1883
Sonntag den 9. December
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Erscheint täglich mit Skrsruchme des Mo«tagS.
Vrtktanr Schulstraße 7.
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7,800.
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Großherzogliches Polizeianck Gießen.
Fresenius.
Verwaltung der Diöcese Limburg aufgehoben worden. Die Wiederaufnahme der ttiM gestellten Staattzletstungen für diese Diöccse erfolgt vom 1. October ab.
— Der unbearbeitete Bauplan Wollols für das Relchstagsgebäude ist durch Cabinelsordre des Kaiser- vom 5. ds. genehmigt worden-
— Die Eisenbahn Comm'ssion des Abgeordnetenhauses nahm heute den Nest der Vorlage an, behielt sich aber die Beschlüsse über die rasche Converlirung der Prioritäten und über die Communalbesteuerung der Eisenbahnen für die -wette
— Der ehemalige Kriegsminifter General v. Kameke ist beute hier eingetroffe«.
— Der Kronprinz und die Kronprinzessin von Dänemark treffen am Montag Mittag zu einem kurz-n Besuche hier ein. , Y ,
Paris, 7. December. Die „Mpublique fran^atse" bezeichnet die Meldung des „Teleqraphe", wonach Marquis Tseng dem Ministerpräsident Ferry vorgestern eine Note überreicht haben soll, für unbegründet und erklärt, dast seit dem 30. November zwischen dem Ministerpräsidenten Fern- und dem Marquis Tseng keine Mitthellungen gewechselt worden seien.
— Die anarchistischen Journale rathen nunmehr auch ihrerseits von der für heute beabsichtigten Manifestation ab.
— Um der von den Anarchisten beabstchtigten Kundgebung vorzubeugen, sind im Innern der Börse und in deren Nähe Mannschaften der Garde de Paris aufgestellt worden.
— Auf dem Börsenplatz, welcher am Nachmittag von emer großen Zahl. Neugieriger belebi war, wurden einige Verhaftungen vorgenommen. Zwischenfälle ernsterer Art find nicht vorgekommen.
London, 7. December. Ein Telegramm des „Newchork Heraw" aus Hongkong vom 6. d. Mts. meldet, daß ein Pöbelhaufen in Kanton am 5. ds. die christliche Kirche zerstörte. Das Militär zerstreute die Tumultuanten und ließ 200 Mann zur Bewachung der Trümmer zurück.
— Eine Depesche der „Times" aus Khartum von gestern meldet, der Mudir von Sennaar habe telegraphirt, eine erheblichere Anzahl von Einwohnern habe, den Aufreizungen der Derwische folgend, sich für den Mahdi erklärt, ein Theil derselben sei mit Remington-Gewehren bewaffnet.
Madrid, 7. December. Der deutsche Kronprinz wohnte gestern Abend dem letzten Akte der Oper „Rigoletto" im königlichen Theater bei. — Dem von dem deutschen Gesandten Grafen Solms den Vertretern der deutschen Preffe im deutschen Gesandtschafts-Hütel gegebenen Diner wohnten sämmtliche Mitglieder der deutschen Gesandtschaft, der Generalconsul Lindau aus Barcelona und noch einige andere geladene Gäste bei.
— Wie es heißt, wird sich Se. K. K. Hoheit der deutsche Kronprmz von Genua nach Nom begeben, um dem Papst einen Besuch abzustatteu.
Madrid, 7. December. Unter dem Vorsitze des König« wurde Mittags ein Capttel des Ordens vom goldenen Vließ abgehalten, dem der Kronprinz und Prinz Ludwig von Bayern beiwohnten- Der Kronprinz verehrte dem Gesandten Grafen Solms und dem Generalkonsul Lindau große Brustbilder von sich. Die Abreise nach Sevilla erfolgte heute Abend 6 Uhr 20 Min. per Courierzug. t
— In der vergangene Nacht war starker Frost und Schnee. Heute kalter Nordwind.
Madrid, 7. Deeember. Der deutsche Kronprinz mit Gefolge, von Solms begleitet, tst Abends per Courierzug nach Sevilla abgereist. Der König gab bis zum Südbahnhof das Geleite. Der Herzog von Monipenfier begab sich nach Sevilla, um den Kronprinzen zu begrüßen. Ä m r , . a
— Die Municipalität von Sevilla wird den Kronprinzen zum Besuche des Hauses, worin Cortez starb, und der Ruinen deS Klosters St- Isidore del Campo einladen. Die Berichte von Carthagena schildern die vorzügl che Aufnahme der Offic ere des deutschen Geschwaders. Zu Ehren derselben fanden wiederholt glanzende Festlichkeiten statt. „ . .
Barcelona, 7. December. Zum Empfang des heutigen Kronprinzen sind allerorten Vorbereitungen im Gange, insbesondere Seitens der zahlreichen deutschen Kolonien. Das deutsche Geschwader wird heute oder morgen erwartet und geht im Binnenhafen vor Anker. Das von Mahon hierher bearbeite spanische Geschwader bleibt im Außenhafen.
Petersburg, 7. December. Die neuerdings verschiedentlich im Auslände aufgetauchten Gerüchte über russische Truppenansammlungen an der russisch-chinesischen Grenze, Gerüchte, an welche sodann Vermuthungen geknüpft werden über Absichten Rußlands, etwaige französisch - chinesische Verwickelungen für sich auszubeuten, sind eine tendenziöse Erfindung.
Belgrad, 7. December. Die gerichtlichen Verhandlungen gegen dm Mitglieder der radikalen Central-Comitez, welche der Haupt-Urheberschast der letzten Unruhen angeklagt sind, werden voraussichtlich rasch zu Ende geführt werden. , m
Kanton, 7. December. (Meldung des „Reuter',chen Bureaus'") Die Proclamation des General Pang, wonach im Falle eines Krieges mit Frank- reich die etwa geschädigten Eigenthümer fremder Schiffe und Waaren mit ihren I Entschädigungs-Ansprüchen sich an Frankreich zu wenden hätten, wird von dem
Pentschkand.
—I. Darmstadt, 7. December. Die erste Kammer der Stände ist mit folgender Tagesordnung auf Dienstag den 11. December, Vormittags 9f/a Uhr, zu ihrer elften Sitzung eingerufcn:
I. Neue Eingaben.
II. Berichterstattung.
III. Berathung und Abstimmung über die Gesetzentwürfe:
1. die allgemeine Einkommensteuer,
2. die Einführung einer Kapitolrentensteuer, und
3. die pleichmäßige Besteuerung der Gewerbe brtr.; sowie
die bezüglich dieser Gesetzentwürfe bei der erst-n Kammer der Stände ein- gereicht, n Eingaben der Bank für Handel und Industrie, der Bank für Süddeutschlond, des Verwaltungsraths der Hessischen Ludwigs,Eifenbahn- Gesellschaft, der Großh. Handelskammer zu Mainz als Vorort deS Hess. HandUskammertags und der Verwaltung der Spar- und Leihkasse für bte Landgemeinden des Kreises Mainz.
Die Gegenstände der obigen Tagesordnung werden voraussichtlich mehr als eine Sitzung in Anspruch nehmen und es wird alsdann eine dritte Sitzung für die übrigen zu erledigenden Ge-enstände stattfinden.
Italien.
Rom, 7. December. Zufolge des gestrigen Skandals im Parlament fand heute ein Süvewuell zwischen N'cotera und Lovito statt. Laut »Verbal" wurde der Letztere beim ersten Gonge am rechten Arm schwer verwundet. Obwohl daS Z-ichen zum Einstellen gegeben wurde, warf sich Lovito auf Nicotera, packte mit der linken Hand, die er sich fast durchschnitt, N-cotera's Säbel und verwundete ihn schwer am Kopse Die Sekuudanten warfen sich auf beide Gegner und einer wurde im Handgemenge am rechten Schenkel leicht verwundet. Der Zustand beider Gegner ist bedenklich. (F 3 )
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fronen Küchen '89).
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlobn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
287. Erstes Blatt
Bekanntmachung.
Gefunden: 1 Gewichtstein, 1 Regenschirm, 1 Sturmlaterne, 1 Bindkette, 1 Theil eines Manschettenknopfs, 1 Glacehandschuh, 1 Manschette mit
Knopf, 1 Waschbütte, 1 Militärhandschuh.
B »gelaufen: 1 kleiner gelber Hund, «gefloßen: 1 schwarzes Huhn. Gießen, den 8. Deceniber 1883.
England.
London, 3. December. Daß der Mörder de? Nischen Angeber? C-rey, Patrick O'Dvünell am normen Samstag zum Tode verurthetlt wurde, hat Ihr--» der T-le- uravb schon gemeldet Wenn sich j-tz- endlich einmal her Schleier bet Vergessenheit fibet ben Phöwrparkrnord unb ferne Folgen senken wollte! Aber leibet beabsichtigt
bie Frau bes "grmorbehn, mllfammt ih-en fimbern in Dublin zu bleiben; und wie sie uocd bei Lebzeiten ihre? Mannes der Gegenstand nachbarlicher Versolgungen war, so wird ft» die irische Rach- auch über dessen Grab hinaus noch mit ihr beschöstigm. Was ben eben abg-lausen-n Proceß betrifft, so ftttb beffen Einzelheiten l-ingst bmch die umstönbltchen Berichte der letzten Fahrt unb bev Ermorbung Careys bekannt. Die st-uaenverböre haben kaum eine neue Thatsache ergeben. Daß O Donuel ben Carey Achoffen leugnet er selbst nicht ab; baß er bte? aber vorsätzlich .hat, beweist bet Aussvruch. beu er in bet Capstabt ttzat, al? ihn Jemanb von der Jd-nittat Carey'? unb Vowers - bas war Carey'« angenommener Name — in Kenntntß s-tzte. „Ich werbe ibn erschießen", sagte er. Wenn trotzbem bte Geschworenen sich eine Stunde lana befleißen unb sich mehrere Male beim Richter Auskunft holten, so war bas nur die Wtrkung der glönzenben Bettheid.gungsrebe, °-lch- O'Donnell'? Sachwalter ge. dalten Dieser suchte zu bewetsen, O'Donnell habe den Mord nur au? Selbstverthet- S b^angen Aber Carey trug keine Waffe bet sich und O'Donnell hatte ihn mit Ettibtißm bedroht — roa? konnte gegen diese zwei Thatsachen die Beredtsamkeit aller Iachwa ter auSrlchten! D-n Geschworenen blieb nichts «brig, al? die Frage des vor- »tzlichen Todtschlags zu bejahen, so sehr st- auch geneigt sein mochten, den Mann zu begnadiget^ w Icher den dretsachen Mörder und Angeber umgebracht O'Donnell hatte fi» f»nn mit dem Gedanken seiner Freisprechung vertraut gemacht und brach daher in WMbausruse aus als er das Unheil vernahm. Als die Wärter ihn wegsuhren wollten loate er- Satt warte!", bat um’8 Wort und al? dies abgeschlagen ward, f»rie"r- Dret'sö» aus Jiland und die Vereinigten Staaten! L-bt wohl! Zur Sölle mit diesen Briten und der Krone! Das ist eine verfluchte Verschwörung gegen m°»i" u s w Erst lange nachher im Gesängvisse ward er ruhiger, vermuih!!», weil « fi» faate daß er durch dieses sentsche Glaubensbekenniniß die Aussicht aus nach- tröalicke Beanadttiuna durch die Königin verscherzt habe. Denn was bis jetzt nur »ermutbft w«d Ist durch feinen eigenen Mund erhörtet: feine Verbindung mit ben Simbünblern ES wird ihm dafür der Trost werben, in Jrlanb mit Braby unb übttoen ISBb6n!rnatEmörbern unter bte Naitonalheiligen gezählt ju werben. Telegramme aus New-York melben, baß dort seine Verurtheilung nur wenig Interest- erregte. —
Telegraphische Depeschen.
Wolff'» telegr. Torresponbem-Burea«.
Ss-rtt« 7 December. Se. Maj. der Kaiser Hal sich heute Nachmittag zur Jagd KöntaSwusterhaufeu b-geb-n. In seiner B-glestung befanden stch die Prinzen Miibelm unb Kriedri» Carl von Preußen, August von Würltemberg, ber Großherzog Ä” Erbgroßher og von Sachsen-Weimar, ber Herzog von Sachsen-Altenburg ber Fürst HatzfeM, ber BMschafter Prinz Reuß, bie Minister v. Puttkamer, °. Bötticher, Bronsatt °^chellmborf^unb^mehrere ^^ener @tat bet lanbwirthschafiltchen
meldet, ist durch Allerhöchste Ordre n D-cember der BisÄf Blum, gegen welchen durch gerichtttches Urtheil vom ^ <*L?1877 auf Entlasiung aus seinem Amte als Bischof von Limburg erkannt i In Folge dessen ist die commiffarische Vermögens- I
1 Grössen,
off und Leder,
:™ u. Wachs, ren,
' Strümpfe etc.
;n Preisen.
•üirt, in grosser
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