gewerben ist das Kreditnehmen zur wahren Epidemie geworden. Der Schneider und Schuhmacher leiden am meisten und in ihren Kontobüchern sind fast auf jeder Sette Verluste verzeichnet, so daß cs dadurch erklärlich wird, daß namentlich diese beiden Gewerbe den größten Procenffatz zu den Konkursen stellen. Selbstverständlich wirken diese Konkurse wieder zurück aus die Lieferanlen des Schneiders und Schuhmachers, auf die Tuch- und Lederhänvler und wenn durch Konkurse der ersteren die letzteren auch nicht gerade gezwungen werden, selbst den Konkurs zu eröffnen, vertheuern sie doch die Maaren im Allgemeinen und der Konsument zahlt das nut, was durch das leicht- sinnize Borgen verloren gegangen ist.
Wird aber endlich einem der beiden genannten Gewerbtreibenden, Schneider sowohl wre Schuhmacher, von einem Konsumenten dte Alternative gestellt, entweder sich bei Bomzohlung einen Scootoabzug von 2 pCt. gefallen zu lassen oder ein sechsmonatliches Z>el zu geben, so werden in den häufigsten Fällen diese lieber das letztere wählen, ohne zu bedenken, daß sie damit wtrihschaitlich viel schlechter fahren
Eine Aenderung und B sserung dieser wirthschaftlichen Erbkrankheit aber ist nur allmählich und durch gemeinschaftliches Vorgehen zu erreichen und namentlich den Innungen und Gewerbvereinen ist es Vorbehalten, bahnbrechend und belehrend aus diesem Gebiete vorwärts zu schreiten.
LandwirthfchaftlicheS.
An „die zweckmäßigste Aufbewahrungsweise der Kartoffeln", worüber vor mehreren Jahren Dr. E. Schulze in der Zeitschrift für die landwirthschastlichen Vereine des Großherzoglhmus Hessen berichtet, zu erinnern, dürfte gerade jetzt der rechte Zeitpunkt sein.
Dr. Schulze schrieb damals: Die bisher mitgetheilten Maßregeln wollen nur dazu dienen, eine Übertragung der Krankheit von den kranken aus die gesunden Knollen zu verhüten; ft: können aber nicht verhindern, daß die Knollen, welche beim Einbringen in dte Aufbewahrungsräume schon inficirt sind, später faul werden.
Um die durch diesen letzteren Umstand verursachten Verluste zu verhüten, ist mir nur ein Mittel bekannt; es besteht darin, daß man die Kartoffeln dämpft und dann ti Fässern und Erdgruben einstampft.
Eine derartige Aufbewahrung wird in den landwirthschastlichen Zeitschriften häufig für solche Futtermittel empfohlen, wckche dem Verderben leicht ausgesetzt sind, oder welche sich nicht gut trocken machen lassen, z. B. für Kohl- und Rübenblätter, für Futtermais, auch wohl für Dickwurzeln und dergleichen; sie wird aber, so weit mir bekannt wird, von den praktischen Landwirthen noch weit weniger angewendet, als sie es verdient-
Daß diese Aufbewahrungsweise sich speciell für die Kartoffeln gut eignet, dafür spricht das Zeugniß eines praktischen Landwirihs, des Herrn Stephan in Hetzloch (Rheinhessen), der 75 Malter zur Fäule geeignete Kartoffeln auf obige Anregung hin gedämpft und in Fässern eingestampst hatte, von denen er dann versicherte, daß sie sich sehr gut confetoirt hätten.
In Ermangelung von Fässern bediene man sich einfacher Erdgruben, die aber vor Nässe geschützt werben müssen; am besten dürften susgemauerte Gruben sein. Ein festes Einstampfen der Kartoffeln ist durchaus erforderlich, um die Bildung von Hobl- räumi'n im Innern der Masse zu verhüten; denn überall da, wo solche vorhanden
sind ober wo die Lust zutreten kann, pflegt Fäulniß ober Schimmelbilb..»^
Das Dämpfen der Kariofieln ist nöthig, um die Pilze unschädlichem das Einstampfen der Masse zu erleichtern. Eine Beirut chuna von Uvb Zweisel die Haltbarkeit der Masse noch erhöhen und dürste babef feh^6 °bne pfehlen sein- v“ i'?0, zu em=
In aleicher Weise ist schon wiederholt empfohlen worden ben m der Runkelrüben im Herbste auf diese Weise einzumachen. Als Vortbtt?
gehoben, das man durch Faulen keine Verluste erleidet, der ffierlb her “ 6,<r°or» der Futterzeit nicht abnimmt, die Zubereitungskosten geringer sind at§ menrT roa6tenb ganzen Winter hindurch den Bedarf holen und zerkleinern muß UnabbSn^wiA ben Witterung und leichtere Ausstellung eines richtigen Futteretchs. tinaD9än6,8r^ »on der Es möge schließlich erwähnt werden, daß nach übereinstimmenden
so behandelten Futtermittel wegen deS> sauren Geschmackes (,bi* Ursacke aöt
G,-halt an Milchsäure, welche bet derGährung sich bildet), welchen sw L-n Vtey sehr gern gefressen werden. «"»chmen, vom
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der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der StM Gießen vom Monat Oktober 1883* “ R
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