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dl«»? der N-ichstag zum Th-il auf Anträge des Redners, die S-lbstständigkttt d-r Kasten gestärkt und den Regterungsemfluß zu Gunsten d-r G-m-indeaufsicht zurAe g-diangt. Emer der wesentlichsten Fehler des Gesetzt s-l, baft es nur für bte nbuftrfellm und Nicht auch für b.e länrlichen Arbeiter bestimmt c,. Wenn das G setz wlrkl L eine fo große Wohlthat für bie arbeitend n Klassen enthalte dann lieae ketn Grund vor diese Wodlthal der ländlichen Beoölkerung vorjuentbalten. Die von de, Reg^rmg und trotz der Anträge des Redners und 1-iner polnischen Freunde au» vom Re>chs"°ae m t ganz knapper Majorität beliebte Ausschließung der landwirihschastl chen Arbeiin erschwer^ die Handhabung des Gesetzes und seine sociale Wirkung. Das Gesetz fei ^n*td,'jTx durs die zu weitgehenden Besugnisse der Veiwalfungsbehörden u endlich auch dadurch für Redner unannehmbar geworden, daß es den Gemeinden ni-iil gestattet worden sei, In den vorausstchttich Nicht seltenen Fäll n wo d^EMsühruL d^r Kranb-noerftcherung in einer Gemeinde absolut unmöglich oder nutzlos sei sich de? Versicherung durch B schluß des Gemeindcvorjrandes zu entziehen 6 , ' ch der
Die Unfallversicherung sei diesmal aus Mangel an Zeit nicht zu Stande ap kommen. An dieser und anderen in nächster Zeit zu erwartenden socwipolitischen Vorlagen werde Redner pflichtgemäß Mitarbeiten unb. soviel an ihm, zur Ve-besseruna Mitwirken auch wenn er mit dem Ganzen der Gesetze nicht einverstanden sein sollte r ?naLÄnbet Jn?er "Ochsten Zukunft eine Gefahr für unsere Entwickelung m der ^oclalistischen Tendenz des Reichskanzlers, wodurch die Weckung eigener Kraft der Betheiligten zurückgehalten, ein falsches und lahmendes Vertrauen in die Allmacht des Staates erzeugt, in der Tbat auch eine übermäßige Verstärkung der Rcgierungsgewalt erzielt, zuletzt aber, wenn die unerfüllbaren Glückoerheißungcn an das Volk sich nicht verwirklichen, eine Schwächung des Vertrauens zum R'iche und eine Gefährdung der gesellschaftlichen und wirthschaftlichen Ordnung desselben eintreten werde Letztere ©e^r roerbe um so größer, je mehr es gewrsse Parteien sich zur Aufgabe maßen, durch Betreiben einer die verschiedensten Berufsklassen gegeneinander aufreizenden In- teressenpolttik die nach außen errungene deutsche Einheit nun im Innern wieder in Frage zu stellen. Er bitte besonders die Landbevölkerung, nicht Glauben zu schenke den Verheißungen derer, die mit bloßen Gesetzen wirthschastl'che Noihstände beseitigen wollen, nicht zu trauen denen, die es bei jeder Gelegenheit betonen, daß die JntereM von Landwirthschaft und Industrie, von Land und Stadt sich feindlich qegenüberflärb'n sondern bei treuer Pflichterfüllung im eigenen Lebensweise festzuhalten an der Allen gestellten Aufgabe der gemeinsamen Förderung des Gesammiwohles Aller und damit die beste Grundlage zu schaffen für ein einiges und starkes Deutschland.
— In der soeben erschienenen neuen Auflage des Zeiiungs - Katalogs, welchen die bekannte Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse alljährlich in übersichtlicher Form und eleganter Ausstattung dem tnfenrenben Publikum gratis verabfolgt, finden wir in dem Vorwort eine Reihe praktischer Winke und auf langjährigen Erfahrungen bafirenbtt Winke, welche wir hier zur Beachtung unserer Leser folgen lassen:
Jede Annonce muß vor Allem so klar verständlich abgefaßt fein, daß eine irr- thümliche Auffassung von vornherein ausgeschlossen bleibt. — Der Kern, bezw. die Haupt-Tendenz der Annonce muß thunlichst kurz und bündig an der Spitze derselben in separater Zeile stehen, so daß alle Interessenten, durch das Stichwort der Annonce gefesselt, dieselbe nicht übersehen können, außerdem empfiehlt es sich, die sonstigen noch wichtigen Punkte — wenngleich in fortlaufendem Druck — durch größere Buchstaben hervortreten zu lassen. — Für die Wirksamkeit der Annonce ist die Wahl des richtigen Zeitpunkts, der Absatzgebiete und der geeigneten Blätter Ausschlag gebend. - Man tbut gut, sich nicht auf einen engbegrenzten Raum zu beschränken, sondern nachdem derselbe genügend ausgenutzt, immer neue Terrains zu wählen. — Man empfehle nicht zu viele Gegenstände, welche nicht für ein und dasselbe Publikum bestimmt sind, in einer Annonce zusammen, sondern lieber getrennt und füge thunlichst die Preise hinzu, um den Bezug zu erleichtern. — Bei Einführung eines neuen Artikels sind in ber ersten Zeit bie Wiederholungen der Annoncen in kürzeren Zwischenräumen zu veranlassen und dann allmälig längere Pausen eintreten zu lassen. — Der Erfolg kann nicht erzwungen werden. Man stelle das Annonciren ein, sobald man gar keine Zeichen spürt, daß auf die Annoncen reagirt wird, dagegen wolle man b'e Insertion nicht «ln- stellen, wenn die Kosten des Inserats sich nicht gleich bezahlt machen, da bei fortgesetzten Wiederholungen ein gesteigerter Absatz ftattfinbet, sobald der Artikel im Publikum erst Eingang gesunden. Die Jnsertionskosten werden alsdann reichlich gedeckt werden und bilden dann ein wohlangelegtes Kapital. Wünscht man in großem Maßstabe zu I annonciren, so wähle man, wo es irgend angeht, clichirteZeitungs-Annoncen, da hikp | bureb die Jnsertionskosten durch Raumersparniß sich wesentlich ermäßigen lassiu. ßi. , Namentlich bietet sich großen Inserenten durch Cliche-Annoncen der nickt unerhebliche Dqon Bortheil bar, baß derartige Anzeigen in kleiner Schrift und in augenfälligen Arrake- wents hergestellt werden können unb in allen benützten Zeitungen in gleichem Drink erscheinen, woburch bie Annonce an Wirksamkeit bedeutend gewinnt. Man sehe ferttr ,, .
nicht auf den scheinbaren Vorth eil eines hohen Rabatts, sondern vor Allem, ob ter n Von *1
Jnsertionspreis im richtigen Verhältniß zu der Auflage und dem Leserkreis teS ■ -> ,
Blattes steht.
Außerdem finden wir in dem Katalog die sehr zweckmäßige Angabe der Jnsercd ’itffam *
Die wichtigste Vorlage ber zweiten Session sei gewesen der Negierungsantrag auf Einführung des Tabakmonopols. Redner legte dar, daß aus den seinen Wählern bereits früher entwickelten Gründen er dieses Monopol für politisch finanziell und wi'ihschastlich für höchst bedenklich, ja für eine nationale Gefahr erachtet und deß- halb gleich ber überwiegenden Mehrheit des Reichstags dagegen gestimmt habe Er glaube indeß nicht, daß mit Sicherheit darauf zu rechnen set, daß die Regieruna für die Zukunft von ihren bezüglichen Plänen abgehen werde.
Den in letzter Session allerseits bethätigten Bestrebungen nach einer Verbesserung unserer Zoll-Steuergesetzgebung, betreffend ben Rübenzucker, schließe er sich an: es müsse beseitigt werden der derzeitige Zustand, wonach dem ^uckerfabnkanten bei der Zuckerausfuhr erheblich mehr Steuer zurückoergütet werde, als er selbst an das Reich entrichtet habe. Die Art, rote dies gemacht werden solle, werde in nächster Session berathen werden.
Gegen die Vorlage, betreffend den Holzzoll habe er nicht etwa aus Abneigung gegen jeden Zoll gestimmt, sondern in der Ueberzeugung, daß dieser Zoll, wenn er den von ber Regierung beabsichtigten Erfolg einer Erhöhung der Holzpreise haben sollte eine Belastung der tninb r Wohlhabenden mit sich bringen würde, welcher kein entsprechender Vortheil für die große Masse des Volkes gegenüberstände.
Die von der Regierung vorgelegte Novelle zur Gewerbeordnung habe er, wenn auch mit Einzelnem einverstanden, im Ganzen verwerfen müssen. Man möge über die Nothwendigkeit, den Haustrhandel, den Verkehr der Reisenden, die Colportage von Büchern und Bildern, die Trödler und Tanzlehrer zu controliren und zu beschränken, die Tanzbelustigungen unb Musikaufführungen zu überwachen, oder gar zu verhindern, man möge über diese und ähnliche Dinge (m Einzelnen eine mehr ober weniger freie Ansicht haben - jedenfalls könne man aber nicht dem in der Gewerbe- novelle bekundeten Systeme einer Stellung großer Volksklassen unter polizeiliches und administratives Belieben zustimmen, einem Systeme, welches unter allen Umständen verwerflich, wenn auch nach Lage der Dinge weniger gefährlich bei uns, als bei dem schon an sich mit überwiegender administrativer Macht ausgerüsteten Preußen fei. Namentlich der weniger bemittelte Theil des Volkes werde am meisten unter den Folgen dieses Polizeisystems zu leiden haben, während der wohlhabendere naturgemäß hiervon meistens nicht erreicht werde.
Redner kommt schließlich auf seine Thätigkeit in Sachen der Kranken- und Unfallversicherung. Er set Mitglied der zur Vorberathung der bezüglichen Gesetzentwürfe eingesetzten Kommission gewesen und habe an feinem Theil redlich mitgc- arbeitet, trotzdem Vieles an ber ganzen Tendenz dieser Gesetze ihm mißfallen habe Der Plan ber Regierung sei zunächst auf die Schaffung einer Unfallversicherung gerichtet gewesen, die indeß Kosten verursache, welche nur in größerem Kreise aufzubringen seien, während andererseits das Interesse der Kontrole und namentlich der Verhind rung der Simulation bei den zahlreichen kleineren Unfällen die Beschränkung der Versicherung auf einen kleineren örtlichen Kreis gebiete. Man habe daher eine Krankenversicherung geschaffen, welche, über den Bereich der Unfallkrankheiten hinaus alle Krankheiten bis zu einer Zeitdauer von 13 Wochen umfassend, die Unfallversicherung von der Sorge für alle kleineren Unfälle entlaste. Die gute Idee der Krankenversicherung fei, abgesehen von ber Tendenz der Fürsorge für die kleineren Unfälle, die Beseitigung der wirth- schastlichen Nachtheile der Krankheit des Arbeiters und damit die Verstopfung einer starken Quelle menschlichen Elends. Man habe dies Ziel erreichen wollen durch Schaffung örtlicher Krankenkassen mit Selbstverwaltung, welche unterhalten werden durch Zwangsbeiträge, geleistet von ben Arbeitgebern zu einem Drittheil aus eigenen Mitteln, zu zwei Drittheilen aus Abzügen am Lohn ber Arbeiter. Dieser an sich guten Absicht stäuben aber Schwierigkeiten entgegen, welche durch bas vorgelegte Krankengesetz nicht überwunden seien. Zunächst feien Krankenkassen unter 100 Mitgliedern auf die Dauer nicht recht lebensfähig; das Gesetz schreibe daher für die Ortskrankenkassen als Minimalzahl ber Mitglieder diese Zahl 100 vor. Nun gebe es aber in Deutschland unter etwa 80 000 Gemeinden nicht einmal 3000 Gemeinden mit einer Einwohnerzahl von zweitausend. Eine Gemeinde unter dieser Einwohnerzahl könne aber, abgesehen von Fabrikanten, keine Zahl von hundert versicherungspflichtigen Arbeitern aufweisen. Es würde also der ganz überwiegende Theil der Gemeinden auf die sogenannte Gemeinde- krankenversicherung angewiesen sein. Bei dieser aber habe man es nicht mit einer unter Selbstverwaltung ber Betheiligten stehenden Kasse zu thun, sondern mit einer blosen Gemeindeeinrichtung, bei der die Versicherten sich blos passiv verhalten, einer Einrichtung welche zugleich dadurch den Charakter einer Armenanstalt gewinnt, baß die Gemeinden das Deficit, was durch die auf zwei Procent des Taglohns beschränkten Beiträge nickt aufgebracht wird, zuzulegen haben.
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Das hiergegen vorgeschlagene und leider vom Reichstage bewilligte Mittel zwangsweiser Zusammenlegung mehrerer Gemeinden durch die Verwaltungsbehörden sei den Zwecken der Krankenversicherung durchaus zuwider und höchst bedenklich. Es schädige die Autonomie der Gemeinden, erzeuge Streit und Eifersucht zwischen denselben mache das Versicherungswesen sehr kostspielig und beseitige den Haupivortheil wirksamer Conirole, welchen man durch die grundsätzlich im Gesetze vorgeschlagene Lokalisirung ber Versicherung habe erreichen wollen. Auch sonst im Gesetze sei vielfach ber Einfluß ber Verwaltungsbehörde auf das Versicherungswesen ein allzu starker, als daß eine Außerdem finden wir in dem Katalog die f< gesunde Entwicklung desselben wahrscheinlich fei. In manchen Beziehungen habe aller- | Spaltenbreite, sowie die Einwohnerzahl der Orte
Wett-1 jM, ll Mittde Metten -Penst an
Lieferung.
Mr das Großherzogliche akademische Hospital zu Gießen sollen die nachstehenden Gegenstände im Wege der Submission beschafft werden und zwar:
circa 460 Centner Kartoffeln,
ii 10 „ gcWe |
„ 4 „ weiße > Rüben,
„ 1 ,, rothe J
10 „ untererdlge gelbe
Kohlrabi,
„ 10 „ Zwiebeln,
„ 1 „ Meerrettig,
„ 600 Stück Weißkraut,
„ 100 „ Rothkraut,
„ 400 „ Wirsing,
„ 350 „ Lauch,
„ 250 „ Sellerie,
„ 10 Centner Kornstroh.
Schriftliche Offerten mit der Aufschrift: „Lieferung für das akademische Hospital" sind bis zum 13. October d.J. auf das Verwaltungsbureau einzusenden, woseblst die näheren Bedingungen eingesehen werden können.
Gießen, den 6. October 1883.
6658 Die Großh- Direction.
Aepfelmost
im Zapf. 5928
Emil Schmall,
„Frankfurter Hof".
Emil Fistor.
6653
Lönlioldt’s verbesserte Amerikaner Oefen von Gebr. BuderuS, Iüll-Regulir-Oesen (-beste Systeme), Wormser Ofen und Kochofen, Ofenschirme, Kohlenkasten, Kohleneimer nnd Feuer- geräthe empfiehlt
Prima Hessenbrücker-Hammer Brounkohlen, Prima melirte Steinkohlen,
„ Nußkohlen 6248
empfiehlt zu den billigsten Preisen Emil EotZe
Zur bevorstehenden Saison bringe mein Lager in
wollenen Strick- re.-Gornen
(Marke M & W, anerkannt beste Qualität) in großer Auswahl zu billigsten Preisen in empfehlende Erinnerung.
Ferner empfehle zu äußerst billigen Preisen:
Herren- und Damen-Hantjacken und Unterhosen, woll. u«,d halbwoll. Hemden, gewebte und gestrickte Manns- und Knabenjacken, Strümpfe, Socken, Gamaschen, Handschuhe, Tücher rc.,
sowie noch viele in dieses Fach einschlagende Artikel. 6644
Robert Stuhl, Neustadt 23.
Mobiliar-Verstcigerunz Montag den 15. Dktober und die folgenden TaKL,
Nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Hanse des Herrn Kempff, Marburger-Straße 65, nachbenannte Gegenstände, namentlich:
Sopha, Tische, Stühle, Kommo-te, ein- unb zweithürige Kleiderschrä^s, Bettstellen mit Sprungfeder-Einlag ci, Roßhaarmatratzen, sehr gute Fedc7r betten, Küchenschrank mit Glasaufscrz, 1 Eisschrank, Küchengeschirr, emailiiit Kochgeschirr, eine Parthie Waschpfähe, kleingemachtes Holz und sonstige Hau»- haltungsgegenstände
gegen Baarzahlung versteigert werder. ßßn. Im Auftrag:
6604 I. Rothenberger-
Ieikgeöotenes.
Zwei große und zwei kleine WohM hänser, in bester Lage der Stadt, finb unter günstigen Bedingungen zu verkaufe
Auskunft bei Wilh. Krämer, Blerh- straße 3. 6570
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Pianinos und Kasten- bo vonrenommirtestenFirmeii, lUJllUSiit rühmlichst bewährt billig, bei O. StiackrÄtßu, Möbelfabrik. 5o&
Hpich unb hatten.
art|inen.
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