Mitbürger! Vor einem Friedensgerichte in Texas spielte sich neulich zwischen dem Richter und Angeklagten folgender Dialog ab. Richter: Angeklagter, man hat Sie des Pferdedtebstahls beschuldigt. Haben Sie etwas auf die Aussage des Hauptbclastungszeugen zu erwidern? Angeklagter: Ich habe nur das Eine zu sagen, ber Zeuge hat ein gewisses Vorurtheil gegen mich und sucht mich seil Jahren zu

ruiniren. Richter: Weshalb? Angeklagter: Sehen Sie, ich war es, der ihn mit seiner j.tzigen Fiau bekannt machte und das kann er mir nie verzeihen!

Eine furchtbare Katastrophe hat sich in Hiroshima (Japan) ereignet. Am 3. August, Abends gegen 10 Uhr, brach in dem dortigen Gefängnisse ein Feuer aus, welches mit solcher Schnelligkeit um sich griff, daß das Gebäude in kürzester Zeit eingeaschert wurde. Von den Sträflingen sanden 61 den Flammentod, während 156 mehr oder weniger schwer verletzt wurden. 120 Sträfl nge entsprangen in der Verwirrung, aber 15 derselben wurden noch in derselben Nacht wieder eingefangen.

Ein abgebissenes Menschenohr das mag nicht oft vom Hausknecht auf dem ihm anvertrauten Hofe aufgelesen werden. Und doch suchten in Petersburg der Revier­aufseher unb der Hauscerberus auf dem Hofe des im Bau begriffenen Hauses Nr. 54 am Schlüsselburger Wege früh Morgens am 22. August nach einem solchen- Tags zuvor hatte hier nämlich, wie derPet. Ltstok" erzählt, zwischen einigen Zimmerleuten eine Schlägerei flattgefunben, die damit endete, daß der Bauer Al. Petrow seinem Landsmanne Artemi Iwanow ein Ohr abbiß und auf den Boden ausspie. Auf dem Wege ins Pol zeibureau denn die Tumultuanten wurden natürlich arrctirt reclamtrte Iwanow energisch söln Eigenthum, wurde aber auf den kommenden Morgen vertröstet, da es schon zu dunkel war, um gleich Nachsuchungen anzustellen Diese fanden denn auch am Montag Morgen statt und der Revierauffeher that das Corpus delicti in fein Portefeuille, um es zu den Akten zu legenwelche Ehre Arterni's Ohr widerfährt! Sieh' mal, sieh! wer hätte das gedacht! In des Revieraufsehers Portefeuille tft es hineingerathen!" sagten die Arbeiter, die Zeugen des Vor­ganges waren.

Handel und Verkehr.

Gießen, den 11. Septbr. Auf dem heuttgen Markt kostete: Butter per Pfund X 1.051.20, Hühnereier per Stück 56 Käse Stück 58 H, Käsematte 3 Erbsen per Liter 20 H, Linsen 28 Tauben per Paar 5065 H, Hühner per Stück X 1.001.60, Hahnen per Stück X 0.500.75. Enten pr- St. X 1.401.70, Ochsenfleisch per Pfund 70 H, Kuh- und Rindfleisch 5660 H, Kalbfleisch 50 bis 54 Schweinefleisch 6264 H, Hammelfleisch 6270 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 3.506, Milch pr. Ltr. 1318 H. Gänse pr. Stück X 00.00. Zwiebeln per Ctr. X 77.50.

Frankfurt, 10. Sept. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer X 20% fremder X 1921, Roggen eff. hies. X 17, fremder X 16Vz17% Gerste eff. hies. u. Wetterauer X 18Vz, fremde X 1820, Hafer eff. hiesiger X 141412, fremder X 14. Rüböl eff. ohne Faß hies. in Parthien von 50 Ctr. X 39. Branntwein eff. ohne Faß X 46.

Frankfurt, 10. Sept. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Ange­trieben waren ca. 310 Ochsen, 12 Bullen, ca. 280 Kühe und Rinder, ca. 280 Kälber. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 7273, 2. Qual. 6568, Kühe und Rinder 1. Qual. X 6466, 2. Qual. 5660, Kälber 1. Qual. X 70, 2. Qual. X 65 per 100 Pfund Schlachtgewicht.

M., 11. Septbr., Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann In Gießen.) Creditactien 247% Staatsbahnactien 274% Galizier 252% Lombarden 131% Nord- westbahnactien, Gotthardbahnactien 113% Darmstädter - Bankactien 15615/i6r Disconto Commandit 195% Oesterr. Silberrente 66"% 4% Ungar. Goldrente 74%, 4o/ü 1880er Russen 72% 5% 1877r Russen 91, 2. Orient-Anleihe 57% 4%

Spanier, 5% Rumänische Rente 93% 4% Unific. Egypter 71%, 5% Türken , Marienburger 109% Hess. Ludwigsbahnact. 113% Tendenz: still.

Witterungskunde.*)

12. September. Mittwoch. Frühmorgens noch verhältnißmäßig kühl, Vormittags veränderlich, zeitweise sonnig unb heiter, besonders nach Norben zu, nach Süden wohl mehr wolkig, Nachmittags jedoch im Allgemeinen aufgeheitert, spätabends wohl kühl mit Neigung zu herbstlich gutem Wetter.

13 September. Donnerstag. Frühmorgens bedeckt, strichweise mit Niederschlägen, auf Mittag zu zerstreut wolk g, Nachmittags besser bis ausgeheiteit, dabei tm Allge­meinen herbstlich gut, spätabends Bedeckung.

*) Aus Dr. L- Overzier's Wetter-Prognose für den Monat September, abgeschlossen am 15. August (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 XA Nachdruck verboten.

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Obst-Versteigerung.

Montag den IT d. M.,

Vormittags von 8 Uhr an, soll das Gemeinde-Obst, bestehend in Aepfeln, Birnen und Nüssen versteigert werden.

Der Anfang ist am Weg nach Wieseck.

Alten Buseck, am 10. Septbr. 1883. Großh. Bürgermeisterei Alten-Buseck. 6053 Wagenbach.

Dienstag den IS. d. M.,

Vormittags von 9 Uhr an, soll das Obst auf dem Pfarrbaum­stücke, bestehend in Aepfeln und etwas Birnen versteigert werden.

Der Anfang ist beim Pfarrgarten.

Alten-Buseck, am 10. Septbr. 1883. Wagenbach,

6054 Bürgermeister.

Obfl-Derfleigerung.

Donnerstag den 13. Septbr.,

Vormittags 9 Uhr, soll das hiesige Gemeindeobst, Aepfel und Birnen, meistbietend versteigert tverden.

Oppenrod, den 10. Septbr. 1883. Großh. Bürgermeisterei Oppenrod.

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Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

In Staufenberg wird am 15. September eine Posthülfstelle errichtet, deren Verwaltung dem Specereiwaarenhändler und Gastwirth Ludwig Geißler daselbst übertragen worden ist.

Darmstadt, den 7. September 1883.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector.

In Vertretung:

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Obst-Versteigerung.

Montag den 17» September,

Morgens 10 Uhr anfangend, soll das hiesige Gemeindeobst, bestehend in Aepfel, Birnen und einer großen Quantität Zwetschen, meistbietend ver­steigert werden.

Grüningen, den 10. Septbr. 1883. Großh. Bürgermeisterei Grüningen.

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